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Alkohol, Ehe, Kinder

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Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 09:56    Titel: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
ich bin neu hier im Forum und habe mir schon viele Beiträge durchgelesen. Es tut gut zu lesen, dass man mit der Situation nicht alleine ist und es auch anderen ähnlich geht wie einem selbst.

Mein Mann trinkt seitdem ich ihn kenne (jetzt fast 10 Jahre) regelmäßig Bier - mal mehr, mal weniger. Nach ein paar Wochen oder Monaten, in denen der Alkoholkonsum Normalität angenommen hat, reißt es immer wieder ein, und er kommt z. B. eine Nacht mal einfach so gar nicht nach Hause und findet das völlig normal. Er benimmt sich dann einfach nicht so, wie man das eigentlich erwartet, fängt an zu provozieren und einen respektlos zu behandeln. Die Woche über trinkt er regelmäßig 2-4 Flaschen Bier am Abend, am Wochenende/Tag ca. 5-8! Letztes Jahr hatte ich ihn schon mal - nachdem er sich völlig danebenbenommen hatte und völlig betrunken morgens auf dem Wohnzimmer lag und die Kinder (damals 1 und 3) um ihn herumturnten - vor die Türe gesetzt, und da hat er auch 4 Wochen lang nicht zu Hause gewohnt. In den 4 Wochen hatte er auch eine Affaire. Nach diesen 4 Wochen haben wir uns zusammengesetzt und ich habe ihm gesagt, ohne eine Therapie laß ich mich nicht mehr auf eine Weiterführung der Ehe ein. Er sagte mir, er wäre damit einverstanden und würde sich einer Therapie unterziehen. Jetzt - ein Jahr später - hatte er 1!! Beratungsgespräch bei einer "Verhaltenstherapeutin". Die Verhaltenstherapie möchte er auch fortführen, und das sehe auch ich für sinnvoll an. Jedoch löst er dadruch nicht sein anderes Problem, denn Alkoholismus ist und bleibt nun mal eine Krankheit, die nicht einfach so verschwindet!

Vor ein paar Tagen hatte mein Mann ein langes Telefonat mit seinem Onkel, der vor ca. 8 Jahren einen Entzug gemacht hat und seitdem auch trocken ist. Er hat sich von selbst an ihn gewand, und dieser hat ihn nun an die Diakonie verwiesen, bei der mein Mann nun auch einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren will (hat er noch nicht - will er das wirklich?).

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Mir geht das alles zu langsam, weil es schon so lange anhält. Aber ich möchte ihn auch nicht unter Druck setzen und nur noch vom Thema Alkohol reden, weil ich weiß, dass ihn das nur noch weiter entfernt und es überhaupt nichts bringt! Und ich weiß ja auch, dass so etwas ein ganz langer Prozess ist. Klar würde ich ihn unterstützen in einer Therapie, würde auch mitarbeiten usw. Doch meint er es dieses Mal wirklich ernst? Er hat schon so oft etwas gesagt und es nicht gemacht. Hinzu kommt noch, dass er vor ein paar Wochen gekündigt und sich selbstständig gemacht hat. Diese Sache muss natürlich auch erst mal in die Gänge kommen und man muss sehen, dass Geld reinkommt und man die nächsten 3-6 Monate davon leben kann (ich bin noch in Elternzeit).

Ach, es tat einfach mal gut, das alles loszuwerden.
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Ayki79 hat zum Thema: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1629

BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 19:49    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ayki und herzlich willkommen

Auch wenn es sich anhört, als ob er endlich etwas in der Richtung tun will, so ist ein Jahr dafür doch eine zu lange Zeit. Als positiv sehe ich, dass er mit seinem Onkel ein Gespräch geführt hat, muss sich also mit seiner Krankheit auseinandergesetzt haben.

Trotzdem, mach ruhig ein bisschen Druck, er muss jetzt dran bleiben, unbedingt diese Woche noch den Termin mit der Beratungsstelle machen. Wenn er jetzt nichts tut, dann kommt dein Vorschlag mit der Therapie doch noch in Vergessenheit und ich habe so die leise Befürchtung, dass er damit spekuliert. Dann ist auch gleich bei der Diakonie zu klären, wer für ihn als Selbständiger, die Therapiekosten übernimmt.

Lieben Gruß
Henri
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henri hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 20:08    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Henri,
das Gespräch mit seinem Onkel sehr ich auch als SEHR positiv, denn er hätte ihn niemals angerufen, wenn er nicht sehen würde, das irgend etwas nicht stimmt!! Ich habe mich auch mit seinem Onkel in Verbindung gesetzt und mich dafür bedankt, dass er sich Zeit für meinen Mann genommen und mit ihm geredet hat! Wir haben eigentlich ein gutes Verhältnis zueinander, und ich bin froh, dass er ein wenig dahinter her ist und auch vorhat, am Ball zu bleiben...

Ich habe zu meinem Mann immer gesagt, dass er wegen der Übernahme der Kosten für eine Therapie erst diese durchziehen und DANACH kündigen soll - hat er nicht gemacht! Das muss er dann selbst klären (wenn es überhaupt dazu kommt). Heute hat er es "nicht geschafft", einen Termin zu machen - wie ich diese Aussagen liebe... Ich kann sehr schlecht mit ihm über dieses Thema reden und möchte ihm auch nicht ständig damit auf die Nerven gehen, weil er dann immer sofort abblockt. Jedoch habe ich ihm eine pdf-Datei per email geschickt, in der Informationen über die Krankheit und ihren Verlauf und über mögliche Hilfen/Therapien etc. stehen... Ich hoffe, dass er sich das durchliest. Dass er selbst die Infos über diese Krankheit bekommt und sich verinnerlicht, das finde ich ganz wichtig! So habe ich die Hoffnung, dass er sich selbst mit seiner Krankheit auseinandersetzt, denn wenn ich mit ihm darüber rede, tut er es - im Moment jedenfalls - noch nicht. Er ist dann eher wie ein kleines Kind, das eher trotzt und das Gegenteil von dem macht, was es soll...
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Ayki79 hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 20.09.2006, 14:01    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo nochmal,
eine Frage habe ich noch und zwar: Was soll ich denn jetzt machen in bezug auf seine Selbstständigkeit? Ich meine, eine Alkoholtherapie und eine Selbstständigkeit beides zu 50% durchzuziehen, macht keinen Sinn - das weiß ich auch! Das Gewerbe ist unser Standbein, von dem Geld müssen wir die nächsten Monate über die Runden kommen. Er sagt, er möchte eins nach dem anderen regeln, und das sehe ich "eigentlich" auch für richtig an! Trotzdem habe ich Bedenken, dass er das Gewerbe nur als Grund "vorschiebt"... Ich weiß es nicht, und ich weiß auch nicht, wie ich am besten vorgehen und wie ich überhaupt an die ganze Sache rangehen sollte...
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Ayki79 hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
Whitewolf
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 1206
Alter: 42
Wohnort: Homburg/Saar

BeitragVerfasst am: 20.09.2006, 16:33    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ayki,
scheue Dich nicht zur Not alleine zu der Beratungsstelle zu gehen, damit Du Klarheit in Bezug auf die Möglichkeiten und Eure finanzielle Situation bekommst.

Denke an Dich und die Kinder. Wenn er sich wie ein kleines Kind benimmt, wird er auch so behandelt. Falls die Krankheit sich verschlimmert, musst Du sowiso sehr viele Sachen selbst entscheiden.

Ich denke angefleht und gehofft hast Du langsam genug. Du kannst als Betroffene ebenso um ein Gespräch ersuchen.

Wenn Du Ihm dann mit handfesten Ergebnissen kommst, begreift er evtl. wie ernst es Dir ist.

Viele Grüsse White
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Whitewolf hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1629

BeitragVerfasst am: 20.09.2006, 19:32    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ayki

Du nimmst Rücksicht auf ihn und willst ihn nicht jeden Tag wegen der Therapie fragen, weil du denkst, ihn damit zu nerven. So rücksichtsvoll geht er mit dir allerdings nicht um, trinkt nach wie vor jeden Tag und ihm scheint es egal zu sein, wie du dich dabei fühlst. Vor allem die Kinder bekommen das auch mit, wenn er Bier trinkt.

Es kann auch funktionieren beides zu 100% zu machen. Einerseits kann er sein Gewerbe, seine Selbständigkeit aufbauen und gleichzeitig eine ambulante Therapie machen. Es wird zwar schwer werden, aber es ist nicht unmöglich.

Lieben Gruß
Henri
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henri hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 20.09.2006, 21:30    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Henri,

du hast Recht - ich nehme mal wieder Rücksicht und das ist wieder mal falsch! Eben haben wir kurz geredet, und er meinte, ich sollte nicht den Eindruck bekommen, dass das Thema Alkohol vom Tisch wäre. Es wäre noch aktuell und er würde sich auch seine Gedanken machen... Mit den Augen rollen

Ich habe ihm gesagt, dass durch einen Termin bei einer Beratungsstelle die Arbeit nicht zu kurz kommen würde, und dass das zwei verschiedene paar Schuhe wären. Dass ich das nur als eine Ausrede sehen würde. Er meinte, das wäre richtig, er würde morgen noch mal bei der Diakonie anrufen. Dann ging er wieder seinen allabendlichen "Pflichten" nach und in unser Büro, um zu "telefonieren" (und nebenbei schön seine "Bierchen" wegzukippen)... Prost Mahlzeit! Ich bin so wütend Sehr böse auf diese ganze Situation - es macht mich echt rasend... und ich muss wirklich ganz dringend etwas dagegen tun!

Die Kinder bekommen nur die gespannte Atmosphäre mit - nicht, dass er zu viel Alkohol trinkt. Er beginnt damit ja immer erst, wenn sie schon schlafen... Trotzdem weiß ich auch, dass sie mehr mitkriegen als man denkt...

Es ist alles wie verhext - ich verfluche den Alkohol und seine Macht Ausrufezeichen
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Ayki79 hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben
Ayki79
Gast






BeitragVerfasst am: 21.09.2006, 11:45    Titel: Re: Alkohol, Ehe, Kinder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nur zur Info,
ich habe mich gerade per Mail mal bzgl. des Alkohols an seine Schwester gewandt, denn ich möchte das Thema nicht weiterhin vor der ganzen Familie verschweigen - im Grunde genommen weiß eh jeder bescheid. Ich finde es wichtig, dass bei einer Abhängigkeit die komplette Familie bescheid weiß, denn so können alle auch besser verstehen... Mal sehen, wie es weitergeht...
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Ayki79 hat zum Thema: Re: Alkohol, Ehe, Kinder geschrieben

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