Wilhelm neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.09.2006 Beiträge: 4 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 15.09.2006, 13:18 Titel: Gründe gibt es viele |
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Bei mir war es in früher Jugend wohl Einsamkeit und ein Gefühl der Isolation aufgrund bestimmter Erlebnisse und Erfahrungen über die ich damals mit niemandem reden und die ich allein nicht verarbeiten konnte. Mit dem Alkohol is es mir dann als 15jähriger gelungen, diese Isolation vordergründig zu durchbrechen. Leider bin ich dabei in sehr tiefe Kreise abgesunken und habe sehr schnell eine extreme Suchtpersönlichkeit entwickelt. So entstand die Abhängigkeit. Mit 26 hab ich dann zum ersten mal aufgehört mit dem Saufen und hatte in den folgenden 10 Jahren gute Gelegenheit, auch die ursächlichen Faktoren aufzuarbeiten und habe mich recht gut regeneriert.
Aber die Neigung, Problemen mit Alkohol zu begegnen blieb mir offensichtlich erhalten. Das Programm ist im Gehirn, da hilft alles nichts. Eine größere Partnerschaftskrise reichte aus, mich nach 10 Jahren 100%iger Abstinenz wieder auf 100% Alk zu bringen. Die ursprünglichen Gründe und Auslöser spielen heute bei mir keine Rolle mehr; heute bringen mich ganz andere dinge aus dem Gleichgewicht; Dinge, die für einen "gesunden" Menschen kein wirklich großes Problem darstellen, weil sie zur normalen Alltagsbewältigung gehören. Der Hauptgrund ist also für mich der, dass ich in der Jugend mein Hirn auf Alkohol programmiert habe. Alternative Maßnahmen zur Stressbewältigung im Alltag wären sicher angebracht.
Und alleine die Verzweiflung über das eigene Versagen reicht an manchen Tagen "fast" aus, (wenn ich nicht aufpass) den Teufelskreis zu schließen und Gedanken an die wertvolle Lebenszeit, die mir durch den Suff abhanden gekommen ist, muss ich meiden. Verweilen in der Vergangenheit ist tötlich und depremierend. Es gibt nur den Blick nach vorn, egal wieviel Zeit noch bleibt für ein nüchternes Leben mit einem klaren Kopf. Aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich; ich muss jetzt mal ca. 2 wochen nüchtern bleiben, immer schön einen Tag nach dem anderen; dann kommen auch wieder positivere Gedanken zu mir zurück.
Gruß; Wilhelm |
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