| Das hilft mir wenn der Wunsch nach Alkohol wieder aufkommt • ... von mir selbst enttäuscht |
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karla neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 03.09.2006, 12:43 Titel: wieviel druck machen? |
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hallo erstmal zusammen,
dies ist mein erster forumsbeitrag.
ich bin seit einem halben jahr mit meiner großen, großen liebe zusammen. wir kennen uns schon lange, gefühle sind auch schon lange da und ausgesprochen, das jetzt ist aber der erste ernsthafte versuch. und er ist ernsthaft. liebe ist da, keine frage.
ich wusste von seiner krankheit, habe wohl lange vor einigen anderen gespürt, dass sein umgang mit alk net normal ist.
ohne bei jeder gelegenheit zu mahnen, habe ich meine meinung dazu kundgetan, wenn ich es für richtig hielt. auch schon in den vergangenen jahren. es war immer so, dass ich nie alk mit nach hause gebracht habe, z.b. vom einkaufen etc. auch auf bitten habe ich das stets abgelehnt und noch nie eine ausnahme gemacht. und auch im zusammenhang und ohne drohgebärde klar formuliert, dass ich ihn als menschen liebe, akzeptiere und gerne an meiner seite habe. aber: dass das trinken irgendwann ein trennungsgrund sein wird.
vor weinigen wochen hat er sich entschieden, aufzuhören. und angeschoben: suchtberatung, nach vielen jahren arztbesuche, die ihm immer große angst gemacht haben; die grobe auswahl von kliniken,anträge bei den zuständigen stellen auf finanzierung seiner therapie (er will stationär und auch psychisch herapiert werden) usw.
das alles läuft jetzt seit etwa zwei monaten. viel angst ist dabei, klar, das muss ich euch wahrscheinlich nicht erklären.
un habe ich das gefühl, dass es stagniert. im moment ist er nicht in der stadt, sondern arbeitet.
und ich weiß nicht, was ich tun soll. fragen, ob und wie es weitergeht? abwarten und mit der bisher ja aus meiner sicht positiven entwicklung (korrigiert mich, falls ich das zu blauäugig beurteile, bin ja alles andere als unbefangen) weiter optimistisch stärke durch konstanz und zuhören geben? druck machen? ihm zugestehen,dass er eine atempause bei diesem hürdenlauf braucht?
was meint ihr? schwimme momentan ein bisschen...
danke schonmal für eure anteilnahme. bin sehr gespannt auf eure antworten.
karla |
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| karla hat zum Thema: wieviel druck machen? geschrieben
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Leguan43 Gast
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Verfasst am: 03.09.2006, 13:10 Titel: Re: wieviel druck machen? |
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Hallo Karla,
sei herzlich willkommen im Forum!
ja, die Unsicherheit, wie man sich selbst verhalten soll, wenn der Partner gegen den Alkohol etwas unternehmen soll.
So wie Du eure Situation schilderst, hast Du das Beste bisher getan, was Du konntest. Du hast ihn nicht unterstützt in seiner Sucht aber gesagt, was Du Dir wünschst.
Es ist doch hervorragend, wenn er schon den Antrag gestellt hat für den Entzug und die Reha.
Aus meiner eigenen Erfahrung ist der Prozeß des Entschlusses, sich dem Alkoholentzug zu stellen und Abstinent zu leben nicht eine Sache des Absendens der Unterlagen und warten auf die Therapie.
Das ist eine Entwicklung, gerade am Anfang der Entscheidung kämpfen tausend Gedanken in Dir, ein Für und Wider, erst nach einigen Tagen oder Wochen kommt eine gewisse Geduld und Stabilität dazu, aber manche schaffen es gerade in der Anfangszeit nicht und bekommen Rückfälle, über die sie selbst am unglücklichsten sind.
In dieser Zeit hätte ich da keine Störung oder Bedrängen von meinem Partner gewünscht, das mußte ich mit mir ganz allein ausmachen, was will ich für mich erreichen, warum will ich es erreichen und wie. Darüber reden können jederzeit, aber nur alleine entscheiden, oder Überredung oder Bedrängen von anderen.
Wenn ein Grund ist, daß er es aus Liebe zu Dir will, ist das gut, aber als Sicherheit für eine Abstinenz gehört viel mehr dazu, er muß es für sich erkennen und wollen. Du wirst Gedulg brauchen Karla, habe nicht zu hohe Erwartungen und möglichst keine Forderungen. Er muß es selbst entscheiden können und wollen.
Seit meiner Therapie vor 2 1/2 Monaten lebe ich von meinem Mann getrennt. Aber wir treffen uns jetzt oft und können wunderbar miteinander reden, obwohl er die Scheidung eingereicht hat. (Aber das wird auch ein Entwicklungsprozeß entscheiden, ob es dabei bleibt) Ich lebe meinem Mann meine Trockenheit vor, wir reden über unsere Gefühle, warum ich mich gut fühle und immer besser und selbstbewußter, seit ich nicht trinke, und er sagt mir die Gründe, warum er es noch nicht akzeptieren will für sich, abstinent leben zu wollen, aber er merkt bereit immer öfter, daß er sich keinen Gefallen tut, wenn er wieder trinkt. Und ich bin schon über diese Entwicklung glücklich. Mein Mann hat das Gefühl, er kann für sich selbst entscheiden und ich habe das Gefühl, er muß sich selbst darüber klar werden, was er will. Das geht nicht von heute auf morgen.
Ich drücke Dir und Deinem Freund die Daumen, GEDULD, Karla, Du liebst ihn und achtest ihn, vergiß das nicht, er liebt Dich und Du bist nicht sein Aufpasser, auch wenn das schwer ist. Besser ist ehrlich reden zu können als zu mißtrauen, dann muß er Dir auch nichts vorspielen.
Lieben Gruß Leguan |
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| Leguan43 hat zum Thema: Re: wieviel druck machen? geschrieben
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karla neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 03.09.2006, 13:45 Titel: danke - und: |
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also, ersteinmal danke. das macht mir schon mut und bestätigt mich in meinem bisherigen verhalten, was du schreibst.
aber: gar nicht ansprechen? sollte er für sich entschieden haben, das er die therapie angeblich (!) nicht braucht, muss ich für mich ja auch konsequenzen ziehen. mh... ungeschickt ausgedrückt. ich versuchs nochmal:
ich muss auch wissen, wo ich stehe. und ich geh den weg mit, so lange ich kann. auch klitzekleine schritte sind schließlich schritte.
aber was, wenn er sich nun wieder vormacht, er bräuchte keine therapie? verstehst du: ich möchte nur wissen, was im moment da vor sich geht. denn ich muss ja auch mein leben leben. und wenn die perspektive ist, dass er so weiter machen will wie bisher, dann leider ohne ihn...
ich würd ihn schon gern fragen, wie der stand der dinge ist... |
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| karla hat zum Thema: danke - und: geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 03.09.2006, 13:50 Titel: Re: wieviel druck machen? |
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Hallo karla,
kein Druck machen, bedeutet ja nicht, dass Du Dich nach dem Stand der Dinge erkundigen kannst. Es soll ja eine Veränderung für Euch Beide sein.
Laß Dir doch einfach erklären, wie so ein Therapieantrag auzufüllen ist, was dort eventuell aus seiner Sicht passiert, was er dort erwartet und wie er sich seine Zukunft gedenkt.
Das alles aber ohne zeitlichen Rahmen. Also nicht "Wie weit bist Du jetzt mit dem Papierkram", sondern "Haben die viele Dinge über Dich wissen wollen" oder eben ähnliche Fragen, die das Gespräch darauf bringen. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: wieviel druck machen? geschrieben
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karla neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 03.09.2006, 13:55 Titel: das ist nicht das ding |
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so weit sind wir schon. sprich: er teilt das mit mir. gespräche mit dem suchtberater, die arztbesuche etc. ich bin schon immer "auf dem laufenden", um es mal bürokratisch zu formulieren..
die frage jetzt ist: hat er das ding innerlich gecancelt?
aber aus deiner antwort lese ich, dass du eine nachfrage, wie weit es gerade gediehen ist, schon okay wäre. richtig verstanden?
auch dir: danke! allein die tatsache, dass ich hie rgelesen und werde und versucht wird, mir zu raten, hilft sehr! |
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| karla hat zum Thema: das ist nicht das ding geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 03.09.2006, 13:57 Titel: Re: wieviel druck machen? |
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Hallo,
was macht er denn jetzt? Wartet er und trinkt? |
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| Karsten hat zum Thema: Re: wieviel druck machen? geschrieben
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karla neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 03.09.2006, 13:59 Titel: fast |
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| er arbeitet. und trinkt, ja. und eben dieses arbeiten ist teil der verdrängung. oder der pause...ich kann es ja eben nicht benennen, in welcher phase er gerade ist. |
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| karla hat zum Thema: fast geschrieben
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Leguan43 Gast
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Verfasst am: 03.09.2006, 14:00 Titel: Re: wieviel druck machen? |
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Hallo Karla,
ich verstehe Dich gut, Du willst wissen, was auf dich zukommt.
Das ging mir auch so und ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, logisch. Ich habe in den Gesprächen mit meinem Mann erkannt, daß er das für sich noch nicht annehmen kann. Ich wollte anerkennen, daß er ein eigenständiger Mensch ist und wir über alles reden wollen. Also mußte ich seine Argumente akzeptieren und ich konnte nur von mir selbst sprechen, was ich für mich wünsche. Somit stellte ich ihn nicht unter Druck aber er fand es selbst als erstrebenswert, sich ernsthaft mit der Thematik Abstinenz und nicht "kontrolliert trinken" auseinanderzusetzen, denn das "kontrolliert trinken" erfährt jeder Alkoholiker früher oder später, ist schon ein Teufelsspiel.
Ich denke, Du sollst ihm sagen, was Du Dir wünschst für euch beide. Nur die Gefahr des Vorwurfes und Kontrollierens ist groß. Jeder Mensch ist und reagiert auch anders, einer empfindet es als Aufmerksamkeit, wenn er bissl unter Druck gesetzt wird. Bei mir und meinem Mann erzeugt das allerdings das genaue Gegenteil, wir waren beide immer sture Individualisten. Das solltest Du für Dich erkennen, wo ein zuviel oder zu wenig der Aufmerksamkeit ist.
Beiuns beiden hilft das absolut ehrliche sprechen über unsere Gefühle, warum trinkt mein Mann, wann trinkt er, was fühlt er dabei und was fühlt er wenn er nichts trinkt. So lernten wir wieder Vertrauen zueinander aufbauen. So kann er mir auch seine Ängste vor der Abstinenz anvertrauen. Ich denke, das ist das Wichtigste, daß ihr voeneinder wißt, was der andere denkt und fühlt.
LG Leguan |
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| Leguan43 hat zum Thema: Re: wieviel druck machen? geschrieben
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