| Es geht bergauf! • Mein Bruder.... |
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Nachteule neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 21.08.2006 Beiträge: 3
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Verfasst am: 22.08.2006, 22:52 Titel: Danke für die nette Begrüßung |
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Hallo und vielen Dank für die netten Zeilen.
Möchte nun noch bisschen was über mich schreiben:
Hab schon seit meiner Jugendzeit Probleme mit dem Alkohol, nur wusste ich zu der Zeit noch nicht, dass ich Alkoholiker bin.
Hab nach der Schule Maurer gelernt, da war das saufen damals am Bau noch ganz normal. Bin aber schnell abgestürzt, nicht mehr zur Arbeit, die Miete hab ich aus dem Erlös von kleineren Diebstählen und Einbrüchen, die ich im Suff machte, bezahlt. Dann Festnahme und ein Jahr Jugendgefängnis waren die Folge. Danach hab ich ein geregeltes Leben geführt, Arbeit, nette Partnerin, hat alles gepasst, nur der Alkohol wurde wieder langsam zum Problem, allerdings war die Sauferei früher auch noch wenigstens manchmal lustig. Meine damalige Freundin hat das fast zehn Jahre mitgemacht und alles versucht, mir zu helfen, sie wollte auch nicht, dass ich gar nichts trinke, sondern einfach weniger. Sie fand es auch nicht so toll, wenn ein Mann in einer Kneipe Limonade trinkt...
Erst als meine Freundin sagte: jetzt ist Schluß, das mach ich nicht mehr mit und auszog, war ich bereit, was zu unternehmen. Bin dann in eine Selbsthilfegruppe, war ziemlich am Ende und hab es wirklich geschafft, 12 Jahre trocken zu bleiben. Es ging aber nur, weil ich den Kontakt zu allen Saufkumpanen abgebrochen hatte, aber ich wollte nicht mehr trinken, dieses Elend nicht mehr mitmachen.
Der Rückfall kam dann ganz harmlos bei einer Betriebsfeier, die Bedienung brachte als Begrüßung ein Tablett mit Sekt und drückte jedem ein Glas in die Hand. Ich war so überrascht, hab dann mit den anderen angestossen und von dem Glas genippt. Hatte anschliessend den Sekt an den Tisch mitgenommen, Spezi und Kaffe bestellt, aber auf den ganzen Abend verteilt auch den Sekt getrunken, weiss nicht warum.
Hatte nun Angst vor dem Rückfall, aber es passierte gar nichts, ein paar Tage ein schlechtes Gewissen, das hab ich aber verdrängt und der Vorfall war vergessen.
Erst einige Monate später, es war bei einer Weihnachtsfeier, da fiel mir der Sekt wieder ein und ich bestellte ein Glas Wein, weil damals ja auch nichts passiert ist. Es ging ebenfalls wieder gut und so dachte ich halt, ich hätte das jetzt im Griff, hab mich echt gefreut, fühlte mich wieder richtig zugehörig zu der Gesellschaft.
Es kam aber leider, wie es kommen musste, es wurde immer mehr und ich musste wieder trinken, es war vorbei mit der Kontrolle. Ein Absturz nach dem anderen, Entzug zu Hause, wieder Rückfall, das wiederholte sich ständig. Dann Suizidversuch mit Tabletten, klappte nicht, ein Alki hält das schon aus. Wollte wieder aufhören, hab aber den Entzug nicht mehr alleine geschafft, war einfach zu heftig.
Endstation Klapsmühle und dort Entzug gemacht, dann nach Hause, wollte alles wieder in Ordnung bringen, hatte mich ja fast ruiniert, aber so einfach war es nicht.
Hab es aber doch geschafft, hatte gar keine andere Wahl als trocken zu bleiben oder Elend zu sterben.
Nun ist das drei Jahre her, seit ein paar Wochen geh ich wieder zu AA, hab gemerkt, dass es auf Dauer alleine nicht geht, muss einfach was dafür tun, sonst vergesse ich, wie besch.. es mir ging.
Will einfach nicht mehr zurück zum Alkohol, dieses dahinvegetieren, dieser Zwang, saufen zu müssen, einfach grauenhaft, da war nichts lustiges mehr dabei.
So, nun hör ich auf zu schreiben, bin müde,
wünsch Euch allen, trocken zu bleiben.
Herzliche Grüße Ernst |
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| Nachteule hat zum Thema: Danke für die nette Begrüßung geschrieben
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 23.08.2006, 09:18 Titel: Hallo |
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Hallo Nachteule,
vielen Dank für deinen Bericht.
Er zeigt uns, noch nicht soo lange trockenen, wie wichtig es ist, das erste Glas stehen zu lassen und sich täglich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Niemals die Anfänge vergessen.
Gruß Annika |
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| Annika hat zum Thema: Hallo geschrieben
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sophia Gast
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Verfasst am: 23.08.2006, 10:24 Titel: Re: Danke für die nette Begrüßung |
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Hallo Ernst
und willkommen!
Du schreibst:
| Zitat: | | Nun ist das drei Jahre her, seit ein paar Wochen geh ich wieder zu AA, hab gemerkt, dass es auf Dauer alleine nicht geht, |
Da ich erst eine kurze Zeit ohne alkohol lebe (26.06.2006) und mich ständig mit dem Nichttrinken auseinandersetze interessiert es mich, warum du jetzt an diesem zeitpunkt eine AA aufsuchst?
Gab es einen konkreten Anlaß? Oder woran merkst Du, daß Du es alleine nicht schaffst???? Was gibt Dir die Gruppe?
Da ich selbst eine Gruppe besuche und das auch erst seit einigen Wochen und gestern wieder gemerkt habe, wie schwierig es ist, sich einzubringen - die anderen zu akzeptieren und bei sich zu bleiben und nicht wegzulaufen - würden mich Deine Erfahrungen sehr interessieren.
Sophia |
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| sophia hat zum Thema: Re: Danke für die nette Begrüßung geschrieben
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Nachteule neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 21.08.2006 Beiträge: 3
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Verfasst am: 23.08.2006, 22:18 Titel: Hallo Sophia |
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Danke für Dein Interesse.
Bin nach meiner Entlassung aus der Klinik vor gut drei Jahren schon paarmal in die Gruppe gegangen, hat mir aber nichts gebracht. Es war einfach nervig, zu hören, wie schön das trockene Leben doch ist und wie sich alles in der Familie wieder zum Besten gewendet hat.
Für mich war damals gar nichts schön und Familie habe ich auch keine, alles war Mist und ich am Boden.
Hab es dann auch in anderen SH-Gruppen versucht, war noch schlimmer.
Dann ließ ich das bleiben, hab mich eher zurückgezogen, wieder in die Arbeit gestürzt und mich mit anderen Dingen abgelenkt.
Vor einigen Wochen hat mir einer ein Bier angeboten und ich hab gemerkt, dass ich schon überlegen musste, ob ich Ja oder Nein sagen soll. Hab dann doch abgelehnt, aber das hat mir irgendwie Angst gemacht, hab gemerkt, dass ich langsam vergesse, wie dreckig es mir damals ging. Da ich alleine lebe und auch über Alkohol sonst mit niemand reden kann, bin ich wieder in die Gruppe. Bei der Hinfahrt ging es mir besch.., bei der Heimfahrt wieder gut, dachte mir, also hilft es doch.
Bei meiner ersten Trockenheit bin ich die ersten Jahre regelmässig in die Gruppe und das auch sehr gerne. Hab dann mit einer Betroffenen aus der Gruppe eine Beziehung angefangen, war eine tolle Zeit, wir hatten beide das gleiche Problem und verstanden uns sehr gut. Leider ging es nach etwa einem Jahr doch auseinander, wir hatten uns getrennt, aber in jeder Gruppe sahen wir uns wieder. Das tat mir einfach nicht gut und deshalb bin ich nicht mehr hingegangen.
Meine letzten Meetingbesuche haben mir einfach wieder das Gefühl gegeben, mit meiner Krankheit nicht alleine zu sein. Ich neige halt leider dazu, in meiner trockenen Zeit die "normale Gesellschaft" zu meiden und lebe deshalb eher zurückgezogen. Aber das Alleinsein ist auf Dauer auch nicht so gut, deshalb suche ich den Kontakt zu Gleichgesinnten.
Hab einfach Angst vor einem Rückfall, weiß ja, wie leicht es ist, das erste Glas zu trinken und wie verdammt schwer es ist, da wieder rauszukommen.
Herzliche Grüße Ernst |
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| Nachteule hat zum Thema: Hallo Sophia geschrieben
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sophia Gast
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Verfasst am: 24.08.2006, 09:07 Titel: Re: Danke für die nette Begrüßung |
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...Ich danke Dir für Deinen Beitrag Ernst. ER war sehr interessant für mich.
Genauso ist es, nicht vergessen, wie schwer es war, aus dieser Abhängigkeit auszusteigen.
Sich nicht wieder alles kaputt machen.Es steckt doch so viel Arbeit und Disziplin drin. So war es jedenfalls bei mir
Doch ich kann aus Deinen Zeilen nicht entnehmen, inwiefern Du Dein
Leben dahingehend lebst, Dich nicht mehr allein zu fühlen oder dem Leben
was Schönes abzugewinnen.
Vor diesem Problem stehe ich jetzt: Der Alkohol ist verschwunden und irgendwie steht mein Leben vor mir und ich kann es nicht richtig händeln.
Es geht sogar noch weiter. Worüber ich mich früher gefreut habe...ist jetzt nicht mehr möglich. Für mich ist das Leben jetzt nicht unbedingt Schöner.
Mein Leben war kurze Zeit danach intensiver als in meiner Zeit des Trinkens. Doch zur Zeit stelle ich mein Leben, so wie ich es geführt habe, in Frage.
Ich spüre genau, ich muß etwas grundlegendes verändern. Ob es die
Arbeit ist, die mich viele Jahre schon nicht mehr ausfüllt oder meine Beziehung oder oder oder....
Ich habe große Lust einen SCHNITT zu machen. Doch allein geht dies nicht, darum suche ich regelmäßig die Gruppe auf, schreibe und lese hier um auf dem Boden zu bleiben und um m ich regelmäßig auseinanderzusetzen.
Ich hoffe sehr, ich habe nicht zu viel von mir geschrieben und würde mich wirklich sehr freuen, mehr von Deinem Weg zu hören.
Sophia |
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| sophia hat zum Thema: Re: Danke für die nette Begrüßung geschrieben
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