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Ein und Überschätzung.

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Hartmut
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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 16:25    Titel: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

wenn ich lese das gerade frisch Trocken werdende, Risiken in einem trinkenden Umfeld einschätzen können, ist das wohl der Naivität der Krankheit gegenüber oder einem Wunsch überall dabei sein zu können, geschuldet. Bezieht sich jetzt nicht nur auf Florians Thread, das lese ich überall .

Deswegen bitte ich Euch auch keine Diskussionen hier in diesem Thread über irgendwelche Personen (außer meiner Person ) zu führen

Ich kann nur vorab die Risiken einschätzen, damit ich nicht vor Ort die Einschätzung vornehmen muss. Wer will denn in einem trinkenden Umfeld dann aufstehen und gehen ? Da herrscht Gruppendynamik, da spielt der Scham eine Rolle und vieles mehr.

Sprüche wie
Zitat:
„Wenn es zu viel wird kann ich ja gehen“ „Wenn die anfangen zu Saufen haue ich ab“ „Dort wird nur ganz wenig getrunken“ „Mir macht das nichts aus“ Mich triggert so was nicht „ Trinken ja nur begrenzt Wein , Bier und das macht doch nichts“
kann doch nur jemand behaupten der kein Problem mit Alkohol hat aber doch kein Alkoholiker. Ich konnte es zumindest ganz am Anfang in der sensiblen Phase nicht.

Würde mich freuen, wie es die „Frischen“ begründen und was da an Erfahrungen dagegen stehen.

Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Ein und Überschätzung. geschrieben
Vollwaise
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 17:12    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Hartmut,

so weit komme ich erst gar nicht, denn für mich sind Situationen, wo in einer Gruppe getrunken wird, derzeit No-Go-Areas. Dies liegt daran, dass ich mich da nicht sicher fühlen würde, mich der Geruch von Alk ankotzt und ich dann besoffene oder angetrunkene Typen extrem ekelig und abstoßend finde, wahrscheinlich, weil ich mich in ihnen sehe.

Der ganze Kontext in der Horde unter Männern zu saufen hat komplett seinen Reiz verloren und ist einer tiefen Abneigung gewichen. Saufen will ich eh nicht mehr, ob ich Männerhorden noch mal toll finde sei dahingestellt.

Ich finde Deine Frage interessant, aber den Kontext auch irgendwie blödsinnig, denn meiner Meinung nach kann keiner, egal wie lange trocken, 100% garantieren, dass er in einem solchen Umfeld trocken bleibt, denn dafür sind die Versuchungen und Zwänge, die sich aus der Situation ergeben, zu groß. Beziehe das Wort "blödsinnig" bitte nicht auf Dich oder die Frage, sondern vielmehr auf die vollkommen vermessene Einschätzung mancher Leute solchen Situationen gegenüber, wenn es dann richtig läuft gepaart mit grandioser Selbstüberschätzung, bei Frischlingen gefüttert von Anfangseuphorie, bei länger Trockenen durch Arglosigkeit.

Frisch Trockene können das aus mangelnder Erfahrung nicht, länger Trockene sind in der Gefahr, die Situation zu bagatellisieren und dann eben das eine Bier zu trinken. Und selbst dann, wenn die bei der ersten Situation nichts trinken, kann dann die Wachsamkeit beim zweiten Mal sinken, weil man sich einredet, dass es ja auch beim ersten Mal geklappt hat u.s.w. Kann auch drei oder viermal gutgehen... Auf Dauer aber sicher nicht....

Es ist egal, ob man 2 Monate oder 20 Jahre trocken ist, es gibt keinen Grund, sich der Gefahr auszusetzen, einen Rückfall zu bekommen.

Anderes Beispiel:
Ich bin 100% gegen Atomkraft. Die Chance, dass ein AKW hochgeht, ist extremst gering. Aber wenn, dann ist alles vorbei, Restrisiko, das uns den Rest gibt...
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Vollwaise hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben
Hartmut
Moderator
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Beiträge: 17386
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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 17:40    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom

Zitat:
Ich finde Deine Frage interessant, aber den Kontext auch irgendwie blödsinnig, denn meiner Meinung nach kann keiner, egal wie lange trocken, 100% garantieren, dass er in einem solchen Umfeld trocken bleibt
habe nichts davon geschrieben das es Langzeit Trockene es können.

oder beziehst du deine Interpretation auf das?
Zitat:
Ich konnte es zumindest ganz am Anfang in der sensiblen Phase nicht.

Wenn , ja ?

In der nassen Zeit war es normal mich mit Trinkenden Menschen zusammentun. Mir wurde es ja nicht gleich mit dem Wegstellen des Glases bewusst das dieses Gefahren waren.
Ich wusste nur das ich nichts mehr Saufen wollte.

Die ganzen fehlgesteuerten und sucht orientierten Abläufe des geschädigten Hirn konnte ich ja nicht ermessen. Am Anfang bist du näher am Glas. Je länger du trocken bist stellt sich, auch wenn nur gefühlt, eine gewisse Stabilität ein. Da kannst du es besser einschätzen.

Zitat:
die Situation zu bagatellisieren und dann eben das eine Bier zu trinken.
wenn du dich immer weiter mit deiner Krankheit beschäftigst, sie am Leben erhälst ohne sie zu leben, ist zwar Bagatellisierenmögli ch aber weitaus geringer als bei einem Frisch Trockenen. Es stellt sich auch in den Jahren eine ganz andere Lebensweise ein, die dich sicher schon im Vorfeld davon abhalten an solche Besäufnisse teil zu nehmen.

Vielleicht hast ja auch was anderes gemeint.

Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben
Mario B.
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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 17:57    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo

Hartmut hat Folgendes geschrieben:
Wer will denn in einem trinkenden Umfeld dann aufstehen und gehen ? Da herrscht Gruppendynamik, da spielt der Scham eine Rolle und vieles mehr.


Habe ich noch am Samstag gemacht. Ich war (bewusst) in einem trinkendem Umfeld, als die Trinkerei zu später Stunde Ueberhand nahm - in diesem Falle die Wahl eines Verdauungsschnaps/Likörs - habe ich mich verabschiedet und bin gegangen. Ohne Schamgefühle und ohne Zwang zur Gruppendynamik. Kann natürlich sein dass andere Alkoholiker in solch einer ähnlichen Situation eben Scham empfunden hätten oder einem Gruppenzwang nicht widerstehen hätten können, bei mir war das nicht der Fall. Ich kann da aber auch nur für mich sprechen, und da galt: Tun muss man eben auch tun.

Gruss,

Mario.
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Mario B. hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben
Hartmut
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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 18:15    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mario

Zitat:
Tun muss man eben auch tun.
wenn du es dann noch tun kannst. Es geht einmal gut , zweimal, dreimal und dann? Hat es für dich nur was mit Willen zu tun?

Meine Bewunderung hast du, nicht wegen dem nassen Umfeld, sondern das du es hier schreibst. Danke.

Zitat:
Habe ich noch am Samstag gemacht. Ich war (bewusst) in einem trinkendem Umfeld,
Wussten die das du Alkoholiker bist und gerade ganz am Anfang?
Ich würde mich fragen. Wer zwingt mich denn dahin zu gehen? Doch nur ich selbst. Was will ich dort wenn ich weiß das es eine Gefahr für mich ist? Mich beweisen? Noch dazu zu gehören? Habe ich keine Alternativen ?

Bin auf weitere Meldungen gespannt.

Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben
Ernest
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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 18:44    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Abend Hartmut

Es kommt darauf an, WO der Alkoholkranke früher gesoffen hat. Einem Gesellschaftssäufer ist eine solche Ansammlung in der trockenen Anfangsphase sicher nicht zu empfehlen. Aber Säufer wie ich, welche in den letzten Jahren alleine tranken, haben weniger Schwierigkeiten. Sicher nehme ich an keinen Saufpartys teil (nicht unbedingt für meinen Jahrgang geeignet Smilie) und meide Ansammlungen (Personalabend etc), aber ich treffe mich ab und zu privat und geschäftlich auch mit alkoholtrinkenden Menschen. Wohl bemerkt: keine Säufer. Und mich berührt dies überhaupt nicht, ob diese ihr Glas Wein zum Essen trinken.

Lieber Gruss
Ernest
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Ernest hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben
Vollwaise
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 19:01    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hartmut, ich empfinde es als keinerlei Verlust von Lebensqualität, dass ich nicht mehr mit den Jungs beim Fußball einen heben kann. Weder heute noch morgen noch in 10 Jahren wird mir das fehlen.

Es ist so, dass ich unterscheide zwischen Gefahren, in die ich mich bewusst und warum auch immer begebe(n) könnte und Gefahren, die sich aus dem Alltag ergeben (werden).

Letztere werde ich meistern dadurch, dass ich täglich den Gedanken festige, nicht mehr trinken zu wollen und deshalb auch nicht mehr zu müssen. Wird mit der Zeit immer besser und stärker, meine Stärke....
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Vollwaise hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben
Hartmut
Moderator
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BeitragVerfasst am: 09.02.2018, 19:13    Titel: Re: Ein und Überschätzung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ernest,

Zitat:
Es kommt darauf an, WO der Alkoholkranke früher gesoffen hat.
Nein, das ist egal. Ist ja kein anderer Alkohol in einen anderen Umfeld.
Ich sitze da auch nur eine Handbreit weg. Die Sinneseindrücke mögen da mit eine Rolle spielen aber bei aufkommenden Saufdruck ist das wurscht.

Es handelt sich nach wie vor um eine Sucht-Krankheit die nur auf Eis liegt. Hat ja seine Gründe warum man als Alkoholiker in der Nassen zeit es nicht kontrollieren konnte.

Zitat:
Hartmut, ich empfinde es als keinerlei Verlust von Lebensqualität, dass ich nicht mehr mit den Jungs beim Fußball einen heben kann. Weder heute noch morgen noch in 10 Jahren wird mir das fehlen.
Der erste Teil glaube ich dir der zweite ist reines Wunschdenken. Ich weiß heute auch nicht was ich in einem Jahr mache aber ich weiß, das ich heute alles dafür tun werde, das mein jetziger Zustand morgen bleibt.



Gruß Hartmut
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Hartmut hat zum Thema: Re: Ein und Überschätzung. geschrieben

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