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stirbt die Hoffnung zuletzt II   •    Ich will nicht mehr !!! Bitte helft mir !!!  
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Eilonwy
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 22:59    Titel: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
ich würd mir gern luft machen.
ich bin 42 und seit ich ungefähr 18 bin, hab ich immer wieder sehr viel getrunken, regelmäßig zwei, drei bier oder eine flasche wein, auf festen auch mal 6, 7 bier und manchmal hab ich gek...
vor ein paar jahren hab ich mal für zwei jahre aufgehört, ohne spürbare entzugserscheinungen. und danach hab ich das trinken eine zeitlang besser im griff gehabt. als ich arbeitslos wurde, war ich wieder bei einer flasche wein jeden abend, ohne genuß und mit schlechtem gewissen.
vor vier monaten hab ich mit dem rauchen und den trinken aufgehört und mir ging´s richtig super. ich hab viel meditiert, viel unternommen und hab gar nichts vermisst. so wurde ich leichtsinnig. "wenn das so easy is, kann ich´s ja mal wieder mal versuchen"... ich hab drei tage lang jeden abend getrunken, der wein hat scheußlich geschmeckt, aber wie ferngesteuert hab ich ihn runtergeschüttet. da hat´s endlich klick gemacht.:
ich werd nie wieder einen coolen umgang mit alkohol haben. jetzt will ich in eine gruppe. fühl mich zwar nicht körperlich, aber psychisch abhängig.
hab immer gedacht, alkoholiker sind ganz die harten jungs, aber jetzt muß ich mich selbst als alki sehn, sonst taps ich wieder rein in die falle.
Kann das Ganze jemand nachvollziehen? Freu mich echt über antwort.
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Eilonwy hat zum Thema: nüchterne erkenntnis geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 23:15    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und Willkommen Eilonwy,

die Erfahrung habe ich bei meinen Rükfällen auch gemacht. Nicht nur, dass es nichts mehr brachte, auch eckelte man sich vor sich selbst und trank umso mehr, um sich selbst nicht ertragen zu müssen.

Das hinterherrennen, nach den Anfängen des Alkoholkonsum, wo es mal geschmeckt hat und man ein Glas Bier oder Wein genießen konnte, habe ich lange Zeit gemacht.
Die Menge steigerte sich ins Unermeßliche, aber dieses Gefühl des Anfangs habe ich nie wieder erlebt.

Erst als ich kapituliert habe, erkannte ich, dass ich dies auch nicht mehr möchte.
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Karsten hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
Freund
Gast






BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 23:22    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin Eilonwy,

herzlich willkommen im Forum.
Es freut mich, dass du dich dazu entschieden hast, ein Leben nunmehr ohne Alkohol zu leben. Das wird ein entscheidender Schritt sein, den du da gehen willst.
Leider reicht es nicht, wie du selbst in der Vergangenheit erfahren musstest, nur zu sagen, ich trinke nicht mehr. Dein Suchtverhalten im Unterbewusstsein hat dich immer wieder dahin zurückgeführt, wo du her kamst, dich immer wieder eingeholt.
Es gehört auch etwas andere Arbeit an dir selbst dazu.

Du wirst auch hier im Forum viele Erfahrungen und Ratschläge erhalten können, die dich unterstützen werden.

Ich wünsche dir erst einmal viel Kraft,
bis demnächst …
Freund.
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Freund hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
0prozent
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 00:20    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Eilonwy hat Folgendes geschrieben:

hab immer gedacht, alkoholiker sind ganz die harten jungs, aber jetzt muß ich mich selbst als alki sehn, sonst taps ich wieder rein in die falle.
Kann das Ganze jemand nachvollziehen? Freu mich echt über antwort.


man muss kein 'harter' sein, ich habe auch vor mich hin getrunken mit einigen Pausen ohne einen Entzug durchstehen zu müssen. Es bleibt halt alles auf einer Linie: Arbeit, am Abend relaxed Bier trinken, Schlafen...das kann kein Leben sein, immer alles vor sich hinschieben, sei es Sport oder geistiger Fortschritt. Ich bin durchs 'relax´de saufen' stehengeblieben. Immer wieder wurde ich leichtsinnig und es ist ganz schön hart, das immer vor Augen zu haben.
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0prozent hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
Eilonwy
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 11:57    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

danke für eure antworten. es ist ganz schön wichtig, jetzt nicht allein zu sein.
Im Moment hab ich folgende überlegung:

-offenbar bin ich nicht körperlich abhängig vom alkohol, psychisch allerdings schon
- ich war starke raucherin und hab sicher schon ein dutzend versuche hinter mir, damit aufzuhören
- jetzt, wo ich weder rauche noch trinke, brauch ich ungefähr fünf-bis sechsmal am tag einen starken espresso
- ich mach mich psychisch immer sehr leicht abhängig von einem partner

fazit: ich glaube, ich habe ein allgemeines suchtproblem. wäre ich da nicht besser in einem suchtforum bzw. einer suchtgruppe aufgehoben?
was meint ihr dazu?
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Eilonwy hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 12:13    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Eilonwy,

nur weil Deine Entzugserscheinungen kaum oder gar nicht vorhanden waren, heißt das noch lange nicht, dass Du nicht auch körperlich vom Alkohol abhängig bist.

Außerdem sind Deine anderen Abhängigkeiten (Nikotin, Coffeein, Beziehung) wahrscheinlich Folgen der Alkoholabhänigkeit.

Jedenfalls bei mir war das so. Es hängt irgendwie alles miteinander zusammen, das wird Dir erst deutlich werden, wenn Du längere Zeit völlig absinent gelebt hast und über genug Grundlagenwissen über den Alkoholismus hast, sowie Dein Leben und Dein Trinkverhalten analysierst hast.

Konzentriere Dich auf die Alkoholabhängigkeit! Wenn Du diese in den Griff bekommen hast, wirst Du ganz leicht auch Deine anderen Abhängigkeiten in den Griff bekommen und die Entstehung durchschauen.

Die Punkte, die Du aufgezählt hast, treffen auf jeden Alkoholiker zu.

Du zweifelst bewußt oder unbewußt Deine vollständige Alkoholabhängigkeit an, indem Du Dir "nur" die psychische zugestehst, jedoch die körperliche infrage stellst. Selbst Dein Zugehörigkeitsgefühl zu anderen Alkoholikern ziehst Du in Zweifel.

Du bist auf den Weg, Dir selbst einen Rückfall zu bauen. Genau diese Gedanken sind der Vorläufer dafür.

Du bist Alkohilker(/in?)! Ohne wenn und aber. Schließe Deine Hintertürchen, die Dir die Option zum weitertrinken ermöglichen, und auch Du kannst es schaffen, zufrieden und glücklich trocken zu werden und zu bleiben.

lg
Teufelchen
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Teufelchen hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
eveline
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 04.08.2006
Beiträge: 543

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 12:32    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

es kann sein, dass Du zur Zeit das durchmachst, was Alle durchmachen, Achterbahn fahren, der Gefühle und Gedanken.

In welcher Gruppe, oder in welchem Forum Du Dich gut aufgehoben fühlst, entscheidest Du.

Hinsichtlich der Sucht, ist jeder Alkoholiker ja bereits süchtig, also auch für Alles Andere gefährdet.

Mein Rat an Dich, ist eine Suchtberatung aufzusuchen, da gibt es fachkundige Hilfe und Beratung.
Ich schreibe das im Hinblick auf die von Dir geschriebene Worte:

Zitat:
offenbar bin ich nicht körperlich abhängig vom alkohol, psychisch allerdings schon.
- ich mach mich psychisch immer sehr leicht abhängig von einem partner.



Vieleicht hast Du auch nur viele Ängste in Dir, bei denen Dir der Austausch helfen kann?

Liebe Grüsse
Eveline
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eveline hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
Eilonwy
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 12:58    Titel: Re: nüchterne erkenntnis Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo teufelchen,

harte worte aber ich glaub du hast recht.
ich möcht heut abend zu einer gruppe gehn. hab bloß schiss, dass ich mich abgestossen fühl.und angst davor, selbst so tief unten zu sein. dabei weiß ich doch, dass ich nur tief unten bin, wenn ich trinke. aber ich fühl mich so aufgelöst, als hätte mein selbstbild einen sprung bekommen.
ich muss dazusagen, ich bin sozialpädagogin und wollte eigentlich auf der anderen seite stehn. dazukommt auch, dass ich lange jahre manisch-depressiv war und öfters in der klinik war. jetzt fühl ich mich durch die therapie wieder einigermaßen stabil. doch mein therapeut hat mein alkoholproblem nie sehr ernst genommen. ich glaube niemand außer mir hat es erkannt.
vielleicht hab ich gar nicht so einen großen horror davor, nie wieder zu trinken. aber ich hätte das so gern aus überzeugung, nicht aus abhängigkeit getan. aber vielleicht ist das nicht das wesentliche.

ich freu mich sehr über eure antworten, ich will jetzt einfach nicht allein sein.
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Eilonwy hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben

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