| stirbt die Hoffnung zuletzt II • Ich will nicht mehr !!! Bitte helft mir !!! |
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Freund Gast
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Verfasst am: 21.08.2006, 13:02 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Moin Eilonwy,
da muss ich Teufelchen Recht geben, sie schreibt:
Du bist Alkoholiker(/in?)! Ohne wenn und aber. Schließe Deine Hintertürchen, die Dir die Option zum Weitertrinken ermöglichen, und auch Du kannst es schaffen, zufrieden und glücklich trocken zu werden und zu bleiben.
Ohne diese Erkenntnis, ohne diese Einsicht, dass du Alkoholiker/in bist, und dass du dein Leben dahin gehend verändern willst, nie wieder Alkohol zu trinken, wirst du weiter rum-eiern wie bisher.
Die Sucht und Abhängigkeit wird dich dann, vielleicht auch mit einigen Pausen, bis an das Ende deines Lebens begleiten.
Mache diesen ersten Schritt und bekenne dich deiner Alkoholsucht und gehe resolut den Weg der absoluten Trockenheit, alles andere ist Leid auf Raten.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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eveline aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 04.08.2006 Beiträge: 543
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Verfasst am: 21.08.2006, 13:11 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Hallo,
Du hast Ängste in Dir. Jetzt ist es raus. Du bist alkoholkrank, tief unten, allein und verzweifelt.
Das versteht hier Jeder. Es ging Niemanden anders.
Raus aus dem Schweigen, weg vom Saufen.
Auch wenn es Dir noch so schwer gefallen ist, Du hast den ersten Schritt gemacht.
Das ist ein guter Anfang. Alles ist besser als der Alkohol.
Du bist auf einem guten Weg und wünsch Dir ganz viel Kraft weiterzumachen.
Alle Liebe für Dich
Eveline |
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Teufelchen Gast
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Verfasst am: 21.08.2006, 13:37 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Hallo Eilonwy,
| Zitat: | | ich glaube niemand außer mir hat es erkannt |
Das kannst auch nur Du erkennen! Du allein weißt, dass Du Deinen Konsum nicht kontrollieren kannst.
Deine Gefühle und Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen, hatte ich doch damals ganz genau die gleichen. Wer hier eigentlich nicht!
Auch ich dachte, ich stehe auf der anderen Seite! Weit entfernt vom sozialen Abstieg, beruflich sehr erfolgreich und sogar aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit viel mit Suchtkranken zu tun gehabt und Seminare über den Umgang mit Suchtkranken besucht.
Ich habe mich sehr lange gesträubt, auf die vermeintlich andere Seite zu wechseln. Empfand das damals als persönliche Niederlage und meine Schuldgefühle wuchsen ins unermäßliche. Dabei verfügte ich doch über das theoretischen Wissen, das Alkoholismus eine Krankheit ist.
Diese Erkenntnis half mir aber wenigstens insofern, dass ich nicht zögerte, zu einem Arzt zu gehen und mich diesem anzuvertrauen. Ich hatte Glück und traf einen Arzt, der mich und meine Erkrankung sehr ernst nahm und mich auf den Weg schickte.
Entgiftung in einer Entzugsklinik! Ich war sehr überrascht, dass ich dorthin sollte, dachte ich doch auch, das wäre nur etwas für die harten Jungs, ich trink doch nur 1 bis 2 Flaschen Wein. Bin ich nicht nur leicht alkoholkrank?
Nein, es gibt kein leicht, mittel, schwer oder sehr schwer erkrankt. Es gibt nur ganz oder gar nicht. Diese Erkenntnis kam auch nicht plötzlich, sondern brauchte seine Zeit.
Ich war in der Entzugsklinik und hatte fast keine Entzugserscheinungen. War eine der wenigen, die nichteinmal Medikamente einnehmen mußte. Doch ich habe dort sehr viel gelernt über meine Erkrankung. Denn dort waren auch die "harten Jungs". Delir, Krampfanfälle sogar Korsakow-Syndrom habe ich dort bei anderen kennenlernen müssen. Alles großartige Menschen, wenn sie nüchtern wurden. Viele ehemals beruflich erfolgreich (ich traf dort u.a. Sozialpädagogen, Ärzte, Schauspieler, Architekten) und heute vor dem nichts stehend. Das hätte auch meine Zukunft sein können, nur ein paar Jahre später wahrscheinlich.
Schuldgefühle und Versagensängste, kaum bzw. gar kein Selbstbewußtsein gehören dazu, wenn man die ersten Schritte in ein trockenes Leben gehen will. Für mich waren das unter anderem die Dinge, die zu meinem persönlichen Tiefpunkt geführt haben.
Mach Nägel mit Köpfen und fang einfach an zu leben. Du weißt wahrscheinlich noch gar nicht, wie das gehen soll. Es geht. Ich erlebe es gerade.
lg
Teufelchen |
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| Teufelchen hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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Micha sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 4416
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Verfasst am: 21.08.2006, 14:11 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Hallo Eilonwy,
ich habe seit 10 Wochen keinen Alkohol zu mir genommen und habe vor 4 Wochen ganz zaghaft angefangen all' das zu realisieren, was meine Vorredner sagten über das Alkoholikersein.
Ich bin vielleicht nicht der Schnellste und spüre, wie ich erst am Anfang stehe und sich noch fast alles in mir streubt, all' dieses für mich anzunehmen.
Ich merke jetzt erst, wie die Schaniere meiner Hintertüren klemmen beim zumachen. Ich glaube ich hatte gedacht, dass da ein Tropfen Öl reichen würde um sie gängig zu machen und die Türen leicht schließen zu können.
Bei manchen ging das auch. Aber bei anderen muss ich die ganze Tür aus den Angeln heben und bearbeiten, bis der Jahrzehnte währende Rost abgeschliffen ist.
Und es gibt Türen, von denen ich gar nichts wusste.
Ie länger ich nichts getrunken hab, umso mehr wird mir bewusst, wie weit der Weg ist zum Trockensein. Und wie arbeitsreich.
Ich glaube man muss sehr entschlossen sein wenn man diesen Weg gehen will. Entschlossen und konsequent. Und man sollte die Arbeit an sich nicht scheuen und vor der Veränderung keine Angst haben oder den Mut, diese zu überwinden.
Wenn ich jetzt blöd wäre, würde ich sagen, dass das Forum mir viele Probleme erst gemacht hat und ich wäre leichter trocken geworden, wenn ich nicht hier wäre. Zum Glück bin ich das nicht und merke, dass ich die Probleme schon mitgebracht habe und ohne die Anregungen im Forum nie bemerkt hätte.
Und ich weiß, dass diese mir über kurz oder lang das Genick gebrochen hätten. Ganz sicher.
Ich bin zum ersten Mal gründlich ins Grübeln gekommen, als ich mich an dieser Umfrage beteiligt habe und den Anspruch hatte ehrlich mit mir zu sein: http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic2756.html
Es ist eine harte Auseinandersetzung zwischen mir und dem Alkohol. Endlich. Ich brenne darauf, ihm die Meinung zu geigen.
Ich wünsch' dir alles Gute auf deinem Weg ...
Micha |
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| Micha hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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Eilonwy neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 20.08.2006 Beiträge: 5
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Verfasst am: 21.08.2006, 18:57 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Hallo,
merkt ihr eigentlich, dass ihr mich total in die ecke drängt und darauf festnagelt, alkoholikerin zu sein?
ich hab den festen vorsatz, nie mehr zu trinken. ich möchte das einfach so stehn lassen. egal, wie andere das nennen.
selbst, wenn ihr mit eurer ferndiagnose recht hättet: ihr habt meiner meinung nach nicht das recht, andere in eure eigene schublade zu stecken.
eure diagnose hilft mir wenig, ich hätte mir verständnis erhofft.  |
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| Eilonwy hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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Teufelchen Gast
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Verfasst am: 21.08.2006, 19:17 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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| Zitat: | da hat´s endlich klick gemacht.:
ich werd nie wieder einen coolen umgang mit alkohol haben....
.... aber jetzt muß ich mich selbst als alki sehn, sonst taps ich wieder rein in die falle. |
Nur zur Erinnerung, das war Deine eigene Einschätzung!
| Zitat: | | Kann das Ganze jemand nachvollziehen? |
Klar doch! Wir sind schließlich Alkoholiker.
Alles Gute!
lg
Teufelchen |
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| Teufelchen hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 21.08.2006, 19:17 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Hallo Eilonwy,
jeder schreibt hier so, wie er Dich durch Deine Beiträge sieht und wie er es selbst erlebt hat.
Wofür erhoffst Du Dir Verständnis?
Die Alkoholsucht ist keine einfache Krankheit, die wieder geht, wenn man etwas wartet.
Es geht um Leben und Tod.
Ob man es nun Alkoholproblem nennt oder Alkoholiker, heißt doch nichts. Das sind Worte, die der Mensch eine Bedeutung zumisst.
Nach Deinen Beiträgen zu urteilen, trinks Du azs Deiner Sicht zu viel Alkohol und hast selbst ein schlechtes Gewissen, weil Du weißt, dass Du was Falsches machst.
Verständnis habe ich nur für Deine Gedanken, dass Du es erkannt hast und etwas daran ändern möchtest.
Du hast scheinbar gemerkt, dass man als alkoholkranker Mensch nicht unter der Brücke leben muß, um alkoholabhängig zu sein.
Schätze Dich glücklich, wenn Du diese Erkenntnis wirklich verinnerlicht hast. Wenn nicht, kann es sehr schnell gehen und der soziale Abstieg wird nicht lange auf sich warten.
Die meisten alkoholkranken Menschen leben nach außen hin ganz normal, haben noch Familie und Arbeit und sonst auch kaum Sorgen.
Sie wissen nur nicht, dass sie auf dem absteigenden Ast sitzen, weil sie eben glauben, dass der Alkoholiker dem oben beschriebenen Klischee entsprechen muß
Du hast hier nach Rat und Hife gefragt. Nicht jeder ist mit den ehrlichen und klaren Antworten einverstanden und möchte sie auch nicht hören.
Wir haben hier erkannt, dass es aber nur mit Offenheit und Ehrlichkeit, vor allem sich selbst gegenüber, geht.
Unterhaltung und Schulterklopfen haben keinen Erfolg, wenn man an sich und seiner Krankheit arbeiten möchte. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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Micha sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.07.2006 Beiträge: 4416
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Verfasst am: 21.08.2006, 19:25 Titel: Re: nüchterne erkenntnis |
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Ich denke nicht, dass hier jemand vorhatte dich zu stigmatisieren.
Aber was hast du gedacht, bekommst du in einem Alkoholikerforum zu hören wenn du schreibst:
| Zitat: | | ... hab ich immer wieder sehr viel getrunken, regelmäßig zwei, drei bier oder eine flasche wein, auf festen auch mal 6, 7 bier und manchmal hab ich gek... |
| Zitat: | | ... als ich arbeitslos wurde, war ich wieder bei einer flasche wein jeden abend, ohne genuß und mit schlechtem gewissen. |
| Zitat: | | ... ich hab drei tage lang jeden abend getrunken, der wein hat scheußlich geschmeckt, aber wie ferngesteuert hab ich ihn runtergeschüttet. |
| Zitat: | | ... ich werd nie wieder einen coolen umgang mit alkohol haben. jetzt will ich in eine gruppe. fühl mich zwar nicht körperlich, aber psychisch abhängig. |
| Zitat: | | .. aber jetzt muß ich mich selbst als alki sehn, sonst taps ich wieder rein in die falle. |
Du hast dich selbst so bezeichnet und du wirst selbst am besten wissen warum. Kein Mensch hat dich in diese Ecke gedrängt. Sei gewiss, dass hier gutmeinent gepostet wurde, um dir aus der Ecke heraus zuhelfen.
Micha |
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| Micha hat zum Thema: Re: nüchterne erkenntnis geschrieben
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