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Mein Freund, die Sucht und die Angst

 
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Wie ernsthaft sind Dinge, die im Rausch gesagt werde?   •    Er kaputt, ich mittlerweile auch. Was tun?  
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Trance
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Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 3
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BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 14:35    Titel: Mein Freund, die Sucht und die Angst Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi,

eigentlich hatte ich mich ehrlich gesagt nie so viele Gedanken über das Thema Alk gemacht, weder in meiner Teenie-Zeit noch bis vor einem Jahr. Alk stellte für mich nie ein Problem dar. Ich mag den Zustand des Rausches bzw. das Elend am nächsten Tag nicht, daher kommt das wohl. Ich kann nicht sagen ich trinke nichts, ich trinke ab und zu mal etwas wenn ich Lust habe sonst nicht. Für mich selbst stellt er keine Gefahr dar, doch für meinen Freund und meine Beziehung.

Als ich meinen Freund kennenlernte verriet er mir, daß er vor ein paar Monaten einen kalten Entzug gemacht hätte, ich bewunderte ihn für seine Stärke. Er erzählte mir im Laufe der Zeit von seinen Eskapaden. Unfall, Führerschein weg, Beamtenbeleidigung, Freunde beleidigt, Mutter gedemütigt usw. etlich von euch werden das kennen. Ich kannte sowas nicht. Ich freute mich über sein Vertrauen, seine Offenheit. Ich war so stolz auf ihn.

Ende Mai fing alles an, er war für ein paar Tage für mich nicht erreichbar. Tage später gestand er mir, er hätte getrunken. Ich weiß nicht mehr was ich fühlte, ich dachte okay, ein Ausrutscher, all der Streß, seine Probleme, er hat eine soziale Phobie und einen Kontrollzwang im Gesicht.

Okay, Thema abgehakt, alles ging weiter. Mitte Juni war er wieder unerreichbar, diesmal war er verschwunden, er lebt momentan im Haus seiner Mutter. Sie rief mich an und fragte ob er bei mir sei war er nicht. 5 Tage Horror, dann die Erleichterung er war wieder da.
Er erzählte mir später eine haarstreubende Geschichte, deren ich keinen Glauben schenkte. Ich wußte er hatte getrunken und so ging es weiter. Woche um Woche neue Eskapaden, neue Lügen. Er erfand immer irgendwelche dubiosen Geschichten, weil er sich nicht traute mir zu sagte, dass er getrunken hatte, weil er sich schämte. Mittlerweile tut er das nicht mehr, weil er weiß ich durchschaue ihn.

Vor 5 Wochen hat sein Therapeut ihm gesagt er müßte eine stationäre Therapie machen und ihm gesagt er könne nur dann weiter mit ihm arbeiten. Vor 2 Wochen sagte sein Psychiater er muß eine stationäre Therapie machen und gab ihm die Einweisung und die Adresse der Klinik. Er hat bereits alles arrangiert. Mein Freund will nicht weg, er sagt er schaffe das nicht und er will keine stat. Therapie mehr.

Doch seit Wochen nur Eskapaden, seine Firma hat ihm auch schon gesagt so könne es nicht weiter gehen, allerdings wissen sie nicht das er trinkt.

Er weigert sich, hat Angst seinem Chef zu sagen er müsse wegen seiner Alkoholsucht in eine Klinik, hat Angst davor was sie von ihm denken. ich muss sagen er war von Jan-April wegen einer Depression und seinem Zwang in einer Klinik. Die Firma stand da hinter ihm. Doch wenn er so weitermacht, ständig krank sein oder nicht erscheinen, dann verliert re ihn sowieso.

Er sagt es müsse einen anderen Weg geben, doch welchen? Wie will er das schaffen? Wie will er Zwang, Depression und Alkoholsucht in einer ambulanten Therapie bei der Suchtberatung schaffen? In die Selbsthilfegruppe traut er sich nicht, die ist im Ort wo er wohnt und es fehlt ihm der Mut. Er geht nicht mal mehr aus dem Haus ( sein Zwang ). Gestern kam es zur Diskussion, ich sagte ihm er müsse etwas tun, er wäre auf dme Weg mich zu verlieren, ich würde merken, wiei ich mich weiter von ihm entfernte. Er meinte er könne mich verstehen und ich sei zu wertvoll das er mir das zumuten könnte, er würde noch lange dauern bis er weg davon wäre und es würde mich kaputt machen, ich solle gehen und ihm seinem Schicksal überlassen.

Was soll ich tun, was kann ich tun? Danke für eure Hilfe.
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Trance hat zum Thema: Mein Freund, die Sucht und die Angst geschrieben
Karsten
Administrator
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BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 14:50    Titel: Re: Mein Freund, die Sucht und die Angst Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und Willkommen Trance,

auch wenn er es aus einer anderen Motivationslage heraus gesagt, dass Du ihm seinen Schicksal überlassen sollst, ist das genau das Richtige.

Er muß merken, dass Du ihn so nicht willst.
Er wollte zwar damit aber auf die Mitleileidstour raus, hat aber unbewußt das Richtige gesagt.

Du solltest an Dich und Dein Leben denken.
Es wird wirklich Jahre dauern, bis sich ein Alkoholiker eine stabile Nüchternheit aufgebaut hat und selbst dann ist die Gefahr eines Rückfalls nicht vorbei.

Da er ja lieber weiter trinken möchte und nicht den Mut hat, also es scheinbar noch nicht nötig hat, sich Hilfe zu suchen, wird es eher noch schlimmer werden.
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Karsten hat zum Thema: Re: Mein Freund, die Sucht und die Angst geschrieben
Trance
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Ortenau

BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 19:00    Titel: Trennung als einzigster Weg? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

vielen lieben Dank für deine Antwort.

Ist Trennung wirklich der einzigste Weg, soll ich bereits nach so kurzer Zeit kapitulieren, gibt es nicht eine Lösung die für uns beide akzeptabel ist?

Vernunft und Gefühle im ständigen Wechselbad. Ich bin kein Mensch der sich abwendet und vergißt, sich nur noch um sein eigenes Leben kümmert. Gibt es nicht eine Möglichkeit ihm begreiflich zu machen, daß seine Ärzte recht haben und eine stat. Therapie das Sinnvollste und Effektivste wäre?

Vielleicht bin ich ja naiv oder einfach noch zu verliebt um zu begreifen auf was ich mich da einlasse, aber noch habe ich Hoffnung, auch wenn ich gerade sehr verzweifelt bin.
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Trance hat zum Thema: Trennung als einzigster Weg? geschrieben
Karsten
Administrator
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BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 19:07    Titel: Re: Mein Freund, die Sucht und die Angst Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Trance,

wie willst Du denn jemanden helfen, der Deine Hilfe nicht möchte?

Er ist noch nicht so weit und hat sich dem Alkohol ergeben.
Du kannst natürlich mit Gesprächen oder auch mit Beiträgen aus dem Forum, die ihm seinen Werdegang verdeutlichen, zum Überlegen animieren.

Wenn er aber von sich aus nicht dazu bereit ist, kann man niemanden zur Nüchternheit zwingen.

Selbst unter Druck würde er nur solange nüchtern bleiben, wie der Druck besteht.

Der erste Schritt zur Nüchternheit ist seine Einsicht zur Notwendigkeit. Dann kannst Du ihm erst helfen.
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Karsten hat zum Thema: Re: Mein Freund, die Sucht und die Angst geschrieben

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