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Opfer oder Täter?

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kossi
neuer Teilnehmer


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Beiträge: 341
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Wohnort: südlich von münchen

BeitragVerfasst am: 03.12.2017, 16:18    Titel: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, in der Gruppe haben wir am Donnerstag diskutiert, waren wir Opfer oder Täter in unserer nassen Zeit.
Wir besprechen zur Zeit Abschiedsbriefe, alle auch ich sehen uns als Opfer, der Alkohol ein schlechter Freund. In einer Fortbildung, haben wir einen Brief zu lesen bekommen, in der der Schreiber sich zum Täter gemacht hat, indem er den Alkohol ausgenützt und immer mehr von ihm verlangte. Ein kleiner Auszug aus den Brief.

Ich hätte mir denken können, dass dies nicht gut gehen konnte. Irgendwie und irgendwann spürte ich das auch. Aber ich wollte nicht verzichten.

Heute freue ich mich darüber dass ich sie freigab. Denn letztlich profitiere ich davon wahrscheinlich sogar mehr als sie selbst, was irgendwie unglaublich ist.

Es wäre schön wenn wir darüber diskutieren könnten, für mich ist das sehr wichtig.

kossi
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kossi hat zum Thema: Opfer oder Täter? geschrieben
Hull
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 06.04.2017
Beiträge: 130
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 10:48    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen,

ich war immer der Täter.

Den Alkohol missbrauchte ich, um bei gesellschaftlichen Anlässen und Kontakten am Wochenende zur "Höchstform" aufzulaufen. Diese Höchstform war zu Beginn harmlos, unterhaltsam und kontrollierbar; zum Schluss waren es strafbare Handlungen, die mittelfristig mein oder das Leben anderer ruiniert hätte.

Dass es sich um Alkoholmissbrauch handelt, war mir von Anfang an bewusst. Alles geschah vorsätzlich und ohne Verantwortung.

Wenn ich heute auf einer Veranstaltung bin und besoffene Menschen sehe, die sich nicht über ihren Alkoholmissbrauch bewusst sind, spüre ich nur noch Verachtung.

Grüße
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Hull hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben
Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 27.06.2014
Beiträge: 3879
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 11:00    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hull,

wenn du von Verachtung sprichst, dann verneinst du also für dich, dass es sich bei Alkoholismus um eine Krankheit handelt?

Thalia
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Thalia1913 hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben
Hull
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 06.04.2017
Beiträge: 130
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 13:10    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Thalia1913 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Hull,

wenn du von Verachtung sprichst, dann verneinst du also für dich, dass es sich bei Alkoholismus um eine Krankheit handelt?

Thalia


Hallo Thalia,

interessanter Gedankengang. Winken

In meiner Welt ist Alkoholismus keine eigenständige Krankheit, sondern die fehlgeleitete Entwicklung aus einer Ausgangsbasis (biochemische Prozesse im Organismus), die uns erbbedingt mitgegeben und in der Kindheit stark geprägt wurde.

Die Verachtung bezieht sich dabei auf die Selbsttäuschung, bzw. den Fatalismus, den die meisten Menschen zur Rechtfertigung ihrer Niederlagen heranziehen. Wenn ein Mensch anfällig für den Alkohol ist, dann ist dies natürlich eine schlechte Ausgangsbasis, aber in keinem Falle eine Legitimation zur Resignation.

Grüße
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Hull hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben
Martin
Moderator
Moderator


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Anmeldungsdatum: 23.01.2007
Beiträge: 19741
Alter: 53
Wohnort: Hier im Vorstellungsbereich

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 15:20    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo kossi,

als 1. möchte ich dich bitten in Zukunft nichts mehr aus anderen Gruppen hier zu zitieren, schreibe es mit eigenen Worten Ausrufezeichen

Sinn der Gruppen ist es doch dass das Gesprochene/Geschriebene nicht nach außen getragen wird.

Ich sah/sehe mich weder als Täter noch als Opfer, ich war und bin Alkoholiker.

LG Martin
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Martin hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben
Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.07.2013
Beiträge: 3913
Alter: 56
Wohnort: Trocken seit 2001

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 15:57    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
als 1. möchte ich dich bitten in Zukunft nichts mehr aus anderen Gruppen hier zu zitieren, schreibe es mit eigenen Worten


Ich möchte mich dem anschließen.
Ich kenne es auch so aus meiner ehemaligen realen Gruppe,
das man sich mit dem Beitritt gleichzeitig verpflichtete, dort besprochenes nicht nach außen zu tragen.
Es ist also nicht okay, im www darüber zu schreiben.
Was in der Gruppe besprochen oder diskutiert wird, hat auch dort zu bleiben.

Zitat:
Es wäre schön wenn wir darüber diskutieren könnten, für mich ist das sehr wichtig.

Ich denke, ihr habt es bereits in der Gruppe diskutiert? Winken

Hull schrieb:
Zitat:
In meiner Welt ist Alkoholismus keine eigenständige Krankheit, sondern die fehlgeleitete Entwicklung aus einer Ausgangsbasis (biochemische Prozesse im Organismus),
die uns erbbedingt mitgegeben und in der Kindheit stark geprägt wurde.

Aha.
Mir zeigen Deine Ausführungen, das Du Deine Krankheit noch nicht als solche anerkennen kannst.
Das wäre ein Punkt für Deine Trockenheitsarbeit, an der Du meiner Meinung nach arbeiten könntest, wäre nämlich wichtig.

Ansonsten noch zur Info: Alkoholismus ist seit den 50 Jahre eine anerkannte Krankheit. Und das hat auch seine Gründe.

Zitat:
Wenn ich heute auf einer Veranstaltung bin und besoffene Menschen sehe, die sich nicht über ihren Alkoholmissbrauch bewusst sind, spüre ich nur noch Verachtung.


Zu solchen Aussagen fällt mir nur noch genau 1 Satz ein:
"Hochmut kommt vor dem Fall."

LG Sunshine
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Sunshine_33 hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben
Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.06.2014
Beiträge: 3879
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 16:04    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kossi,

vielleicht kannst du deine Frage nochmal ein bisschen genauer stellen bzw. ergänzend dazu erklären, was du darunter verstehst, wenn du sagst, du siehst dich als Opfer.

Und was ist wichtig für dich an dieser Unterscheidung?


Danke dir und Gruß

Thalia
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Thalia1913 hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben
Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.06.2014
Beiträge: 3879
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 04.12.2017, 16:26    Titel: Re: Opfer oder Täter? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo nochmal Kossi,

anschließend zu meinen Fragen an dich hier mal meine Gedanken zu dem Thema:

Opfer zu sein hat für mich gerne mal was mit „keine Verantwortung übernehmen“ zu tun.

Klar, ich empfinde mich auch mitunter als Opfer, aber mir ist auch bewusst, dass mich das nicht weiterbringt. Es hilft mir nichts, mich als Opfer einer Krankheit zu fühlen. Als Opfer mache ich mich abhängig (wieder!) von Dingen, die außerhalb meiner Verantwortung, auch außerhalb meiner Einflussnahme liegen.

Wenn ich einmal alkoholkrank bin, kann ich das nicht mehr ändern, nicht mehr rückgängig machen. Aber ich kann die Verantwortung jetzt übernehmen, wie ich heute mit meiner Erkrankung umgehe. Das ermöglicht mir Handlungsspielraum. Das gibt mir Freiheit, auch innerhalb der Abhängigkeitserkrankung. Ich möchte Täter sein in Bezug auf mein eigenes Leben, und nicht Opfer.

Grüße
Thalia
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Thalia1913 hat zum Thema: Re: Opfer oder Täter? geschrieben

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