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Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung

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VolarAthlete
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Anmeldungsdatum: 07.11.2017
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 08.11.2017, 16:43    Titel: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Community,

ich bin 24 Jahre alt und wollte mich hier gerne als Angehöriger registrieren. Meine Mutter befindet sich seit Jahren in einer aufbauenden "hausfraulichen" Alkoholsucht, die für sie und andere zunehmend mehr zum Problem wird. Sie meldet sich immer häufiger krank, ist impulsiv, verplant und zieht sich auch immer mehr zurück... Mittlerweile hat sie es erkannt und befindet sich aktuell in einer Entgiftung, nur weiß ich, dass es damit bei weitem nicht getan ist.

Ich wollte mich hier mal austauschen, wie man nach einer Entgiftung weitermacht und was man als Angehöriger tun kann. Es geht mir vorallem um die Frage, ob Alkohol komplett tabu sein sollte, oder es darum geht den Konsum einfach mehr zu kontrollieren. Ich finde es nämlich sehr schwer, den Härtegrad der Erkrankung bei meiner Mutter einzuschätzen, da vieles unter der Oberfläche geschieht. Man kann ihr den Konsum häufig nicht direkt nachweisen, aber jeder weiß, dass sie damit ein Problem hat.


Viele Grüße
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VolarAthlete hat zum Thema: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
Martin
Moderator
Moderator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.01.2007
Beiträge: 18984
Alter: 53
Wohnort: Hier im Vorstellungsbereich

BeitragVerfasst am: 08.11.2017, 19:30    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo VolarAthlete,

wenn deine Mutter süchtig ist hat sie den Punkt überschritten den Alkoholkonsum wieder zu kontrollieren.

Das bedeutet, wenn sie nach der Entgiftung wieder trinkt ist sie dort wo sie vorher war.

Es ist für deine Mutter bestimmmt schwer sich nach x Jahren ein Leben ohne Alkohol vorzustellen,

es ist aber sehr viel besser als mit Alkohol.

Ich konnte es mir auch nicht vorstellen, seit 14 Jahren weiss ich aber dass es so ist.

LG Martin
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Martin hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
VolarAthlete
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.11.2017
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 11:12    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

sie trinkt nicht zur Besinnungslosigkeit, aber deutlich über ein vertretbares Maß hinaus. Hier ein Glas Wein, dort ein Glas Wein. Meistens am Abend nach der Arbeit oder auf dem Weg nach Hause. Am Wochende bei einem Essen o.Ä. wird als erstes der Wein bestellt, dann am besten über das Essen verteilt so viel wie geht konsumiert. Zu Hause wird dann meistens die nächste Flasche geöffnet, auch vor dem Essen merkt man ihr teilweise schon an, dass sie angeduselt ist. Sie wird dann irgendwann unangenhem, laut, kann einem Gespräch nicht mehr folgen und wird sehr impulsiv.

Früher trank sie auch mit dem Argument, besser einschlafen zu können. Mittlerweile hängt sie da an Schlaftabletten, die nach meiner Einschätzung auch schon in einem grenzwertigen Maß genommen werden.

In seltenen Situationen trinkt sie auch mal Schnaps, aber das hält sie geheim. Als sie einmal krankgeschrieben war, hat sie sich an meinen Schnapsflaschen bedient, an denen der ein oder andere CL fehlte, das habe ich bemerkt. Kurzum trinkt sie definitiv über der Norm. Ich sehe vorallem das Problem, dass es sie auch viel allein tut. Allerdings ist es kein täglicher Konsum und wie sie manchmal drauf ist kriegt sie durch ihren Suff selber nicht mit, weshalb sie das lange lange Zeit alles halbsowild fand.

Leider ist sie allein, hat keinen Partner o.Ä. der ihr helfen, sie ablenken könnte. Deshalb wird es ihr sehr schwer fallen, auf das Gläschen Wein am Abend zu verzichten, was für sie seit Jahren dazugehört. Das Problem ist ja vllt auch nicht das Glässchen, sondern die, die auf das eine folgen. Und vorallem der Wochenendkonsum, der nochmal deutlich über das sonstige Tagesmaß hinausgeht. In der Entzugsklinik, in der sie jetzt momentan ist, ist sie einer der "harmlosen" Fälle. Und ich denke, genau das wird sie vielleicht auch ermutigen, weiterzumachen. Körperliche Erscheinungen scheint sie kaum/gar nicht zu haben, der seelische Entzug wird bei ihr aber vermutlich umso schwerer ausfallen. Ich sage mal, sie befindet sich in so einer Art Grauzone zwischen "gerade noch vertretbar" und "Vollsüchtig" und das macht es schwer damit den richtigen Umgang zu finden. Womöglich wird sie nicht gänzlich auf das Trinken verzichten wollen und meinen, dass ihr mit einem kontrollierten Konsum geholfen wäre....das ist meine Einschätzung und Vermutung bis jetzt....
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VolarAthlete hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
Honeymaker
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.01.2014
Beiträge: 129
Alter: 50
Wohnort: Großstadt

BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 15:46    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo VolarAthlete,
willkommen im Forum.

Irgendwie habe ich bei deinen Schreiben das Gefühl, dass du dir auch nicht so klar bist oder nicht so klar sein willst, wo deine Ma steht. Wenn jetzt also schon eine Entgiftung gelaufen ist und eine Entziehungskur bewilligt werden, dann bin ich mir sicher, hat deine Ma nicht nur ab und zu mal ein Glas zu viel getrunken. Sondern dann ist die Sache schon ernst.

Wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass der Arzt die Kur hoffentlich verantwortlich verordnet hat, dann ist deine Ma alkoholabhängig. Ich denke, es wäre hilfreich, wenn dann so wie es machbar ist eine Unterstützung der Familie geleistet wird. Und ein guter erster Schritt wäre dann, mit dem Bagatellisieren aufzuhören. Sie trinkt zum Beispiel kein "Gläschen" - sondern ein Glas oder vermutlich vielmehr eine Flasche. Und bei ihr wird es wichtig werden, erst gar nicht mehr das erste Glas zu trinken - von den anderen ganz zu schweigen.

Ihr könnt Ihr dabei helfen, wenn zum Beispiel Familienfeiern alkfrei gefeiert werden, oder wenn Ihr mit Eurer Ma Sachen unternehmt, bei denen nicht getrunken wird (Wanderung, Radtouren etc.). Sie wird jetzt lernen müssen, dass es ein schönes Leben ohne Alk gibt.

Letztendlich hängt es aber von Ihr selber ab, ob sie es schafft trockenzubleiben oder nicht.

Mit vielen Grüßen
HM
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Honeymaker hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
VolarAthlete
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.11.2017
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 19:54    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Also eine Kur macht sie nicht. Sie ist zwei Wochen zur Entgiftung da und hat im Anschluss daran ein Programm mit wöchentlichen Meetings und auch psychologischer Betreuung.

Das es den Härtegrad der Sucht bei meiner Mutter einzuschätzen sehr schwierig ist, stimmt vollkommen. Ihr Konsum ist sowohl von ihrer momentanen Verfassung als auch den gegebenen äußeren Umständen bestimmt. Täglich trinken tut sie nicht, aber schon mehrmals pro Woche und an den Wochenenden halt eigentlich immer. Sie hat sich hie und da schon ein paar echt heftige Dinge geleistet, aber ich sage mal noch nie ernsthaft Schaden angerichtet. Über die Jahre macht sie sich allerdings ihr Leben damit kaputt, weil ihre Gesundheit leidet, man es ihr ansieht und auch mittlerweile ihr Job in Gefahr gerät, weil sie immer launischer wird und sich ständig krankschreibt.


Ihr Umfeld, mich und die noch lebende Familie eingeschlossen, besteht aus keinen Alkis im Gegensatz zu gewissen Personen, die allerdings nicht mehr unter uns weilen. Familie gibt es, aber nicht viel. Zusammentreffen gibt es, aber nicht häufig. Dann wird zwar auch ab und an mal getrunken, aber das ist so der gesellschaftliche Durchschnitt, würde ich mal sagen. Die einzige die es überteibt ist dann halt meine Mutter. Aber mehr so in der Art, dass sie zwei Flaschen Wein in sich reinkippt und dann auf den Stuhl einpennt oder schon angeduselt irgendwo ankommt und total neben der Spur ist.

Ich verfolge diese Entwicklung halt schon seit einigen Jahren, merke aber das es zunehmend schlimmer wird. Noch lebe ich mit ihr zusammen, aber wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, was in absehbarer Zeit passiert, werde ich ausziehen und dann ist sie hier allein. Ich mache mir halt sorgen darum, wie es weiter geht. Erst recht wenn keiner mehr da ist, der es noch im Blick hat und der sie darauf anspricht.
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VolarAthlete hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
Martin
Moderator
Moderator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.01.2007
Beiträge: 18984
Alter: 53
Wohnort: Hier im Vorstellungsbereich

BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 20:29    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo VolarAthlete,

Zitat:
Ich mache mir halt sorgen darum, wie es weiter geht. Erst recht wenn keiner mehr da ist, der es noch im Blick hat und der sie darauf anspricht.


wenn deine Mutter trinken will ist es egal ob du da bist oder nicht.

Du kannst sie doch nicht 24 Std/Tag kontrollieren, außerdem ist sie erwachsen, wenn sie trinken will darf sie das.

Auch wenn es dir schwer fällt, kümmere dich mehr um dich, du gehst sonst koputt.

LG Martin
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Martin hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
VolarAthlete
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.11.2017
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 20:50    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Also ich habe mein eigenes Leben eigentlich ganz gut im Griff und bin weit davon entfernt an ihr kaputt zu gehen. Viel mehr macht es mich natürlich traurig zu sehen, was mit meiner Mutter geschieht, weshalb ich im Rahmen meiner Möglichkeiten probiere da zu helfen. Aktuell geht es mir ja lediglich darum einzuschätzen wo sie mit Ihrer "Sucht" liegt und wie man damit am besten umgeht. Auch will ich gewappnet für Gespräche sein, in denen sie mir natürlich sonst was erzählen kann, weshlab ich mich selber etwas schlau machen möchte Winken

Denn ich weiß, dass meine Mutter dazu neigt Dinge zu schönen und gerade wenn es um Alkohol geht, nicht ganz in der Realität lebt.
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VolarAthlete hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3374
Alter: 56
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 12.11.2017, 08:45    Titel: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Volar Athlete!
Aus eigener trauriger Erfahrung kann ich dir sagen, dass du überhaupt nichts machen kannst, was deiner Mutter im "Trockensein" hilft. Wenn sie es nicht einsieht, und sich ändert - für sich!!!, nicht für andere - , dann rennst du gegen Windmühlen, genau wie ich es so viele lange Jahre gemacht habe!
Mein Mann streute mir vor etlichen Jahren Sand in die Augen, stellte sich trocken, damit ich nicht gehe, und ich verbog mich nach allen Seiten in Bezug auf Alkoholfreiheit ringsum. Es gab so viele Diskussionen mit meiner Familie, Bekannten, Freunden , Kolleginnen .... weil es bei uns keinen Alk mehr gab, warum auch große Feiern ohne sein sollten.... Du kannst gern bei mir "Ganz am Anfang..." nachlesen. Ich habe leider sehr sehr lange alles mitgemacht. Es brachte aber nix, weil der Alk eben stärker war als sein Wille.
Ich kenne langjährige Trinker, die neben feuchtfröhlichen Feierleuten sitzen, und absolut keinen Drang zum Mitmachen haben. Vor denen habe ich einen Riesenrespekt!
LG Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Umgang mit Alkohol nach der Entgiftung geschrieben

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