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wie wird aus dem Wunsch ein Wille?

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Hull
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BeitragVerfasst am: 30.10.2017, 16:06    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Sobald ein zukünftiges Ziel (Wunsch) nicht mit den jetzigen Bemühungen (Alkoholmissbrauch) erreicht werden kann, muss etwas an der Disziplin (Wille) geändert werden oder das Ziel wird nicht erreicht.

Das kann nun Beruf, Familie, Gesundheit usw. betreffen. Wer natürlich kein Ziel hat, wird keinen (starken) Willen entwickeln können. Dies ist dann eher eine Art "Fernsteuerung", die im beruflichen, familiären und gesundheitlichen Rahmen von dir erwartet wird und der du gehorchst.
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Hull hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 5574
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BeitragVerfasst am: 30.10.2017, 16:20    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sausebraus,

Du meinst, ab wann ich wieder etwas selbst bestimmen konnte, also mit Hirn und Verstand, selbstständig und ohne von meinem Unterbewusstsein in eine andere Richtung gelenkt zu werden? Also, ab wann das aufhörte, dieses etwas tun müssen, was mir nicht gut tat und später dieses etwas tun müssen, damit ich nicht in altes Verhalten zurückfalle?

Wenn ich ein Leeregefühl habe, dann braucht der Körper etwas, damit das Gefühl weggeht. Wenn ich etwas Passendes habe, z. B. esse, geht das Gefühl weg, also dieses unbefriedigte Verhalten. Dieses Gefühl kann ja auch aus irgendeinem Grund, z. B. aus einem Verlustgefühl heraus entstehen = Partner weg, auf Vorrat essen, nicht schlafen können, ich brauche scheinbar Energie um länger durchzuhalten, eine hormonelle Unterversorgung, Fehlproduktion und -versorgung im Körper, usw. wenn Du das alles weißt, stell es ab und ändere etwas, dann klappt das schon.

Abhängigkeit von Alkohol, Drogen, Tabletten, Nikotin, Kohlenhydraten ist ja nicht normal, nicht angeboren. Da führt jahrelanger Missbrauch dazu. Der Organismus hat u. U. eine neue Orientierung und findet das alles für ganz OK, als normal. Saufdruck = beseitigen, egal wie. Fettzellen können sich genauso programmieren, dass ein adipöser Zustand zum Normalzustand wird.

Was denkst Du denn wie das wieder normal wird, wie etwas in seinen Ursprungszustand zurückfällt, nachdem es Jahrzehnte versaut und verändert wurde? Warum dauert das so lange und geht nicht mit Fingerschnipp?

Ein Schock kann bestimmt einiges bewirken, ein Notfall, ein Unfall, ein Rauswurf, ein A... -tritt, damit ist aber der Auslösezustand nicht verändert. Sobald Besserung eintritt, kommt der Speichelfluss, das Bedürfnis wieder und das Unterbewusstsein bleibt auf Dauer stärker als das bewusste Handeln.

Bei einem Schock wird Adrenalin ausgestoßen und Du kannst u. U. mit einer Verletzung weiterlaufen, irgendwann geht dann nichts mehr. Du wirst mit ziemlicher Sicherheit in altes Verhalten zurückfallen, also saufen, fressen oder sonst was, wenn die Dinge wieder so werden, wie sie einmal waren. Wegsperren z. B., ist ja auch nur eine Herauszögerung des Zustandes, keine wirkliche Veränderung.

Wenn Du also Dein „Wollen“ wieder haben willst, dann nur durch ändern. Jede kleine Veränderung ändert etwas. Wer weiß was daraus wird.

Die Auswirkungen des eigenen Missbrauchs waren Jahrzehnte nicht wichtig, warum nicht einfach gemacht und ohne zu hinterfragen geändert wird, bleibt mir auch ein Rätsel.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben
sausebraus
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 08.10.2017
Beiträge: 13
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BeitragVerfasst am: 30.10.2017, 19:06    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

kaltblut hat Folgendes geschrieben:
Jede kleine Veränderung ändert etwas.


Ich glaube ich war schonmal auf so einem Trip, als ich anfing solche Änderungen vorzunehmen und nach einiger Zeit bekam ich von außen Lob statt Kritik, dann bin ich wie auf einer Erfolgswelle ca 1.5 Jahre geritten und das Ziel war in greifbarer Nähe und dann verliess mich irgendwas und ich wurde rückfällig. Alles Erreichte war letztlich am A. Die daraus resultierende negative Energie war enorm, die eigene Verachtung, Resignation und Frust. Alle alten Verhaltensmuster sind zurück. Zurück auf Start.
Ich beneide Menschen schon etwas, die ehrgeizig sein können.

Naja, es muss ja auch noch ein paar "Faule Säcke" geben, die sich einfach nicht zusammenreissen können.
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sausebraus hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 5574
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Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 30.10.2017, 23:40    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sausebraus,

Trocken werden und sein hat weniger etwas mit faul sein oder verlorenem Willen zu tun. Es ist bestimmt vorteilhaft, wenn Du stark, eisern und mit festem Willen ausgestattet bist.

Wirst Du deshalb nicht krank, wenn die Grippe umgeht, führt das zu einem geregelten Stuhlgang, wenn Du verstopft bist oder kannst Du eine Schwangerschaft mit festem Willen verhindern? Sucht und Krankheit bedeuten, dass Du keinen direkten Einfluss hast, das Steuer ist abgegeben. Aber Du kannst die Basis schaffen, damit sich etwas ändert.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben
Iowa
sehr aktiver Teilnehmer



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Beiträge: 1474
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BeitragVerfasst am: 31.10.2017, 10:58    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sausebraus,

manche Tage wenn ich mit der S-Bahn zur Arbeit fahre, komme ich ab und an in Kontakt mit Menschen, die (noch) nach Alkohol riechen oder den letzten Ausdünstungen.

Ich sag mir manchmal, dass ich manche Tage früher so gerochen haben muss.

Es ist einer der Gründe, nie mehr trinken zu wollen. Einer von vielen Gründen. Alleine sich selber wieder riechen zu können bzw. klar zu werden für andere Sinne, ist es das wert.

Hast du denn, als du die 1,5 Jahre nicht getrunken hast, den Halt einer Selbsthilfegruppe gehabt? Was meinst du denn damit, "auf einer Erfolgswelle" geritten zu sein. Eine Selbsthilfegruppe, hier oder im realen Leben, fängt auch auf, wenn sich die Menschen in der Umgebung an den "neuen" alkoholfreien Menschen gewöhnt haben, die Bestätigungen allein nicht mehr tragen und es einen Einschnitt gibt, der einen wackeln lässt.

LG, Iowa
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Iowa hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben
Martin
Moderator
Moderator


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Anmeldungsdatum: 22.01.2007
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BeitragVerfasst am: 31.10.2017, 12:00    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sausebraus,

Zitat:
Alles Erreichte war letztlich am A. Die daraus resultierende negative Energie war enorm, die eigene Verachtung, Resignation und Frust. Alle alten Verhaltensmuster sind zurück. Zurück auf Start.
Ich beneide Menschen schon etwas, die ehrgeizig sein können.


ich finde dass man nach einem Rückfall nicht ganz bei Null anfäng, irgendwas hast du doch in den 1,5 Jahren richtig gemacht.

LG Martin
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Martin hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben
sausebraus
neuer Teilnehmer


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Beiträge: 13
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BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 07:28    Titel: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

ich möchte mich bedanken bei allen, die hier so nett geschrieben und ein paar sehr gute Gedanken und Anstöße
gepostet haben! Noch greife ich sehenden Auges zu meinem Suchtmittel aber vielleicht fällt der Groschen irgendwann und ich komme zur Besinnung.
Einen schönen Tag Euch allen !
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sausebraus hat zum Thema: Re: wie wird aus dem Wunsch ein Wille? geschrieben

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