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Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte

 
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Autor Nachricht
Eufemia
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 14.10.2017
Beiträge: 3
Alter: 18

BeitragVerfasst am: 14.10.2017, 22:44    Titel: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich bin Eufemia, 18 Jahre alt und meine Eltern sind Alkoholiker. Ich möchte das gerne mal alles niederschreiben und mich mit Personen austauschen, denen es ähnlich ergeht.

Meine Eltern, insbesondere meine Mutter, trinken seitdem ich denken kann. Natürlich habe ich das als kleines Kind nicht so begriffen wie heute aber es war schlimm. Ich habe immer das ständige Gezanke zwischen den Beiden mitbekommen, wobei es auch mehrmals zu Handgreiflichkeiten kam. Solche Situationen kamen meistens auch immer an Festen und Geburtstagen vor. Es verging eigentlich kein Tag, an dem mindestens einer von Beiden nicht getrunken hat. Als ich älter wurde habe ich natürlich begriffen, was die ständigen Streitereien und das komische Verhalten ausgelöst - Alkohol.

Das einzugestehen war mehr als schwer. Meine älteren Geschwister haben natürlich schon viel länger gewusst als ich, was los war - jedoch war es ihnen gleichgültig, da sie ganz anders mit der Situation umgingen bzw. immer noch umgehen als ich. Mein Vater war eigentlich immer recht umgänglich, wenn er getrunken hatte da er es relativ gut verträgt aber meine Mutter war bzw. ist einfach nicht auszuhalten wenn sie auch nur einen Schluck getrunken hat.

Ich habe meine Eltern von alleine nie auf den Alkoholkonsum angesprochen da ich es einfach nicht ertragen kann über dieses Thema zu sprechen. Seit der Trennung meiner Eltern, die größtenteils wegen dem Trinkverhalten meiner Mutter zustande kam, habe ich öfter mit meinem Vater darüber geredet. Ihn interessiert es jedoch nicht sonderlich, so wie schon die ganzen Jahre über. Ich lebe jetzt alleine mit meiner Mutter und bekomme ihr heimliches Trinken deswegen fast immer mit. Wie es bei meinem Vater mit dem Alkohol aussieht weiß ich nicht, da ich kaum noch Kontakt zu ihm habe.

Dass ich nicht Schuld an meiner Mutter ihrem Alkoholproblem bin ist mir bewusst aber ich komme einfach nicht darauf klar. Immer wenn ich mitbekomme, dass sie wieder heimlich in großen Schlücken aus ihrer Weinflasche trinkt würde ich sie am liebsten anschreien und fragen, warum sie uns und insbesondere mir das überhaupt antut. Es macht mich einfach nur krank mit ansehen zu müssen, dass sie immer mehr durch den Alkohol zerfällt - sowohl mental als auch körperlich. Meiner Familie ist es relativ egal, da sie sich ohnehin kaum um meine Mutter kümmert. Aber ich muss es Tag für Tag mit ansehen und das macht es besonders schwer für mich.

Sie trinkt phasenweise. Nicht jeden Tag, jedoch gerne mal drei bis vier Tage durchgehend. An Wochenenden oder freien Tagen fängt sie schon Morgens im ganz großen Stil an zu trinken, auch wenn sie im Laufe des Tages noch Einkäufe oder Ähnliches erledigen muss. Ihre Fahne riecht man dann schon aus fast zwei Metern Entfernung. Ich war schon am überlegen ob ich nicht einfach den Wein wegkippen soll, jedoch würde das nichts bringen da sie wieder schnell an Nachschub kommen würde.

Wenn ich jetzt so über die vergangenen Jahre nachdenke wird mir erst richtig bewusst, was der Alkoholkonsum meiner Eltern, insbesondere der meiner Mutter, eigentlich angerichtet hat. Am aller meisten vermisse ich ihre "klaren" Phasen, in denen sie wirklich mal 1-2 Wochen gar nichts getrunken hat. Ich würde ihr gerne helfen aber leider weiß ich, dass sie selbst nichts an ihrem Trinkverhalten ändern möchte und zwingen kann ich sie ja auch nicht.

Die einzige Frage die sich für mich stellt ist, wie ich weiterhin mit dem ganzen umgehen soll. So wie bisher kann es nicht weitergehen, das weiß ich. Jedoch habe ich in meinem persönlichen Umfeld niemanden, mit dem ich darüber reden kann.

Ich freue mich auf eure Antworten und bedanke mich bei bei allen, die sich Zeit genommen haben meinen Text durchzulesen.

Liebe Grüße, Eufemia
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Eufemia hat zum Thema: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte geschrieben
Ingrid2012
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 21.12.2011
Beiträge: 583

BeitragVerfasst am: 15.10.2017, 06:31    Titel: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Eufemia,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum, ich bin mir sicher, dass Du hier richtig bist. Du hast Dich jetzt im Vorstellungsbereich gemeldet, der allerdings nur von einem kleinen Teil -nicht dem gesamten WWW- gelesen werden kann. Und Du kannst momentan auch nur hier schreiben.

Martin, unser Moderator erledigt die Freischaltungen zur Zeit nur abends. Wenn er Dich dann frühestens heute abend freischaltet, wirst Du Dich auch mit anderen Betroffenen austauschen können, was oft eine ungeheure Erleichterung sein kann, wenn Du merkst, dass Du nicht alleine bist.

Bis dahin alles Gute, schöne Grüße Ingrid
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Ingrid2012 hat zum Thema: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte geschrieben
Ingrid2012
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 21.12.2011
Beiträge: 583

BeitragVerfasst am: 15.10.2017, 06:36    Titel: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Upps, ich habe gerade erst gemerkt, dass Du Dich zweimal vorgestellt hast, und Martin Dich bereits freigeschaltet hat. Dann hat sich das erübrigt, und Du kannst Dich jetzt ja bereits schon in den offenen Foren austauschen.
Ich wünsche Dir einen guten Austausch, schöne grüße Ingrid
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Ingrid2012 hat zum Thema: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte geschrieben
Fusselchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.10.2017
Beiträge: 7
Alter: 41
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 15.10.2017, 13:54    Titel: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Eufemia,

Was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor bei mir war es sehr ähnlich. Auch meine Mutter trank seit ich denken kann, auch bei ihr gab es immer diese Tage manchmal Wochen in denen sie nichts Trank, nach denen man sich sehnte wenn sie wieder ihre "schlechten Tage hatte".
Mein Vater war kein Alkoholiker, aber auch meine Eltern stritten häufig, bis mein Vater irgendwann auszog. Er hilt das trinken meiner Mutter einfach nicht mehr aus. Mein Bruder und ich blieben damals bei unserer Mutter, zum einen weil mein Vater ja arbeiten musste und keine Zeit für uns Kinder hatte, zum anderen weil wir bei unserer Mutter bleiben wollten.
Irgendwann hielt es auch mein Bruder nicht mehr aus und ging, so blieben nur noch meine Mutter und ich übrig. Ich hab es leider nie geschafft mich von ihr zu lösen. Ich hab weiterhin versucht ihr zu helfen, leider immer ohne Erfolg. Als ich mein 1. Kind bekam, setzte ich sie damit unter druck, sie durfte ihr Enkelkind nicht sehen wenn sie getrunken hatte, das half etwas und sie trank viel seltener, ganz aufgehört hat sie aber erst als sie nicht mehr allein Einkaufen gehen konnte und niemanden hatte der ihr Alkohol mitbrachte. Ich hab sie bis zu ihrem Tod bei uns zuhause gepflegt. Ich hätte mich vermutlich viel früher von ihr lösen müssen, aber da war immer der Gedanke, wer kümmert sich dann um meine Mama, sie hatte ja niemanden mehr ausser mir. Leider hatte auch ich niemanden zum Reden. Dieses Forum habe ich auch erst vor kurzem gefunden, es hat mir zumindest geholfen einiges über mich zu erfahren, warum ich bin wie ich bin. Einen Tip was du machen solltest kann ich dir leider nicht geben, aber versuch bitte, anders als ich, auch an dich selbst zu denken. Tu was dir gut tut, denn du bist auch wichtig. Sich hilfe suchen und Leute zum Reden und sei es nur hier anonym im internet ist auf jedenfall ein Schritt in die richtige Richtung.
Liebe Grüsse
Fusselchen
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Fusselchen hat zum Thema: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte geschrieben
Eufemia
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 14.10.2017
Beiträge: 3
Alter: 18

BeitragVerfasst am: 31.10.2017, 13:45    Titel: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Fusselchen,

erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort. Genau das ist mein Problem: ich weiß, dass ich in dieser Hinsicht eigentlich mehr an mich denken sollte aber dann rückt der Alkoholkonsum meiner Mutter wieder in den Vordergrund - was ist wenn sie sich nicht mehr alleine versorgen kann oder wenn ihr etwas passiert wenn ich nicht bei ihr bin?

Ich habe nun wieder besseren Kontakt zu meinem Vater und er meinte, dass die Trennung die beste Entscheidung war. Von sich aus ist er damals ja nicht gegangen, meine Mutter hat ihn raus geworfen, da er sie ja angeblich betrogen hat was nicht mal stimmt.

Das Gespräch mit ihm war sehr aufschlussreich, ich fange nun an die Dinge ganz anders zu sehen - auch aus seiner Sicht, nicht nur aus der Sicht von meiner Mutter. Leider habe ich viele Dinge erfahren, die ich nun zu verarbeiten habe aber kann ihn jetzt auf jeden Fall besser verstehen und warum jetzt alles so ist wie es eben ist.

Die einzige Lösung wäre ein Entzug aber den will sie ja nicht. Sie kann sich ja selbst nicht mal eingestehen, dass sie Alkoholikerin ist und will auch an ihrem Verhalten nichts ändern. Aus ihrer Sicht kann ja alles so weiter gehen wie es gerade ist.

Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen wie es weiter geht.

Liebe Grüße, Eufemia
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Eufemia hat zum Thema: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte geschrieben
Hull
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 06.04.2017
Beiträge: 62
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 01.11.2017, 10:58    Titel: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Dass die normalen Schutzmechanismen eines Kindes bereits in den frühesten Jahren durch die alkoholkranken Eltern beeinträchtigt oder missbraucht wurden, sollte dir bewusst sein. Welche Verantwortung besteht also deiner Mutter gegenüber?

In den letzten 18 Jahre hast du (unterbewusst) sicherlich mehr Verantwortung für deine Familie übernommen als sie selbst das jemals auch nur für sich selbst fertig gebracht hat.

Löse dich ab, so hart das klingen mag.
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Hull hat zum Thema: Re: Alkoholkranke Eltern - meine Geschichte geschrieben

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