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petra40
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 11:49    Titel: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr alle,

Mein Lebensgefährte ist Alkoholiker und weiß dies auch. In den vergangenen zwei Jahren haben wir verschiedenes versucht, um damit umzugehen:
eingeschränkter Alkoholkonsum
wir trinken beide nicht und wer zuerst anfängt hat verloren
Gezeter und Geschrei
Distanz
und zuletzt seit einem halben Jahr eine Paartherapie.
Dort wurde ihm sofort mitgeteilt, dass er aufhören muss. Hat er daraufhin auch gemacht.... für ungefähr 4 Monate. Wobei die Therapeutin hier nur von einer Trinkpause spricht. Anfang Juni fing er wieder an massiv zu trinken und zeigte zunehmend für mich unerträgliche Symptome wie:
Stimmungsschwankungen
Rückzug aus dem Famielenleben
Aggressivität
Gedächtnislücken
und er wurde immer egoistischer wobei er mir die Schuld am nicht funktionieren der Beziehung, wie er sie sich vorstellt gab.
In der letzen Sitzung vor zwei Wochen habe ich ihm ein Ultimatum gestellt: Er sucht sich professionelle Hilfe und löst das Thema Sucht oder ich werde mich trennen. Ferner setze ich die Paartherapie aus.
Gestern hatten wir ein erneutes Gespräch, in dem offensichtlich wurde, dass er mir schlichtweg nicht geglaubt hat. So hat er sich übrigens auch in diesen zwei Wochen verhalten. Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt, von Schmeicheleien bis zu Schuldzuweisungen hatten wir das ganze Programm.
Er hat sich ziemlich in die Ecke gedrängt gefühlt.
Wir haben das gestern in der Sitzung herausgearbeitet, es sei das Beste sich zu trennen und ich habe dann auch gleich die weiteren Schritte konkret besprechen wollen:
Wer behält das Haus,
wer schläft wo,
und so weiter.
Gestern abend suchte er von sich aus dann das Gespräch und willigte in eine Therapie ein. Er hat dann auch gleich mal nichts getrunken.
Ihm schwebt wohl eine Selbsthilfegruppe vor, wobei ich denke, dass andere Methoden für ihn wohl besser sind. Hab ich aber nicht geäußert, sondern hoffe, dass er in so einer Gruppe diese Erkenntnis irgendwie selber hat.

Über Infos wie eine solche Gruppe funktioniert und ob meine Hoffungen berechtigt sind wäre ich wirklich dankbar.

Petra
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petra40 hat zum Thema: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 12:03    Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und Willkommen Petra,

eigentlich reicht nach der körperlichen Entgiftung für manche Betroffene auch eine SHG oder anderer Kontakt mit trockenen Alkoholikern.

Allerdings werde ich immer vorsichtig, wenn jemand nach einem Gespräch sofort bereit ist, sich so einer SHG anzuschließen.

Da ihr ja schon länger an einer dauerhaften Lösung arbeitet, könnte das auch nur ein kleines Entgegenkommen von ihm sein, um nicht zu einer Therapie oder anderer stationärer Einrichtung zu müssen.
Alkoholiker sind da sehr clever, wenn es darum geht, wie sie ihre Sucht verlängern können, ohne alle anderen Annehmlickeiten, wie Familie und Partner, aufgeben zu müssen.
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Karsten hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben
petra40
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 12:17    Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

Vielen Dank für Deine Antwort und Dein Willkommen.

Du hast vollkommen recht, er sucht nach einer Möglichkeit alles behalten zu können. Ich habe zwar keine Ahnung warum, aber er möchte sich auf keinen Fall einer Therpie unterziehen.
Nur die Ernsthaftigkeit meiner Trennungsabsicht hat ihn veranlasst, diese SHG in Erwägung zu ziehen.
Meine Hoffung geht dahin, dass er dort vielleicht mit Hilfe anderer Teilnehmer die Einsicht gewinnt, dass er tatsächlich eine Therpie braucht.

Petra
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petra40 hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben
webby
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 18.05.2006
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Alter: 39
Wohnort: Lüneburger Heide

BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 12:46    Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo petra..

auch von mir erstmal ein herzliches willkommen hier...

ich schreib dir mal kurz aus meiner geschichte - klingt nämlich wie deine..

es ist nun 4 1/2 jahre her - da hatte ich mich von meinem partner, nach meinem auszug, dann doch entgültig getrennt, weil er statt sich hilfe zu holen nur bessere möglichkeiten der vertuschung gesucht hat...nach ca. 2 wochen trennung und kontaktsperre stand er unter tränen vor mir, erklärte mir er hätte sein letztes bier weggekippt und war auch bei der suchtberatung und schon das erste mal zur SHG und er ginge da jetzt auch weiterhin hin. er kam mit interessanten weisheiten über die giftigkeit und die schäden des gevatter alkohol..das war jetzt ironisch-weil er diese weisheiten mittlerweile alle wieder abstreitet...
das ganze hielt damals ein jahr lang an, wobei es für einen alkoholiker absolut kein problem ist eine trinkpause von einem jahr einzulegen Winken , darauf wurden wir in der SHG auch mehrmals hingewiesen...dieses eine jahr ohne alk war soooooo schön-er hat mich überzeugt -ich habe ihm wieder vertraut...keiner von uns hat noch auf irgendwelche alarmglocken gehört...der alk war weg und gut... Weinen ich habe für mich als CO nichts getan und er hat keine sekunde einen gedanken an therapie verschwendet, obwohl mehrmals von der SHG dazu geraten wurde - aber es ging ihm/uns doch gut...wozu therapie?... 1 jahr...
mittlerweile stecken wir wieder mitten drin bzw ER... ich tue nun endlich was für MICH-ich habe mich in bewegung gesetzt in richtung MEIN LEBEN... er wird zwar nachdenklich, aber will anscheinend weitertrinken...

was ich sagen wollte ist: auch wenn er es jetzt schafft mit der SHG, dann ist das nur ein erster schritt, laßt euch da nicht von euphorie treiben und banalisieren... nur weil der alk weg ist ist dein mann noch lange nicht trocken und ich wünsche euch das ihr trotz der ersten schönen erlebnisse ohne alk nie vergeßt weiter an EUCH zu arbeiten - jeder für sich !!

Ich wünsche dir ud deinem mann viel kraft

LG Kathrin
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webby hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben
petra40
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 13:00    Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kathrin,

Vielen lieben Dank für Deine Antwort.

Deine Situation während der Trinkpause Deines Mannes kenn ich sehr wohl aus den Trinkpausen des meinen. Und ich habe entsprechend Angst davor.
Für mich habe ich erkannt, dass ich a. meine Bedürfnisse klar formulieren und auch durchsetzen muss und b. hängt damit zusammen, mich nicht ständig um ihn drehen darf und versuchen es ihm recht zu machen.

Du schreibst, Du habest Dich nicht um Deine Co-Abhängigkeit gekümmert während der Trinkpause. Was denkst Du, hast du versäumt und würdest Du jetzt anders machen?
Ich habe nämlich davor Angst, mich zu verlieren und möchte natürlich auch mein Verhalten so ändern, dass ich ihn möglichst unterstützte ohne seine Sucht zu unterstützen.

Liebe Grüße

Petra
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petra40 hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben
webby
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.05.2006
Beiträge: 133
Alter: 39
Wohnort: Lüneburger Heide

BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 13:43    Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo petra..

hm..gute frage...

ich sehe Co-abhängigkeit nur zweitrangig verbunden mit der sucht des partners...ich denke das co-abhänigigkeit eine krankheit für sich ist...

ich mache mein glück abhängig von dem der anderen bzw. wie ich anderen gefalle oder gut tue..daraus sauge ich meine kraft...gefalle ich nicht - geht es mir schlecht...ich habe mich als person, die sich selbst etwas wert ist sehr lange zeit nicht ernst genommen...
so habe ich auch in dem einen jahr sehr schnell wieder meine interessen den UNSRIGEN hinten angestellt...und wenn ich zu entscheiden hatte mein hobby gegen einen termin wo ER mich gern dabeihatte dann war natürlich mein hobby unwichtig...so zog sich das durch mein komplettes handeln...ich kann das schwer erklären..aber das sind alt angelernte verhaltensmuster..schon als kind hab ich gelernt nicht egoistisch zu sein und erst zu gucken obs meiner familie gut geht und dann darf ich mir gutes tun...
ich habe meine grenzen nicht erkannt, nicht gesetzt und schon gar nicht verteidigt... ABGRENZEN... da hab ich z.t. heute noch arge probleme MICH ernst zu nehmen und an erste stelle zu stellen in meinem leben

so drehte sich in dem einen jahr recht bald alles nur noch um das große UNS... und für dieses UNS habe ich wenns sein mußte auch aufgaben übernommen die nicht in mein gebiet fielen...alles für sie harmonie ... ich habe seine probleme zu meinen gemacht..habe für meine keine zeit mehr gehabt..und habe ihm die verantwortung abgenommen für sich selbst zu sorgen und auf sich zu achten...

aber wie gesagt meine co-abhängigkeit ist für mich nur zweitgradig abhängig vom alkoholismus meines partner... ich will sagen, das hätte damals den rückfall wahrscheinlich nicht verhindern können, wenn ich mehr für mich gesorgt hätte statt für UNS (ein kampf gegen windmühlen Winken )
ABER ich denke ...der rückfall hätte mich nicht so schwer treffen können- ich hätte diesen vorfall nicht als persönliche niederlage ansehn müssen und wahrscheinlich viel eher ganz anders darauf reagieren können, anstatt ihn durch meine sinnlosen versuche ihn zur vernunft zu bringen und meine späteren vorwürfe erneut noch tiefer in sein "loch" zu schuppsen und mich auch - denn jeder meiner gescheiterten versuche einer rettung war/ist für mich eine persönliche niederlage... ich muß die situation "kontrollieren" um das problem lösen zu können (was nichtmal meins ist)...das kann auf dauer keiner aushalten...weder ich selber noch mein partner Winken

ich hoff das war verständlich ... LG Kathrin
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webby hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben
petra40
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 18.08.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 08:46    Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Kathrin,

Vielen Dank, vor allem für Deine Offenheit. Was Du schreibst, spricht mir aus der Seele! Da scheinen wir ein ähnliches Problem zu haben. Nachdem ich das WE Zeit hatte, über Deine Worte nachzudenken, habe ich beschlossen, in der Tat mehr für mich zu tun (soviel zu den guten Vorsätzen).
Wir leben im Moment getrennt im Haus und er kommt damit gar nicht klar. die Reaktion zieht sich von Tränen bis zur Wut. Gestern habe ich ihm mitgeteilt, dass ich eben auch ein Thema habe und ich es sinnvoll fände, wenn er sein Thema -die Sucht - "löst" und ich mich um mein Thema kümmer. Dann müssten wir einfach schauen ob und wie wir zusammenleben können und ob es für uns eine neu definierte Partnerschaft geben kann. So weit zur Theorie.....

LG Petra
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petra40 hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier. geschrieben

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