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Am Anfang eines langen Weges

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Marie86
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.12.2016
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 01:07    Titel: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Tag alle hier zusammen Smilie

Durch erfreulichen Zufall bin ich auf das Forum gestoßen und möchte mich nun gerne Vorstellen:

mein Name ist Marie und ich bin Anfang 30.
Ich habe ein Alkoholproblem.
Das erste Mal trank ich mit 15 Jahren Alkohol und es endete gleich in einem Vollrausch. Zwar habe ich nicht mehr soviel wie an diesem Abend getrunken, aber ich war oft genug ziemlich hinüber.
Mein Hirn wurde durch einen sehr schweren unverschuldeten Unfall vor Jahren sehr verletzt (Schädel Hirn Trauma mit 15 tägigem Koma) und Neurologen rieten mir bereits "damals" in der Reha, auf Alkohol zu verzichten, da ich es nicht verkrafte.

Dennoch konnte ich nach meiner Reha nicht darauf verzichten.
Bereits 3 Mal war ich in stationärem Aufenthalt, um von Alkohol entwöhnt zu werden. Ich versuchte leider auch 3 Mal, (unerfolgreich, ich wurde immer gefunden, oder hab doch in Todesangst den Rettungswagen gerufen) mir das Leben zu nehmen. Jedes Mal -natürlich- betrunken.

Im Juli kam ich das letzte Mal nach drei Monaten aus der Psychiatrie und habe meine Suchterkrankung nicht mehr achtsam im Auge gehabt. Ich fing recht schnell wieder an zu trinken, am Liebsten alleine, so 2-3 Flaschen Wein durften es schon sein. Natürlich ging danach nichts mehr, aber das habe ich bewusst evoziert. Ich wollte diesen Absturz.

Vor vier Wochen habe ich mich einer Suchtberatungsgruppe angeschlossen und bin bereits seit einem halben Jahr in Einzeltherapie.

Seit neun Tagen lebe ich abstinent. Es ist noch nicht viel, aber für mich war und ist es das. Die ersten Tage waren (psychisch) schlimm. Zum Glück habe ich (noch) keinen körperlichen Entzug gehabt.

Weil ich nicht täglich und nicht tagsüber getrunken habe, war ich recht unauffällig

Den eigentlichen Auslöser für mein Umdenken, es nun wirklich ernst zu nehmen, ehrlich zu mir und meinem Umfeld zu sein, hat ein Weihnachtsmarktbesuch gegeben. Ich habe alte Freunde wiedergetroffen (durch Zufall), die nichts von meiner Sucht wissen und hab mir soviel reingeschüttet, dass ich nur-dank eines Freundes- unbeschadet mit dem Taxi wieder heimgekommen bin.

Von dem Abend weiß ich nichts mehr.

Ich habe mich nun meinen Freunden offenbart und mein Alkoholproblem zugegeben. Das war ein wichtiger Schritt für mich. Wahrscheinlich haben sie es sowieso gewusst und nur darauf gewartet, dass ich es endlich selbst ausspreche.

Der Kontrollverlust, die Erinnerungslücken, das schlechte Gewissen, der Kater, die Planlosigkeit...diese Autoaggressivität..
all das möchte ich nicht mehr. Ich habe ein ganz schlechtes Bild von mir abgegeben und bin ansich ein kompetenter, offener, kognitiv wacher Mensch und keine Schnapsdrossel, die mit ihrem Leben nicht klarkommt.

Die Selbsthilfegruppe ist ein Segen und ich fühle mich nicht mehr so dämlich mit meiner Sucht.

Auch bin ich froh, wenigstens die ersten neun Tage geschafft zu haben und dass es Foren wie dieses gibt.

Soviel zu mir Smilie

ich freue mich auf den Austausch!

Ah, was ich noch erwähnen möchte: das AA-Ding "für die nächsten 24 h" und "das erste Glas stehenlassen" hat mir weitergeholfen. So simpel es erscheinen mag, aber es hat mich rausgerissen.

Euch allen viel Kraft und vorweihnachtliche Grüße

Marie Smilie Smilie Smilie Smilie
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Marie86 hat zum Thema: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.06.2014
Beiträge: 3558
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 11:59    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Marie,

willkommen, schön, dass du hier bist. Der Austausch hier kann eine sehr gutes und hilfreiches Element deiner Trockenheitsarbeit sein.

Ich finde es klasse und mutig, dass du dich deinen Freunden gegenüber geöffnet und deine Alkoholkrankheit angesprochen hast. Diese Ehrlichkeit zu erreichen war für mich einer der schwierigsten Schritte. Aber es ist sehr sehr hilfreich, für die Seele, und auch fürs Trockenbleiben.

Apropos Trockenbleiben: Hast du ein alkoholfreies Zuhause? Hast du sonst noch Dinge geändert?
Ich verlinke dir mal unsere Grundbausteine:
http://www.forum-alkoholiker.de/grundbausteine-der-nuechternheit.php

Ich wünsche dir hilfreiches Lesen und Schreiben hier!

Viele Grüße
Thalia
(Eher im geschlossenen Bereich aktiv)
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Thalia1913 hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Marie86
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.12.2016
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 12:16    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für das Willkommen-heißen, lb. Thalia!

Die Grundbausteine sind echt hilfreich, danke für den Link.

Hier bei mir daheim gibt es keinen Alkohol.
Allerdings war mir bis zu meinem Entschluss, keinen Alkohol mehr zu trinken, kein Weg zu weit, um mir Alkohol zu besorgen. Das kennen wahrscheinlich alle hier.

Mich meinen Freunden zu offenbaren, war für mich ein wichtiger und heilsamer Schritt. Es ist ein zusätzliches Schutzschild für mich.

Ich habe gesehen, dass der Titel "Tausend Mal probiert..." bereits existiert. Soll ich den Titel ändern?

Liebe Grüße Smilie

P.S. Heute ist mein 10. Tag Smilie
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Marie86 hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.06.2014
Beiträge: 3558
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 12:48    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Marie,

Die Frage nach dem Threadtitel beantwortet dir am besten der Eigner des anderen Threads. Der übrigens sehr lesenswert ist. Winken

Glückwunsch zu zehn Tagen. Smilie

Hast du dir einen Notfallkoffer zugelegt für den Fall, dass Suchtdruck auftreten könnte?

In welchen Situationen bist du früher rückfällig geworden, und was kannst du verändern, um vorzubeugen?

Viele Grüße
Thalia
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Thalia1913 hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Calida78
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.07.2015
Beiträge: 1800
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 14:25    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Marie!
Herzlich willkommen im Forum!
Das 24-Stunden-Denken hat mir am Anfang auch geholfen. Ich hab mir gesagt: Mach so einen Tag nach dem anderen und habe Geduld. Es dauert ein bisschen, bis sich Grundlegendes verändern kann.
Den Notfallkoffer würde ich Dir auch empfehlen.
'Mir hat gegen Suchtdruck geholfen, viel zu trinken, am besten etwas mit Kohlensäure. auch essen war gut. Wenn mein Bauch voll war, war das Bedürfnis, da noch was reinzuschütten, weg. Oft bin ich auch laufen gegangen, um nach der arbeit runterzukommen.Und das Lesen und schreiben im Forum.
Sicher findest Du auch passendes für Deinen Koffer.
Viele Grüße
Calida
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Calida78 hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Marie86
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.12.2016
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 19:05    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, Ihr beiden,

@Thalia: ich habe in den anderen Thread um Entschuldigung wg. des Titels gebeten und bitte die Administration, meinen Titel zu ändern.

Danke, ich bin auch froh, dass ich die 10 Tage bereits alleine geschafft habe und ich keinen weiteren stationären Aufenthalt benötigt habe. Ich mache auch weiter, weil ich es von Herzen schaffen WILL.

Durch meine mehrfachen Aufenthalte habe ich schon 2012 einen Notfallkoffer "gepackt", ich habe ihn zu wenig verwendet.

Ich lenke mich bestmöglich ab, ich lese viel, oder schreibe Briefe in meiner Freizeit, gehe raus, Fahrrad fahren, oder spazieren und zur "Not" putze ich, oder wasche Wäsche Winken

es gibt nahezu nichts, was tödlicher für mich ist, als Langeweile. Komm ich nur auf dumme Ideen und bekomme Suchtgedanken. Ich muss aber sagen, dass die jeden Tag ein klitzekleines bisschen weniger werden. Ich kann mich gut beschätigen und habe ein stabiles Umeld, das hinter mir steht.

@Calida78
Zur Zeit esse ich leider viele Süßigkeiten, aber ich denke das ist das kleinste Übel von allen...

Trinken ist wirklich ein gutes Mittel, am Besten Mineralwasser, das hilft mir auch.

Lesen und Schreiben tun mir tatsächlich auch sehr gut und ich freue mich jedes Mal, wie ruhig ich dabei werde.

Meine Selbsthilfegruppe hilft mir, wie ich oben erwähnte, ebenffalls, ich erfahre produktiven und wohlgesinnten Austausch und respektvollen Umgang.

Viele Grüße
Marie
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Marie86 hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Motek
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.02.2016
Beiträge: 365
Alter: 36
Wohnort: Tag 1: 11.02.2016

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 19:21    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Marie,

willkommen bei uns!

Zitat:
Zur Zeit esse ich leider viele Süßigkeiten, aber ich denke das ist das kleinste Übel von allen...


Der Körper ist ja an die Kalorien aus dem Alkoholabbaustoffwechsel gewohnt, daher ist das nur natürlich. Bei vielen klingt die Lust darauf auch wieder ab, und wie du ja selbst schreibst- es ist definitiv das kleinere Übel. Mir hat Musik (machen) oft die Laune gehoben; außerdem meine Wohnung als Rückzugsort.

Viel Kraft!
Motek
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Motek hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 21382
Alter: 51

BeitragVerfasst am: 16.12.2016, 23:14    Titel: Re: Am Anfang eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Marie,

ich habe deinen Threadtitel mit deinem Namen ergänzt. So können die Threads von dir und Correns nicht mehr verwechselt werden.

Viele Grüße, Linde Smilie
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Linde66 hat zum Thema: Re: Am Anfang eines langen Weges geschrieben

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