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Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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Autor Nachricht
kamarasow
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.10.2016
Beiträge: 73
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 17.01.2017, 13:04    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

wenn ich jetzt schreiben würde, dass es mir gut geht, dann wäre das eine Lüge. Bin viel zu müde und sitze auf Arbeit ohne mich ernsthaft konzentrieren zu können. Der Alltag frustet einen ordentlich. Man funktioniert (Job, Kinder, Haushalt) und die schönen Dinge sind einfach zu wenig. Eigentlich müsste man etwas Wesentliches ändern, aber eine Großfamilie braucht nun mal auch was zu beißen. Abgesehen davon kann man sich auch nicht einfach ausklinken. Was ich ohnehin schon oft tue. Die Vorstellung dieses Jahr aus finanziellen Gründen wieder nicht in den Urlaub fahren zu können macht alles nicht unbedingt leichter. Die vergangenen Jahre zog ich aus dem Urlaub viel Energie für das restliche Jahr.
Die Gedanken an Alkohol sind in solchen trüben Tagen dann doch präsent. Der Griff zur Flasche bringt nichts. Macht nichts besser. Man will sich nur ausmachen und die negativen Emotionen verdrängen. Das werde ich nicht.
Ein Nahestehender glaubt übrigens nicht an eine dauerhafte Abstinenz. Er sagte: Spätestens Mai trinkt der wieder. Paff, das saß. Schön wenn man solche Nahestehenden hat. Dann braucht man sich keine Mühe geben, sich selbst runterzuziehen.
Schön war heute, als mich meine Frau auf Arbeit anrief. Sie stellte ihr Telefon auf laut, da die kleinste Tochter mit ihrer süßen Stimme noch Tschüß sagen wollte. Als ich heute morgen schon aus dem Haus war, schlief die Kleine noch und hatte somit gar keine Möglichkeit.

Nuja, weitermachen. Probleme erkennen und lösen.

Viele Grüße
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kamarasow hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
Calida78
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.07.2015
Beiträge: 1929
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 17.01.2017, 13:21    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Zitat:
Schön war heute, als mich meine Frau auf Arbeit anrief. Sie stellte ihr Telefon auf laut, da die kleinste Tochter mit ihrer süßen Stimme noch Tschüß sagen wollte. Als ich heute morgen schon aus dem Haus war, schlief die Kleine noch und hatte somit gar keine Möglichkeit.


Aus diesen kleinen Momenten versuch ich mir Energie rauszuziehen.
ich muss mich immer wieder anstupsen, sie wahrzunehmen. Als kleine schöne Momente. Manchmal lauf ich auch nur mit Scheuklappen durch die Gegend, das macht Frust. Aber wenn ich darauf achte, fällt mir einiges auf. Ein nettes kurzes Gespräch im Supermarkt, das Lob eines Kollegen......

Muss Euer Urlaub wirklich ganz ausfallen?
Wir finden das Preis-Leistungs-Angebot bei den meisten Urlaubsmöglichkeiten unglaublich schlecht. Mehrere 1000 Euro für zwei Wochen - das ist es uns nicht (mehr) wert. Wir sind da aber kreativ geworden. Wir haben mal andere Länder besucht. Man muss ja nicht nach Spanien oder Italien, nur weil da "alle" hinfahren. Und manches haben wir echt schon fürn Appel und n Ei bekommen. Wir haben da sozusagen den Reiz der Einfachkeit entdeckt:-)

Den Kommentar Deines Bekannten würd ich nicht so ernst nehmen. Ich hab so was in der Art auch gehört. Ich hab mich gefragt, ob derjenige vielleicht selbst zu viel trinkt und sich selbst nicht zutraut, es lassen zu können. Und mancher hat von der Krankheit auch keine Ahnung und hält es für übertrieben, dass jemand gar nix mehr trinken will.

Viele Grüße
Calida
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Calida78 hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
Carl Friedrich
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 06.07.2015
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 17.01.2017, 15:04    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

kamarasow hat Folgendes geschrieben:

Ein Nahestehender glaubt übrigens nicht an eine dauerhafte Abstinenz. Er sagte: Spätestens Mai trinkt der wieder. Paff, das saß. Schön wenn man solche Nahestehenden hat.


Hallo!

Wenn der Satz mir gegolten hätte, würde ich ihn als Motivationshilfe ansehen, es dem Herrn einfach mal zu zeigen und ihm das Gegenteil zu beweisen. Nicht für ihn, sondern für dich selbst.

Gruß Carl Friedrich
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Carl Friedrich hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
Martina02
Gast






BeitragVerfasst am: 17.01.2017, 22:26    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

kamarasow hat Folgendes geschrieben:

Ein Nahestehender glaubt übrigens nicht an eine dauerhafte Abstinenz. Er sagte: Spätestens Mai trinkt der wieder. Paff, das saß. Schön wenn man solche Nahestehenden hat. Dann braucht man sich keine Mühe geben, sich selbst runterzuziehen.


Hey kamarasow Smilie

Haben wir ungefähr zur selben Zeit aufgehört zu trinken?
Ich Mitte Oktober...

Solche Sätze wie oben zitiert hörst Du aber nicht zum erstenmal von Deinem Nahestehendem oder?
In dem Stil mein ich.
Über so etwas hab ich früher Jahre lang gegrübelt und war seelisch verletzt.

Mittlerweile gibt es von mir auf Sprüche dieser Art meist eine Antwort auf gleichem Niveau. Noch zwei drei Gedanken und einen kleinen verbalen Austausch mit Nichtinvolvierten und dann wars das.

Künftig möcht ich das gar nicht mehr so wahrnehmen.

Ich würde es auf keinen Fall als Motivation sehen. Denn ich hör ja für mich auf zu Trinken.Und wie Du es schreibst, ist die Aussage von Deinem Nahestehenden sehr destruktiv.

Was meinst Du warum er diesen Satz gesagt hat.

-um seinen eigenen Konsum zu rechtfertigen?
-um Dich zu motivieren?
-um Dich scheitern zu sehen?
-um Dich zu necken?
-aus Unbedachtheit?
-um Dich zu ärgern?

....

Hast Du mal nachgefragt?

Liebe Grüße
Martina
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Martina02 hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
kamarasow
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.10.2016
Beiträge: 73
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 18.01.2017, 09:18    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgääähn,

heute geht es mir wieder besser. Gestern wurde nach Arbeit bewusst nur das gemacht, was einem gut tut.

@Cailda: Ja, diese kleinen schönen Momente tragen mich auch. Heute früh war die Kleine schon wach und wir konnten uns drücken. Das war schön und gibt Kraft für den Tag.
Zum Urlaub: Wahrscheinlich müssen wir wirklich etwas mehr Kreativität an den Tag legen. Wir werden wohl Zelten fahren.

@Carl: Das war auch mein spontaner Gedanke. Man war kurz verletzt. Weil er einschätzt, dass man es nicht schaffen würde. Aber daraus kam dann ein Motivationsgedanke. "Ha! Du wirst schon sehen."

@Martina: Ja, bei mir isses auch Mitte Oktober. Zum Nahestehenden: Naja, das passt schon. Wir geben uns gegenseitig stichelnd Sprüche. Er findet meine Entscheidung gut. Ihn kann ich auch Nachts um 3 anrufen und er würde in 10 Minuten auf der Matte stehen, wenn was passiert wäre. Was seine Beweggründe für den Spruch waren? Hm, schwer. Es wird eine Mischung aus mehreren Punkten deiner Auflistung sein. Unwahrscheinlich ist Anstrich 3.

Viele Grüße
Kamarasow
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kamarasow hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
kamarasow
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.10.2016
Beiträge: 73
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 23.01.2017, 11:34    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen Forum,
schon wieder 5 Tage rum. Wenn man das mit dem Anfang der Abstinenz vergleicht, als man noch die Stunden zählte und sich suchtgeplagt durch die Minuten quälte. Es hat sich schon ganz schön verändert. Die Gedanken an Alkohol sind noch da, aber viel geringer und in viel größeren Abständen.

Gestern fragte ich meine Frau, ob ich mich im Vergleich zur Alk-Zeit verändert hätte. Ihre augenzwinkernde Anwort: Ja. Betrunken würde ich weniger meckern und wäre handzahmer. Nun müsse sie mich wieder mit all meinen Facetten erleben. Lachen . Sie findets aber gut. Weil die positiven Momente auch positiver sind. Mit ner gleichgültigen Mumie zu reden schien augenscheinlich inhaltlich nicht sehr konstruktiv zu sein.

Euch einen schönen Wochenstart.

Viele Grüße.
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kamarasow hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
Calida78
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.07.2015
Beiträge: 1929
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 23.01.2017, 20:55    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Und wenn Du klar bist, zeigst Du Ecken und Kanten. Nasse Menschen sind unter Umständen bequemer, aber vielleicht auch langweiliger. Ein Halm, der sich in alle Richtungen biegen lässt ist doch nicht wirklich interessant.
LG Calida
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Calida78 hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben
kamarasow
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.10.2016
Beiträge: 73
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 03.02.2017, 09:50    Titel: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen,
mit etwas Abstand denke ich, dass der Alkohol mich etwas depressiv gemacht hat. Das wird mir erst jetzt deutlich. Abstinent befreit man sich so langsam von den tauben, in Schüben kommenden, negativen Gefühlen. Das fühlt sich gut an, da nun die Schübe nicht mehr so präsent sind. Früher dachte man, die Gedanken und Umstände waren die Ursache für den schlechten Gemütszustand. Aber jetzt stellt sich heraus, dass das war falsch. Denn die Probleme haben sich nicht geändert, nur die Sichtweise darauf. Man bekommt nun auch Endorphin-Schübe mitten am Tag, z.B. einfach weil die Sonne scheint. Oder man erfreut sich an einer kleinen Meise im Garten. Früher war das tagsüber eher negativ behaftet.

Etwas weiteres ist mir gestern bewusst geworden: Früher trank man bis zur Bettschwere und schlief sofort ein. Jetzt aber spricht man mit der Frau vorm Einschlafen im Bett noch öfters über den erlebten Tag. Das gleicht mich aus und sortiert die Gedanken. Macht Probleme weniger zum Problem. Man sieht Lösungen und empfindet Hoffnung, wo man früher nur eine negative Endlosschleife sah. Man schläft auch wieder zufrieden ein und man hat einen erholsamen Schlaf.
Nunja. Manchmal fragt man sich schon, wie dumm man war.

Viele Grüße
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kamarasow hat zum Thema: Re: Man stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel geschrieben

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