| Bin ich Alkoholiker? oder nur (relativ) Normal ? • Alkoholkranker möchte Entziehungskur machen und nun? |
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Mich1 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 02.08.2006 Beiträge: 12
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Verfasst am: 02.08.2006, 13:19 Titel: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Hallo zusammen!
Seit 5 Jahren bin ich jetzt mit meiner Frau zusammen, vor einem 1/2 Jahr haben wir geheiratet. Ich bin seit 08.04 trocken, nachdem ich als hochgradig alkoholabhängig bei einem kalten Entzug einen Krampanfall bekam( ironischerweise in der Suchtambulanz) und ein halbes Jahr Reha benötigte. Auch meine Frau war(ist) alkoholgefährdet. Ich denke, ich kann das ganz gut beurteilen. In Ihrer vorherigen Ehe lief so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen konnte. Ihr Mann hat im Laufe der Jahre nicht nur ihre Existenz zerstört, sondern auch ihr Inneres. Und daher ist es so, das jedesmal, wenn eine Situation eine gewiße Dimension annimmt, d.h. sie eigentlich über ihr Vermögen beansprucht wird, der Alkohol ins Spiel kommt. Jetzt ist es gerade ganz extrem, da Ihre Mutter zunehmend an Alzheimer erkrankt, sie ständig für sie dasein muß und somit Ihr eigenes Leben vollkommen brachliegt. Obwohl Ihre Geschwister vom Fach sind und eigentlich wesentlich kompetenter für die Pflege wären, wird sie in meinen Augen total von Ihnen im Stich gelassen. Ausreden, wie keine Zeit, mein Mann/Frau ist krank usw. usw. sind die Regel. Und ich muß eben nunmal auch in die Arbeit, daher ist meine Zeit leider auch sehr begrenzt und ich muß auch gestehen, das ich hier keine echte Hilfe sein kann. Es gibt Tage, da sehen wir uns gar nicht, obwohl es nur ein paar Meter Luftlinie sind, die uns trennen.
Und wenn ich dann wenigstens anrufe, merke ich an der Aussprache ganz deutlich den Alkohol. Ich spreche sie natürlich darauf an, aber dann werde ich angelogen, es wäre die Telefonverbindung oder müde oder was es an Ausreden eben gibt. Ich kenne diese Spielchen aus meiner Trinkerzeit ganz gut. Auch die Nummer mit Kaugummi, Bonbons und Zahnpasta.
Und egal, wie oft ich die Hand auch reiche um ein Gespräch in Richtung Suchtberatung, KOnfliktbewältigung usw. zu lenken, um die Wege aus diesem Kreislauf zu zeigen, so oft verläuft es sich ins Leere.
Gewiß wäre eine Möglichkeit, einfach zu sagen, der Alkohol oder ich, aber ich sehe das als den falschen Weg an, da ich der einzige bin, den sie eigentlich noch hat. Im Endeffekt stehe ich da und muß mir meine Hilflosigkeit eingestehen. Denn fesseln, zum Hausarzt bringen, mit Distra vollpumpen und abwarten kann es auch nicht sein. Aber helfen will ich Ihr, denn ich liebe sie nunmal abgrundtief. Und jeden Tag die Frage: Wie?"
Ihr merkt, ich habe mir zwar selber helfen können, aber........ |
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| Mich1 hat zum Thema: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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Yorkie neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.06.2006 Beiträge: 498
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Verfasst am: 02.08.2006, 13:50 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Hallo Mich1
herzlich willkommen im Forum!
Sehe, daß du das gleiche Problem hast wie ich, nur das Du schon etwas länger leidest, dafür aber länger clean bist.
Du schreibst:
| Zitat: | | Und egal, wie oft ich die Hand auch reiche um ein Gespräch in Richtung Suchtberatung, KOnfliktbewältigung usw. zu lenken, um die Wege aus diesem Kreislauf zu zeigen, so oft verläuft es sich ins Leere |
Na, da machst Du mir ja Hoffnung. Bei meiner Partnerin ist es genauso.
Sobald Überforderungstendenzen auftreten, greift sie zur Flasche. Die Mutter meiner Partnerin ist auch schwer erkrankt.
Ehrlich gesagt, weiß ich momentan auch keine Lösung, und Dein Titel trifft auch für mich zu.
Ich glaube, wir sollten uns Deinen folgenden Satz in Ruhe beleuchten und darüber diskutieren.
Du schreibst:
| Zitat: | Aber helfen will ich Ihr, denn ich liebe sie nunmal abgrundtief. Und jeden Tag die Frage: Wie?"
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Zerlegt bedeutet das.
Helfen will ich Ihr ????
Ich liebe sie nunmal abgrundtief??
Wie??
Isoliert betrachtet sollte uns der Satz, "Ich liebe sie nunmal abgrundtief"
beschäftigen.
Liebe und Abgrundtief, paßt das zusammen?
Oh sorry, ich gehe jetzt wirklich in die Tiefe!
Naja, vielleicht kannst Du ja etwas damit anfangen!
Gruß
Yorkie |
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| Yorkie hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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Mich1 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 02.08.2006 Beiträge: 12
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Verfasst am: 02.08.2006, 14:09 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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| Liebe und abgrundtief geht schon ineinander her. Um das, was wir beide durchgemacht haben am Anfang unserer Beziehung, durchzustehen, dazu ist das abgrundtiefe dieser Liebe notwendig. Sonst wäre die Kraft dazu nicht dagewesen. Ich differenziere hier auch ganz genau zwischen abgrundtief und Selbstaufgabe. Das Eine geht, das Andere ist tödlich. Und meine Hoffnung ist, das ich irgendwann das Wort finde oder etwas tue, was der finale Auslöser sein wird, damit sie anfängt, Ihre Sucht aktiv zu bekämpfen. Ich will nur nicht ans Aufgeben denken. |
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| Mich1 hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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Yorkie neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.06.2006 Beiträge: 498
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Verfasst am: 02.08.2006, 15:33 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Hallo Mich1!
| Zitat: | | Und meine Hoffnung ist, das ich irgendwann das Wort finde oder etwas tue, was der finale Auslöser sein wird, damit sie anfängt, Ihre Sucht aktiv zu bekämpfen. |
Wenn Du es gefunden hast, teile es mir bitte mit.
Nach den Recherchen hier im Forum kann ich eigentlich nicht daran glauben.
Gruß
Yorkie |
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| Yorkie hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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Amine Schnee neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.07.2006 Beiträge: 45
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Verfasst am: 02.08.2006, 19:44 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Hallo Mich1 und Herzlich Willkommen,
erst einmal möchte ich vor Dir meinen Hut ziehen, auch wenn ich jetzt in diesem Moment keinen trage.
Das Du es geschafft hast trocken zu werden.
Ich hoffe und wünsche Dir das Du auch weiterhin trocken bleibst, vorallem jetzt.
Damit kannst Du für Deine Frau ein großes Vorbild sein.
Dein Beitrag hat mich sehr berührt und zeigt mir das Ihr Alkoholiker doch stark sein könnt und Eurer Herz am rechten Fleck ist.
Der Alkohol hat es bei Dir Gott sei Dank nicht geschafft das Du egoistisch und Kaltherzig gegenüber Deiner Familie bzw. den Menschen die Dir was bedeuten, bist.
An Deiner Stelle würde ich mit Deiner Frau zusammen zu Ihrer Mutter gehen, nimm Dir bitte die Zeit für Sie.
Denn schließlich liebst Du sie abgrundtief, für mich heißt das, Du liebst Sie über alles auf dieser Welt.
Also kämpfe um Sie und schenk Ihr Dein ganzes Herz weiterhin.
Wenn Du sie begleitest, dann kannst Du auch verhindern das Sie was trinkt.
Denk dran, für Sie ist die Situation auch sehr schwer, Ihre Geschwister lassen Sie im Stich und keiner ist wirklich bei Ihr.
Dann bleib Du an Ihrer Seite und unterstütze sie, dann geht es Euch beiden bestimmt wieder besser und Sie sieht das Du für Sie da bist.
Vielleicht wacht Sie dadurch auf und möchte trocken werden.
Ich wünsche Dir alles Gute dabei und ganz viel Kraft für Euch beide.
Denk immer daran, nur gemeinsam seid Ihr stark.
Liebe Grüße
Amine |
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| Amine Schnee hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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ela neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.07.2006 Beiträge: 16
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Verfasst am: 02.08.2006, 22:41 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Und egal, wie oft ich die Hand auch reiche um ein Gespräch in Richtung Suchtberatung, KOnfliktbewältigung usw. zu lenken, um die Wege aus diesem Kreislauf zu zeigen, so oft verläuft es sich ins Leere.
ich glaube, da liegt der springende punkt. so wie ich das ueberall hoere und lese kannst du es versuchen, ihr den weg zu zeigen, aber viel bringen wird es wohl nicht, da diese entscheidung von ihr ganz alleine kommen muss.
wie war denn das bei dir als du trocken wurdest? eine alleinige entscheidung nach einem tiefpunkt? |
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| ela hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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Teufelchen Gast
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Verfasst am: 03.08.2006, 09:18 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Hallo Mich1,
| Zitat: | | Und meine Hoffnung ist, das ich irgendwann das Wort finde oder etwas tue, was der finale Auslöser sein wird, damit sie anfängt, Ihre Sucht aktiv zu bekämpfen |
dass Du dieses Wort findest, wünsche ich Euch beiden von Herzen.
Doch ich bin sehr skeptisch. Welches Wort hat wer für Dich gefunden? Gab es diesen Jemand, gab es dieses Wort, bis Du bereit warst, endlich Deine Sucht in den Griff zu bekommen?
Mein finaler Auslöser, war mein persönlicher Tiefpunkt und keine Personen und keine Worte spielten dabei eine Rolle.
Weißt Du Mich, was mich so besonders betroffen macht an Deiner leidvollen Geschichte ist die Tatsache, dass Du doch genau weißt, dass es keine Gründe zum Trinken gibt, doch trotzdem lange über dieses schwierige Situation Deiner Frau schreibst und damit ganz unbewußt ihren Alkoholmißbrauch begründest. Eingangs nennst Du sie "nur" alkoholgefährdet, erst später benutzt Du den Begriff Sucht.
Ich werfe Dir das nicht vor, da ich nachvollziehen kann, dass es für einen trockenen Alkoholiker ungalublich schmerzhaft sein muß, sich einzugestehen, dass der über alles geliebte Partner auch alkoholabhängig ist. Denn wir selbst wissen besser als jeder andere nicht Betroffener dieser Erkrankung, dass jeder Versuch der Hilfe nichts bringt, solange der noch nicht einsichtige Betroffene, sich seine Abhänigkeit nicht eingesteht und die Hilfe noch nicht bereit ist anzunehmen.
Ich selbst bin trockene Alkoholikerin und liebe einen trockenen Alkoholiker. Wir haben uns trocken kennengelernt. Wir wollen gemeinsam unseren trockenen Weg weiter gehen und wissen beide jedoch ganz genau, sollte einer von uns beiden diesen Weg verlassen und sich dafür entscheiden wieder trinken zu wollen, werden wir uns trennen müssen. Weil wir uns lieben!
Mich würde es zerstören und meine Nüchternheit gefährden, wenn ich ihm dabei zusehen müßte, sich selbst zu zerstören und ich weiß, umgekehrt würde es ihm genauso gehen. In Liebe fallen lassen, so nennt man das wohl. Das wäre unsere Chance, den einen wieder auf seinen trockenen Weg zurückzubringen, weil das der finale Auslöser sein könnte, wenn Apelle und Worte nichts mehr bringen! Ich arbeite täglich immer wieder neu an meiner Nüchternheit unter anderem dafür, damit wir diesen Tag nicht tatsächlich erleben müssen. Ich hoffe sehr, dass ich dann auch die erforderliche Kraft aufbringen werde, das auch zu tun, was theoretisch schon ganz klar und fest verankert in unserem Denken ist. Mein Freund würde es tun, dass weiß ich genau, weil er mich liebt.
Vielleicht ist es das, was Amine Schnee als das herzlose Verhalten trockener Alkoholiker versteht. Keine Ahnung.
Doch das sind meine Gedanken. Entscheide selbst, ob Du sie ignorieren oder darüber nachdenken willst. Nur einen Rat möchte ich Dir geben, sei ganz offen und ehrlich zu Dir und beantworte Dir die Frage, wie wichtig Dir Deine Nüchternheit ist und ob Du alles für sie tun würdest.
Ganz viel Mut und Kraft weiterhin wünscht Dir
Teufelchen |
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| Teufelchen hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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Amine Schnee neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.07.2006 Beiträge: 45
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Verfasst am: 03.08.2006, 20:01 Titel: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? |
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Hallo Mich1 und Teufelchen,
das ist schön zu lesen.
Den Beitrag von Teufelchen finde ich einfach nur super klasse und der ging mir jetzt grade voll unter die Haut.
Das ist ein gutes Beispiel für Paare die beide Alkoholiker sind und wo sich die Partner gegenseitig helfen möchten.
Teufelchen, ich finde es klasse das Du über Deine Beziehung so offen beschreibst.
Daran kann Mich sich doch wirklich gut dran orientieren und kann Deine Beziehung als gutes Bespiel nehmen.
Mich, daran sieht man die Hoffnung stirbt nicht zuletzt.
Du kannst noch was tun und Deiner Frau helfen.
Schwing Dich auf Dein Pferd, nimm die Zügel in die Hand und reite auf Deine Prinzessin zu und rette Sie.
Ich wünsche Dir viel Glück dabei und das Ihr beide an Euren Zielen ankommen werdet.
Liebe Grüße
Amine Schnee |
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| Amine Schnee hat zum Thema: Re: Stirbt die Hoffnung zuletzt? geschrieben
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