| Es ist kein Ausweg in Sicht, bitte helft uns • Ich brauche einen Rat |
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janny neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 25.07.2006 Beiträge: 11
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Verfasst am: 27.07.2006, 15:49 Titel: Re: Janny |
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Nein, ich sehe meinen Freund nicht (mehr) als mündig an. Sein Zustand hat sich während der letzten 2 Jahre drastisch verschlechtert.
Ich überwache ihn nicht mit Argusaugen; seit er wieder mit dem Trinken begonnen hat, lebt er sowieso in seiner eigenen Wohnung. Das haben wir so zu meinem Schutz eingerichtet. Erst als auch der telefonische Kontakt abbrach und ich mich vor Ort vergewisserte, wußte ich, daß es nun an der Zeit ist, den Notarzt zu rufen.
Danke,
Janny |
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| janny hat zum Thema: Re: Janny geschrieben
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webby neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2006 Beiträge: 133 Alter: 39 Wohnort: Lüneburger Heide
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Verfasst am: 27.07.2006, 16:11 Titel: Re: Janny |
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und trotz all dem willst DU die unterbringung in einem heim so lang es geht verhindern?...
ich finde das verantwortungslos ihm die hilfe zu verwehren die er laut den ärzten bräuchte und auch bekäme...nur weil man es selber wohl nicht wahr haben will...
hast du schonmal was von suchtverlagerung gehört?
... ich will dir nix unterstellen...steht mir auch gar nicht zu... aber du hast deine esstörung ja im griff, laut deiner aussage, könnte da die sucht "gebraucht zu werden" draus geworden sein?... denn dein handeln scheint mir doch sehr von eigennutz geprägt zu sein(sorry..meine wahrnehmung !!!)
in all deinen post's ist auch nicht einmal die rede davon wie dein freund seine situationen beurteilt...wie sieht er das?...
Kathrin |
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| webby hat zum Thema: Re: Janny geschrieben
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henri sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 1618
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Verfasst am: 27.07.2006, 19:06 Titel: Re: Janny |
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Hallo Janny
Sorry, dass ich jetzt erst antworte. In meinem ersten Beitrag hatte ich geschrieben, dass vermutlich eine Beziehung zwischen deiner Essstörung und seiner Abhängigkeit besteht. Die Vermutung beruht auf der Überlegung, dass deine Essstörung eine psychische Krankheit ist und die Krankheit deines Freundes dich doch auch enorm belasten kann. Infolgedessen könntest du selbst auch wieder Probleme mit deiner Essstörung bekommen. Ich will nicht behaupten dass es so ist, aber die Möglichkeit besteht, dass ihr euch gegenseitig runterziehen könntet.
Co-abhängiges Verhalten muss in diesem Fall anders definiert werden. Wenn im „normalen“ Fall von Co-abhängigem Verhalten gesprochen wird, dann ist damit gemeint, dass die Bezugsperson Arbeiten und Verantwortung des trinkenden Partners übernimmt, die dieser selbst erledigen sollte. In deinem Fall sehe ich das etwas anders. Es kann doch nicht sein, dass du Sachen für ihn erledigst, die du auch machen müsstest wenn er trocken wäre, und nur weil er trinkt, dieses ein co-abhängiges Verhalten sein soll. Da glaube ich sind wir grundsätzlich einer Meinung. Natürlich sollst du ihm nicht alles abnehmen, aber was er nun gar nicht auf die Reihe bekommen kann, ob er trocken oder nass ist, wirst du weiterhin machen müssen. Von ganz fallenlassen halte ich in seinem Fall auch nichts, da er nicht in der Lage ist die richtige Schlussfolgerung daraus zu ziehen und auch entsprechend richtig zu reagieren. Wenn fallenlassen, dann kann es nur auf die Art und Weise geschehen, dass anderweitig für ihn gesorgt wird.
Wenn von betreutem wohnen die Rede ist, muss ich passen, weil ich nicht weiß ob dort dafür gesorgt werden kann, dass er seine Medikamente nimmt und wenn er sie nimmt, er auch keinen Alkohol bekommt. Dasselbe trifft auch zu, wenn er in ein Heim kommen sollte.
Als erstes wirst du für dich entscheiden müssen, ob du das durchhalten kannst, wenn du ihn betreust. Da du das aber schon öfter gehört hast, will ich das hier nicht weiter vertiefen. Wie war das denn in den beiden langjährigen Phasen als er trocken war? Kannst du nicht versuchen die gleichen Bedingungen zu schaffen? Kannst du abschätzen, ob er dann in der Lage ist, wieder trocken zu werden? Einen besseren Rat habe ich auch nicht parat. Leider ist es sehr, sehr schwer zu raten, wenn jemand so wie er nicht in der Lage ist, sich selbst aktiv zu bemühen.
Wünsche dir viel Kraft, das durchzustehen
Lieben Gruß
Henri |
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| henri hat zum Thema: Re: Janny geschrieben
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janny neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 25.07.2006 Beiträge: 11
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Verfasst am: 28.07.2006, 10:46 Titel: Re: Janny |
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Danke für Euere Antworten!
@webby: Ich will ihm doch Hilfe nicht verwehren - um Gotteswillen! Er ist ja nicht geistig verwirrt oder so ähnlich. Laut seiner Aussage ist er heilfroh, daß ihm durch meine Hilfe das "freie" Leben noch möglich ist. Eingesperrt und bevormundet war er lange genug.
Wir haben gestern im BKH mit einer Ärztin gesprochen, die gesagt hat, daß so manche Denkblockaden bei ihm einfach durch frühere schwere Traumatas entstanden sind. Sie hat von einer kognitiven ........?......-Behandlung gesprochen, die hier vielleicht noch Besserung bringen könnte. Sie war ebenfalls wie ich verwundert, daß da bisher noch keine der medizinischen Einrichtungen dahingehend aktiv geworden sei während der letzten 20 Jahre. Mein Freund wurde ja von Arzt zu Arzt und Klinik zu Klinik gereicht. Von den 10 Jahren unserer Beziehung hat er die meiste Zeit in Kliniken verbracht. Teils wegen der Alkoholsucht und Teils wegen der enormen körperlichen Schäden, die die Stasifolter nach sich zog. Es kann also wirklich nicht die Rede davon sein, daß ich ihm ärztliche Hilfe verweigern würde.
Er kann sich soweit selbst versorgen und auch kleinere Haushaltsarbeiten verrichten, während ich eben das Geld zum Leben ranschaffe. Was nicht geht, sind eben Situationen, wie ich sie bereits schilderte. Da braucht er das Wissen, daß er eben nicht alleine hilflos auf weiter Flur steht. Wir haben das mal ausprobiert und dabei ist er völlig durchgedreht. Manches konnte im Zeitlupentempo über Jahre hinweg mit viel Liebe und Geduld erarbeitet werden, aber eben noch längst nicht alles. Und vor allem Alleinsein ohne Bezugsperson packt er gar nicht.
Wo Du recht hast, ist meine Tendenz, gebraucht zu werden. Ohne dieses Mutter-Theresa-Syndrom könnte man so eine Aufgabe gar nicht wuppen. Aber es muß auch solche Menschen geben, denn unser Gesundheitssystem ist nicht auf Spezialfälle ausgerichtet. Da wird dann eben ruckzuck eine Heimunterbringung angeordnet, obwohl einige Bereiche noch ganz in Ordnung sind.
Ich kann mich übrigens nicht erinnern, daß ich gepostet hätte, meine Eßstörung im Griff zu haben. Ich bin da noch lange nicht am Ziel und befinde mich noch in ambulanter Therapie. Die ersten 30 Jahre meines Lebens habe ich nicht mal gecheckt, daß ich suchtkrank bin. Erst durch das kranke Verhalten meines Freundes ging mir mehr und mehr ein Licht auf, daß ich mit meinem Suchtmittel ähnliches praktiziere wie er. Dann brauchte es noch ein paar Jahre, bis die richtige Therapieform und der richtige Therapeut gefunden war. Und seit etwa einem Jahr merkt man nun endlich, daß eine echte Veränderung stattgefunden hat und daß der eingeschlagene Weg richtig ist.
@henri: Auch Dir danke für Deinen verständnisvollen Beitrag. Deine Befürchtung, daß wir uns gegenseitig runterziehen könnten, ist begründet. Ja, es ist eine Gratwanderung am Abgrund, bei der man sich gegenseitig vor dem Fall noch auffangen/stützen kann, aber rechtzeitig loslassen muß, um nicht mitgerissen zu werden. Deswegen haben wir unter anderem auch die zweite Wohnung, obwohl wir sie uns eigentlich gar nicht leisten könnten. Wir hatten beide einige nicht-suchtkranke Partner zuvor und scheiterten an deren Ignoranz und Unverständnis. Ich bin mir nicht sicher, ob eine Partnerschaft zwischen einem Suchtler und einem Nichtsuchtler überhaupt funktionieren kann. Da kann man vielleicht nebenher leben, aber kaum den anderen verstehen und fühlen. Man muß in einer Suchtler-Beziehung zwar verdammt auf sich aufpassen, aber quasi im Gegenzug erhält man mehr Verständnis und Liebe zurück als man jemals zuvor erfahren hatte.
Die Entscheidung, wie lange ich das durchhalten kann, treffe ich immer aufs Neue. Aber das muß jeder, der einen anderen Menschen betreut. Ob nun Alkoholiker oder nicht. Wenn es mir zuviel wird (d.h. wenn zu den Behinderungen auch noch Alkohol hinzukommt), schaffe ich zuerst räumliche, dann emotionale Distanz und beobachte nur noch aus der Ferne, wie sich die Dinge entwickeln. Im Notfall alamiere ich dann den Arzt oder fahre ihn dann ins Krankenhaus. Soweit ich weiß, ist das auch die Pflicht jedes Mitbürgers, der um eine akute Notlage eines Menschen informiert ist. |
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| janny hat zum Thema: Re: Janny geschrieben
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webby neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2006 Beiträge: 133 Alter: 39 Wohnort: Lüneburger Heide
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Verfasst am: 28.07.2006, 11:51 Titel: Re: Janny |
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liebe janny..
da lag ich ja wohl in einigen punkten ziemlich falsch...bzw. hab das für mich falsch herausgelesen..tut mir leid wenn ich dir hier unrecht tat...entschuldigung...
ich denke es ist sehr sehr schwer für dich jeden tag auf's neue zu dir zu finden unter diesen umständen die du bei der betreuung deines freundes hast..
ich kann dir da nur ganz ganz viel kraft zum durchhalten wünschen und das du trotzdem weiterhin gut auf dich und deine eigene krankheit achtest
LG Kathrin |
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| webby hat zum Thema: Re: Janny geschrieben
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janny neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 25.07.2006 Beiträge: 11
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Verfasst am: 28.07.2006, 12:31 Titel: Re: Janny |
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Kein Problem webby,
es ist auch schwer, den Sachverhalt mit möglichst wenigen Worten richtig darzustellen. Klar blinken bei Menschen, die in dem Thema drin sind, sofort alle Warnlampen, wenn man erzählt, daß man einem Alk-Kranken hilft. Und selbst mein Thera ist da permanent mißtrauisch.
Auch wenn es mich aufgrund der Häufigkeit nervt, ist es aber gut so, manchmal daran erinnert zu werden und sich und seine Handlungsweise erneut zu überprüfen.
Liebe Grüße
Janny |
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| janny hat zum Thema: Re: Janny geschrieben
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