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Käthe
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.04.2005
Beiträge: 539
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 27.05.2005, 23:39    Titel: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Mir fällt immer wieder auf, wie wenig über die Folgeerkrankungen des Alkoholmissbrauchs bekannt ist und auch bekannt gemacht wird.

Logisch, weil wenn Menschen aus Angst vor den Folgen nicht trinken fehlen dem Staat dieSteuereinnahmen(Das ist jetzt etwas platt, aber dafür kurz).

Jeder Menschliche Körper reagiert anders auf Gifte (Alkohol und Drogen), aber bei den meisten lebt die Leber am längsten.

Vorher gehen ganz andere Organe kaputt.

Mit am schlimmsten betroffen sind Herz/Kreislauf, Nerven (damit meine ich nicht die Psyche) Bauchspeicheldrüse, Magen und Hirn.

Wer hier liest hat Zugang zum Internet. googelt doch mal nach Begriffen
wie z.B. : Polyneuropathie oder Korsakow-Syndrom. Ihr werdet erschreckendes finden.

Desweiteren erkrankt ein hoher Prozentsatz von Alkoholikern an Krebs des Mund/Rachenraums sowie der Speiseröhre.

das zu diesem Thema.

Mir liegt aber noch was auf der Seele.

Hier wird oft geraten zu versuchen nicht zu trinken.
Das ist auch richtig, aber bitte nicht mit einem "kalten" Entzug zu verwechseln.

Ein kalter Entzug, sprich ohne ärztliche Hilfe kann tödlich enden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wer noch keinen im Beisein anderer Personen hatte, weiss nicht ob er zu Krampfanfällen oder sogar zum Delir neigt. Beides tritt im Entzug auf, nicht unter Alkohol. Der betroffene selbst kann sich nachher nicht!!!!! daran erinnern!!!!!

Ich kann da wirklich mitreden, mein Bruder hat mehrfach versucht selbst zu entziehen. Sein letzter Krampfanfall hat fast 2 Stunden gedauert. Das kann irreparable Hirnschäden verursachen.

So, das nur in Kürze

Käthe
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Käthe hat zum Thema: vor allem an stille Mitleser geschrieben
Käthe
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.04.2005
Beiträge: 539
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 27.05.2005, 23:46    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

noch ein Nachsatz,

Wer nach einem Vollrausch oder noch eher einer mehrtägigen Sauftour irgendwann mit unerklärlichen Muskelschmerzen (ich meine nicht Kater, schon etwas derber) aufwacht hat vielleicht einen Krampfanfall gehabt.

Ein Krampfanfall ist eigentlich nichts anderes als ein Epileptischer Anfall, nur der Auslöser ist der sinkende Alkoholpegel.

Käthe
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Käthe hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 28.05.2005, 21:58    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Käthe und @Alle

Beim Lesen deiner Postings ist mir eingefallen, dass ich beim Schreiben meiner Beiträge nicht immer an diese Folgen gedacht habe. *schämundrotwerd* Krampfanfall und Delir können zum Tod führen. Muss ich nicht jedem der mit trinken aufhören will raten, dieses nur unter ärztlicher Kontrolle zu tun oder gibt es da eine Grenze?

Kann ich sicher sein, dass bei bestimmtem Trinkverhalten kein „Grand mal“ auftreten wird? Denkbar ist das sicher bei Quartalstrinkern, die zwischendurch immer lange Trinkpausen machen, aber was ist mit Spiegeltrinkern? Kommt es da auf die tägliche Menge an und wenn ja, kenne ich diese, da ein Alkoholabhängiger seine Trinkmenge nicht immer in voller Höhe angibt. Auf mein „aus dem Bauch heraus Gefühl“ will ich mich nicht verlassen, dafür ist mir die Verantwortung zu groß. Es kann also nur gelten, im Zweifel immer zur ärztlichen Kontrolle raten.

Vielleicht schreibt ihr mal, wie ihr euch dabei verhaltet oder wie ihr darüber denkt.

Danke Käthe für den Denkanstoß


Gruß Henri
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henri hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben
Käthe
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.04.2005
Beiträge: 539
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 29.05.2005, 10:17    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Henri,

ich bin ja auch kein Arzt, ich denke nur, jeder der versucht mit trinken aufzuhören sollte wissen was im schlimmsten Fall passieren kann.

Wenn jemand starke Entzugserscheinungen hat (nicht nur ein bischen Händezittern oder Schweissausbrüche) sollte der-/diejenige vorsichtig sein.

Sowas kann auch völlig ungewollt passieren. Bei Meinem Bruder war oft einfach das Geld für Alkohol alle.

Er hat die Symptome wärend des Entzugs ungefähr so beschrieben:
Muskelschmerzen am ganzen Körper, Herzrasen, so zittrig, dass er kaum laufen konnte, der Kopf war heiss genug um Spiegeleier drauf zu braten....

Dabei war mein Bruder eigentlich kein sehr "starker" Trinker (kein Schnaps z.B.) Krampfanfälle traten bei ihm immer dann auf, wenn er Sauftouren hinter sich hatte und dann schlagartig kein Alkohol mehr da war.

Besonders gefährlich ist es wenn noch andere Drogen im Spiel sind.

Ich glaube es war Kokain, bei dem auch im Rausch Krampfanfälle auftreten können, aber da bin ich nun weiss Gott kein Experte.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden was er/sie tut.

Leider gibt es auch kaum verlässliche Daten darüber, bei wievielen Süchtigen, die alleine im kalten Entzug gestorben sind "Herzversagen" im Totenschein steht.

Am Besten wäre es natürlich, wenn man nicht allein ist, wenn man mit dem Trinken aufhört.

Es gibt auch Ärzte, die ambulant bei der Entgiftung zu hause helfen, aber das ist für den Arzt ein sehr hohes Risiko. Wenn der Pazient z.B. auf synthetischen Alkohol (der zum Runterregeln benutzt) wird trinkt, kann das fatale Folgen haben.

Tja, wir haben uns da wirklich in was "feines" reingeritten, aber man kann wieder "rauskriechen.

Mein Bruder ist übrigends nach mir auch in die Entgiftung und Therapie gegangen un ist jetzt seit ca. 1,5 Jahren trocken.

liebe Grüsse Käthe

Nachsatz: ich lese hier ab und zu, dass jemand sagt, er/sie wäre definitiv nicht körperlich abhängig - weil keine Entzugserscheinungen.

Die hatte ich auch nicht offensichtlich (Blutdruck und so misst man ja zuhause meist nicht) trotzdem war ich abhängig. Nicht jeder Körper reagiert gleich.
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Käthe hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 29.05.2005, 10:33    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich versuche an Hand der Beschreibung eines Trinkverhaltens zu ergründen, wie weit jemand im Alkoholismus ist.
Es kommt ja nicht auf die Menge an, sondern auf die Regelmäßigkeit. Wenn einem Körper immer in gleicher Weise gefordert wird, das ist sicher nicht nur beim trinken, sondern auch zum Beispiel beim Leistungssport, treten natürlich Reaktionen auf, wenn man dieses Verhalten bzw. diese Anforderung an den Körper verändert.
Wenn man über eine längere Zeit ein sogenanter Quartalstrinker ist, ist das ja auch eine Regelmäßigkeit.
Wenn auch nur der Anschein bei mir entsteht und auch im Zweifelsfall rate ich immer zumindestens nicht alleine zu entziehen oder zum Arzt zu gehen.
Das Risiko und auch die Verantwortung eines falschen Ratschlages ist einfach zu hoch, als das man damit leichtsinnig umgehen kann.
Ich habe zwar auch selbst viele kalte Entzüge und auch alleine gemacht / bei mir war auch nicht immer das Geld da oder ich konnte einfach nicht laufen durch Kreislaufschwäche/ aber es war oft die Hölle und habe dann meist die Feuerwehr gerufen, weil ich Angst hatte.
Wenn man noch in der Lage ist, ein Krankenhausaufenthalt zu "planen", sollte man es auf jeden Fall tun. Nicht umsonst sagen auch einige Ärzte, dass man weiter trinken soll, bis man eine Platz im KH hat.

Gruß
Karsten
____________
Quartalstrinker
Bücher für Alkoholiker
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Karsten hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben
vanillivi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.02.2005
Beiträge: 188
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 29.05.2005, 13:40    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Käthe hat Folgendes geschrieben:
Mir fällt immer wieder auf, wie wenig über die Folgeerkrankungen des Alkoholmissbrauchs bekannt ist und auch bekannt gemacht wird.


Jeder Menschliche Körper reagiert anders auf Gifte (Alkohol und Drogen), aber bei den meisten lebt die Leber am längsten.

Vorher gehen ganz andere Organe kaputt.

Mit am schlimmsten betroffen sind Herz/Kreislauf, Nerven (damit meine ich nicht die Psyche) Bauchspeicheldrüse, Magen und Hirn.


das zu diesem Thema.

Mir liegt aber noch was auf der Seele.

Hier wird oft geraten zu versuchen nicht zu trinken.
Das ist auch richtig, aber bitte nicht mit einem "kalten" Entzug zu verwechseln.

Ein kalter Entzug, sprich ohne ärztliche Hilfe kann tödlich enden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wer noch keinen im Beisein anderer Personen hatte, weiss nicht ob er zu Krampfanfällen oder sogar zum Delir neigt. Beides tritt im Entzug auf, nicht unter Alkohol. Der betroffene selbst kann sich nachher nicht!!!!! daran erinnern!!!!!



Käthe

Oh ja, das kann ich LEIDER nur bestätigen;
ich hatte eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Geschockt
Und..ich hatte Krampfanfälle und Delir; wenn mein Mann mich nicht mit dem Notarzt ins Krankenhaus "geschickt" hätte, weiß ich nicht wie es ausgegangen wäre.
Aber...ich kann mich an die Anfälle erinnern, und ich weiß auch zum Teil wie das Delir bei mir abgelaufen ist.
Ich weiß zB was ich gesehen habe (keine Mäuse aber etwas ähnliches..), mir kam es vor als ob ich alles 2-3 mal hintereinander erlebe, und was noch dazu kommt, ich weiß auch was ich zu den Ärzten und Schwestern auf der Intensivstation gesagt habe (und das war wirklich nicht schön!), außerdem weiß ich, daß ich nach ihnen getreten habe (bis mir auch noch die Beine angeschnallt wurden), mir sämtliche Kanülen abgezogen habe, u.s.w...
Ich kann nur sagen: NIE WIEDER!!!!
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vanillivi hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben
chrissyta
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2005
Beiträge: 1053
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 10.06.2005, 22:28    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

ich muss sagen meine entzugserscheinungen waren auch sehr stark. ich wollte auch des öfteren kalt entziehen, aber jedesmal wenn ich es nicht mehr ausgehalten habe, das zittern, das herzrasen, die angst, dann habe ich wieder getrunken. ich habe bei diesen symptomen solche angst bekommen, dass ich mir den kalten entzug nicht getraut habe, dadurch ist mir das delir sicher erspart geblieben.

in meienr therapie hat sich ein mann angemeldet, man musste ja nüchtern kommen, der hat den vollen entzug aufeinmal bei der anmeldung bekommen, es wurde ein krankenwagen gerufen, ich rauchte dann draussen eine zigarette, da ich auf die ärztin warten musste die zu dem mann gerufen wurde. ich erlebte dann wie dieser mann im krankenwagen behandelt wurde, ich dachte ich muss erleben wie ein mensch am entzug stirbt, so schlimm war das und war froh das mir das erspart geblieben ist, denn ich bin zum entzug ins KH gegangen.

chrissyta
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chrissyta hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben
Martin
Gast






BeitragVerfasst am: 23.06.2005, 23:20    Titel: Re: vor allem an stille Mitleser Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

der ganze konkrete "Einstieg in den Ausstieg" verläuft ja mitunter etwas caotisch. Zum einen hat man wenig Ahnung vom medizinischen Karusell und weiß ja auch noch nicht unbedingt wie es danach weiter gehen soll. Oft ist man ja einfach auf einen Schlag "reif". (Insofern ist diese Webseite hier Gold wert - schnelle Informationen von Insidern.)

Man sollte die Risiken eines kalten Entzugs nicht unterschätzen. Und warum sich dabei nicht fachlich helfen lassen. Das kann allerdings zur Folge haben, daß ein Arzt einem tatsächlich rät doch weiterzutrinken. (Was schon ein wenig irre ist - Du überwindest alle Scham, läufst ins Krankenhaus und bist gottefroh endlich allen Mut aufgebracht zu haben - und der Arzt sagt "naja, am Montag gehen se mal in die Psychiatrische und bis sie dann nen Termin haben trinken se halt weiter". Und wenn Einer nicht stockblau ist gilt er nicht als Notfall und wird eben wieder heimgeschickt.)

Neben der medizinischen Betreuung beim begleiteten Entzug ist halt auch von Vorteil, daß man für ein paar Tage in geschütztem Rahmen eine Auszeit nehmen kann. Man kann sich mit anderen Entziehenden unterhalten, Perspektiven austauschen. Das weitere Angebot zur Nachsorge (ambulant, stationär, Selbsthilfegruppen ecetera) wird einem erläutert und Grundbegriffe zu Suchtmittel-abhängigkeit und medizinischen Folgen erklärt. Außerdem cheken Sie einen mal gründlich durch, stellen fest ob und wenn welche Schäden man davongetragen hat. Was man eventuell tun kann. (Wobei ich eher aufmuntern will - als Trinker hat man auch viele Sympthome die eben durch Entzug und Nichttrinken sich vollständig wieder geben. Natürlich gibt es bei langem Mißbrauch und/oder individueller Konstitution auch die Möglichkeit zu schweren dauerhaften Schädigungen.)

Es passiert nicht wirklich viel in so einer Entzugseinrichtung, aber es ist ein geordneter Einstieg in den Ausstieg.

In gewisser Hinsicht ist es doch so, der Trinker will immer krampfhaft die Kontrolle bewahren, seine Fiktion vom "Normal-sein" bewahren. Und will deshalb keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen. In dem Augenblick wo ich mir helfen lasse, ist der Bann gebrochen. Als endlich in der Entzugseinrichtung die Tür hinter mir zufiel habe ich abgrundtief durchgeatmet. Eine Zentnerlast fiel mir von den Schultern. Endlich nicht mehr allein sein in diesem Schlamassel.

Martin
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Martin hat zum Thema: Re: vor allem an stille Mitleser geschrieben

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