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Rückfall, warum ???

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black-billy2006
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.06.2006
Beiträge: 1050
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 08:51    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Maria und Karsten,

mir geht es ganz ähnlich wie euch.
Seit meinem letzten kalten Entzug (1 Monat) war ich 2 oder 3 mal bei den SHGs und ehrlich gesagt,seit dem ich hier das Forum gefunden habe,reicht mir diese vollkommen aus!

Ich bin zwar noch nicht so lange trocken,aber ich fühle mich hier ganz wohl und denke es bringt mir hier im Forum doch mehr als bei den SHGs.Das soll nicht heißen,das SHGs nichts bringen,ich denke das muß jeder für sich selber heraus finden,wie er seinen trockenen Weg geht.

Und was Karsten sagt,das man wirklich jeden Tag an sich arbeiten muß,das ist wirklich entscheidend.Das ist jedenfalls meine Meinung dazu!

Liebe Grüße Billy
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black-billy2006 hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
maria44
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 2106
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 09:09    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,
danke Karsten für deine Antwort, es schreiben kaum die Menschen die einen anderen aber trockenen Weg gehen es interessiert mich schon sehr warum nicht????
ich hoffe ich bin jetzt nicht wieder alleine die diskutiert weil das kann ich auch im geschütztem Raum aber Teufelchen das was Du jetzt geschrieben hast sollten gerade die Menschen die zum Beispiel 10 Jahre trocken gelebt haben nicht wissen???? es ist keiner persönlich gemeint!!!!!

Liebe Grüße
Maria
_____
Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten.
Chinesische Weisheit
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maria44 hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 31610
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 09:14    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Billy,

aber gerade dieses jeden Tag an sich arbeiten, vermisse ich auch hier sehr oft.
Ich weiß zwar nicht, ob die Forenteilnehmer andere Hilfsangebote in Anspruch nehmen, aber viele schreiben hier einen Beitrag, bleiben dann eine zeitlang weg, kommen wieder und sind noch auf dem selben Stand ( noch nicht beim Arzt gewesen, immer noch den gleichen Umgang und so weiter ).
Sie lesen hier sicher und wissen auch, was sie eigentlich machen müssen.
Nüchternheit ist kein Spaziergang und sicher tausend mal schwerer, als weiter trinken, aber dieser Weg erfordert Konsequenz, gesunden Egoismus und vorallem Priorität.

Dazu sind leider nicht viele bereit. Sie sehen andere Dinge als wichtiger an. Das haben wir hier oft lesen müssen.
Ob es die alten "Freunde", ob es der anstehende Urlaub oder auch der Job ist. Sicher ist ein Job wichtig, aber ohne Nüchternheit ist der Job auch nichts.

Wenn ich vorhin von Überheblichkeit bei meinen Rückfällen sprach, fallen diese Dinge auch ins Gewicht. Mir war der langersehnte Urlaub oder die grade neuen Freunde wichtiger, obwohl mich alle davor warnten.

Heute gibt es für mich nichts, aber auch gar nichts, was ich über meine Nüchternheit stelle.
Ich würde auch heute noch nicht in den Urlaub fahren, wenn es dort, wie zum Beispiel auf Mallorca, nur ums trinken geht.
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Karsten hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 09:32    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Maria,

das ist doch nur meine Methode, mein Weg nüchtern zu bleiben! Ich stelle doch überhaupt nicht den Anspruch, dass das für jeden und alle genauso so gilt. Jeder muß seinen Weg finden und gehen. Das ist meiner und die Zukunft wird zeigen, ob er richtig oder falsch war.

Wenn es belehrend gewirkt hat, dann war das überhaupt nicht meine Absicht.

Das ist doch die Schwierigkeit dabei, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Es gibt einfach nicht den Weg, der für alle gleich gilt. Jeder muß es wohl oder übel er ausprobieren. Ganz für sich allein und der Erfolg oder Mißerfolg wird sich herausstellen.

Ich denke, dass nur eines wirklich für alle zählt: Jeder muß sich sein Leben so einrichten, dass er den Alkohol nicht mehr braucht!

Welchen Weg er dafür nimmt, wie er sich dabei verhält, muß auch jeder selbst wissen.

Das einzige was ich tun kann, um anderen zu helfen, ihren Weg zu finden ist, meine Erfahrungen weiterzugeben, die bisher für mich erfolgreich waren. Mehr nicht.

Für mich war stationärer Entzug, stationäre Langzeitentwöhnung, SHG's, ambulante Einzeltherapie, dieses Forum notwendig.

Ohne diese Wegweiser, wäre ich jetzt nicht nüchtern. Mein Freund Schorni ist einen anderen Weg gegangen und Karsten auch. Natürlich auch noch ganz viele andere, die jetzt schon viele Jahre zufrieden trocken leben. Für sie, war das so richtig und ich finde das völlig in Ordnung.

Mir hätte es nicht gereicht! Das ist Fakt.

Ob andere die schon länger als z.B. 10 Jahre trocken sind, das nicht wissen, was ich aufgeschrieben habe, spielt doch keine Rolle. Nur weil ich für mich dieses Wissen erarbeitet habe, schützt es mich doch auch nicht hundertprozentig vor einem Rückfall. Auch nach vielen, vielen Jahren nicht. Ich weiß ja noch gar nicht, ob dieses Wissen auch richtig ist.

Im Moment, im Hier und Jetzt, hilft es mir aber! Ich bin trocken, nur das ist wichtig.

lg
Teufelchen
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Teufelchen hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
janny
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 25.07.2006
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 09:52    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Teufelchen hat Folgendes geschrieben:
Allein ist es, so denke ich jedenfalls, nicht dauerhaft zu schaffen.


Erstmal hallo und guten Morgen!

Ich habe als Angehörige diesen Thread verfolgt und bin besonders über obigen Satz gestolpert. Vorausschicken möchte ich, daß mein Freund bereits einmal 8 Jahre, dann 4 Jahre abstinent war und derzeit ziemlich kriselt und alle paar Tage rückfällig wird. Momentan befindet er sich in einem BKH und überdenkt eine Auffrischung in der letzten Fachklinik.

Sein ehemaliger Therapeut ist nun mittlerweile mein Therapeut in einer anderen Suchtgeschichte (bin eßgestört) und heute morgen habe ich mit diesem telefoniert. Er ist der Meinung, daß mein Freund durch mehr als zahlreiche BKH- und Fachklinikaufenthalte übertherapiert ist und würde ihn auch nicht mehr behandeln wollen, obwohl er ihn sehr gerne mag.

Mein Freund (55 J.) ist erheblich durch brutale Erziehung und langjährige politische Haft sowohl körperlich wie psychisch geschädigt und meiner Meinung und Erfahrung nach nicht alleine lebensfähig. Er kann nicht mal eine Überweisung tätigen geschweige denn den fordernden Anrufen irgendwelcher Callcenter standhalten oder seine notwendigen Tabletten verordnungsgerecht einnehmen (alles nüchtern versteht sich!). Manche Ärzte und Psychologen zogen bereits betreutes Wohnen in Erwägung. Auf den ersten Eindruck merkt man ihm das aber nicht an. Viele Defizite sind erst im alltäglichen Zusammenleben auffällig.

Durch o.g. Thera werde ich nun damit konfrontiert, daß mein helfendes Wirken während trockener und nasser Zeiten angeblich Co-Alk-Verhalten sei. Ich will mir nicht selbst etwas vormachen und mehr Schaden als Nutzen anrichten. Ist in unserem Fall wirklich gegeben, daß durch meine langjährige Hilfe und mein Verständnis für Rückfälle meinem Freund die Chance genommen, jemals alleine und selbständig zu leben? Oben zitierter Satz hat mich da weiter verunsichert. Ich denke nämlich auch, daß gerade Menschen wie mein Freund völlig am verzweifeln wären, wenn ich ihm nun alles hinschmeißen würde und ihn laut Thera komplett fallen lassen sollte. Verantwortung übernehmen muß mein Freund natürlich für sich selbst, aber wo geht es über seine Grenzen oder sein Können? Wie finde ich das heraus? Diese Frage zehrt sehr an mir. Vielleicht weiß jemand von Euch Rat. Als selbst Betroffene könnt Ihr Euch vielleicht eher in in hineinversetzen.

Schonmal Danke für alle Antworten und liebe Grüße

Janny
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janny hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
maria44
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 2106
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 09:52    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Teufelchen,

nein nicht belehrend ich respektiere doch Dein Weg ohne euch wäre ich doch jetzt auch nicht trocken so war das ganze auch nicht gemeint ich versuche nur paar Sachen zu verstehen aber ich lass es lieber es war an niemanden persönlich gerichtet!!!!
Und das nehme ich mit "ich bin trocken,nur das ist wichtig"DANKE Teufelchen!!!!!
Liebe Grüße
Maria
____
Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten.
Chinesische Weisheit
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maria44 hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
schorni67
Gast






BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 09:58    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo @,

mein weg war ohne therapie, jedenfalls nicht in form von langzeittherapie oder ähnlichen. der weg war schwer, ich bin ihn so gegangen, weil ich die empfählung von der therapeutin während der entgiftung bekommen habe.

hätte sie mir geraten thera zu machen hätte ich das getan, ich hatte die schnauze gestrichen voll, von meiner ewigen sauferei und lügerei. alles andere hatte ich probiert, bin aber nie über trinkpausen von bis zu 7 monaten hinaus gekommen.

mein weg waren gruppen, gruppen und nochmals gruppen, am tag manchmal zweimal und trotsdem habe ich mich jeden tag gefragt," hast du genug für deine trockenheit getan ", die antwort war immer nein. für meine trockenheit kann ich garnicht genug tun. erst wer begriffen hat, was es bedeutet von der sucht wegzukommen, wird den weg finden.
wenn ich halbherzig rangehe werde ich nie meinen weg finden.
es gibt kein ein bißchen schwanger, entweder ich höre auf zu trinken, oder eben nicht. es ist mein leben, jeder entscheidet für sich, ob er leben oder vegetieren will. heute sage ich zum glück dürfte ich beide seiten kennen lernen, die nasse und die trockene und ich für meinen teil möchte lieber sterben als zurück in mein nasses leben.
dabei habe ich noch nicht mal auf der straße gelebt oder schulden gemacht, mir hat es gereicht meine selbstachtung zu verlieren.

so wie ich getrunken habe mit aller konsequenz, so habe ich mir mein trockenes leben aufgebaut und wenn ich manchmal sehe wie lachs mit dem problem sucht umgegangen wird, verstehe ich auch, daß es nur wenige schaffen zufrieden und glücklich ohne freund/ feind alkohol zu leben.

gruß schorni
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schorni67 hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben
Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 10:12    Titel: Re: Rückfall, warum ??? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Janny,

Zitat:
Manche Ärzte und Psychologen zogen bereits betreutes Wohnen in Erwägung
.

Das ist eine Form, des nicht allein gelassen seins und eine sehr gute Form, wieder das selbstständige Leben zu erlernen, ohne dass jemand in der Nähe ist, der Deinem Freund alle unangenehmen Dinge abnimmt und dadurch jede Notwendigkeit entfällt, das selbstständige und verantwortungsvolle Leben zu erlernen.

Ich kann nachvollziehen, wie schwer das für einen Co-Abhängigen zu verstehen ist. Du bist nicht dafür da, sein Leben zu organisieren. Du bist auf der Welt, um bewußt und zufrieden Dein Leben zu leben. Genau wie Dein Freund auch!

Dein Verhalten ist typisch für Co-Abhängige! Du nimmst ihn in Schutz und verteidigst ihn. Nimmst ihm alles ab, damit er seine Sucht ausleben kann. Aber warum denn, sollte er seine Sucht auch nicht ausleben? Du hast die Verantwortung für ihn übernommen und machst Dich damit kaputt.

Es gibt Selbsthilfegruppen für Co-Abhängige. Du solltest Dir dringend eine suchen und Dich mit dem Verhalten Co-Abhängiger beschäftigen. Damit kannst Du Deinem Freund und vor allem Dir am besten helfen.

Viel Mut und Kraft!

lg
Teufelchen
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Teufelchen hat zum Thema: Re: Rückfall, warum ??? geschrieben

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