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Alkoholiker

Ehemann hat/macht Probleme

 
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nüchtern und besoffen, 2 verschiedene Menschen in Einem??   •    Antwort auf Schwarze Seele / Karsten  
Autor Nachricht
Gwen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 18.07.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 18.07.2006, 22:45    Titel: Ehemann hat/macht Probleme Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

ich habe ein Problem mit meinem Mann. Bzw. mein Mann hat selber eins.
Er trinkt zu viel. Nun gut, darum geht es ja überall hier in diesem Forum.
Aber ich weiß nicht, wie ich dem beikommen soll.

"Gesellig" war er schon immer, also seit ich ihn kenne und auch in der Zeit davor schon, soweit ich weiß. Die Neigung also, gern mal ein Gläschen zuviel zu trinken, ist ihm schon seit langem eigen.
Nur, früher war es nicht gar so schlimm (abgesehen von einer Phase vor fünf Jahren, nach der es aber wieder besser geworden ist).

Mittlerweile (d. h. seit ein paar Monaten) trinkt er aber wieder ziemlich oft und dann allermeistens zuviel.
Er trinkt inzwischen fast jeden Abend etwas (zwei - drei Bier) und an, im Schnitt, ein bis drei Tagen in der Woche trinkt er mehr, bis zu einem Kasten Bier auf einmal.
Und zwar meistens dann, wenn er z. B. im Garten arbeitet. Am Wochenende also. Er fängt am späten Vormittag damit an, und trinkt dann ein Bier nach dem anderen, bis er nachmittags oder abends ziemlich betrunken ins Bett fällt. Manchmal geht er davor noch das Klo umarmen. Das kommt wie gesagt ein bis dreimal die Woche vor, vor allem am Wochenende. Und heute abend auch.

Wenn ich dann ruhig aber bestimmt etwas sage ("trink doch nicht so viel"; "nimm lieber Cola statt Bier usw".) rastet er jedes Mal direkt aus und es kommt zum Streit. Egal, ob ich ihn darauf anspreche, während er noch betrunken ist oder erst am nächsten Tag.

Er macht mir dann absurde Vorwürfe, die völlig irrsinnig sind, z. B. wirft er mir vor, ich sei faul (dabei habe ich einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag und schmeiße noch den Haushalt sowie erledige allen Bürokram usw.).
Und andere Dinge, die völlig unzutreffend sind. Jedenfalls, es bringt nichts, wenn ich ihn auf seine Trinkerei anspreche.

Jetzt ist mein Mann aber auch jemand, der sich eher ein Bein abhacken würde, als zu einem Psychologen/Psychiater zu gehen oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Professionelle Hilfe zu holen stellt in meinen Augen eine unüberwindbare Hürde dar.

Habt Ihr vielleicht Tips, was ich sonst machen könnte?
Und was ich ihm sagen könnte, WENN ich ihn darauf anspreche?
Gibt es Tricks/Formulierungen, die gut sind? Mache ich vielleicht etwas falsch, weil er ständig sofort völlig ausrastet, wenn ich etwas gesagt habe?

Ich habe auch schon mit der (seiner) Verwandtschaft darüber gesprochen. Sie sagen auch alle, ich soll einfach mit ihm reden, und wenn ich gar nicht weiterkomme, reden sie mal mit ihm. Aber erst, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Gibt es nicht noch eine andere Lösung? Mag sein, daß er auf seine Schwester eher hört als auf mich, aber trotzdem.

Viele Grüße und Danke im Voraus für Eure Antworten!
Gwen
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Gwen hat zum Thema: Ehemann hat/macht Probleme geschrieben
chiara
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 362
Wohnort: UK

BeitragVerfasst am: 19.07.2006, 07:54    Titel: Re: Ehemann hat/macht Probleme Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Gwen,
ich schätze "hören" wird er nicht und auch Tricks gibt es keine. Stimmt nicht ganz, Karsten hat immer einen guten Satz auf Lager, den ich toll finde : Ignoriere ihn, wenn er betrunken ist und sei für ihn da, wenn er nüchtern ist.
Klingt zuerst mehr nach Hundetraining; macht aber sehr viel Sinn.
Hast Du ihn denn direkt schon mal gefragt, was ihm der Alkohol gibt und warum er glaubt ihn zu brauchen?
Vielleicht erwischst Du ihn mal in einer guten, nüchternen Minute und fragst mal nach...es ist ausserdem meiner Erfahrung nach sinnvoll ganz ganz deutlich zu formulieren wie DU DICH fühlst, wenn er betrunken ist.
Wie er riecht wenn er betrunken ist. Wie er sich Dir gegenüber verhält.
Willkommen hier und ich freue mich sehr, dass Du Deinen Weg in dieses Forum gefunden hast!
chiara
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chiara hat zum Thema: Re: Ehemann hat/macht Probleme geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 19.07.2006, 19:33    Titel: Re: Ehemann hat/macht Probleme Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo gwen und herzlich willkommen

Da kann ich mich den Worten Chiara’s nur anschließen. Wenn du mit ihm sprichst, dann lasse dich nicht auf ein anderes Thema ein. Wie es aussieht, macht er dir die Vorwürfe, nur um von dem eigentlich Thema abzulenken. Es geht aber nicht um deine Faulheit, oder was auch immer er dir vorwirft, sondern um seine Abhängigkeit. Erst das Thema Abhängigkeit ausdiskutieren und danach seine Vorwürfe an dich, wenn die dann noch zur Debatte stehen.

Lieben Gruß
Henri
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henri hat zum Thema: Re: Ehemann hat/macht Probleme geschrieben
Uli
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 27.06.2006
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 21.07.2006, 17:12    Titel: Re: Ehemann hat/macht Probleme Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Gwen,

ich kann Dir leider gar nichts raten, denn ich habe die gleiche Erfahrung gemacht wie Du, und bei meinem Mann hat alles Reden nichts genützt.

Auch mein Mann wurde wütend, wenn ich ihn darauf angesprochen habe. Er hat dann auch einfach den Spieß umgedreht und mir alle möglichen unhaltbaren Vorwürfe gemacht, oder besser gesagt mir übelste Beschimpfungen an den Kopf geworden, Faulheit war noch das netteste.

Er hatte eine abfällige Meinung gegenüber allen, die seine Trinkerei in Frage stellten oder in Frage stellen könnten, dazu gehörte natürlich der gesamte Berufsstand der Psychologen, Therapeuten, Sozialpädagogen und sostigen professionellen Beratern. Für ihn gehörte das Trinken einfach zu seiner Persönlichkeit, wer daran etwas auszusetzen hatte, der akzeptierte IHN nicht.

Da hat auch die Vorgehensweise, die Chiara vorschlägt, wenig geholfen. Ich hatte es auch mal in einem Kommunikationsseminar gelernt, dass man seine eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen soll, anstatt den anderen zu kritisieren. Mein Mann hat's durchschaut und nicht an sich ran kommen lassen. Aber das lag vielleicht auch daran, dass ich nur irgendwelche "Rezepte" ausprobiert habe...

Ich musste auch die Erfahrung machen, dass es nicht viel bringt, am nächsten Tag darüber zu reden. entweder hatte er noch geug Restalkohol und Kopfschmerzen um weiterhin aggressiv und abweisend zu sein, oder er hat alles mögliche versprochen, nur damit er seine Ruhe hat - bis zum nächsten Mal. Manchmal ging es eine Weile gut oder zumindest besser - wenn er es besonders übetrieben und ein wirklich schlechtes Gewissn hatte. Er hat ein paar Zugeständisse gemacht, weniger getrunken oder mal eine Trinpause eingelegt, und ich habe mich nicht getraut, das Thema wieder anzusprechen, um keine schlafenden Hunde zu wecken (owohl die eh früher oder später wieder aufwachen). Der Alkohol ist wie eine Mauer, durch die ein Außenstehender kaum druchdrigen kann.


Die Familie mit heran zu ziehen, ist ein zweischneidiges Schwert. Ich habe es mich nicht getraut, denn ich wäre als Verräterin dargestellt worden (das hat er mir immer wieder klar gemacht). Das kommt aber ischer auf das Verhältnis an, dass dein Mann zu seiner Familie hat. Wenn sie mit ihm reden wollen, dann ist es unter Umständen besser, du bist bei dem Gespräch dabei, als sie reden allein mit ihm. So kann nicht der Eindruck entstehe, Du würdest dich hinter seinem Rücken mit seiner Familie gegen ihn verschwören. Inzischen ist mein Mann seit fast 4 Monaten trocken, wir gehen in eine Selbshilfegruppe und natürlich haben wir auch mit seiner Familie geredet. Sie unterstüzen uns sehr, und er weiß und akzeptiert jetzt auch, dass ich mit seier Mutter rede, und zu ihr gehen würde, wenn er wieder "Schwierigkeiten" machten sollte. Aber das ist jetzt eine offene Abmachung und kein "Hintenrum".

Aber was Du ja sicher wissen willst ist, warum hat Ulis Mann jetzt doch die Kurve gekriegt und akzeptiert sogar professionelle Hilfe in der SHG, und Gwens Mann trinkt.

Es gab einen Wendepunkt, er hat richtig, richtig Mist gebaut. Es muss wohl einfach einen Tiefpunkt geben, an dem der Leidensdruck groß genug ist. Für den Einen mag das der Verlust des Führerscheins sein, für die anderen der (drohende) Auszug des Partners, vielleicht auch eine Abmahnung vom Chef. Aber das Fazit ist immer das Gleiche: Der Alkoholiker muss es selber für sich einsehen, dass es so nicht weiter geht. Vielleicht ist es bei Deinem Mann ja doch ein gespräch mit Dir oder seiner Familie, was ihm hiflt, die Einsicht zu bekommen. Ich möchte Dir auf keinen Fall die Hoffnung rauben. Der Tiefpukt muss ja nicht immer gleich ganz tief sein....

Auf jeden Fall ist das, was Chiara sagt wichtig, damit DU Dir klar wirst, was sein Alkoholkunsum für Dich bedeutet. Mach Dir klar, was Du für Dich willst, und wie Du dir dein Leben vorstellst, was Du bereit bist, zu akzeptieren und was nicht. Denn nur dann hat er eine Chance zu sehen, wie ernst es Dir ist, und was Dir ernst ist. Und Dir wird das auch helfen, konsequent zu sein.

Jetzt ist ja dann Wochenende, da wird es wohl wieder schlimm. Vielleicht kannst Du es ja schaffen, ihn zu ignorieren, und was für Dich zu tun, was Dir Spaß macht. Bei so tollem Wetter lockt ja vielleicht das Freibad, oder ein schöner See Smilie

Ich wünsche Dir alles gute, viel Kraft, und klare Gedanken!

Liebe Grüße
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Uli hat zum Thema: Re: Ehemann hat/macht Probleme geschrieben

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