| keime Chance • Anreise zur 12Wochen Therapie |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Trauerweide neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 16.07.2006 Beiträge: 61
|
Verfasst am: 16.07.2006, 19:35 Titel: Wie genau läuft das ab? |
|
|
Hallo zusammen,
ich bin noch relativ neu hier und möchte mich morgen mit meinem Hausarzt über die Möglichkeiten eines stationären Alkoholentzugs unterhalten.
Vorab hätte ich hier aber schon mal die Frage wie genau so ein Entzug aussieht?
Wie lange muss ich in etwa warten bis ich einen Platz bekomme?
Wie lange muss ich diesen Entzug machen?
Ist danach eine stationäre Therapie notwendig oder kann man das auch ausserhalb der klinik machen?
Wie lange wäre ich in einer Klinik?
Ich hoffe ihr könnt mir ein paar meiner Fragen beantworten. Ich habe mich hier im forum schon etwas reingelesen aber bisher keinen entsprechenden Beitrag gefunden.
Danke im voraus. |
|
| Nach oben |
|
| Trauerweide hat zum Thema: Wie genau läuft das ab? geschrieben
|
|
 |
Wicki neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.06.2006 Beiträge: 47 Wohnort: Oranienburg
|
Verfasst am: 16.07.2006, 20:30 Titel: Re: Wie genau läuft das ab? |
|
|
Hallo Weide. ( Waum Trauer, Du bist doch auf dem richtigen Weg )
Wenn sich in den letzten 15 Jahren nichts geändert hat, sagt mir meine Erfahrung Folgendes:
Wartezeit für einen freiwilligen Entzug kann es eigentlich nicht geben, es sei denn, das Krankenhaus, das Du dir aussuchst, hat kein Bett frei. Wichtig ist, daß Du nicht vollkommen alkoholisiert in die Klinik gehst, sonst kann es passieren, daß sie Dich nicht nehmen.
Während des Entzuges wird Dir zur Unterstützung ein Alkohol-Ersatzstoff, bei mir war es Distraneurin, verabreicht. Er verhindert, daß der Körper kollabiert, z.B. durch Krampfanfälle. Der körperliche Entzug dauert ca. 3 Tage und ist mit dem Medikament erträglich. Der Aufenthalt sollte ca. 1 Woche bis 10 Tage dauern.
Wenn es ein gutes Krankenhaus ist, werden Selbsthilfegruppen dort sein. Nimm sie in Anspruch.
Ob eine stationäre Therapie erforderlich ist, kann man nicht pauschal sagen. Der eine so, der andere so. Ich wäre ohne Therapie mit Sicherheit nicht trocken geworden und kann es nur wärmstens empfehlen. Die Arbeit an sich selbst zur Vorbereitung auf ein trockenes Leben ist alles andere als einfach. Da kann eine Therapie nur gut sein.
Diese Therapie sollte stationär sein, da eine ambulante Therapie m.E. zuviele der berühmten Hintertürchen offen lässt. Aber auch das muß jeder für sich selbst entscheiden.
Ich gratuliere zu Deinem Entschluss und wünsche Dir für Deinen trockenen Weg alles Gute.
Wicki |
|
| Nach oben |
|
| Wicki hat zum Thema: Re: Wie genau läuft das ab? geschrieben
|
|
 |
Stig neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 16.07.2006 Beiträge: 5
|
Verfasst am: 17.07.2006, 00:51 Titel: Re: Wie genau läuft das ab? |
|
|
Hallo Trauerweide
Ich wurde vor 3 Wochen nach 2 "Grand mal"-Attacken mit
tonisch-klonischen Krämpfen und Bewusstlosigkeit ins
Krankenhaus eingeliefert.
Also eher unfreiwillig.
Wie es jetzt mit warten auf einen Entzugsplatz aussieht kann ich Dir leider nicht sagen.
Die Dauer sollte schon mindestens eine Woche betragen.
Es ist anfangs die Entgiftung, die mit starken Entzugserscheinungen
einhergeht. Tremor, Krampfanfälle,...
Bei mir wurde auch - wie bei wicki - mit Distraneurin medikamentiert.
Das lief folgendermaßen ab:
Alle 2 Stunden wurde ein sog. "Schema" abgefragt. Auch nachts!!
Blutdruck, Puls, visuelle Kontrolle des Tremors, Abfragen von
physischen Symptomen wie schwitzen, unwohlsein, etc.
Je nach Auswertung gab es dann eine oder zwei Kapseln.
Beide therapiearten sind möglich. Das solltest Du aber mit Deinem
Arzt abklären, da es von der Stärke des Alkohlismus abhängig ist.
Nach der Entgiftung folgt die Entwöhnung, diese kann stationär
in einer Klinik stattfinden, oder ambulant unter medizinisch/psychologischer
Betreuung. Die Sozialarbeiterin im Krankenhaus sagte mir, daß eine
stationäre Therapie 1-2 Monate dauern kann.
Ich mache jetzt erstmal die ambulante und bin heute mittag auch wieder
beim Hausarzt.
Liebe Grüße
Stig |
|
| Nach oben |
|
| Stig hat zum Thema: Re: Wie genau läuft das ab? geschrieben
|
|
 |
Trauerweide neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 16.07.2006 Beiträge: 61
|
Verfasst am: 17.07.2006, 08:26 Titel: Re: Wie genau läuft das ab? |
|
|
Ich danke euch sehr für eure Antworten.
Wenn ich das richtig heraus höre ist es wohl besser mich direkt im Krankenhaus zu erkundingen.
Ich werde auf jeden Fall heute beides machen.
Vielen Dank nochmal. |
|
| Nach oben |
|
| Trauerweide hat zum Thema: Re: Wie genau läuft das ab? geschrieben
|
|
 |
Teufelchen Gast
|
Verfasst am: 17.07.2006, 08:49 Titel: Re: Wie genau läuft das ab? |
|
|
Hallo Trauerweide,
ist schon richtig, erst zum Hausarzt und Krankenhauseinweisung geben lassen. Kannst danach gleich im Krankenhaus anrufen.
Viel Glück!
Teufelchen |
|
| Nach oben |
|
| Teufelchen hat zum Thema: Re: Wie genau läuft das ab? geschrieben
|
|
 |
AndyR neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 14.06.2006 Beiträge: 38 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 29.08.2006, 21:08 Titel: Re: Wie genau läuft das ab? |
|
|
Hi,
ich kenne sowohl die Entgiftung mit Distra als auch wie nach meinem letzten Rückfall eine Entgiftung die aus 3 Tagen strikter Liegepflicht ohne jegliches Medikament besteht.
die letztere Variante hat mir deutlich besser gefallen, obwohl es schon sehr schwer fällt liegen zu bleiben und die Schwestern rufen zu müssen wenn man pinkeln muss.
am 4. Tag darf man dann aufstehen aber die Station nicht verlassen.
danach folgen noch ein paar untersuchungen, innereien mit Ultraschall, Atemfunktion etc. sowohl Behandlung von anderen Problemen die man eventuell noch mit sich rumschleppt.
Das ganze wird durch 2 Infoveranstaltungen pro Tag an denen sich Gruppen, Kliniken oder weiteres vorstellen oder Ärzte einen über diverse Alkoholverursachte Probleme aufklären.
nach 7-10 Tagen, bei Bedarf auch länger, darfst du dann wieder gehen. Selbstverständlich halteen die dich auch nicht wenn du am 2. Tag schon gehen willst.
______________________________________-
Zu Unterschätzen ist das Ganze aber gewiss alles nicht, auf der Station war auch ein Alki der am 5 Tag nach der Einlieferung Haluzinationen und Wahnvorstellungen bekam, der hat sich den Zugang aus dem Arm gerissen und ist schreiend durch die Klinik gerannt obwohl er die Tage zuvor völlig normal war.
Ein Anderer ist während meiner 8 Tage dort an ner Leberzirrose gestorben.
Und noch ein anderer hatte dermaßen viel Wasser im Körper, der sah aus wie Obelix ( hatte auch eine Leberzirrose)
______________________________________
Distra mag ich garnicht, ist nur "Trockenalkohol" und verlagert deine Sucht auf die Tabletten, der Entzug von denen ist nicht leichter als der direkt vom Alk
_______________________________________
Gut Entscheidung trotzdem, ziehs durch.
Ich habe mich für eine 12wöchige Entwöhnung entschieden, die am 06.09. beginnt.
Kannst aber auch Ambulant, Teilstationär machen
Oder du versuchst es "nur" mit Selbsthilfegruppen. |
|
| Nach oben |
|
| AndyR hat zum Thema: Re: Wie genau läuft das ab? geschrieben
|
|
 |