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verwirrt und verzweifelt   •    kurzfristig "nüchtern"???  
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Belladonna
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 04.07.2006
Beiträge: 34
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 08:13    Titel: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen Ihr Lieben,

jetzt muss ich mal eine Frage los werden:

Wie bekannt, versucht mein Freund gerade allein vom Alkohol los zu kommen.
Jetzt weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Kann, darf sollte ich in seiner Gegenwart auf Alkohol verzichten oder soll ich nicht.
Da diskutier ich schon seit geraumer Zeit mit mir.
Vielleicht würde es die Sache für ihn leichter machen. Mmh. Er würde das für mich nicht tun. Hat er selber gesagt.
Gestern habe ich in seiner Gegenwart etwas getrunken. Er war ziemlich angefressen.

Was meint Ihr?

Lg Belladonna
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Belladonna hat zum Thema: Co-Abstinenz geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 08:46    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Belladonna,

ein trockener Alkoholiker braucht sein sicheres Zuhause und auch ein trockenes Umfeld.
In Biergärten, Veranstaltungen, wo es nur um Alkhol geht, sollte niemand gehen, der ein Leben ohne Alkohol führen möchte.

In der Partnerschaft ist es sehr schwierig für beide Seiten. Meiner Meinung gaben solche Beziehungen keine gemeinsame Basis mehr, wenn man den Alkoholiker schon trinkend kennen gelernt hat.

Wenn Du für ihn das Trinken aufgibst, obwohl Du ja kein Alkoholproblem hast, wird es für Dich immer ein Verzicht sein. Es ist ja auch nicht nur das Nichttrinken. Der nichtkranke Partner muß sein Leben ebenfalls völlig ändern. Gemeinsame Tanzveranstaltungen, Feiern, einige Familienveranstaltungen, die alten Freunde, eben vieles im Leben bekommt eine andere Bedeutung und das Leben beginnt wieder ganz neu. Es muß schon sehr viel Liebe vorhanden sein, um das auf Dauer durchzustehen.

Für den trockenen Alkoholiker, wenn er denn trocken bleibt, ist es genauso schwer. Er weiß, dass er für disen Verzicht verantwortlich ist. Es werden Schuldgefühle auftreten, weil er seinen liebenden Menschen dazu zwingen mußte, Lebensbeeinträchtigungen hinzunehmen und das nur wegen seines Trinkens.

Ich dachte auch nicht, dass sich diese Frage "Darf ich in Gegenwart, meines gerade um Nüchternheit kämpfenden Partners, Alkohol trinken?", für einen Partner stellt.
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Karsten hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben
maria44
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 2106
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 09:03    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Belladonna,

jetzt muss ich auch was los werden, wenn ich ernsthaft mit dem Alkohol aufhören will , was heiß will, ich tue es dann würde ich als Alkoholikerin schon von alleine nicht akzeptieren dass mein Mann in meiner Gegenwart Alkohol trinkt das würde nämlich zu einer Trennung früher oder später führen, weil es nicht mehr zusammen passt, mein Mann trinkt nicht in meiner Gegenwart und bei uns ist kein Alkohol im Haus, weil er weiß wie ernst die Lage ist und wie wichtig mir das ist er muss aber nicht ganz auf sein Bier verzichten nur eben nicht wenn ich dabei bin. Anderseits warum trinkst Du denn in seiner Gegenwart???? Du weiß das er Alkoholiker ist und willst Du ihm auch helfen wenn ich es richtig verstanden habe, wenn Du kein Problem mit Alkohol hast dann kannst doch auch locker darauf verzichten zumindest wenn er dabei ist wenn Du nicht ganz auf Alkohol verzichten willst.

Viele Grüße
Maria
_____
Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten.
Chinesische Weisheit
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maria44 hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben
Belladonna
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 04.07.2006
Beiträge: 34
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 09:34    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,
danke für die schnelle Rückmeldung. Wahrscheinlich habt Ihr Recht. War nur so hin und her gerissen. Zum einen heißt es, der Alkoholiker muss das alles allein schaffen, man soll als Angehöriger nicht zuviel helfen. Zum anderen soll ich ihm dann aber doch wieder eine rosarote Umgebung schaffen, die da draussen in dieser Form nicht existiert.
LG Belladonna
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Belladonna hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 09:56    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

diese "rosarote Umgebung" ist ein sicherer Hafen für jeden Alkoholiker.
Diese Basis gibt ihm Sicherheit. Von dort aus kann er seinen Aktionsradius ausbauen und immer wieder dort hin zurück gehen, wenn es ihm nicht gut geht oder er sich in einer anderen Umgebung überfordert oder gefährdet sieht.

Das alkoholfreie Zuhause ist nicht nur die Wohnung oder das Haus. Dieser Begriff umfasst ein trockenes Umfeld, Menschen, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihn unterstützen. Auch die Selbsthilfegruppe oder das Forum hier gehören dazu. Es sind Anlaufpunkte, wo ihm keiner was vortrinkt, ihn also in Gefahr bringt. das sind Menschen, die ihn verstehen und respektieren auf seinen Weg.
Ich meide heute noch Menschen, für die der Alkohol wichtiger ist, weil sie eben meinen Weg nicht verstehen.
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Karsten hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben
maria44
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 2106
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 10:03    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Balladona,

mein Mann schafft mir auch keine rosarote Umgebung die muss ich mir selber schaffen und die ist auch nicht rosarot weil das denke ich mir, gar nicht geht weil draußen hat man überall mit Alkohol zutun ich kann mich aber davor schützen und das kann ich nur alleine tun, mein Mann und ich, wir sprechen über Alkoholismus und er hat sehr viel mitmachen müssen als ich getrunken habe, und er ist froh dass ich nicht trinke und wenn ich ihm glauben kann und das tue ich, macht ihm das auch nichts aus in meiner Gegenwart kein Alkohol zu trinken, er stellt es nicht in Frage ob er sich für mich opfern muss, und er ist stolz auf mich das sagt er mir immer wieder aber das alles beruht auf Gegenseitigkeit ich verbitte ihm nicht das er mit seinen Kumpels mal Bier trinken geht, und wir verstehen uns viel besser jetzt, weil wir darüber sprechen können, aber wie gesagt es beruht auf Gegenseitigkeit ich nehme Rücksicht auf ihn und seine Bedürfnisse und er auf meine, sollte es nicht so sein in eine Beziehung? Wenn ich nur das mache was ich will dann na ja, dann würde ich lieber alleine bleiben.
Es sind nur aber meine Gedanken!!!!!

Liebe Grüße
Maria
____

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Chinesische Weisheit
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maria44 hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben
Freund
Gast






BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 10:19    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin Belladonna,

du schreibst: "Er würde das für mich nicht tun."

Wie du mir, so ich dir ???
Entschuldige, aber das bewirkt bei mir nur Kopfschütteln.
Mir fehlen die Worte !

Wie auch schon von Karsten erwähnt, benötigt man von seinem familiären Umfeld als Refugium absolute Unterstützung.

Du solltest also erst einmal die Liebe zu deinem Partner für dich hinterfragen, ob du ihn für die Zukunft als Alkoholiker oder Trockenen neben dir haben möchtest, ob dein Alkoholkonsum dir wichtiger ist als dein trockener Partner ... ergo deine Prioritäten für dich festlegen.

Dann weißt du vielleicht, was du willst. Falls du dich für den Alkohol entscheiden solltest gäbe es für deinen Freund im Falle einer Trennung eine Chance einen Partner zu finden, der seinen Weg unterstützt.

Einen kopfschüttelnden Gruß
Freund.
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Freund hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben
chiara
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 362
Wohnort: UK

BeitragVerfasst am: 09.07.2006, 11:50    Titel: Re: Co-Abstinenz Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Belladonna,
Als Mein Mann für mich auf sein hin und wieder Bier verzichted hat um mir meine alkoholfreie Umgebung mit zu ermöglichen, war ich auch zuerst voll des schlechten Gewissens. Mittlerweile ist das NICHT mehr so. Andere Familienmitglieder, Mein Vater, meine Mutter, würden so etwas glaube ich nicht einmal in Betracht ziehen.
Obwohl mich mein Mann TRINKEND, ja sogar schwer trinkend kennengelernt hat, gab s nach sehr vielen Tiefs auch wieder gute Zeiten. Sein letzter Gedanke wäre mir jetzt auch noch mein zu Hause "unsicher" zu machen. Die Welt da draussen ist unsicher genug und es ist wunderschön, ich weiss immer wenn ich nach Hause komme ist meine Umgebung sicher.
Heute weiss ich auch, dass das für meinen Mann kein so grosses Opfer war wie ich anfangs dachte. Er freut sich nun an anderen Dingen, die ihm früher nicht mal eingefallen wären. Und vergiss nicht, auch andere Krankheiten, nicht alleine Alkoholismus verlangen einen Ausschluss des Alkohols aus der Umgebung. Bei Krebs oder anderen Krankheiten ist das meist nichtmal ein Thema und ein liebender (sehr liebender) partner sehr gerne bereit ein Leben ganz ohne Alkohol zu teilen. Wenn sich zwei Menschen erhrlich lieben sollte das (meiner persönlichen meinung nach) kein Thema sein. Wir können sogar jetzt gemeinsam Fussball schauen (was hier in den UK fast IMMER mit Bier zu tun hat) und dabei Mangosaft oder andere ganz leckere kühle und erfrischende getränke geniessen. mein Mann bedankt sich sogar oft, dass sein Bierbauch jetzt einer sehr schlanken Körpermitte gewichen ist. Geld bleibt auch immer mehr übrig am Ende des Monats...
Alles Liebe Euch
chiara
chiara
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chiara hat zum Thema: Re: Co-Abstinenz geschrieben

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