| ich bin nass, er ist trocken=Problem • Seit Montag kein Schluck mehr! |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Chris35 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.07.2006 Beiträge: 6 Wohnort: Köln
|
Verfasst am: 06.07.2006, 11:46 Titel: Alkoholproblem? |
|
|
Hallo,
bin seit heute registriert und habe hier auch schon öfter gelesen. Ich habe aber noch nie über das Thema gesporchen.
Ich trinke seit etwa 5 Jahren wieder, nachdem ich in den 90ern schon mal eine Weile bis zu 2 Liter Wein abends getrunken habe. Danach folgte eine längere alkoholfreie Zeit. In der neuen Episode seit etwa 5 Jahren waren es ein paar Bier und Wein bis seit etwa zwei Jahren neben Bier, Wein, Sekt - was halt gerade da war - abends dann auch mal eine halbe bis dreiviertel Flasche Schnaps (zuletzt Wodka). Ich merkte, dass ich morgens irgendwie immer schwerer aus dem Bett kam. Und dass ich mich irgendwie komisch fand, wenn ich abends meine "Entspannungsphase" begann und die Schnapsflasche für ein paar "entspannende" Züge an den
Hals hielt. Beruflich bin ich halt total eingespannt, die Kinder fordern auch. Dass meine Leberwerte seit Ende 2004 schon angeschlagen sind, hielt mich nicht ab, weiterzumachen.
Trotzdem fühlte ich mich irgendwie alarmiert. Letzte Woche war ich daher bei einem Suchtberater mit dem ich heute auch noch mal telefoniert habe. Er ist Arzt und meint, ich solle mal ruhig ein paar Tage auf Station um zu sehen, wie der Körper "ohne" reagiert. Das habe ich befürchtet. Wie verhext hat meine Frau zu alledem "zufälligerweise" spitzgekriegt, dass und wo ich Schnapsflaschen horte. Sie hat geweint und gesagt, dass Sie mir helfen will. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich so geschämt und deswegen nie etwas gesagt habe. Gestern habe ich zum ersten Mal - mit ihrem Einverständnis, weil ich hier nichts übers Knie brechen will - nur Bier und Wein und keinen Schnaps mehr getrunken. Ich schlief drei Stunden in der Nacht, dann war ich öfter wach. Wenn ich wieder schlief hatte ich Alpträume und schwitzte. Sie sieht ein, dass ich hier was ändern will und lässt mich deswegen weiterhin etwas trinken. Ich mache das, weil ich Angst habe, von heute auf morgen ohne ärztliche Aufsicht alles abzusetzen. Ich möchte im August - dann hätte ich Zeit und Raum dafür - für ein paar Tage auf Station unter ärztlicher Aufsicht und schauen, was "ohne" passiert.
Ich bin verunsichert über das, was mit mir passiert (ist). |
|
| Nach oben |
|
| Chris35 hat zum Thema: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 06.07.2006, 11:56 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
Hallo und herzlich Willkommen Chris,
das es mit weniger trinken auf längere Sicht nicht funktioniert, dürfte Dir klar sein.
Eigentlich gibt es keine Grund, wenn man etwas gegen seine Sucht machen ,öchte, dies auf die lange Bank zu schieben. Du solltest eher gleich in die Entgiftung gehen und den Rat Deines Suchtberaters befolgen.
Aber zwingen kann man keinen.
Wenn Du aber bis August warten möchtest, solltest Du wirklich nicht einfach so aufhören. Bei Deiner Alkoholmenge sind schwere Entzugserscheinungen zu erwarten, die, wie Du sicher hier gelesen hast, auch tödlich enden können.
Gruß
Karsten
______________________
Alkoholentzug
Arztbesuch bei Alkoholsucht |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
|
Verfasst am: 06.07.2006, 12:03 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
| Chris35 hat Folgendes geschrieben: | Hallo,
Ich bin verunsichert über das, was mit mir passiert (ist). |
Hallo Chris und herzlich willkommen hier im Forum.
Du bist nach und nach in die Alkoholsucht gerutscht, das ist passiert.
Du brauchtest immer mehr und mehr Alkohol.
Das du den Entzug im Krankenhaus machst ist völlig ok, denn du hast ja bereits Entzugserscheinungen wenn du weniger trinkst.
Es ist schön dass du etwas gegen deine Krankheit unternimmst, hast die richtigen Wege eingeschlagen.
Besser wäre der sofortige Entzug, aber bis August ist es ja auch nicht mehr so lange hin.
Ich wünsche dir die Kraft für ein trockenes Leben, es lohnt sich,
Gruß von Annika |
|
| Nach oben |
|
| Annika hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Belladonna neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 04.07.2006 Beiträge: 34 Wohnort: Bayern
|
Verfasst am: 06.07.2006, 12:25 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
Herzlich Willkommen Chris!
Du bist auf dem rechten Weg. Aber wozu warten? Man kann sich nicht aussuchen, wann man krank wird! Weißt Du, ob Dein Körper das bis August verkraftet? Wenn Du Dir jetzt ein Bein brichst oder wenn Du jetzt einen eingeklemmten Gallenstein hast, wartest Du da auch mit der Behandlung bis August, nur weil es Dir besser passt?
Es gibt nie den idealen Zeitpunkt. Du wirst im August wieder einen Grund finden, warum es Dir dann nicht passt.
Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens. Und das Deiner Familie...
Gruß EVA |
|
| Nach oben |
|
| Belladonna hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Chris35 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.07.2006 Beiträge: 6 Wohnort: Köln
|
Verfasst am: 06.07.2006, 15:54 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
Hallo Ihr,
danke, dass Ihr Mut macht. So habe ich es in diesem Forum auch schon oft gelesen und Ihr alle anderen habt mich ermutigt, selbst für mich aktiv zu werden und zu erkennen, dass da was aus dem Ruder gelaufen ist.
Wie muss man sich denn einen Entzug in einer Klinik vorstellen?
Wie geht es einem und was machen die mit einem? Und ist man nach den vier Tagen körperlich "entzogen" (klar, die Schäden an der Leber etc. heilen nicht sofort ab)?
Und sind danach hauptsächlich therapeutische Sitzungen und Gruppengespräche wichtig?
Ich habe auch von so nicht süchtig machenden Anti-Craving-Medikamenten gelesen.
Sorry, wenn die ein oder andere Frage schon mal gestellt wurde. Ich hab vorher ein bischen gesucht und frage deswegen einfach (noch) mal.
Ich fühle mich heute "irgendwie krank" und meine Handflächen und Achseln schwitzen am Schreibtisch trotz Klimaanlage. Ich hoffe, das kommt vom Wetter.
Gruß in die Runde
Chris |
|
| Nach oben |
|
| Chris35 hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Damien06 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 26.06.2006 Beiträge: 62 Wohnort: Datteln
|
Verfasst am: 06.07.2006, 16:18 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
Hallo Chris35,
Ich denke nicht, das daß schwitzen vom Wetter kommt-geht mir nämlich auch nicht anders.
Ich stimme Belladonna voll und ganz zu.
Hab die letzten Tage auch versucht, auf nem leichten Level, den passenden Zeitpunkt abzuwarten.Da ich in eine Langzeitentwöhnung gehen werde, was aber aber noch eine Weile dauert, dachte ich darauf zu warten bis mein Termin dafür feststeht und dann kurz vorher in die Entgiftung zu gehen.Musste aber feststellen, das es so nur weiter Bergab geht.Habe mir deshalb vorhin meinen Aufnahmetermin geholt.
Ich hoffe, du überdenkst das mit dem Warten noch einmal.
Einen lieben Gruß und viel Kraft
Jörg |
|
| Nach oben |
|
| Damien06 hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Teufelchen Gast
|
Verfasst am: 06.07.2006, 18:17 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
Hallo Chris,
nachvollziehen kann ich es auch nicht, warum Du bis August warten willst. Nun gut, in der Entzugsklinik wird unter ärztlicher Aufsicht der Körper entgiftet. Treten starke Entzugserscheinungen auf, werden Medikamente verabreicht, die diese dämpfen.
Der vollständige körperliche Entzug dauert 7 - 10 Tage. Niemand macht etwas mit einem. Es wird einfach nicht getrunken, es gibt mehr oder wenig strenge Ausgangsregeln und andere Stationsregeln, die einzuhalten sind.
Von Klinik zu Klinik unterschiedlich werden therapeutische Gruppengespräche durchgeführt, Selbsthilfegruppen stellen sich vor. Desweiteren wird während des Entzuges die weitere Nachsorge mit Ärzten, Therpeuten und wenn nötig Sozialarbeitern besprochen.
Was Deine heutiges Schwitzen angeht, keine Ahnung woran das liegt. Habe ich richtig gelesen, Du trinkst weiterhin noch Bier oder Wein? Es macht überhaupt keinen Unterschied, ob Du nun Schnaps oder Bier und Wein trinkst. Alkohol ist Alkohol.
lg
Teufelchen |
|
| Nach oben |
|
| Teufelchen hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |
Chris35 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.07.2006 Beiträge: 6 Wohnort: Köln
|
Verfasst am: 07.07.2006, 17:49 Titel: Re: Alkoholproblem? |
|
|
Hallo Ihr,
vielen Dank für die ernsten Ratschläge, nicht bis August zu warten. Habe gestern noch bei der Fachärztin, die auch Psychotherapeutin ist, angerufen und um einen Einweisungsschein gebeten. Den gibt sie mir auch.
Wir haben aber auch eine gute Dreiviertelstunde gesprochen. Darüber, dass ich meinen bisherigen Konsum an Alkohol (ich habe es mal in Gramm reinem Alkohol ausgerechnet) von vor ein paar Tagen (170 gramm) auf vorgestern (110 gramm) runtergefahren habe. Da mir das nachts größere Probleme bereitete (Alpträume, Schwitzen, um 2 Uhr schon Stehaufmännchen), ging ich wieder auf 130 hoch. Und das passte heute ganz gut. Zwar wieder ab 3 Uhr öfter wach, aber immerhin fittes Gefühl und kein Zittern um 16 Uhr.
Was das vor ein paar Tagen ausgemacht hat, einfach den Wodka wegzulassen.
Die Ärztin sagte mir, jeder "klassische Suchtmediziner" empfiehlt: ab in den stationären Entzug. Sie hörte mir aber zu und sagte, "Sie könnten mit ihrem Willen und ihrem Ansatz aber auch ohne Sofortentzug Erfolg haben, binnen 4 bis 6 Wochen". Wir sprachen noch eine Weile. Ich kam nach Hause, machte eine Tabelle. Über fünf Wochen hinweg gleichmäßig den Alkohol runterfahren, parallel mit der Psychotherapeutin (weiter-)sprechen. Die Liste will ich strikt einhalten. Habe heute zum ersten Mal aus einer (der jetzt wie Wein rationierten) Bierflaschen (mit Maßbecher) teilweise in den Abfluss laufen lassen. Jeden Tag 4 gramm Alkohol weniger. Ihr haltet mich jetzt vielleicht für verrückt oder sagt "so wird das nie was". Ich habe aber Hoffnung. Und Willen. Und die Ärztin hat mich in beidem bestärkt. Dafür, das ich erst im AUGUST in die Klinik wollte, doch zumindest JETZT kein schlechter Kompromiss, oder? Am 9.8. ist laut der mit der Ärztin besprochenen Tabelle der letzte Tag meines "langsamen Entzuges": Ich darf an diesem Tag rechnerisch noch einmal 100 ml Bier trinken (klingt blöd ich weiß, kann man es auch ganz sein lassen).
Was ich Euch sagen will: Ich habe ein Alkoholproblem. Ich weiß es. Und ich will es in den Griff kriegen. Aber den physischen Entzug möchte ich unbedingt (wenigstens einmal) im Kreise meiner Familie versuchen. Daneben mit psychologischer Betreuung, 1 - 2 x die Woche.
Auch wenn Ihr das alle für einen Fehler halten könntet: Daumen drücken ist erlaubt!
Chris |
|
| Nach oben |
|
| Chris35 hat zum Thema: Re: Alkoholproblem? geschrieben
|
|
 |