| Ich liebe eine Alkoholikerin, wie kann ich ihr helfen ??? • Verdrängung der Alkoholprobleme |
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itze neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 25.06.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 25.06.2006, 15:10 Titel: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo, ich bin der Itze.
Ich trinke seit bestimmt 25 Jahren meinen 1 l Wein am Abend, seit 3 Jahren, als sich meine Frau von mir getrennt hat, ist das Pensum auf 1,5 l gestiegen.
Vor ungefähr 1 Monat, kurz nach meinem 50. Geburtstag, kam so nach und nach der Gedanke in mir hoch: ES MUSS SICH ETWAS ÄNDERN !!
Ich will so einfach nicht weitermachen. Ich bin Alkoholiker.
Also habe ich den Gedanken ein paar Tage reifen lassen und bin dann zur örtlichen Suchberatung. Dort erfuhr ich, dass es für den stationären Entzug wg. Ärztestreik riesige Wartelisten gibt, also alles dicht. Also bin ich auf den Rat des Beraters in der Suchtberatung zum Hausarzt und habe ihm alles erzählt (das fiel mir nicht leicht, das könnt ihr mir glauben).
Da ich sowieso erhöhten Blutdruck habe und mein Arzt Angst hat, der Blutdruck könnte beim Entzug verrückt spielen, soll ich 2 Wochen mit steigender Dosis Beta-Blocker nehmen (die erste Woche habe ich gerade hinter mir) und dann kann ich Entzug machen. Inwieweit mein Arzt mich dabei sonst noch unterstützen kann, klärt sich vielleicht nächste Woche, da habe ich wieder einen Termin.
Der Antrag für die Therapie (aus meiner Sicht geht nur ambulant) ist leider noch nicht raus und jetzt hat der Berater aus der Suchtberatung erst mal 3 Wochen Urlaub. Das bedeutet, wenn ich nächste Woche Entzug mache, dauert es erst einmal etliche Wochen, bis die Therapie los geht. Macht das Sinn ? Ich will aber auch den Entzug jetzt nicht ewig vor mir her schieben. Vielleicht habt ihr einen Rat.
Itze |
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Wicki neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.06.2006 Beiträge: 47 Wohnort: Oranienburg
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Verfasst am: 25.06.2006, 17:04 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo Itze. Schön, daß du Dich für ein anderes Leben entschieden hast. Wenn der Wunsch, nicht mehr zu trinken, in Dir schon gereift ist, wird eine mehrwöchige Pause zwischen Entzug und Therapie Dir nichts ausmachen. Eine spätere Therapie bedeutet nicht zwangsläufig, daß Du bis dahin wieder trinken wirst. Im Gegenteil. Wende Dich in der Wartezeit unbedingt an eine SHG, um Deine trockenen Gedanken zu sichern. Wenn Du bis zur Therapie trocken bleibst, kannst du vorzüglich an Dir arbeiten und hast anderen etwas voraus, die noch nicht so lange vom Entzug entfernt sind: einen kleinen Erfahrungsschatz über ein trockenes Leben.
Warum kommt für Dich nur eine ambulante Therapie in Frage? Ich habe seinerzeit darauf bestanden, eine stationäre Therapie zu machen ( Hansenbarg/Hanstedt in der Nordheide ), um mich nur auf mich konzentrieren zu können. Der Erfolg gab mir recht. Die Rückfallquote lag bei den stationären mit 75% sehr niedrig, bei den ambulanten ging sie Richtung 90%! Der Alkoholiker wird in seinem Leben nur einmal trocken. Daher war für mich wichtig, auf dem Weg in mein neues Leben alle Störfeuer von Verwandten, Freunden und Arbeitgeber auszuschließen. Die Arbeit an sich selbst erfordert höchste Konzentration, Mut, die Bereitschaft, längst verloren geglaubtes wieder herauszuholen. Sie verursacht Seelenschmerzen und ich habe ( Gott sei Dank ) wieder gelernt zu weinen. Ich hätte flüchten können aber das wurde mir sehr schwer gemacht und dafür bin ich heute dankbar. Eine ambulante Therapie macht die Flucht einfach.....
Einfach nur mal ein Gedanke von mir.
Wicki |
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Teufelchen Gast
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Verfasst am: 25.06.2006, 17:35 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo Itze,
ich habe die gleichen Erfahrungen mit meiner stationären Therapie gemacht. Für mich wäre eine ambulante auch nie in frage gekommen. So losgelöst vom Alltag in einer geschützten Atmosphäre, fällt das arbeiten an sich selbst doch leichter. Damit meine ich nicht, dass es jemals leicht fällt.
Doch letztendlich ist das Deine Entscheidung. Aber nochmals möchte ich Wickis Gedanken aufnehmen und Dir raten bis zum Beginn unbedingt Selbsthilfegruppe aufzusuchen.
Viel Erfolg auf Deinem Weg wünscht Dir
Teufelchen |
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itze neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 25.06.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 25.06.2006, 18:34 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo Wicki, hallo Teufelchen,
danke für eure Antworten und Hinweise. An SHG im Anschluss an den Entzug (oder schon während) habe ich auch schon gedacht, plus natürlich die SHG, die dieses Forum bietet.
Ambulante Therapie deswegen, weil ich nicht weiss, wie mein Arbeitgeber damit umgeht. Letzt wurde einem Kollegen von mir, der wg. Herz-Rhythmus-Problemen ein halbes Jahr gefehlt hat, ein Aufhebungsvertrag angeboten mit dem Hinweis, dass er, wenn er nicht unterschreibt, betriebsbedingt gekündigt wird. Und mit 50 einen neuen Job in der IT-Branche zu finden kann ich vergessen.
Mir ist einfach das Risiko zu gross, dass ich in einem Jahr dann in Hartz IV bin und den Unterhalt an meine Kinder nicht mehr bezahlen kann.
Beste Grüsse
Itze |
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Wicki neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.06.2006 Beiträge: 47 Wohnort: Oranienburg
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Verfasst am: 25.06.2006, 19:02 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo Itze,
ich würde von Beginn an unter dem Druck stehen: "Ich darf wegen meines Jobs und wegen der Kinder nicht trinken". Diesem Druck standzuhalten wäre ich nicht in der Lage. Nicht dürfen geht bei mir nicht.
Wenn meine Alternative wäre, Hartz4 und trocken oder Job mit 95% Rückfallwahrscheinlichkeit würde ich mich wohl für das trockene Dasein entscheiden. Bei einem Rückfall bin ich meinen Job auch los, würde meinen Unterhaltsverpflichtungen auch nicht nachkommen können und würde obendrein noch saufen.
Wünsche trotzdem viel Erfolg. Halte uns mal auf dem Laufenden.
Wicki |
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itze neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 25.06.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 27.06.2006, 20:11 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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| Wicki hat Folgendes geschrieben: | Hallo Itze,
ich würde von Beginn an unter dem Druck stehen: "Ich darf wegen meines Jobs und wegen der Kinder nicht trinken". Diesem Druck standzuhalten wäre ich nicht in der Lage. Nicht dürfen geht bei mir nicht.
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Könnte dieser Druck nicht auch eine Motivation sein, trocken zu bleiben und das erste Glas nicht anzurühren ?
Egal. Als Erstes steht jetzt der Entzug an (ab diesem Wochenende) und danach werde ich noch genug Zeit haben, mir zu überlegen, welche Art der Therapie für mich wohl die richtige ist. Ich habe die Hoffnung, dass ich dann - trocken - besser beurteilen kann, was für mich gut ist, als im Moment.
Drückt mir die Daumen, dass ich diese ersten Schritte schaffe, ich werde berichten und mir Rat holen, wobei es am Anfang bestimmt eher die kleinen praktischen Ratschläge sein werden, die ich brauche.
Hierfür habe ich natürlich auch schon im Forum ein bißchen herumgesucht: alkoholfreie Geränke sind sowieso immer genug da, ein kleiner Schokoladenvorrat wird noch angelegt (wobei ich hoffe, dass das nicht so extrem wird, wie bei meiner Nikotinentwöhnung vor 12 Jahren) und ich werde mir einen Plan machen, was ich sinnvollerweise abends unternehmen kann (falls ich mich nicht ganz übel fühle). Und natürlich wird die Wohnung alkoholfrei gemacht, verschenken oder wegschütten !!
Irgendwie bin ich schon gespannt, was da mit mir passiert.
Ich werde mich melden und hoffe auf heftige Unterstützung von euch
Beste Grüsse
Itze |
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| itze hat zum Thema: Re: Es muss sich etwas ändern geschrieben
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Wicki neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.06.2006 Beiträge: 47 Wohnort: Oranienburg
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Verfasst am: 27.06.2006, 20:32 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo itze,
keine Trockenheit unter Druck.
trotzdem:
Viel Erfolg
Wicki |
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| Wicki hat zum Thema: Re: Es muss sich etwas ändern geschrieben
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marie_on45 Gast
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Verfasst am: 27.06.2006, 22:57 Titel: Re: Es muss sich etwas ändern |
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Hallo itze
Nur für Dich und Schritt für Schriit
Ich drücke die Daumen und schicke ein Päckchen
Mut und Kraft.
Lieben Gruß
Marie  |
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| marie_on45 hat zum Thema: Re: Es muss sich etwas ändern geschrieben
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