Lilly12 Gast
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Verfasst am: 24.06.2006, 11:15 Titel: Re: mein erster tag ohne |
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Hallo Karl,
was Karsten schrieb, wollte ich auch grad schreiben.
Warum ist da Alkohol bei Dir im Haus? Das geht nicht gut, Du mußt ihn wegschaffen,das ist sehr wichtig. Weiß Deine Frau nichts von Deinem Vorhaben? Es ist besser, sie weiß es, sie kann Dich dann unterstützen. Was meinst Du, würde sie das tun? Ich denke, wenn sie Dich liebt, tut sie das auf jeden Fall.
Du weißt, das so ein Entzug allein sehr schwer ist und auch manchmal gefährlich, Deine Frau sollte wissen,was Du vorhast, das sie bei eventuellen Komplikationen eingreifen kann.
Ich wünsche Dir sehr,das Du es schaffst, aber Deine Chance ist sehr gering, das weißt Du aber. Solange Alk im Haus ist, ist die Chance gleich Null.
Schaff das Zeug JETZT weg, das ist besser.
Ich denke, die schwierigste Zeit steht Dir jetzt bevor. Die erste oder die ersten beiden Wochen trocken zu bleiben sind vielleicht die schwersten? Noch denkt Dein Körper, es gibt gleich wieder was, dann wird es schwerer. Ich weiß aber nicht,ob das so stimmt, ich denk es mir nur so und sehe es an Erfahrungen anderer hier.
Karl, wenn Du es nicht schaffst, verlier nicht den Mut. Schreib das trotzdem hier, dann kann man gemeinsam nach anderen Wegen suchen. Das ist keine Schwäche, es nicht zu schaffen. Aber es ist ein Zeichen von Mut, zuzugeben, wenn man es nicht geschafft hat, es trotzdem dann anders zu versuchen, halt wieder aufzustehen.
Du schreibst so neagiv über Ärzte, wie waren da Deine Erlebnisse? Die Ärzte müssen doch wissen, das es uns überall gibt, wir sind unter Hochschulprofessoren, wir sind die "Penner" (nicht negativ) die bei Penny um die Ecke die Dosen leeren, wir sind unter erfolgreichen Geschäftsleuten,wir sind unter Ärzten selber, wir sind unter Baurbeitern genauso wie unter Politikern, wir sind unter Wissenschftlern und Hausfrauen, wir sind einfach ÜBERALL !
Alkoholiker zu sein hat also anscheinend nichts mit der Intelligenz-Stufe zu tun. Darum ist Alkoholismus eine Krankheit. Nicht mehr und nicht weniger. Wir müssen damit leben, am besten allerdings TROCKEN. Ich mach mir selten Gedanken, warum es passiert ist, manchmal schon, sicher, aber es nützt mir im Endeffekt nichts. Ich weiß nur, das ich so bin, ich habe diese Krankheit und kann gut damit leben. Seit über 4 Jahren trocken. Ich habe keine Sekunde der Trockenheit bereut, mein Leben war vorher nur noch Dreck.Taugte nicht mehr zum Leben, ich wollts am liebsten gar nicht mehr. Ich war dabei, mein Leben zu zerstören, habs ja auch getan, es hätte nur noch 2-3 Wochen gedauert, dann hätt ich mich einfach totgesoffen.
Und das alles trotz das ich im Grunde ein sehr positiver, fröhlicher Mensch bin, aber mit dem Stoff war ich nicht mehr ich. Ich weiß gar nicht mehr, wer ich war. Erst mit der Trockenheit wurde ich wieder ich selbst, am meisten freu ich mich selber darüber, ach, dazu muss ich mal nen neuen Thread aufmachen...wird viel zu lang sonst.
Karl, ich wünsche Dir von Herzen alles Gute. Du hast schon viel in Deinem Leben erreicht, jetzt wird es Zeit, mit dem Alk Schluss zu machen. Du ahnst noch gar nicht, wie schön Dein Leben dann wird.
Und wichtig, lass von Dir hören, ja?
Gruß von der Lilly |
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