| Selbsthilfe und Beratung • Die Sucht bekämpfen |
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Rhein neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.07.2011 Beiträge: 139
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Verfasst am: 27.01.2012, 22:31 Titel: Re: einsicht |
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hi Melinak,
ich habe keine Antwort auf diese Frage. "was euch motiviert fest zu halten und nicht los zu lassen. habt ihr so angst vor liebeskummer?"
ich bin in dem Stadium (seit nun sechs Monaten),daß ich mich nach meinem Tiefpunkt 1a distanziert hatte, für länger, ohne Trennung ausgesprochen zu haben, nach Wochen gab es wieder Kontakt, vorsichtig, ich dachte, vielleicht kann Vertrauen wieder aufgebaut werden. D.h. also, ich hatte irgendwo Hoffnung. Oder nur Eitelkeit, die gekränkt war, der Bedarf verstandsmäßig aufzuarbeiten MIT ihm was wieso warum wann passiert war. Ich wollte und will verstehen und dafür brauche ich ihn. Ich will verstehen was alles dazu beigetragen hat, aber Gespräche zwischenzeitlich waren schwierig, teilweise haben sich Muster wiederholt, teilweise war er wieder betrunken, oh my god.
Es fällt mir schwer mich zu trennen ohne alles verstanden zu haben.
Liebeskummer habe ich dennoch, Liebeskummer grundsätzlich, daß die BZ nicht geklappt hat. Hätte ich mich im Moment der Distanzierung gleich getrennt wäre jetzt sechs Monate um und ich hätte die Liebeskummerphase schon ad acta gelegt.
Daher, doch eine Antwort: der Wunsch die Sache und BZ aufzuarbeiten hat mich nicht zum finalen Trennungsschritt kommen lassen. Ob da der Wunsch nach Kontrolle mitspielt? Aber auch der Wunsch aus Fehlern zu lernen.
Und ich glaube, ich bin aber kurz davor mich final zu trennen, weil ich derzeit sauer auf ihn bin, auch Gefühle wie Wut zulasse, was ich sonst leider zu oft unterdrücke wenns angebracht wäre. Wut zuzulassen und zu spüren tut so gut.
Rhein |
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| Rhein hat zum Thema: Re: einsicht geschrieben
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BlueCloud aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2011 Beiträge: 737
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Verfasst am: 28.01.2012, 11:37 Titel: Re: einsicht |
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Hallo Melanie,
ich denke, das Schwierigste an der Einsicht ist, dass sich die Betroffenen vor Augen halten müssen, wie die Krankheit Alkoholismus in Verbindung mit der eigenen Abhängigkeit "funktioniert" und dass gerade der Partner eine wichtige Rolle in dieser Konstellation spielt. Solange das Gefüge Alkoholiker und Co.-Abhängiger funktioniert, solange wird sich bei beiden nichts ändern - eben weil es doch funktioniert. Drohungen werden nicht wahr gemacht - aus Angst vor dem Alleinesein oder es werden vergangenen Zeiten hinterher getrauert und die jetztige Situation vollkommen ausgeblendet. Es wird gelitten und gekämpft - weil man den Partner für sich braucht, damit man wieder glücklich sein kann. Der Alkohol nimmt anstelle des Partners den Platz ein, quasi wie ein/e Geliebte/r und sich damit abzufinden ist meist unvorstellbar. So versucht der Co.-Abhängige alles, um diesen Konkurrenten aus der Beziehung zu kicken. Kontrolliert, manipuliert, droht, erpresst und ein Teufelskreis hat begonnen.
Der Fehler, der oft gemacht wird ist, dass der Partner eines Alkoholikers zur Krankenschwester, zum Arzt, zur Sekrätarin, Putzhilfe und gar zum Therapeuten mutiert und immer weiter über sich hinaus wächst. Damit schadet er sich und auch dem Partner, weil er sich immer wieder zwischen schaltet und meint, er könne den Alkoholkonsum eines Süchtigen damit steuern. Man muß nur dranbleiben...bis zum bitteren Ende. Meist ist man dann enttäuscht, weil man macht und tut ja und der Süchtige hört immer noch nicht auf. Warum auch - es läuft doch alles bestens - also kann der Süchtige auch weiter machen.
Mit Liebe ist sowas nicht mehr zu vergleichen. Denn wenn Liebe im Spiel wäre, könnte man loslassen. Was ja nicht immer eine absolute Trennung beinhalten muss. Ein Auszug hilft ja auch erst einmal Abstand und Abgrenzung zu finden und auch für sich selber zu klären, warum man an einer Beziehung festhält, in der man meist nur verletzt wird.
Gruß
BC |
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| BlueCloud hat zum Thema: Re: einsicht geschrieben
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Antilope neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2010 Beiträge: 217 Alter: 62
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Verfasst am: 28.01.2012, 19:14 Titel: Re: einsicht |
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Hallo BlueCloud,
was Du schreibst, kann ich nur unterstreichen.
Lange Jahre war ich immer für meinen Partner da, wollte immer helfen, Verantwortuing für ihn tragen und meinte, ihn damit vom Alkohol loszubekommen.
Wenn man in diese Rolle der Betreuerin, Krankenschwester usw. geschlüpft ist, ist es schwer, wieder das Tor zum Ausstieg zu finden.
Oftmals zwingt uns der Partner selbst zu diesem Schritt, weil er ja für sich selbst eintscheiden will, was er tut. Auch wenn er weiter trinken will, so müssen wir begreifen lernen, dass wir ihn nicht davon abhalten können.
Diese bittere Erkenntnis zu akzeptieren und loszulassen, das kann aber für uns Co's die Chance für einen Neubeginn sein. Dass wir uns von der alten Rolle lösen und auch für uns selbst einen Neubeginn wagen.
Mit dem Tag, als mein Ex aus der gemeinsamen Wohnung auszog, war es plötzlich, als ob mir ein ganz schwerer Stein von der Seele gefallen wäre. Aber was dann ? Wie gehe ich damit um, keine Sorge mehr um Partner zu haben, abends nach Hause zu kommen, die Wohnung ist leer, es ist so ungewohnt ruhig um mich herum. Keine zermürbenden Diskussionen, keine Ängste mehr.
Ich habe nach und nach dieses neue Leben für mich angenommen und merke immer wieder, wie schön es ist, so ruhig zu leben. Neue Erfahrungen zu machen, neue Freundschaften zu knüpfen.
Konnte ich mir lange nicht vorstellen, weil ja immer der Partner an meiner Seite war. Nur leider war ich letzendlich doch meistens alleine und damit beschäftigt, mich um ihn zu kümmern.
Heute kümmere ich mich um mich selbst und stelle immer wieder fest:
Es gibt so viel Neues und Schönes im Leben, das ich mit meinem Ex nie hätte erleben können. Und dafür bin ich so unendlich dankbar.
Dann schaue ich mir das Leben meines Partners an, der ja auch sein eigenes Leben führen wollte. Der Alkoholkonsum ist gestiegen; nun kann er ja hemmungslos trinken. Keiner, der ihn bevormundet, kein Verstecken mehr.
Das neue Leben bei ihm sieht so aus, dass er mittlerweile seinen Führerschein los ist, Angst um seinen Job haben muss und und ...
Dann denke ich immer wieder: Was geht es mir doch so gut und was bin ich so froh, dass ich das alles nicht miterleben muss. Und dass ich mich selbst für ein anderes, nämlich mein eigenes Leben entschieden habe. |
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| Antilope hat zum Thema: Re: einsicht geschrieben
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Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 465
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Verfasst am: 29.01.2012, 00:39 Titel: Re: einsicht |
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Hmmm.
Hier wird vorausgesetzt, dass eine Sucht keine 'Normalen' Menschen betreffen kann. Ich denke, dass man als 'Normaler'- was oder wer ist das schon- einfach so in eine Sucht hineinschlittern kann, ebenso in eine Beziehung mit einem Süchtigen, wo man automatisch versucht zu helfen und dann aus dem Helfen nicht mehr rauskommt, weil das Helfen ja logischwerweise nichts bringt. allein aus dieser Erkennstnis heraus ist es logisch wie man in die Coabhängigkeit schlittert fällt mir gerade auf.
Seinem Partner helfen wollen finde ich ne ganz normale Sache, auch mal für ihn zu lügen, ihn zu decken, wenner was flasch gemacht ist. Das ist Loyalität.
'Normalerweise' verläuft es doch dann so, dass der Partner Die dankbar ist, sich vielelciht uach mal revanchiert. Ein geben und ein Nehmen. So sollte doch eine 'normale' bzw gesunde Beziehung funktionieren. Wenn Du dem Süchtigen hilfst, weißt Du in dem Moment noch nicht, dass Du da eine Sucht/ Krankheit/ Abhängigkeit förderst. In Deinem Kopf schwirrt Dir anfangs herum, dass es doch jetz mal endlich funktionieren muß. Der Partner müßte doch jetzt mal mit seinem Geld umgehen können, er müßte doch seine Pflichten ernst nehmen, merken dass das übermäßige Trinken ihm nicht gut tut. Eine Denken doch ertsmal, was von einem normalen denken ausgeht.
Auch der Trinkende ist zunächst normal. Dann trinkt man einen oder auch mal zwei, spürt die positiven effekte wie Lockerheit, Gelassenheit, Partylaune. Andere trinken ja auch. Man hat gemeinsame gute Stimmung. Wenn man es dann immer öfter macht, oder zur Lösung von Probleme einsetzt oder warum auch imemr gewöhnt sich der Körper dran. Man verliert die Konrolle. Es wird getrunken.
jetzt gilt man nicht mehr als 'normal'. Man könnte sagen, dass das unnormale der Kontrollverlust ist. Eben deswegen kann der nomale aufhören, wann er will. Der Süchtige nicht. Das ist doch das eigentliche Wesen der Sucht an sich, der Unterschied zur 'Normalität'. Damit stellt sich garnicht die Frage, warum kann ich das nciht. die Antwort ist doch schon: weil ich süchtig bin. Bezogen auf die Coabhänigkeit ist es ebenso. Man beginnt zu helfen mit einer Erwartung, die in der regel, in der Normalität ja auch erfüllt wird.
Hilft man einem Alkoholabhängigen steckt man voller Hoffnung und Illusionen, die niemals erfüllt werden, wenn man die Sucht erkannt und verstanden hat. Bis dahin kann es aber dauern, weil viele es ja erstmal garnicht wissen, dann vermuten, dann nicht wahr haben wollen.
Das ist das Wesen der Coabhängigkeit. Man sieht nach und nach was los ist, dass man nichts ändern kann, aber will es dennoch unbedingt. Aus Liebe, aus Angst, aus dem Wunsch heraus eine 'normale' Beziehung führen zu wollen mit ienem Menschen, den man geliebt hatte als er noch trocken war.
Für mich ist das gewissermaßen ein Realitätsverlust ohne Suchtmittel. Es findet eine Illusion im Kopf, im Denken statt von der man nicht los kommt. Aussenstehende würden sagen: die rennt gegen die Wand. Die ist nicht normal.
Ich glaube, dass beide Süchte existieren können, weil man sich selbst belügt und zu schwach ist die Konsequenzen zu tragen. Also der Ausstieg ist für beide zu hart. Solange zieht man es eben vor in der Situation zu verharren. ein Tiefpunkt zwingt den Süchtigen die Sucht zu überwinden. Das Leid muß größer werden wie die Freude. Wobei die Freude eben das individuell empfundene Gefühl ist, was die Sucht einem bietet. Der normale/ aussenstehende empfindet das in dem moment ja anders. Eben weil er nicht drin steckt.
Ein Alkoholiker kann sich den ganzen Tag auf einen schluck Alkohol freuen. Die Coabhängige freut sich vielelicht auf eine nette Geste von ihrem Allerliebsten. Auch wenn der rest des Tages sie alleine ist, oder am nächsten Tag mal wieder beschimpft wird. Wie kann man das ertragen? Ganz einfach. WEIL man süchtig ist. Sonst wäre man es nicht. Dir Coabhängige versucht verzweifelt sich in die Sucht des Alkoholikers reinzudenken mit dem Ziel (sucht)ihm helfen zu wollen. jeder normale kann süchtig werden. wieviel Raucher gibt es, wie viele TV süchtige, PCsüchtige etc. Drogen sind natürlich gefährlicher und haben ganz andere Konsequenzen. Aber die sucht an sich kann jeden treffen.
Ich habe mal stark geraucht und es war furchtbar schwer damit aufzuhören. jeder Raucher weiß das doch im Grunde und viele sagen dann: Ich will ja garnicht aufhören. Das sagt aber auch aus, dass man es in dem Moment auch granicht kann. Auch ich brauchte meine Tiefpunkt. In der Zeit, als ich geraucht hatte hätte ich mir schon gewünscht, dass ich es hätte kontrollieren können. Zum Beispiel, wenn mal nichts im Hause war, dass ich einfach hätte verzichten können. Aber das ging nicht. gerade dann merkte man ja die sucht, wie irre man dann im Kopf wird. Zu welchen Taten man dann bereit ist. Ich sage jetzt aber ncith im nachhinein, dass ich es nciht verstehen kann wie jeman raucht. Rauchen stinkt und ist ungesund und ein normaler Mensch steckt sich doch kein brennendes stinkendes Nervengift in den Mund. Aber genau so ist es. Ein ganz 'normaler' Mensch tut das.
nach meiner ersten Zigarette hätte ich aufhören können.
Das wußte ich, das spürte ich. Und darum denkt man, dass man ja nach der zweiten, der dritten etc auch noch aufhören kann. Man kann die Sucht nicht verstehen, wenn man nie süchtig war in irgendeiner Form. Aber besonders dann, wenn man es selber durchgemacht hat braucht man doch dann nicht mehr fragen, wieso. Man setzt sich auf den Schlitten, fährt los und es geht immer tiefer abwärts. Und vielelciht fällt man ganz tief in den Schnee und schafft es sich zu befreien oder wird von der Lawine verschüttet.
Coabhängige haben den einzigen kleinen Vorteil, dass sie ja nciht stofflich abhängig sind und sich vieles im Kopf abspielt. aber vielleicht ist das genau auch wiederum der Nachteil. Denn wenn sie sich aus der Beziehung gelöst haben kann es ja immer noch sein, dass das Umdenken nicht stattgefunden hat und sie in die nächste Coabhängigkeit schlittern. Und wenn man sich dann imemr noch fragt, wie man in eine solche Situation hineingeraten ist , wie andere da hineingeraten sind etc, dass normale menschen das doch merken müßten etc..... dann hat man vielleicht immer nocht nicht verinnerlicht, dass man süchtig ist und andere es auch sind. oder wieso müßte man es dann noch fragen???
In fast jedem neueröffneten thread steht doch sinngemäß: warum hört er nicht auf zu trinken, warum , ich liebe ihn doch so sehr, was kann ich tun. Da gibts doch nur eine antwort, wenn man ehrlich ist. Er ist süchtig und Du kannst nichts gegen seine Sucht tun. Und gegen die Coabhängigkeit? Begreifen, erkennen dass es eben so ist. |
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Antilope neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2010 Beiträge: 217 Alter: 62
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Verfasst am: 29.01.2012, 12:32 Titel: Re: einsicht |
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Hallo Frozen Tears,
Dein Beispiel mit dem Rauchen passt genau.
Ich habe vor einigen Monaten bei einer Freundin miterlebt, wie schwer es ist, damit aufzuhören. Sie musste professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, weil sie schlaganfallgefährdet ist.
Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass sie selbst schon mit mehreren Männern liiert war, die Alkoholiker sind und dadurch starken Leidensdruck erlebt hat.
Mir ist in diesen Wochen ihres Kampfes gegen das Rauchen erst einmal richtig klar geworden, wie schwer es ist, sich aus einer Sucht zu befreien. Wobei sie selbst sagt, dass sie ab und zu mal wieder raucht. Auch wenn die Ärzte sie immer wieder daraufhinweisen, wie gefährlich es für ihre Gesundheit ist ...
Nur was hilft uns als als Co diese Erkenntnis ? Muss ich ewig warten, bis mein Partner endlich den Punkt erreicht hat, wo er aussteigen kann.
Es vergehen wertvolle Jahre, die uns alle prägen, unser Selbstbewusst-sein auf den Tiefpunkt bringen.
Selbst wenn der Süchtige nicht an an einen solchen Punkt kommt, sollten wir versuchen, rechtzeitig aus diesem Teufelskreis auszubrechen, bevor wir mit dem Partner untergehen.
Ich rechne es meinem Ex immer noch sehr hoch an, dass er mir nach unserer Trennung sagte, dass er sein Problem kennt, aber mich aus seiner Sch.... heraushalten wolle. Er müsse sein Problem selbst lösen, ob er es schafft, dass könne er selbst nicht sagen.
Natürlich werden da bei mir wieder einige Co-Knöpfe aktiviert. Aber ich habe inzwischen so viel dazugelernt und verstanden, dass ich gerades aus diesem Grund den nötigen Abstand zu ihm halte.
Das soll heißen, dass ich mir schon Sorge mache, wie es mit ihm weitergeht, aber mein eigenes Leben und Wohlergehen in den Vordergrund stelle.
Eine Freundin von mir sieht schon diese Denkungsweise als gefährlich an und macht sich etwas Sorgen, ob ich nicht wieder in das alte Verhalten zurückfalle.
Damit dies nicht wieder passiert, tue ich sehr viel für mich selbst und meine eigene Zufriedenheit.
Denn wie einfach ist es, sich vieles "Schönzureden", alte Erinnerungen wachzurufen, wo das Alkoholproblem noch im Hintergrund stand.
Romantische Momente, zärtliche Stunden, wunderschöne Urlaubstage usw.
Ich denke auch gerne an diese schönen Zeiten, die vielleicht immer ein Teil meines Lebens sein werden. Aber ich muss mir auch immer wieder bewusst machen, dass es diese Zeiten nie mehr geben wird, zumindest nicht mit meinem Ex.
Dafür werden andere, schöne Momente kommen bzw. die gab es ja auch schon. |
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| Antilope hat zum Thema: Re: einsicht geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 29.01.2012, 14:28 Titel: Re: einsicht |
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hallo antilope,
wir leben ja heute und nicht in der vergangenheit. ich habe heute erinnerungen an damals. die sind bestanddteil meines lebens. nur ich würde das nicht wieder haben wollen.auch die schönen tagen die wir hatten waren schön, doch sie sind vorbei. es ist heute nicht mehr relevant, es beherrscht mich nicht ich lernte daraus. heute lebe ich und heute werd ich wieder was erleben. was anderes. auch schönes. auch belastendes. bestimmt. das leben ist nunmal so. es gibt die zeiten da geht es einem gut, da gibt es schönes erleben. dann wieder andere tage wos einfach blöd läuft. was ich gelernt habe ist, das ich das was mal gewesen ist für mich als etwas sehe woraus ich lernen kann. ich schlüsse draus ziehen kann. damals als ich nocht in der ehe steckte wusste ich es nicht besser. heute würd ich es so nicht wieder machen. so seh ich das lernen als etwas positives an. ich verzeihe mir heut selbst was ich gemacht habe. dafür konnte weder ich noch er was. wir lebten damals in einer suchtbeziehung und ich bin da aus gestiegen.
heute lebe ich frei ohne das.ich denke die gefahr das jeh mals wieder zu leben ist in dem moment nicht mehr da, wo das leben bewusst gelebt und wahrgenommen wird. ich selbst achte sehr viel auf mich. gebe meinem inneren wesendlich mehr beachtung. spüre in mich rein ob es mir gut geht im kontakt mit anderen. darin liegt für mich die sicherheit, das, wenn ich das nicht vergesse zu leben, das sich das was ich mal lebte heute nicht wiederholen wird.ich für mich bin verantwortlich für mich. nur das zählt. kein andere wird mir jeh die verantwortung für mein leben abnehmen. selbst dann nicht wenn ich wieder in einer partnerschaft leben würde. denn jeder mensch ist für sich selbst verantwortlich und für sein handeln und sein leben.
gruß
melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: einsicht geschrieben
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n i c i sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2010 Beiträge: 2287 Alter: 46
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Verfasst am: 31.01.2012, 09:30 Titel: Re: einsicht |
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Einsicht ?!!
Da such ich noch in wenig nach dem Sinn ?!!
Mittlerweile haben die meisten von uns ja dieses Zwischenspiel Co-Alkohol. ja schon kapiert.
Und ich denke immer noch, dass die meisten Menschen nicht vor so einer Abhängigkeitsbeziehung gefeit wären.
Sind es doch ganz normale menschlich soziale Züge, sich für einen Anderen einzusetzen und notfalls auch zu decken.
Etwas, was wir uns ja auch wünschen und halt auch bereit waren zu geben.
Dafür hab ich mir vergeben
Nun die Anerkennung von aussen - JA klar. Das ist und war für mich immer wichtig.
Bei allem was ich tue und nicht ganz sicher bin ( und das bin ich meistens nicht - so überzeugt bin ich nun nicht von mir ), horch ich auf das feedback von Außernstehenden.
Ich denke auch das ist etwas, was im Normalfall, nichts Außergewöhnliches ist, nichts was mich stolz machte, sondern lediglich eine Unterstützung meiner Unsicherheit.
Auch das ein ganz gewöhnliches soziales Verhalten.
Das darf ich haben
Nur hab ich nun die Einsicht, die Erkenntnis gewonnen, das nur bis zu einem gewissen Punkt zu praktizieren. Nämlich da, wo ich anfange mir selbst zu schaden, mich aufzugeben, dass das ganze einseitig abläuft....
Ich denke, ich brauche in Zukunft keinen Tiefpunkt mehr, um ungesundes, süchtiges Verhalten zu bemerken. Das hoffe ich zumindest.
Den Punkt zu bemerken, wo das Ganze ins Uferlose ausartet hab ich schmerzlich jahrelang erfahren, was Andere schneller für sich erkannt haben. Und so kann ich, mit dem Wissen um meine Co-Anteile, nun mit etwas mehr Einsicht, mein neues Leben gestalten.
Ich werde nach wie vor helfen, wenn ich denke Hilfe ist angebracht,
werde sie aber auch wieder einstellen, wenn ich merke, es schadet mir.
Und ja, auch die Anerkennung von außen werd ich mir einholen, wenn ich mir meiner unsicher bin. < machen wir das nicht jedes Mal hier auch im Forum ???
Allein schon, wenn wir ein neues Gericht ausprobieren, fragen wir "schmeckt´s ?!" Nur sich hier rein auf das Urteil anderer zu verlassen, mach ich nicht mehr.
Ich fange an, MIR und MEINEM Urteilsvermögen zu vertrauen.
Gelingt nicht immer, aber immer öfter
LG nici |
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| n i c i hat zum Thema: Re: einsicht geschrieben
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