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Am Beginn eines langen Weges

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garcia
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BeitragVerfasst am: 21.01.2012, 11:52    Titel: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr alle, ich wechsel aus dem Vorstellungsbereich und beginn mal mit einem Zitat dessen was ich da über mich schrieb, einfach mal so rauskopiert:
"ich bin Frank, 48 Jahre alt und
Alkoholiker. Ich weiß nicht seit wann der
"normale" Konsum (wenn es sowas
überhaupt je gegeben hat für mich) in
Sucht umgeschlagen ist. Seit 30 Jahren
konsumierte ich Alkohol, überwiegend
Bier. Seit bestimmt 10 Jahren mit einem
zunehmend schlechtem Gewissen, seit so
5 Jahren war mir schon klar daß das krank
ist... hat aber nochmal gedauert bis ich
mir Hilfe gesucht hab. Daran hat dieses
Forum einen großen Anteil. Hab viel
gelesen und mir fiel manches wie
Schuppen von den Augen. Mitte
September war ich zum ersten Mal in ner
Suchtberatung und hatte gute Gespräche.
Bildete mir aber anfangs noch ein ich
könne ambulant entwöhnen, so ganz
diskret... war natürlich ne Selbstlüge. Am
4.12. hab ich zum letzten Mal gearbeitet,
Spätdienst, total verkatert. Nix ging mehr
ich war am Ende... Dann um 20 Uhr
ausgeloggt und meine Chefin angerufen
"Du ... nix geht mehr. Ich bin
Alkoholiker muss gesund werden und
werd vorm Sommer nicht mehr arbeiten".
Mann hatt ich ne Angst vor dieser
Ansage, hab gezittert, weiche Knie: und
dann hat meine Chefin klasse reagiert.
Vom 12.12 . bis gestern war ich im
Krankenhaus (qualifizierter Entzug dann
nochmal knapp 3 Wochen auf ner Station
für Doppeldiagnosen weils mir seelisch
mies ging, darüber später mehr wenn ich
geschnallt hab wie ich nen Thread
aufmache). Stand heute ist:LZT ist
beantragt, die Rentenvers. sollte sich
demnächst melden und bei der Klinik bin
ich schonmal auf der Warteliste. Wir gen
Anfang März losgehn... bis dahin such ich
mir ne reale SHG und schreib und les
hier"
Soweit nochmal aus meiner Vorstellung. Jetzt bespaß ich meine Kinder und heut abend berichte ich mehr von meiner Geschichte und wies gerad geht, da liegen Gutes und Probleme eng beieinander. Bis dahin allen einen schönen Samstag
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garcia hat zum Thema: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
garcia
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.01.2012
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Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 21.01.2012, 20:29    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So ich berichte weiter... Was mir seit etwa anderthalb Jahren des Verdrängens und Verniedlichens mehr und mehr klargemacht hat daß es so nicht mehr weitergeht war eine Beziehung zu einer Frau (nicht die Mutter meiner Kinder, das ist seit 7 Jahren vorbei), die sehr sehr schwierig war. Zum einen hat diese Frau eine große Angst vor Nähe; was dazu führte daß sie immer dann alles infrage gestellt hat wenns eigentlich schön war. Das hat mich fertig- und hilflos gemacht, dieser ständige vergebliche Kampf um Nähe. Vor allem aber trinkt sie auch. Wir sind immer wieder beide versackt, ich hab sie immer öfter völlig betrunken vorgefunden wenn ich zu ihr kam (lange hab ich mitgetrunken) und ich hatte irgendwann mehr und mehr das Gefühl in einen Spiegel zu gucken: das könntest du selbst sein. Dazu kam daß sie in diesen Zuständen ganz starke Persönlichkeitsveränderungen hatte; sie wurde teils erschreckend fies und gemein (und hatte deswegen am nächsten Morgen starke Schuldgefühle). Es wurde immer untragbarer und ich trank aus Frust auch immer mehr, dann aber nicht mehr mit ihr sondern wenn ich allein war. Bis ich die Reißleine gezogen hab. Jetzt ist es so daß diese Beziehung auf Eis liegt. Liebe ist schon da, aber sie kann sie nicht leben und ich kann und darf meine Nüchternheit nicht durch das Verhältnis zu einer nassen Alkoholikerin gefährden. Ich weiß das wohl, aber es tut sehr sehr weh... Sehnsucht läßt sich ja nicht einfach abstellen; sonst hat sich soviel in meinem Leben zum Besseren verändert, gesundheitlich, geistig, aber diese Situation überschattet manchmal viel. Würde mich sehr freuen wenn jemand Vergleichbares kennt und Tips hat oder auch nur irgend eine Aufmunterung, irgendwas...manchmal frag ich mich ob ich denn zu Allem auch noch coabhängig bin... immerhin hatten ich und meine Jungs nen sehr schönen Tag heut. Ich versuch das Positive zu sehn aber es ist schwer. LG an alle hoff sehr auf Antworten
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garcia hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
Trocken Bleiben
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BeitragVerfasst am: 21.01.2012, 21:30    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank
Erst mal willkommen hier im Forum
Du Schreibst
Zitat:
... bis dahin such ich
mir ne reale SHG und schreib und les
hier

Gut was du für dich erkannt hast,und mach was draus.
Und was willst du dann bis März machen Geschockt
Däumchen drehen Geschockt
Oder mal Gedanken machen,wie es weitergehen könnte.
Eine Therapie gibt auch nur vorrübergehend etwas.
Machen musst du etwas ,und sonst keiner,also wenn dein Entschluss steht warum nicht jetzt schon anfangen.
Hast du dir schon gedanken gemacht,über deine Freunde,Hobbys?
Du musst dir mal bewust werden,wieviel Zeit du mit Saufen verbracht hast.Diese Zeit will auch wieder anders gestaltet werden.
Sonst kann es Passieren,das du in Löcher fällst,die da anfangen wo du nicht mehr hinwillst.
LG Hans
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Trocken Bleiben hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
garcia
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BeitragVerfasst am: 21.01.2012, 22:07    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hans, danke für deine Anregungen. Ich hab mir schon Gedanken gemachtwie ich die viele freie Zeit füllen kann - ich hab da aber keinen durchgehenden Plan nur einige Ansätze. In meiner Suchtberatung kann ich ein Gespräch (einzeln) die Woche haben und einen Abend SHG; bei mir um die Ecke gibts eigentlich jeden Tag AA-Gruppen die ich besuchen kann und möchte. Der Freundeskreis aber ist geschrumpft da manche viel trinken und andre nicht. Da muß ich sehr auf mich aufpassen (Grundbausteine trockenes Umfeld). Ich les wieder viel (eine alte Leidenschaft die ich fast ertränkt hätt); und ich geh gern ins Grüne, bei jedem Wetter. Trotzdem ist es ungewohnt viel "leere" Zeit die ich füllen lernen muß und das wird seine Zeit brauchen denk ich - zumal nix geht was groß Geld kostet z Zt. LG zurück
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garcia hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
Trocken Bleiben
aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 21.01.2012, 22:22    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank
Ist doch schon mal ein Ansatz da,besser wie nichts.
Du schreibst ja von deinen Kimden,wie ist das denn mal mir Monopoly &
CO frag dich doch mal,wann hast du das mit deinen Kindern das letzte mal gespielt?
Da kann man sich auch mal zwischendurch schön unterhalten.

Zitat:
In meiner Suchtberatung kann ich ein Gespräch (einzeln) die Woche haben und einen Abend SHG

Ich würde mir das alles einmal ansehen und dann entscheiden,was mir gut tut.
Stillstand an dieser Stelle ist nicht förderlich.
Dieser fördert nur Gedankengänge,die du gar nicht brauchst.
LG Hans
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Trocken Bleiben hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
garcia
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 21.01.2012, 22:59    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Hans gespielt haben wir heut nachmittag (konnten ja nicht raus bei dem Sauwetter), die Wochenenden sind eh schön mit den Jungs (die sind 10 und 12, eine Tochter (15) hab ich auch), wir sehns aber eher zu zweit Sie ist froh wenn sie ihre Brüder mal los ist . Die Einzelgespräche haben mir bislang immer gutgetan, in die SHG muß ich erstmal reinschnuppern das ist Neuland. Was ich merk ist daß ich neu lernen muß mich zu entspannen. Mal nichts zu tun Faul UND trocken zu sein... kannte ja eigentlich bloß noch Hamsterrad und Suff im Wechsel. Das mit den Gedanken die ich gar nicht brauch, darüber muß ich länger nachdenken. Ist was dran ich neig zum Zuvielgrübeln (klingt jetzt bißchen wiedersprüchlich vielleicht, bin müde aber ich komm drauf zurück) Gut Nacht und Danke für Deine Anregungen!
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garcia hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
garcia
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 18:35    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So, die Kinder sind wieder los und wir hattens richtig schön. Fett gemeinsam gefrühstückt was auch so eine Sache ist die ich gar nicht mehr kannte. Allein schon wach werden und dann wach SEIN, unbezahlbar! Würd bloß gern mal wieder mehr rausgehen, mehr Bewegung, langsam reichts mit dem Winter...hier ist Eisregen... aber ich bekomm jeden Tag bessre Laune. - Hab ne kleine Entdeckung gemacht: Im "Spiegel" von heute ist ein lesenswertes Interview mit Stephen King u.a. über seine Sucht und seine langjährige Trockenheit, gebs mal als Tip weiter, findet sich sicher in ein paar Tagen auch online wenn mans ganze Heft nicht braucht/will. LG an alle
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garcia hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben
garcia
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BeitragVerfasst am: 24.01.2012, 17:15    Titel: Re: Am Beginn eines langen Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

War gestern zum ersten Mal im Leben in ner (realen) SHG. Da merkte ich daß ich noch viel mehr am Anfamg steh als mir's bewußt war. Und wie lang der Weg ist; und daß ich da vieles unterschätzt hab. Und mich überschätzt. Daß Gedanken nur wert sind was man auch fühln kann. Was ich alles an Unsinn in meinem Kopf herumtrag. Das war ein wichtiger Abend (wenn ich was draus mach)
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garcia hat zum Thema: Re: Am Beginn eines langen Weges geschrieben

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