Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? - entzug: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit?

Gehe zu Seite    :   Zurück  1, 2, 3, 4 ... 12, 13, 14  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Einleitung und Änderungen zum Alkoholiker : Forum
Meine Wünsche für das neue Jahr   •    Tschüss/Hallo  

Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit?
Sie kommt für mich an erster Stelle
89%
 89%  [ 352 ]
Es gibt Dinge, die mir wichtiger sind
7%
 7%  [ 31 ]
Meine Nüchternheit ist mir nicht wichtig
2%
 2%  [ 9 ]
Stimmen insgesamt : 392

Autor Nachricht
Freund
Gast






BeitragVerfasst am: 18.06.2006, 19:54    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin Karsten, moin an alle,

zu deinen Fragen:

Würde von meiner Familie jemand, also mein Partnerin, ständig trinken und alkoholkrank sein, würde ich mit all meiner Kraft, meiner Erfahrung und meinem Wissen diesem geliebten Menschen helfen. Ich würde ihr an meiner Seite den richtigen Weg weisen.
Ich kann es mir nun schwer vorstellen, da meine Partnerin fast gänzlich vom Alkohol abstinent lebt und sie sich überhaupt nichts daraus macht.
Eine neue Partnerin, die Alkohol trinkt, wäre für mich indiskutabel.
Analog wäre eine Partnerin, die mich ständig zum Alkohol verführen will, für mich ebenso überhaupt keine Frage. Sollte es bereits zu einem Verhältnis gekommen sein, würde ich dieses sofort auflösen und die Beziehung beenden.

Berufliche Tätigkeiten, die mit Alkohol und betrunkenen Menschen zu tun haben, gehen ja meistens in die nächtliche Gastronomie. Auch Taxifahrer beträfe das gelegentlich.
Das ist wirklich eine schwierigere Frage, aber für mich doch klar zu beantworten. Das ist eigentlich eine Frage der Einstellung zu seinem Job (Beruf) und letztlich zu dem Alkohol. Wenn ich also meinen Job gut machen will und muss, kann ich diesen eh nur nüchtern ausführen und sehe bei mir persönlich nicht die Gefahr, mich von dem Alkoholkonsum meiner Gäste beeinflussen zu lassen und irgendwann selbst zur Flasche zu greifen. Wie schon in meinem Bericht zuvor in diesem threat gesagt, genieße ich es, ständig Gedanken klar ordnen zu können und alle meine Sinne zu besitzen.
Für mich müsste sich aber so ein Job finanziell schon lohnen, ansonsten müsste ich das mir nicht unbedingt antun.

Sollte mein Partner mein nüchternes Leben nicht unterstützen, hieße das ja, wie unter Punkt 1, dass er mich zum Alkohol verleiten wollte (zumal er mir nicht mehr tagtäglich sagen muss, ich solle doch bitte nichts trinken). Das wäre ein Trennungsgrund.

Soweit …
Gruß, Freund.
Nach oben
Freund hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
Tabaluga
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2005
Beiträge: 947

BeitragVerfasst am: 18.06.2006, 22:42    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen!

Entweder leben oder sterben....ich habe mich für das Leben entschieden und somit hat auch jedes "Heute" die Überschrift "Trockenheit", unter der sich mein Leben erst entfalten kann.

Ich könnte das Heute nicht leben, mit einem Partner, der trinkt.
Ich weiß, das ich den ständigen "Versuchungen" nicht standhalten könnte.
Wenn ich zu Hause meinen "geschützten Bereich" habe, in dem ich mich zurückzeihen kann, funktioniert abstinentes Leben.
Aber diese "Burgmauern" brauche ich. Es ist die Klarheit, die Aussprache, der Geruch, die Entspannung und Ruhe, die Erfahrung der klugen Entscheidungsfindung, die immer größer werdende Stabilität in meinem Leben, die zurückgekehrte Fröhlichkeit....dies alles war verloren gegangen im "Nebel".
Und mit einem "trinkenden Partner" hätte ich einen Spiegel vor mir, der es mir nicht erlauben würde, mich richtig entfalten zu können.
Also, ich könnte es nicht und das weiß mein Mann auch, ich habe es ihm so klar gesagt.
Nun ist er auch trocken, da bin ich froh drum. Sonst wäre das ein Trennungsgrund Nr. 1. Er hat die Entscheidung treffen müssen, ich habe ihn nicht unter Druck gesetzt. Er war frei in seiner Entscheidung:
Entweder ich oder der Alkohol, beides kann er mit mir gemeinsam nicht haben.
Ja, und die anderen, die es nicht akzeptieren oder sogar belächeln, von denen habe ich mich zurückgezogen oder den Kontakt eingeschränkt.
So weit reduziert, dass es für mich nicht "gefährlich" wird.
Es gibt sie dennoch, die Situationen, in denen ich der, nennen wir es einmal "Vergesslichkeit" meiner nahen Mitmenschen ausgesetzt bin.
Es macht mich wütend, ich bin enttäuscht und ziehe mich noch weiter zurück.
Aber ich habe mich nicht "weggeschlossen".
Ich gehe raus, ist kein Problem, wenn es mir gut geht und die Menschen, die bei mir sind, ernst nehmen, dass ich keinen Alkohol trinke, nie mehr, keinen Schluck, kein einziges Glas.
Sie können "ihr" Glas ruhig trinken, wenn sie meine Abstinenz ernst nehmen.
Wenn sie mir trotz des Wissens, das ich Alkoholikerin bin, etwas bewusst anbieten, um mich zu "versuchen" würde ich mit demjenigen nicht mehr weg gehen.
Beim letzten Mal, als ich weg gegangen bin, hat von den anderen keiner etwas alkoholisches getrunken und wir haben uns köstlich amüsiert!
Und die Damen waren ganz erstaunt, dass sie auch ohne Alkohol so viel Spass hatten. (Haben wir drüber gesprochen)
Ja, dann fehlt zum ausgelassenen Spass haben eben ganz viele "Tabalugas" Sehr glücklich

Oh, lang..... Verlegen
Liebe Grüße
Tabaluga
Nach oben
Tabaluga hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
schorni67
Gast






BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 08:03    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo karsten,

ich mußte leider in den jahren der abstinenz alle drei punkte für mich durchleben.
als letztes die trennung von meiner frau, anfang des jahres. ich habe dafür einiges aufgegeben, aber es ging mir noch nie so gut wie heute.
für mich war es letzlich der letzte logische schritt in richtung "zufriedene trockenheit".

gruß schorni
Nach oben
schorni67 hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 31620
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 08:28    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo schorni,

da ich ein ähnliches Schicksal wie Du, vielleicht nur etwas früher durchlaufen habe, kann ich das sehr gut nachvollziehen.
Dieser Thread hier zeigt deutlich, dass nur Menschen mit Konsequenz und Bereitschaft für Veränderungen eine Chance haben, eine dauerhafte und zufriedene Trockenheit zu erlangen.

Es muß sicher nicht jeder von Null anfangen, wie ich es machen durfte, aber es hilft ungemein, wenn man mit dem alten Leben nicht mehr belastet wird.

Ich schreibe bewußt "durfte". Ich sah das damals zwar noch etwas anders, aber heute sehe ich das so.
Viele Gespräche laufen hier über, "ja wenn das oder dies vorhanden ist", "wenn ich erst mal die richtige Therapie gefunden habe" oder "wenn sich mein Partner so verhalten würde, wie ich es will".

Der persönliche Tiefpunkt ist ein Zeitpunkt, den sich viele gar nicht vorstellen können. Ich persönlich kenne nur Menschen, die wirklich fast vor dem Tod gestanden haben, als sie begriffen haben, es muß und kann nur anders wieder was werden.
Da hat keiner Bedingungen für seine Trockenheit oder ein Leben ohne Drogen gestellt.
Alle waren soweit unten, dass es nicht weiter ging.

Gerade durch das Forum hier wird mir bewußt, wie schwer es viele haben und wie lange es bei ihnen noch dauern wird, bis sie mit aller Entschlossenheit an sich arbeiten.

Der Weg zur Einsicht ist sehr lang. Die vielen Versuche und Rückfälle hier, die meist die gleichen Ursachen haben, sich nicht aus seiner Gewohnheit gelöst zu haben, das Umfeld nicht gewechselt zu haben und viele andere Dinge.

Ich kann nur noch einmal an alle Leser appellieren. Lernt aus den Fehlern der Anderen und versucht nicht alles selbst wissen zu wollen.
Bei jeder kleinen falschen Entscheidung kann ein Rückfall passieren. Überlegt im Vorfeld, ob es Euch eventuell schaden kann, wenn ihr irgendwas vorhabt. Wenn auch nur der Hauch einer Gefahr vorhanden ist, lasst es bleiben.
Nach oben
Karsten hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
schorni67
Gast






BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 09:06    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo karsten,

ich stimme dir in allen punkten zu. ich habe ja auch keine therapie gemacht.
alles andere was ich hier lese, habe ich ja in den jahren probiert. ich hatte damit ja auch scheinbaren erfolg, meine trinkpausen waren bis zum halben jahr. aber trocken bin ich erst geworden als ich meinen stolz aufgab, endlich hilfe von außen angenommen habe, den menschen geglaubt habe, die mir vorgelebt haben und berichtet haben, wie ihr weg in die trockenheit lief.
ich verstehe nicht wie ich bedingungen an die trockenheit haben kann, entweder muß ich noch ein paar runden drehen oder irgendwann sterben, darauf liefs bei mir hinaus.
warum tun sich viele so schwer, geht es ihnen zu gut oder fehlt die ernsthaftigkeit. ich muß doch für mich wissen will ich leben oder trinken, dabei geht es mir nicht um tod.
es ist doch kein leben ewig dem suff hinterher zu rennen, zu lügen, andere menschen zu enttäuschen, ewig im nebel zu sein, kein freund zu haben, keine verantwortung übernehmen zu können, ich versteh das heute nicht mehr.

ich hatte kein gefühl in mir.

gruß schorni
Nach oben
schorni67 hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 10:32    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Karsten und Schorni, ich bin sehr bewegt darüber, was und wie ihr es geschrieben habt.

Ihr beide habt mir ja viele Jahre nüchternes Leben voraus, doch ich empfinde es schon genauso. Ich kann Euch in allen Punkten nur zustimmen.

Entscheidend ist der persönliche Tiefpunkt für mich gewesen. Für aussen stehende Betrachter gab es den gar nicht für mich. Ich hatte einen wunderbaren Job. Eine unbefristete Festeinstellung, einen Mann, gesunde Kinder und war sogar noch körperlich einigermaßen gesund. Führte ein scheinbar ganz normales Leben.

Doch genau das war es: Ich hatte kein Gefühl in mir!
Überhaupt keine Gefühl mehr dafür, wie wertvoll es ist, ein Leben geschenkt zu bekommen. Kein Gefühl mehr für mich selbst. Mein Leben bestand aus einem einzigen funktionieren müssen. Der Alkohol hat mich meine Chancen auf ein glückliches und zufriedenes Leben nicht mehr erkennen lassen. Zusehr war ich verstrickt in Schuld- und Schamgefühlen, ausgelöst durch die vielen Lügen, die nötig waren, meine Sucht am Leben zu erhalten. Das Wissen trinken zu müssen, um alles auhalten zu können, dass so unfrei machte und so entsetzlich viel Energie kostete, dass sie für ein schönes Leben nicht mehr ausreichte.

Oft habe ich mir gewünscht, dass dieses furchtbare Leben doch endlich zu ende sein soll. Ja, oft ich daran, gedacht mich umzubringen. Kein Mensch in meiner Umgebung hatte von diesen Gedanken eine Ahnung und ich war sehr einsam damit. Es war mir unmöglich offen und ehrlich zu mir und anderen zu sein, deshalb war es mir auch unmöglich, einen Menschen unbedingt zu Vertrauen. Auch das machte das Leben unerträglich.
Doch in mir war noch etwas, dass wollte unbedingt Leben. Ich habe schnell begriffen, dass ich das nur trocken kann. Es war tatsächlich eine Entscheidung für das Leben, als ich mich entschlossen habe mit dem Trinken aufzuhören. Ich war und bin bereit, alles zu tun, was dafür erforderlich ist. Alles, und jeden Tag neu!

Ich habe mich aus einer Beziehung befreit, die mir die Luft zum atmen nahm. In der keine Liebe mehr vorhanden war, sondern nur die Gewohnheit. Eine sehr schreckliche Gewohnheit sogar, die ich nur mit Alk. ertragen konnte.

Ich habe meinen Beruf aufgegeben, obwohl ich durch ihn viel Anerkennung und Bestätigung erfahren habe. Doch der Druck und der Stress dem ich dort ausgesetzt war, taten mir einfach nicht gut und die Gefahr war einfach zu groß, dadurch in eine neue Überforderungssituation zu geraten, die mich womoglich wieder zum Trinken bringen könnte. Schließlich habe ich in Überforderungssituationen in der Vergangenheit auch getrunken.

Ich habe ein Therapie begonnen, die ich unbedingt benötige, um meine teilweise traumatische Vergangenheit aufzuarbeiten. Durch meine Nüchternheit weiss ich erst, dass sie tatsächlich traumatisch war. Ín der Zeit als ich noch getrunken habe, hielt ich meine Kindheit und meine Vergangenheit für völlig normal. Es ist so unglaublich schwer, diese alten Wunden wiederaufzureissen. Doch ich hab keine Wahl, sondern ich muss es mir endlich bewußt machen und aufarbeiten, weil ich sonst nicht die geringste Chance auf eine dauerhafte Trockenheit habe.

Ich habe mich entschieden trocken zu leben. Doch ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie das gehen sollte. Ja im ausleben meiner Sucht, war ich perfekt. Aber wie lebt und denkt man trocken?

Da begann ich mal etwas ganz neues in meinem Leben zu machen. Ich habe vertraut! Zuerst in den Ärzten, den Therapeuten und dann vor allem denen, die es schon wußten, wie es geht. Anderen zufriedenen Alkoholikern. Denen habe ich ganz genau zugehört. Habe aufgehört rumzudiskutieren, aufgehört alle ihre Ratschläge und Hinweise in Frage zu stellen und damit abzutun, dass ihr mich ja nicht richtig kennt, denn ich bin ja ganz anders als andere Betroffene und mache lieber das, was ich allein für richtig halte.

Ich habe angefangen ganz offen und ehrlich zu mir zu sein. Habe angefangen mir meine Gefühle bewußt zu machen und sie ernst zu nehmen. Das war und ist heute noch schwer, denn ich muss erst lernen sie auszuhalten. Die guten genauso wie die schlechten. Ich habe nämlich auch getrunken, wenn ich mich gut fühlte. Als Belohnung sozusagen. Und getrunken, wenn es mir schlecht ging sowieso.

Auch bin ich inzwischen sogar des festen Überzeugung, keine Beziehung mehr mit einem Mann einzugehen, der Alkohol trinkt. Selbst wenn er es nicht zu hause tun würde, es wäre mir einfach nicht möglich ihn bedingungslos zu lieben, da sich die Persönlichkeit eines Menschen zu sehr verändert unter Alkoholeinfluss. Für mich kommt nur noch ein ebenfalls trockener Alkoholiker in frage. Jedoch nur einer, der ebenfalls ganz genau begriffen hat, worum es geht und der ebenso bereit ist wie ich, alles, aber auch alles für seine Trockenheit zu tun. Der mich versteht, warum es so enorm lebenswichtig ist, die Trockenheit kompromißlos an erster Stelle im Leben zu stellen. Selbst, wenn die Beziehung wieder aufgegeben werden muß, da die Trockenheit des einzelnen in Gefahr sein könnte. Abgesehen davon möchte ich einen Partner, dem ich bedingungslos vertrauen kann und mit dem ich über meine Krankheit reden kann und er es auch nachvollziehen und mitfühlen kann, wovon ich eigentlich rede. Ein nicht betroffener Mensch, wird meine Erkrankung zwar von seinem Verstand her verstehen, doch niemals wirklich nachvollziehen können, wie ein Alkoholiker tatsächlich denkt und fühlt.

Ich habe schon viel für meine Trockenheit getan. Doch es ist immer noch nicht mehr als ein Anfang. Es passiert mir natürlich noch oft, dass ich plötzlich doch wieder in den alten Denk- und Verhaltensmuster meiner Vergangenheit verstrickt bin. Das ist normal, da man die über Jahrzente erlernten und verinnerlichten Muster nicht innerhalb von ein paar Monaten aufgeben kann. Doch das macht mir keine Angst mehr. Es kann mir nichts passieren, solange ich offen und ehrlich mir selbst gegenüber und anderen Menschen bin. Ich pass auf mich auf und es gibt andere die auf mich aufpassen, weil ich ihnen vertraue und sie mir. Die mich achten und respektieren, so wie ich bin, weil ich sie auch achte und respektiere wie sie sind.

Das trockene Leben ist schön, auch wenn nicht immer alles gut ist. Doch das ist eben auch Leben.

Alle Entscheidungen die ich heute treffe und seien sie noch so harmlos auf dem ersten Blick, treffe ich ich nur unter einer Bedingung: Bringe ich damit meine Trockenheit in Gefahr? Bei dem kleinsten unguten Gefühl entscheide ich mich dagegen. Doch genauso warte ich nicht lange, wenn sich ein gutes Gefühl einstellt. Dann entscheide ich mich dafür. Damit nutzte ich meine Chancen auf das Glück und Zufriedenheit und bekomme damit so viel positive Energie, die ich brauche, um endlich Leben zu können.

lg
Teufelchen
Nach oben
Teufelchen hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
Freund
Gast






BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 18:41    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin !

Du kannst diesen Weg der konstanten und ewigen Trockenheit nur gehen, wenn du dir tagtäglich deine Abstinenz und dein Lebensglück, dein Wohlgefühl „ohne“ bewusst machst und daran arbeitest.
Das endet irgendwie nie, aber nicht das das schlimm ist. Es fordert nur dein Bewusstsein.
Eine Immunität erzeugst du mehr künstlich (denke ich?!).

Ich frage mich oft, wie langjährige Trockene, ich meine jetzt 10, 15 oder mehr Jahre, den tiefen Fall zum Alkohol wieder gefunden haben.

Waren diese Jahre ein einziger Kampf gegen den Alkohol, in denen man alte Verhaltensmuster nicht geschafft hat abzulegen, ständig mit Verzicht und Entbehrung gelebt hat?

Gehörte man im Unterbewusstsein zu jenen, die vom kontrollierten Trinken träumen und peu a peu mit gelegentlichem Trinken eines Glases (hat ja geklappt, wau !) und immer kürzeren Abständen und größeren Mengen in diesen Teufelskreis zurück geraten sind?

Ich arbeite täglich an allen Möglichkeiten; es wäre aber interessiert, was andere darüber denken und an Ratschlägen geben können.

Gruß, Freund.
Nach oben
Freund hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben
Freund
Gast






BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 18:51    Titel: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Übrigens super Thema, was Karsten da gestartet hat.
Nach oben
Freund hat zum Thema: Re: Wie wichtig ist Dir Deine Nüchternheit? geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Einleitung und Änderungen zum Alkoholiker : Forum Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite    :   Zurück  1, 2, 3, 4 ... 12, 13, 14  Weiter
Seite 3 von 14


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Notwendige Zeit für die Nüchternheit Lebensgeschichten - Erfahrungsberichte - Das Leben nach dem Alkohol

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit
Behandlung
Behandlung
Alkoholdiagnostik
Alkoholdiagnostik
Jugendliche
Jugendliche
Alkoholfolgekrankheiten
Alkoholfolgekrankheiten


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de