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Hanna erzählt...

 
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Papa trinkt   •    geht nur noch abwärts..  
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Hanna*
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.12.2011
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06.01.2012, 17:29    Titel: Hanna erzählt... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Huhu zusammen

ich bin recht neu hier im Forum, konnte mich in den letzten Tagen nicht so melden, weil ich umgezogen bin.
Nun denken vieleicht viele, höö was erzählt sie von ihrem Umzug, es geht hier im Kinder von Alkoholikern?!
Ja, nun möchte ich erzählen....
Ich bin ein Kind, alkoholkranker Eltern.
Meine Eltern, meine großeltern und deren andere Kinder, sind alkoholkrank.
Ich, habe das nie gemerkt, ich dachte, das ist alles normal.
Ich selbst, hatte ein wahnsinnig gestöhrtes verhältniss zum Alkohol.
Habe selbst, eine Zeit lang, viel zu viel, mit Alkohol zu tun gehabt.
Ich, versuchte immer meine Familie irgendwie zu retten.
Ich, erledigte den Haushalt, ging einkaufen, machte papierkram, für meine Eltern und Großeltern.
Ich habe sehr lange nicht begriffen, was eigenetlich passiert, mit mir, mit meiner Ehe und was das ganze eigentlich anrichtet.
Ich lebte mehr für meine Familie und ihre Sucht, wie für mich selbst.
In regelmässigen Abständen, bin ich zusammengebrochen, ich konnte diesen Druck nicht mehr tragen.
Meine Großeltern, drohten regelmässig mit Suizid, sobald ich mich auch nur 5 min abwendete und mich um mich und meinen Mann kümmerte.
Ich wurde irgendwann krank, verlohr meine Arbeit und war einfach nur noch ausgelaugt.
Ich fühlte mich nur noch leer, schrecklich allein und innen einfach "hohl".
In dieser Zeit, trank ich, viel zu viel und der gedanke einen Abend nichts zu trinken löste in mir Panik aus.
In dieser Zeit, als alles so chaotisch war, lernte ich eine ganz liebe Frau kennen.
Sie unterstütze mich wo sie nur konnte, sah recht schnell was bei mir eig. los war.
Sie redete auf mich ein, ich solle endlich zu einem Arzt gehen und eine Therapie anfangen.
Ich dachte immer nur, ja ne is klar, ich und ne therapie.
Die wollen mir alle nur meine Familie wegnehmen.......
Irgendwann, brach ich zusammen, ich konnte gar nichts mehr und lies mich letztenendes dazu breit schlagen, endlich zu einem Arzt zu gehen.
Lange rede, kurzer sinn, ich bekam medikamente, gegen die Depression und eine Überweisung mit der dringenden Bitte, einen Therapeuten zu suchen.
Ich tat dies, ich ertrug das alles nicht mehr, ich selbst war soweit im leben keinen sinn mehr zu sehen.
Nicht mehr zu wissen die kraft zu haben am kommenden Morgen aufzustehen und das alles durzuhalten.

Ich mache nun seid einem Jahr therapie, in dieser Zeit, veränderte ich alles.
Ich brach sämtliche Kontakte ab, zu meiner Familie.
Ich verbannte den Alkohol aus meinem Leben.
Ich kümmerte mich endlich mal wieder um mich und meinen Mann.
Schlussendlich, verkauften wir nun unser Haus und zogen um, um von der Familie ruhe zu haben.
Es ist schwer, es tut weh, immer wieder abweisend sein zu müssen, hart sein zu müssen und irgendwie auch verletztend sein zu müssen.
Ich habe immer wieder das verlangen meiner Familie zu helfen, sie vom alkohol zu trennen ihnen zu zeigen das es geht.
Ihnen hilfe anzubieten und sie zu "retten".
ich weiß im grunde ich kann es nicht, trotzdem, ist der gedanke wieder und wieder da und ich kann mich selbst manchmal nicht leiden, wei lich so gemein sein muss.

Ich belasse es mal dabei, hab hier irgendwie nen ziemlichen redeschwall gehabt...

Liebe grüße Hanna
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Hanna* hat zum Thema: Hanna erzählt... geschrieben
uwe.rothaemel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 26.05.2010
Beiträge: 392
Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz

BeitragVerfasst am: 07.01.2012, 01:39    Titel: Re: Hanna erzählt... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hanna*
Dein Artikel kann als Beispiel dienen, dass konsequentes Handeln, die persönliche Situation verbessern hilft. Es macht Hoffnung in diesen Bereich, von einem solchen mutigen Kampf fürs eigene (Über)-Leben und den Streckenerfolg zu lesen. Dein Drang, nun auch den Rest der Familie zu „retten“, ist völlig legitim, doch ich glaube du weißt, dass es eine Überforderung darstellen würde, der keiner gewachsen ist, ohne nicht wieder selbst Schaden zu nehmen.
Es ist nachvollziehbar, dass die Kontaktlosigkeit zu den nächststehenden Menschen schmerzlich ist und zeitweise auch unerträglich anmutet. Es macht traurig, Beziehungen zu brechen, welche als unerlässlich angesehen werden. Es fühlt sich so falsch an –„Dass darf ich doch nicht!“ - Doch du darfst. Du hast ein Recht auf dein eigenes, zufriedenes Leben.
Halt es fest!
Mit Bewunderung – Uwe.
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uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Hanna erzählt... geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7472
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 08.01.2012, 06:52    Titel: Re: Hanna erzählt... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo hanna

ich glaube dir gerne das es sau weh tut sich umzudrehen obwohl man doch eigentlich helfen will. nur, dich hat diese hilfe schon einmal fast in die kiste gebracht, so ein zusammenbruch ist nicht ohne. du hast es geschafft wieder aufzustehen, dafür hochachtung. du darfst ja auch helfen, wenn sie die richtige hilfe wollen. eben wollen sie nicht deine hilfe, sondern dich für ihre zwecke missbrauchen. das ist ein riesen unterschied. du bist mehr wert als der fußabtreter für menschen zu sein die ihr leben nicht auf die reihe kriegen.

schau mal wie wertvoll du deinem mann bist, das er sogar ein haus dafür aufgibt um dich vor deiner familie zu schützen, sei dir selbst wenigstens halb so viel wert und schütz dich auch. moralische verpflichtung ist keine einbahnstraße, einen anderen in die pflicht nehmen steht mir nur dann zu wenn ich auch moralisch handel. wenn deine großeltern und eltern schon immer gesoffen haben, dann werden sie dir gegenüber dieses recht wohl kaum haben. mach dich da nicht verrückt, du hast ein recht auf dein leben, lebe es.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Hanna erzählt... geschrieben
Immergrün
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 145
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 09.01.2012, 12:33    Titel: Re: Hanna erzählt... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hanna,

willkommen hier im Forum, schön das du den Weg hergefunden hast.

Ich finde nicht, dass du gemein bist. Du schützt nur dich selbst. Ich denke nicht mehr so, ich sehe mich nicht als gemein wie ich mich verhalte. Ich finde, dass das mein Recht ist, an mich zu denken. Ich habe die letzten Jahre meine Kraft und Energie in meine Familie gesteckt, und das hat mir nicht gutgetan. Ich bin immer unglücklicher geworden.

Sicher können wir Verhaltensweisen die uns von unseren Eltern beigebracht wurden, nicht von heute auf morgen ablegen. Das dauert seine Zeit, und am Anfang tut es weh. Aber für mich ist es mit der Zeit leichter geworden. Ich sperre mich nicht gegen meine Familie, aber was mir nicht guttut, lass ich nicht an mich ran. Ich versuche mich einzeln zu sehen, und nicht Teil des Ganzen.

liebe Grüße
Laura
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Immergrün hat zum Thema: Re: Hanna erzählt... geschrieben

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