| Geht mich die Kollegin was an ? • Bin wieder rueckfaellig geworden |
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 11.06.2006, 14:15 Titel: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Hallo an alle
heut ist mir mal so was beim vor mich hinsinnieren eingefallen, da ich bildhafte Vergleiche liebe und leidenschaftlicher Bergwanderer bin.
Man stelle sich mal so eine Weggabelung vor, wo es 3 Möglichkeiten gibt, weil es nicht mehr weitergeht, muss man sich entscheiden.
Der erste Weg sieht ganz gut aus, man entschliesst sich, ihn allein zu gehen. Erst ist der Weg noch ganz gut, dann wird er immer schlechter und die Felsbrocken liegen schon auf dem Weg herum, man versucht, drüberzuklettern, aber es wird immer schwieriger. Irgendwann geht es gar nicht mehr weiter, im schlimmsten Fall steht man vor einem 300m tiefen Abgrund, wenn man nicht aufpasst, fällt man hinunter und das wars dann.
Also besser zurück zum Ausgangspunkt.
Der zweite Weg sieht am Anfang schon nicht so einfach aus, da liegen schon ganz vorn die Felsbrocken, man muss durch Gestüpp und über Bäche springen, man holt sich besser einen Bergführer (Arzt) dazu, der den Weg kennt und weiß, wo es lang geht. Wenn man nach langem Marsch sein Ziel erreicht hat, ist es geschafft und man wird mit einer herrlichen Aussicht belohnt, aber man wird sicher nie vergessen,wie schwierig der Weg war. Und wird ihn nicht gern ein zweites Mal gehen, wenn es nicht sein muss. Also bleibt man dort. Denn beim zweiten Mal ist die Kondition vielleicht schon nicht mehr so gut, es wird noch schwieriger.
Nun zur dritten Möglichkeit:
Der Weg sieht so ähnlich aus wie der zweite, nicht gerade einladend. Aber es sind noch andere da, die den Weg kennen. Mit denen kannst Du mitgehen, sie nehmen Dich mit, wenn Du willst. Aber Du mußt es auch WIRKLICH wollen. Der Weg ist genauso lang und beschwerlich wie der zweite,aber Du bist nicht allein, die anderen können Dir schon sagen: Pass an der und der Stelle auf, da ist es gefährlich ! Besser, Du hörst auf sie, denn sie sind alle schon einmal den Weg gegangen. Manche haben ihn nicht geschafft, aber die meisten schon. Sich an diese zu halten ist nicht die dümmste Idee. Und am Ende winkt das Ziel und die herrliche Aussicht. Du bleibst gleich da, denn Dein Ziel ist erreicht. Aber auch die Beschwerlichkeit dieses Weges wirst Du nie mehr vergessen.
So, das wars...ach wie gern wär ich jetzt auf der Seiser Alm....
ZUFÄLLIGKEITEN MIT DER KRANKHEIT ALKOHOLISMUS SIND NATÜRLICH REIN ZUFÄLLIG...
(nee, stimmt gar nicht, sie sind beabsichtigt und kein bisschen zufällig)
Gruß von der Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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angara neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.04.2006 Beiträge: 52 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: 11.06.2006, 17:05 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Hallo Lilly
schöner Vergleich!
Mein Weg ist der dritte und meine Weggefährten sind die Profis hier aus dem Forum.
Vor allem in der ersten Zeit haben sie mir sehr geholfen, es gab ja so viele Gefahren, die ich nicht kannte, nicht kennen konnte, da ja alles ganz unbekannt und neu war.
Ich bin noch nicht am Ziel, aber gutgelaunt unterwegs und ich freue mich auf die schöne Aussicht.
lieben Gruss
angara |
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| angara hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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Wutanfall neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.06.2006 Beiträge: 34
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Verfasst am: 11.06.2006, 20:52 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten |
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| Lilly12 hat Folgendes geschrieben: | | Der erste Weg sieht ganz gut aus, man entschliesst sich, ihn allein zu gehen. Erst ist der Weg noch ganz gut, dann wird er immer schlechter und die Felsbrocken liegen schon auf dem Weg herum, man versucht, drüberzuklettern, aber es wird immer schwieriger. Irgendwann geht es gar nicht mehr weiter, im schlimmsten Fall steht man vor einem 300m tiefen Abgrund, wenn man nicht aufpasst, fällt man hinunter und das wars dann. |
Ist das zwingend der Fall, passiert das jedem auf jeden Fall und muss man deshalb jedem schon im Vorfeld davon abraten?
Wutanfall (... ein Zustand der manchmal in mir zum Kochen kommt) |
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| Wutanfall hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 11.06.2006, 20:59 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Hallo Wutanfall,
bei uns geht es um Menschen, die ihr Leben an den Alkohol verloren haben.
Bei uns führt der erste Weg zum Tod ( Abgrund)
Nur vollständige Abstinenz kann unser Leben retten.
Wer denkt, dass er mit Alkohol umgehen kann oder es wieder erlernen könnte, hat nicht das gleiche Ziel wie wir.
So deutlich muß das mal wieder geschrieben werden.
Wir wollen hier niemanden, der nicht die Abstinenz zum Ziel hat. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 11.06.2006, 22:38 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Mein Weg wurde über 3 Jahre von einer tollen Therapiegruppe, samt einem Neurologen und Therapeuten begleitet. 1x wöchentlich.
Wir haben da alle ganz tolle Arbeit geleistet.
An den restlichen 6 Tagen war Eigenleistung gefragt, aber man hatte ja immer im Rhytmus den Zieltag der gemeinsamen Aufarbeitung.
Auf meinem privaten Weg stand (steht) mir eine tolle Partnerin zur Seite.
Es gab auch Termine (90 Minuten), an denen manchmal gar nicht das Wort Alkohol fiel. Jeder erzählte von seinem Erlebten der Woche.
Es stand das Leben, Freizeitbeschäftigungen etc. auf dem Gesprächsplan.
Das hatte dann Priorität. Das ist auch Therapie.
Ich erinnere mich an ein neues Gruppen-Mitglied, die frisch aus der Entgiftung kam, 1 Wochen trocken und so glücklich wie noch nie war.
Sie fühlte sich anfangs sehr, sehr wohl bei uns. Sie konnte leider nicht zuhören. Sie langweilte, wenn ein Mitglied 10 Minuten von seiner Gartenarbeit etc. erzählte, der andere von dem schönen Wochenende mit seinem Sohn, der zu Besuch war, ein Dritter von der Trauer um einen Verwandten. Freizeitbeschäftigungen oder Dinge im Leben, die nun einmal passieren, die diesen Leuten jetzt so wichtig waren und sie glücklich machten oder im letzten Fall trafen, da sie sich nun aktiv damit beschäftigten.
Sie wollte lieber permanent von den Langzeit-Trockenen im Patentrezept hören, wie das ganze denn nun geht, dass man keinen Alkohol mehr trinken braucht (muss). Das gibt es nicht.
Hätte sie nur zugehört. -
Leider, leider ist sie rückfällig geworden und nicht mehr erschienen.
Auch die Träumer vom kontrollierten Trinken waren nur kurze Gäste.
Das ist ein wahnsinnig langer Lernprozess, aber hältst du dich von den Gefahren fern und arbeitest Tag für Tag erfährst du einen Lohn, der nicht mit Geld vergleichbar ist.
Es gibt heute für mich nichts Unnützeres als Alkohol, aber es ist ein mächtiger Industriezweig, der mit allen Mitteln überall Zuwachs und Profit sucht.
Soweit ... Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 11.06.2006, 22:50 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Hallo Freund,
das es viele Menschen gibt, die nicht erkennen, worum es geht, gag es nicht nur in Deiner Gruppe.
Ich kenne auch sehr viele Menschen und wenn man sich das Forum anschaut, sieht man sie hier auch sehr oft, aber eben nur kurz.
Ein Patentrezept gibt es eben nicht.
Wenn man es vielleicht so bezeichnen könnte, sind es vielleicht die Erfahrungen, die andere trocken lebende Alkoholiker gemacht haben und vermitteln wollen.
Leider kann man niemanden zu seinem Glück zwingen. Viele glauben eben, es besser zu wissen, obwohl sie schon tausendmal mit ihrem Latein gescheitert sind.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Das Forum hat schon viele Menschen auf den richtigen Weg in ein neues Leben begleitet. Das macht mir Mut und gibt mir die nötige Kraft.
Tschuldigung, bin wohl etwas abgeglitten. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 11.06.2006, 23:09 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Hallo Karsten,
keine Frage ... ! Das Forum ist auch eine großartige Sache und bietet heute im Zeitalter des Internets jedem Zugang. Glückwunsch !
Das ist hier Therapie!!!
Und wer sich damit aktiv beschäftigt, wird hier viele Erfahrungen gewinnen und Fragen beantwortet bekommen.
Der Weg braucht gar nicht so steinig zu sein, wenn man den Brocken ausweicht und nicht vom Weg abkommt.
Und Weggefährten gibt es hier genug, die zur Seite stehen.
Allen eine gesunde und erfolgreiche Woche !
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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AndyR neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 14.06.2006 Beiträge: 38 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 14.06.2006, 11:38 Titel: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. |
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Hallo, ich bin neu hier und wollte sagen, dass ich es derzeit auch auf dem Weg nummer 2 versuche.
Wir, meine Frau und ich sind gerade aus dem altem Leben geflohen und nach Berlin gezogen um einen neuen Anfang in der Anonymität der Großstadt zu wagen.
Ich bin seit mehreren Jahren Alkoholiker und Bulemiker, was mir aber erst im letzten Jahr akut bewusst wurde. Da waren es schon mal 3 Flaschen Wein am Tag und ab und an noch etwas Rum dazu.
Naja auf dem Land traut man sich nicht wirklich zum Arzt weil es trotz schweigepflicht ruckzuck Gerüchte und so gibt. Daher hab ich einen Besuch immer gescheut.
Hier in B kennt man keinen und es interessiert auch keinen was der Nachbar so macht.
Nachdem uns hier aber von Amtsseiten und anderen Streßfaktoren aus der alten Heimat weiterhin immer nur Steine in den Weg gelegt wurden, hatte ich nach 3 Wochen hier einen massiven Zusammenbruch. ich gingpackte daruf hin eine Tasche und bin in die Nervenklinik gegangen.
Leider nur eine Ambulanz die mich zwar nett aufnahm und in ein paar kurzen Gesprächen wieder etwas runterholte aber nicht dort behalten konnte. So durfte ich dann wieder nach hause gehen wurde aber gebeten am nächsten Tag zur stationären Aufnahme in die Psychatrie zu kommen zur Entgiftung.
Gesagt getan eingecheckt und schreckliches erlebt.
zunächst wurde ich ganz normal untersucht, blut, urin Alkotest.
Na immerhin mit 2,08 Promille dort angekommen.
danach gabs nur noch wasser und alle paar stunden medikamente
Freizeitbeschäftigung gabs nur sehr bedingt ein Fernseher, ein Trimmrad und die Gänge zum laufen. Der Fernseher wurde von einer horde psychischkranker belagert, das Trimmrad war defekt und die Gänge im schlurfgang stundenlang auf und abzugehen machte mich auch nicht ruhiger.
Dazu dann das Geschrei und die anderen psychosen der Mitinsassen.
Schlafen war auch unmöglich da eben viel geschrien, randaliert und geklaut wurde.
Grauenvoll, dort will ich nie wieder enden.
am 2. Tag hielt ich es nicht mehr aus und bat um die Entlassung.
Ich bekam noch eine hand voll tabletten mit und fuhr wieder heim.
um am nächsten morgen wieder in der Ambulanz zu erscheinen.
seither bin ich 1-2 mal die woche dort zum reden und untersuchen.
Leider werde ich heute beichten müssen dass ich am Sonntag wieder zur Flasche (halbe Flasche Wein) gegriffen habe bis mir bewusst wurde was ich da tu und den rest weggeschüttet habe.
Mal sehen, ich hoffe dass der Versicherungsträger einer Entwöhnungskur zustimmt.
Weg 3 ist sicherlich besser aber ich konnte mich fremden gegenüber noch nie persönlich öffnen, einzelnen mittlerweile ja aber in einer Gruppe leider nicht. Ich war bereits mal vor der Tür der AA's hier in B gestanden, leider hatte man mir aber die falsche Uhrzeit genannt und in dem Viertel war es mir nicht geheuer um dort 2 Stunden zu verbringen.
Seither hab ich mich nicht mehr getraut. |
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| AndyR hat zum Thema: Re: Wege in die Trockenheit....es gibt mehrere Möglichkeiten. geschrieben
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