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Grundbaustein Nr. 1 - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
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Alkoholiker

Grundbaustein Nr. 1

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ich bin wieder da - immer noch gefangen....   •    Co...bin ich es oder bin ich es nicht?  
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BlueCloud
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.07.2011
Beiträge: 737

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 12:11    Titel: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo alle miteinander!

Zitat:
Grundbaustein Nr. 1 - Erkenntnis und der Tiefpunkt

Der Weg aus der Abhängigkeit setzt i.d.R. auch einen Tiefpunkt (Kapitulation) voraus, aus dem man die Erkenntnis erwirbt, dass man selbst erkrankt ist, den süchtigen Partner oder Elternteil nicht retten kann.

Weiterhin ist die Erkenntnis nötig, dass der Fokus der eigenen Gedanken und Gefühle auf den Anderen gestellt ist, sich das Verhalten nur drauf beschränkt, sich in den Hintergrund zu stellen und Verantwortung für den Süchtigen zu übernehmen bis hin zur vollständigen Selbstaufgabe.

Die Erkenntnis, dass der süchtige Partner/ Elternteil nur ein Auslöser für die eigenen kranken Anteile ist und nicht Schuld daran ist, dass es einem schlecht geht. Jeder Mensch kann selbst entscheiden, wie er mit seinem Leben umgeht und befindet sich nicht in einer Opferrolle. Der Co-Abhängige lässt nur so viel mit sich machen, so viel er zulässt.

Die Anerkennung, nicht selbstbestimmt zu handeln, sondern sich aufgegeben zu haben, lässt den Einzelnen handlungsunfähig sein.



Genauso wie wir Alk´s haben die Co-Abhängigen auch ihre Grundbausteine.

Ich lese auch mal öfters bei den Co. und stelle immer häufiger fest, dass viele noch sehr aktiv in ihrer Co-Abhängigkeit stecken und dabei sehr detailliert über das Trinkverhalten ihres nassen Partners berichten. Wenn man mal für das Wort "Partner" (was ja bei den Co. das Suchtmittel ist) das Wort "Alkohol" ersetzen würde, würde man es aus dem Vorstellungsbereich nicht so leicht in den offenen Bereich schaffen. Ein Alkoholker, der noch aktiv trinkt, darf hier nicht schreiben - ein Co. der noch aktiv in seiner Co-Abhängigkeit steckt darf schreiben und ganz farbenfroh von seinem trinkenden Partner berichten.

Hier sollten ja nur Menschen schreiben, die sich bereits von ihrem Suchtmittel gelöst haben und darüber sind sich ja alle irgendwo einig, weil es ja auch nicht ganz ungefährlich ist, wenn man so manche Beschreibungen einiger Co.´s über das aktive Trinkverhalten des Partners liest.

Hier ein Beispiel, was ich fast blind herausgepickt habe:

Zitat:
In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass er jeden Tag mindestens sechs halbe Liter Bier trinkt. Es gab auch Tage, da war es weniger, aber das nur eine Ausnahme. Wein wurde gekauft, die leeren Flaschen hinter einem Tablett versteckt. Meine Flasche Sekt wurde ausgetrunken, die leere Flasche so gelegt, dass man es nicht auf den ersten Blick sehen konnte.


Es könnten bei den frisch abstinenten Alkoholikern z. B. Gedanken in Richtung Relativierung aufkommen:"Na - so wie der getrunken hat - so schlimm war es bei mir nicht".

Ich persönlich fühle mich beim Lesen solcher nassen Berichte nicht sehr wohl - weil es immer nur um die Beschreibung des Konsumes von Alkohol geht und nicht um die Bearbeitung der eigenen Co.-Abhängigkeit.

Vielleicht mal ein kleiner Anstoß, darüber nachzudenken, dass wir uns in einem Forum befinden, welches Abstinenz bzw. die Loslösung vom Suchtmittel als Voraussetzung hat.

Gruß

BC
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BlueCloud hat zum Thema: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
s.z.
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.09.2011
Beiträge: 710
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 12:25    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin BC!

Na da haste mal'n Fass aufgemacht8)

Bin mal gaspannt wie die Diskusion darum verlaufen wird, meine Frage:

Ist es denn notwendig als Co. sich vom Partner zu trennen?
Denn irgendwie liest sich dein "opening" so...

Greets Zimbo...
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s.z. hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
Grazia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2007
Beiträge: 767
Alter: 46
Wohnort: By

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 12:47    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo BC

So habe ich das noch nie betrachtet.

Wenn ich so nachdenke, hast Du natürlich Recht.
Meines erachtens ist Co und Alk vom Struktur her gleich. Ich betrachte mich selber als trockene Co.

Du meinst, hier dürfen nur trockene Alk schreiben, aber manche Co's leben hier ihr nasses dasein aus.
Das stimmt, auch wenn man sich die Finger wund schreibt, es gibt welche die nicht soweit sind und die Hilfe nicht annehmen konnen/wollen.
Was kann man da machen? weiss ich nicht.
es liegt auch nicht (GsD) in meiner Verantwortung.
Aber ich finde es gut, dass Du es geschrieben hast.

Die Trennung vom Partner... eine heikle Angelegenheit. Für mich war es ein MUSS. Ohne die Trennung, hätte ich es nicht geschaft. Ich persönlich denke, ohne Trennung geht es nicht. Es muss nicht die Trennung für immer sein, aber erstmal sollte Jeder der Alk und der Co für sich gesunden.


Auf jeden Fall bin gespannt auf die Diskussion hier.

Liebe Grüße
Grazia
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Grazia hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
Blumenwiese
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 72
Alter: 46
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 12:53    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo BlueCloud,

da Du meinen Text als Beispiel gebracht hast möchte ich mich dazu äußern.

Mir war nicht bekannt, dass ich als aktiver Co nicht schreiben darf. Mir persönlich hat es bislang immer geholfen mal was loszuwerden, was die Leute in meinem persönlichen Umfeld nicht verstehen.

Ich entschuldige mich bei allen abstinenten Alkoholikern, wenn meine Berichte sie zu einem weiteren Glas Bier, Wein etc animiert haben.

Wenn es wirklich so ist, dass hier nur Cos schreiben dürfen, die nicht mehr Co sind bzw. ihre Sucht im Griff haben ... dann bin ich hier gerade fehl am Platze. Schade. Denn ohne dieses Forum wäre ich nicht so weit wie ich jetzt schon bin.

Blumenwiese
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Blumenwiese hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 13:04    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Blumenwiese,

es geht nicht darum, ob jemand sich aus seinen Co Dasein schon befreit hat, aber es sollte schon zu erkennen sein, dass man das möchte.

Ich habe jetzt deine Lebenssituation nicht alles durchgelesen. Daher kann ich jetzt auf die Schnelle nicht dagen, wo du stehst.

Jeder hat sich ja irgendwann hier angemeldet, weil er oder sie sich in einer Situation befunden hat, wo es so nicht mehr weiter gehen konnte.

Da wir hier keine Hilfe für Dritte ( die trinkenden Partner oder Angehörigen ) geben können, sondern nur für die Menschen, die sich hier angemeldet haben, sollte es auch um diese Menschen gehen.
Es gibt ja viele Beispiel, wo es auch wieder in der Partnerschaft funktioniert, aber dazu muss auch das gemeinsame Ziel beider Partner vorhanden sein.
Sich in die Coabhängigkeit einzurichten und das Beste draus zu machen, kann ja nicht Sinn des eigenen Lebens sein.

Zitat:

Ihre Sucht im Griff haben


Niemand hat wohl seine Sucht vollständig im Griff, weder Alkoholiker oder Coabhängige. Das Ziel ist aber die Abstinenz zu festigen.
Nur sollte daher auch der Wunsch der Abstinenz im Vordergrund stehen.

Um auf die Eingangsfrage zu kommen.
Ich denke, sinnvoll ist es, hier das Thema Alkoholfreiheit in den Vordergrund zu stellen, denn darum geht es hier.
Wie viel oder wie oft der Partner oder Angehörige trinkt, ist ja uninteressant. Er trinkt und der oder die Angehörige kommt damit nicht zurecht und möchte das eigene Leben wieder ändern, wenn der trinkende Angehörige keine Hilfe möchte.



Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
uwe.rothaemel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 26.05.2010
Beiträge: 392
Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 13:26    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo BlueCloud
Ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke. Etwas mehr Selbstbezogenheit kann nicht schaden. Schlussendlich geht es um die eigenen Verhaltensweisen, womit sich die Menschen unzufrieden hinterlassen. Der gelegentliche Plauderton über den XY oder noch besser „Mein Alki…“ ist schwer zu ertragen.
Aber auch dabei habe ich mir angewöhnt, zuerst nachzuschauen: „Was ist es, was mich daran stört?“; „Was hat es mit mir zu tun?“
Es ist in der Regel nicht gerade erbauend, ständig beim Lesen derartiger Berichte, in den Spiegel der eigenen Vergangenheit zu schauen oder gerade Verdautes wieder vorgesetzt zu bekommen. Ich denke, dass es bei mir nicht der (vermeintlich anders geartete) Konsum ist, der mir das Unwohlsein beschert. Es ist die Hilflosigkeit und Ohnmacht die mein früheres Verhalten übriggelassen hat, die mich irritiert (und beschämt).
Das reicht mir als Selbstanalyse meist aus und die „Schuld“ vergeht dann auch wieder.
Im Wesentlichen stimme ich mit dir aber überein, dass ein sensiblerer Umgang mit der Thematik und eine höhere Konzentration auf das eigene Leben, auch in diesen Bereich, zumindest wünschenswert sind. Ich glaube allerdings, dass sich die „kranken“ Verhaltensweisen innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen zu komplex sind, um sie Eins zu Eins mit unserer Sucht zu vergleichen. Der Partner Alkohol hat nicht wirklich zu uns gesprochen, was das „Verabschieden“ etwas erleichtert hat.
Schönen Sonntag Uwe.
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uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
BlueCloud
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.07.2011
Beiträge: 737

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 13:41    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Blumenwiese,

wie ich eingangs schrieb habe ich Deinen Bericht wirklich nur zufällig heraus gepickt, weil der Post relativ oben stand.

Was ich immer nicht verstehe, ist:

Ist Dir z. B. bewußt, dass Co.-Abhängigkeit eine Sucht ergo eine Erkrankung ist, wo es wirklich keine Rolle spielt, wieviel der Partner trinkt, was er im besoffenen Kopf alles so treibt.

Er trinkt, Du fühlst Dich dabei nicht wohl und möchtest was ändern. Indem Du aber die ganze Zeit über sein Trinkverhalten berichtest, beschreibst Du nur seine Sucht und läßt Deine Erkrankung ganz außer Acht.

Stelle Dir es doch mal im Umgekehrten vor:

Ich schreibe hier täglich im besoffenen Kopf - immer wieder verspreche ich, aufzuhören und Du liest es quasi live mit. Anstatt zu erkennen, dass ich eine Krankheit habe, schreibe ich nur über meinen Konsum. Genauso liest sich der von mir zitierte Auszug von Deinem Post für mich.

@ SZ

Ich weiß nicht, ob ich ein Fass aufmache, wenn ich meine Empfindungen mitteile. Ich habe gelernt, in einer SHG zu sprechen, wenn ich mich mit irgend etwas unwohl fühle. Ich will auch niemandem etwas Böses oder ihn maßregeln - ich fühle mich aber in Gegenwart von Alkohol und dessen Beschreibungen halt sehr unwohl und wollte es einfach nur einmal ansprechen.


Gruß

BC
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BlueCloud hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben
Speranza
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.09.2011
Beiträge: 597
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 04.12.2011, 13:44    Titel: Re: Grundbaustein Nr. 1 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen!

Ein schwieriges Thema aber ich möchte mal meine Gedanken dazu beschreiben.

Viele von den Co-Abhängigen die sich hier anmelden erhoffen erstmal Hilfe. Der Grundgedanke ist aber oft dass sich der Betreffende erhofft Tipps zu bekommen wie man den süchtigen Partner vom Alkohol wegbekommt.

Es ist oft ein Teufelskreis besonders wenn man schon lange in so einer Beziehung lebt. Ich habe lange gedacht wenn ich es schaffe dass er nicht mehr trinkt ist alles wieder gut.

Als ich mich hier angemeldet habe war meine Beziehung nicht mehr zu retten uns ich habe mich bereits getrennt. Andere Co-Abhängige sind noch viel zu tief in der Beziehung drin und können noch nicht umdenken.

Ich halte es eher für unnötig zu schildern was ER schon wieder konsumiert hat denn das interessiert mich nicht mehr. Ich hoffe nur dass die Zeit in der ich noch mit meinem Partner in einem Haus lebe friedlich verläuft.

Ich arbeite nur noch an mir, mache mir viele Gedanken wie mein weiteres Leben verlaufen soll damit diese Co-Abhängigkeit nicht meine Zukunft bestimmt.

Viele Co-Abhängige verstehen noch nicht dass sie sich selber ändern müssen und nicht der Partner, sie machen Wohl und Wehe von ihm abhängig, das ging mir ja auch lange so. Sie wollen einfach ihr Herz ausschütten wenn es mal wieder eskaliert. Natürlich sollte es nicht dabei bleiben immer wieder hinzuschreiben wie schlimm doch alles ist das bringt niemanden weiter.

Sich einzugestehen und zu begreifen dass man seinem Partner nicht helfen kann ist ein sehr schmerzhafter Schritt.

Ob trockene Alkoholiker davon runtergezogen werden? Ich sehe es anders, sie können doch froh sein dass sie ihren Weg gefunden haben trocken zu sein. Aber natürlich kann ich nicht Gedanken lesen wie andere das sehen.

Ich persönlich lese nicht sehr viel bei den trockenen Alkoholikern, es macht mich noch total unsicher und momentan kann ich auch kein Verständnis für Alkoholiker aufbringen es ist halt alles noch recht frisch.
Es ist ja auch nicht meine Baustelle.

Was ich gut finden würde wenn sich trockene Alkoholiker und Co-Abhängige mehr untereinander austauschen könnten, denn sie leiden beide an einer Sucht wenn auch anders gelagert.

Liebe Grüsse
Speranza
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Speranza hat zum Thema: Re: Grundbaustein Nr. 1 geschrieben

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