| Schönreden... • Hört das NIE auf? |
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JJE neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.11.2011 Beiträge: 74 Alter: 38
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Verfasst am: 22.11.2011, 12:59 Titel: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo alle zusammen,
ich moechte mich gerne hier in diesem Bereich vorstellen. Mein Name ist Jenny, ich wohne in England und bin Kind einer co-abhaengigen Mutter und eines verstorbenen Alkoholikers. Ich selbst bin co-abhaengig und habe frueher auch eine Partnerschaft miterlebt in der ich hautnah erleben durfte, was eine Co-Abhaengigkeit bedeutet und wie schwer es sein kann sich von einem alkoholabhaengigen Partern zu loesen, wenn man tief in seiner Co-Abhaengigkeit haengt. Ich war vor einigen Jahren schonmal hier und hatte mich abgemeldet gehabt, da ich erkannt habe, dass ich mit mir selbst noch Sachen bearbeiten musste, ich hatte damals auf "Opferhaltungen" sehr "allergisch" zum Teil reagiert und gemerkt, dass ich hier fuer mich etwas tun muss. Ich durfte in der Zeit lernen, dass ich mir selbst fuer meine vergangene aktive Co-Abhaengigkeit verzeihen musste und durfte erkennen, dass jeder seinen Weg selbst gehen darf, so schnell und mit sovielen Rueckfaellen wie es noetig war um zu erkennen, dass man etwas fuer sich tun muss. Ich selbst habe meine Co-Abhaengigkeit aus der Vergangenheit reflektiert und erkannt wie sehr ich mich geschaemt habe, wie schwach ich damals war und wie weh es mir getan hat, wenn Menschen meine Schwaeche abgewertet haben und durch "tough Love" also harte Worte versucht haben mich wachzuruetteln. Ich hatte dann leider erkennen muessen, dass nachdem ich meine Co-Abhaengigkeit erkannt hatte, viele Menschen selbst verurteilt hatte, meine Co-Abhaengigkeit hat sich verlagert von Alkoholikern zu anderen Co-Abhaengigen und seitdem weiss ich, dass ich zusehen muss, dass ich mich taeglich daran erinnere, dass jeder selbst entscheiden darf, wie lange er leidet, was er mit sich macht und wie lange der Weg raus aus der Co-Abhaengigkeit dauern kann. Trotzdem Holzauge sei wachsam, muss ich taeglich auch an mir arbeiten, bewusster zu leben, mich als Mensch wertzuschaetzen.
Ich freue mich wieder hiersein zu duerfen.
Liebe Gruesse,
JJE |
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| JJE hat zum Thema: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum geschrieben
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Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5776 Alter: 53 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 23.11.2011, 09:19 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo Jenny,
dann sag ich dir mal Hallo hier im Forum!
Ich wünsch dir einen guten Ausstausch. Ja, sich seiner Sache bewusst sein, achtsam leben, damit die Co-Muster nicht wieder zuschlagen, das ist wichtig. Das erkenne ich auch für mich immer wieder.
Grüße von
Aurora |
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| Aurora hat zum Thema: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum geschrieben
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JJE neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.11.2011 Beiträge: 74 Alter: 38
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Verfasst am: 23.11.2011, 10:20 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo Aurora,
Danke fuer Deine Begruessung.
Co-Abhaengigkeit war fuer mich immer ein schlimmes Wort, eine Bezeichnung, die ich nicht haben wollte. Erst als ich es fuer mich akzeptieren konnte, kam das Wachstum, das Erkennen und die Moeglichkeit an mir zu arbeiten.
Es hat mich erkennen lassen, was wirklich wichtig ist im Leben und hat mir gezeigt, was es bedeutet sich selbst anerkennen zu koennen und Schwaechen zuzugeben. Es hat mich auch erkennen lassen, wo meine persoenlichen Grenzen liegen und meine Grenzen zu verteidigen und klar aufzuweisen.
Ich freue mich auf den Austausch.
Alles Liebe,
JJE |
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Speranza aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.09.2011 Beiträge: 597 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 23.11.2011, 13:09 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo JJE!
Willkommen hier im Forum.
| Zitat: | | Co-Abhaengigkeit war fuer mich immer ein schlimmes Wort, eine Bezeichnung, die ich nicht haben wollte. |
Das ging mir nicht anders denn Co-Abhängige sind ja von ihrer Art her oft lieb und nett, opfern sich auf, kümmern sich um ihre Mitmenschen, ackern und rackern.
Ich habe immer gedacht ich tue doch alles dass meine Beziehung funktioniert wieso macht ER alles kaputt? Wieso hört er nicht auf mich, ich meine es doch nur gut.
Der Denkfehler liegt darin dass Co-Abhängige für alles und jeden die Verantwortung übernehmen wollen. Sie sind sehr ausdauernd wenn sie Veränderungen möchten - so ausdauernd dass sie selber oft auf der Strecke bleiben.
Sie machen ihr eigenes Glück von anderen Personen abhängig - sind förmlich darauf fixiert.
So war es bei mir zumindest - mir einzugestehen dass ICH einen gravierenden Fehler mache fiel mir sehr schwer - wollte ich doch für alles und jeden nur das Beste.
Mich selber wieder wahrzunehmen war mir anfangs recht ungewohnt aber ich merkte dass ich mich dadurch besser fühle.
Mir bewusst zu machen dass es durchaus legitim ist eigene Bedürnisse anzumelden war mein erster und wichtigster Schritt aus der Co-Abhängigkeit heraus.
Liebe Grüsse
Speranza |
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JJE neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.11.2011 Beiträge: 74 Alter: 38
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Verfasst am: 23.11.2011, 13:20 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hi Speranza,
ja, da stimme ich Dir voll und ganz zu. In meinen aktiven co-abhaengigen Zeiten, habe ich meine eigenen Beduerfnisse nicht wahrgenommen, ich habe sie einfach ignoriert. Wie auch meine eigenen Grenzen. Ich fuehlte mich damals ausgepowert, entmachtet, verwirrt und verletzt. Es hatte eine Weile gedauert bis ich erkannt habe, dass ich den Schluessel selbst in der Hand gehalten habe, die ganze Zeit. Grenzen setzen und einhalten ist keine Staerke, die ein Co-Abhaengiger hat, wir lassen unsere Grenzen immer wieder ueberschreiten, nehmen Verantwortung fuer Sachen, die nicht in unserer Macht stehen. Wie hier auch beim Alkoholiker muessen wir Co-Abhaengigen einen Tiefpunkt erreichen, der uns dann zum Umdenken bringt. Erst dann koennen wir unsere alten Denkstrukturen aufloesen und erkennen, dass wir etwas an uns selbst veraendern muessen. Allerdings hoert das lernen und erkennen was eine Co-Abhaengigkeit ist, nicht nur damit auf, dass wir raeumlich und emotional unseren alkoholkranken Partner verlassen. Fuer mich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Co-Abhaengigkeit und deren Strukturen sich auch verlagern koennen, auf Kollegen, auf Leute hier im Forum, auf Freunde, Bekannte, Familienmitglieder. Derjenige muss nicht mal ein Suchtproblem haben.
Alles Liebe,
JJE |
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Speranza aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.09.2011 Beiträge: 597 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 23.11.2011, 20:13 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo JJE!
| Zitat: | | Allerdings hoert das lernen und erkennen was eine Co-Abhaengigkeit ist, nicht nur damit auf, dass wir raeumlich und emotional unseren alkoholkranken Partner verlassen. |
Natürlich hört Co-Abhängigkeit nicht in diesem Moment auf es handelt sich um eine Verhaltungsstörung dessen muss man sich erstmal bewusst werden.
Meine Co-Abhängigkeit hat auch nicht damit begonnen dass ich an einen alkoholkranken Mann geraten bin sondern liegt in meiner Kindheit.
Dieses Gefühl der Wertlosigkeit wurde mir schon früh übermittelt obwohl Alkohol überhaupt keine Rolle spielte. Es hat sich in meiner Beziehung fortgesetzt bis ich vor ca. 10 Jahren anfing auszubrechen und vieles zu meinen Gunsten verändert habe.
Die Trennung von meinem Mann ist die letzte Mauer die ich niederreisse. Wachsam muss ich weiterhin sein und auch auf mein Bauchgefühl hören.
| Zitat: | | Wie hier auch beim Alkoholiker muessen wir Co-Abhaengigen einen Tiefpunkt erreichen, der uns dann zum Umdenken bringt. |
So ist es bloss denke ich muss ich in Zukunft viel früher einschreiten nicht erst dann wenn ich ausgepowert oder sogar krank geworden bin. Ich muss mir auch immer vor Augen halten dass ich ein wertvoller Mensch bin und es nicht nötig habe mich so behandeln zu lassen.
Ich glaube ein Co-Abhängiger wird nie zu einem krassen Egoisten werden er muss aber lernen dass ein gesunder Egoismus unbedingt zum Leben gehört.
Liebe Grüsse
Speranza |
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| Speranza hat zum Thema: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum geschrieben
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JJE neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.11.2011 Beiträge: 74 Alter: 38
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Verfasst am: 24.11.2011, 14:53 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo Speranza,
ich freue mich sehr auf den Austausch mit Dir. Ja, meine Verhaltensweisen liegen auch in meiner Kindheit. Meine Mutter hat es mir vorgelebt. Ich hatte es bereits in einem anderen Thread geschrieben, Kinder von Alkoholikern oder Co-Abhaengigen, die noch mit denjenigen leben, sind um weiten mehr anfaellig entweder die Alkoholiker oder Co-Abhaengigenrolle zu uebernehmen.
Heute ist es fuer mich eine Erfahrung, die ich machen musste, damit ich wachsen darf, damit ich sehen kann wo ich an mir arbeiten darf. Die Bezeichnung Co-Abhaengiger ist nicht mehr schlimm fuer mich.
Langsam und allmaehlich fuehle ich mich mit mir wohl, was ich in meinen aktiven co-abhaengigen Zeiten nicht sagen konnte, da brauchte ich das Gefuehl gebraucht zu werden und hab gedacht es waere Liebe.
Liebe Gruesse,
JJE |
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| JJE hat zum Thema: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum geschrieben
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Speranza aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.09.2011 Beiträge: 597 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 24.11.2011, 20:59 Titel: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum |
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Hallo JJE!
| Zitat: | Kinder von Alkoholikern oder Co-Abhaengigen, die noch mit denjenigen leben, sind um weiten mehr anfaellig entweder die Alkoholiker oder Co-Abhaengigenrolle zu uebernehmen.
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Natürlich ist es so solche Kinder bekommen es vorgelebt und werden oft früh in die Pflicht genommen. Sie bekommen vorgelebt dass sich alles um den Alkoholkranken dreht und neigen dazu diese Rolle auf einen späteren Partner zu übertragen.
Ich wurde sehr früh geprägt dass nur ein braves Kind ein gutes Kind ist. Eigene Meinung war nicht gefragt stattdessen gab es nur Kritik. Ich konnte mich noch so anstrengen es war nie gut genug. Ich habe mich als Person nicht wahrgenommen und mich wahnsinnig angestrengt um gelobt zu werden.
Gleichwohl war ich innerlich ein kleiner Rebell und bin sehr früh ausgebrochen. Meine Verhaltensstörung habe ich natürlich mitgenommen und viele Jahre auch ausgelebt.
Zum Glück besitze ich aber auch einen recht gesunden Menschenverstand und habe mich nach und nach in die richtige Richtung entwickelt. Mein Gedanke war: "Wer mich so nicht mag wie ich bin kann es auch sein lassen".
In Bezug auf meinen Partner dachte ich mir es kann wohl nicht sein dass er mir die Schuld in die Schuhe schieben will weil er ein Suchtproblem hat.
Ich erinnere mich noch genau als ich zu ihm gesagt habe wenn er soviel an mir auszusetzen hätte könne er ja gehen. Ganz langsam ist der Rebell in mir erwacht und ich habe mich immer weiter weg von ihm entwickelt.
Ich war zwar mittlerweilen depressiv und voller Selbstmitleid aber bis ich den Mut hatte ihm zu sagen "Der Alkohol oder ich" dauerte es doch noch.
Er hat sich für den Alkohol entschieden aber so von meinem Gefühl her ist die Partnerschaft so oder so beendet.
Meine Aufgabe ist es gut für mich zu sorgen und an mir zu arbeiten und gut auf mich aufzupassen.
Liebe Grüsse
Speranza |
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| Speranza hat zum Thema: Re: Co-Abhaengigkeit / Selbsterkennung / Wachstum geschrieben
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