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Hilfe wo stehe ich? Wie weit bin ich?

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Lindi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.04.2011
Beiträge: 184
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 18.11.2011, 21:57    Titel: Re: Hilfe wo stehe ich? Wie weit bin ich? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hmmm, ja, also von allen moeglichen Ansprechpersonen in dieser weiten Welt.... sind Kollegen die denkbar unguenstigste Alternative.
Sicher, ein sachliches Gespraech mit dem Chef kann nicht schaden, weil man ja eventuell zeitweise nicht so ganz auf der Hoehe ist, Leistungsmaessig. Aber die Kollegen so im Detail einweihen? Du machst Dich damit sehr, sehr verletzbar und kannst eigentlich froh sein, dass bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist, in die "Kerbe" zu hauen....es gibt nicht nur nette Menschen, es gibt auch knallharte Karriere-A.........
Dann jammer lieber ein bissl hier...anonym.

Marni, versuch mal ein wenig auseinanderzusortieren: was sind die Probleme in der Beziehung (Naehe, S...),
was sind die Probleme, die direkt mit dem Alk. zusammenhaengen, was sind die Probleme, die aufgrund Deines ueberfuersorglichen Verhaltens entstehen, etc.

Du schreibst zum Beispiel, dass Du das Haus halten willst, FALLS einer Deiner Soehne im Beruf Probleme hat und zurueckkommen will.... na, im Besten Fall hat keiner Probleme, oder will mit der Freundin zusammenziehen oder tut einen Teufel und kehrt ins elterliche Heim mit dem alkoholkranken Vater und der verhaermten Mutter zurueck....dann sitzt Du ganz umsonst wie die gluckende Henne auf dem Nest und haelst es warm fuer die Kueken, die schon lange draussen rumrennen.... Nur die Henne ist mittlerweile ganz duerr und klapprig, weil sie vor lauter "Nest waermen" leider vergessen hat, sich selber Maiskoerner zu suchen....

In Deiner imaginaeren hellen, kleinen Wohnung kannst Du ja zur Not ein Schlafsofa ins Buegelzimmer stellen, damit Du eine Not-Anlaufstelle fuer die Soehne hast.....und Dich besser damit fuehlst.


Marni, in Gedanken, stell Dir vor, wie Dein Leben aussehen soll. Nicht die Blumenwiese, ueber die Du Hand-in-hand mit Deinem wundersam genesenden Mann laeufst, das ist unrealistisch...... stell Dir vor, wie es wird, wenn Du nicht aufwachst....mit Deinem Mann wirds leider bergab gehen gesundheitlich, finanzielle Reserven schwinden, Du klappst irgendwann zusammen, fuer WAS, mein Gott, fuer WAS? Worauf hoffst Du insgeheim? Da muss doch irgendeine Hoffnung sein (berechtigt oder nicht, das ist wieder was Anderes), die Dich haelt? Dass alles nicht so schlimm ist, das sich alles wieder einrenkt? Das hat es nicht in den letzten 30 Jahren und wird es auch nicht in den naechsten 30 Jahren!
Niemand kann Dir garantieren, dass Du total froh und gluecklich wirst, wenn Du Dich trennst....aber die Chance dazu besteht! Ganz klar ist jedoch, dass Du niemals froh und gluecklich wirst, wenn Du weiterhin in der alten Schiene faehrst!
Liebe Gruesse, Lindi
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Lindi hat zum Thema: Re: Hilfe wo stehe ich? Wie weit bin ich? geschrieben
Speranza
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.09.2011
Beiträge: 597
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 18.11.2011, 22:36    Titel: Re: Hilfe wo stehe ich? Wie weit bin ich? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Marni!

Zitat:
Hilfe wo stehe ich? Wie weit bin ich?


Wenn ich deine Beiträge durchlese würde ich sagen du stehst am Abgrund. Dein Mann befindet sich bereits im Abgrund und er ist drauf und dran dich da runter zu reissen.

Alles was du so schreibst habe ich auch, ich bin schon ewig verheiratet, ich habe schwer geschuftet für unser Eigenheim, ich bin berufstätig, wir haben keinen finanziellen Nöte. Mein Traum war es auch immer gemeinsam alt zu werden in unserem Häuschen.

Die Sache hatte einen Haken, ich habe einen Ehemann der trinkt. Es ist nicht ganz so schlimm wie bei deinem Mann, er geht auch arbeiten und ist wenn er nüchtern ist lieb und nett.

Nach aussen hin habe ich die Fassade gewahrt wenn ich mal andeutungsweise etwas über seinen Kosum erzählt habe hörte ich auch oft "Naja keiner ist perfekt, gönne deinem Mann doch mal ein paar Bierchen" usw.

Was sich hinter der Fassade abspielte ging letztendlich über meine Kraft ich wurde immer kränker, immer trauriger, ich war unkonzentriert auf der Arbeit.

Die schönen Momente die es durchaus noch gab konnte ich nicht mehr geniessen, ich traute mich auch niemanden mehr einzuladen, schottete mich immer mehr ab.

Ich fühlte mich krank und hatte einige Beschwerden organisch liess sich nichts finden, es waren meine Depressionen die sich körperlich geäussert haben.

Auch die schöne helle Wohnung war immer in meinem Kopf - es war dort ruhig, keine Bierflaschen, keinen Ehemann der betrunken auf der Couch liegt und mir das Leben sauer macht.

Anfang September war ich dann soweit, ich teilte ihm mit ich würde ihn verlassen und zog es auch durch. Ich wohne noch zwar hier aber nur solange bis mein Traumhäuschen renoviert ist.

Jedem dem ich von der Trennung erzähle versteht mich, bis auf einige wenige. Die können sich ja dann um meinen Ehemann kümmern wenn ich weg bin. (das war jetzt Ironie).

Was ich damit sagen will es ist doch egal was Andere denken, Hauptsache es geht DIR endlich besser. Du hast nur ein Leben und hast verdient dass es dir gutgeht.

Ich hatte eine schlimme Vision: Ich schaute in die Zukunft, was ich gesehen habe hat mich erschreckt. Es war kein geruhsames Rentnerleben sondern war geprägt von der Trinkerei meines Mannes.

Ich weiss ja nun nicht wie lange ich noch lebe aber selbst wenn es nur wenige Jahre wären habe ich zumindest wieder erfahren dürfen wie es ist normal und ruhig zu leben.

Mach deinen Traum wahr, es kann nur besser werden.

Liebe Grüsse
Speranza
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Speranza hat zum Thema: Re: Hilfe wo stehe ich? Wie weit bin ich? geschrieben

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