| Der 20. Tag • Ob er es dieses Mal schafft? |
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 11.11.2011, 07:27 Titel: Re: Erkrankung oder Willensschwäche |
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hallo karsten..
mir fällt hier auf, ist kontrollverlust willenschwäche? kontrollverlust hat was mit der erkrakung zu tun, das ist nicht willendlich zu steuern! also kann ich willensstark sein und komme dennoch in diesen kontrollverlust rein.darauf achte ich, da ich mich nicht willendlich steuern kann wenn ich einen kontrolverlust erlebe und losrenne um zu helfen.drum meide ich die begegnungen, weil ich den kontrollverlust nicht steuern kann und damit mein risiko minnimiere.
ich seh das eben auch so, der wille rauszukommen war genau so wichtig wie die willenskraft, das wissen um die erkrankung und deren auswirkungen auf mich und eben die bereitschaft hilfe anzunehmen schliessen einen das nicht aus.ich rede bei mir über coabhängigkeit, so wars bei mir.denk aber auch das gleiche gild für alle süchte.
gruß melanie
gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Erkrankung oder Willensschwäche geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4502 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 11.11.2011, 09:32 Titel: Re: Erkrankung oder Willensschwäche |
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glück auf karsten
| Karsten hat Folgendes geschrieben: | | ob diese Betroffenen, die nur durch den Willen nicht trinken, vielleicht ihr Trinkverhalten nicht als Krankheit ansehen??? | kann ja sein, dass die/der garnich krank sind? ich kenn einige "missbräuchler", die viel mehr gesoffen haben als ich und von jetz auf gleich ihren konsum auf ein "normales maß" (n 0,33l bier zum abendessen, n glaß wein beim tv und bei feiern n glaß sekt zum anstoßen - aus die maus) reduziert haben.
"alkoholkranke" können sowas nich (wenigstens nich lange).
schöne zeit
matthias |
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| silberkralle hat zum Thema: Re: Erkrankung oder Willensschwäche geschrieben
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Manfred sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.12.2009 Beiträge: 1477 Alter: 54 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 11.11.2011, 12:49 Titel: Re: Erkrankung oder Willensschwäche |
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Hallo zusammen,
ich möchte einen Satz von Uwe nochmal hervorheben:
Die Akzeptanz der eigenen Unzulänglichkeit und die Annahme der Krankheit als solche, sind für mich die grundlegenden Ausgangspunkte, um dauerhaft abstinent leben zu können.
Da möchte ich gern noch folgendes ergänzen:
… und die Entdeckung und Wertschätzung der eigenen Ressourcen.
Ergänzen möchte ich auch noch mein Verständnis zur Entstehung von Sucht:
ich kenne niemanden, der alkoholsüchtig/-krank oder anderweitig süchtig werden wollte.
Sucht ist ja immer ein schleichender Prozess.
Anfangs wird das Suchtmittel (das es ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht ist) und/oder das süchtige Verhalten dazu eingesetzt um einem seelischen Schmerz auszuweichen bzw. abzuwehren.
Das Mittel bzw. das Verhalten dient als „Bewältigungsinstrument“. Der/die Betroffene verfügt zu diesem Zeitpunkt über keine anderen Ressourcen um den seelischen Schmerz zu bewältigen. Das Mittel bzw. das Verhalten sorgt erstmal für Stabilität, die dem Betroffenen es ermöglicht sein Leben weiter führen zu können.
Hinzu kommt, dass viele legale Suchtmittel und ein bestimmtes süchtiges Verhalten (Arbeitssucht, Kaufsucht, etc.) gesellschaftlich anerkannt sind bzw. geradezu erwünscht sind.
Im weiteren Verlauf wird dann das Mittel bzw. das Verhalten immer lebensbestimmender, es wird zum zentralen „Instrument“ um das Leben überhaupt noch weiter führen zu können. Zum Ende hin verwandelt sich das ursprüngliche „Bewältigungsinstrument“ zur lebensbedrohlichen Gefahr.
Spätestens jetzt befinden sich die Betroffenen (manche früher, manche später) in einem Dilemma. Wenn sie weiterleben wollen, dann müssen sie mit dem Suchtmittel bzw. mit dem süchtigen Verhalten aufhören. Hören sie damit auf, dann kommen auch die seelischen Schmerzen wieder stärker zu Wirkung, meistens nach einer ersten Zeit der Euphorie über die gelungene Befreiung.
Diese seelischen Schmerzen sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Manche verfügen sofort über ausreichende Ressourcen um sie zu bewältigen, andere brauchen dafür länger, und möglicherweise auch längere therapeutische Unterstützung.
Nach meiner Einschätzung gehört eine kontinuierliche Beschäftigung (in welcher Form auch immer) mit den seelischen Schmerzen (innere Inventur) zum Gesundungsprozess unbedingt dazu.
Und: Es braucht Mut, Kraft und auch Trost, um sich diesen inneren Prozessen zu stellen.
Hin und wieder lese ich von der Wut auf diejenigen, die noch trinken. Im Grunde genommen sind sie eher zu bedauern, da Alkohol trinken müssen wahrlich kein Vergnügen ist.
Es ist schwer in der Vorstellung zu leben, dass man die innere Not stets verbergen muss. So habe ich es erlebt, und so erlebe ich es auch heute noch hin und wieder, obwohl ich nicht mehr trinke.
LG Manfred |
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| Manfred hat zum Thema: Re: Erkrankung oder Willensschwäche geschrieben
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Emma2010 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.10.2010 Beiträge: 164
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Verfasst am: 12.11.2011, 20:37 Titel: Re: Erkrankung oder Willensschwäche |
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Als Partnerin eines Alkoholikers ist mir aufgefallen, dass Süchtige
viel eher sogar einen starken Willen besitzen, nämlich den Willen zu saufen, wann sie wollen, wie sie wollen und was sie wollen.
Ich kenne auch gar keine Leute, die einen Abhängigen als willensschwach abwerten. Es ist viel eher ein Bedauern, Hilflosigkeit und Unverständnis für den Kranken.
Ist mir im Stadtpark mal jemand begegnet, schon das Aussehen eines Alkoholikers ist beängstigend, habe ich nur zu leicht hinweg gesehen und mir sonst drum keine Gedanken mehr gemacht.
Ich glaube viel eher der Einzige, der sich für tatsächlich willensschwach hält, ist der nasse Alkoholiker selbst.
Der Einzige, der sich als nicht krank hält, ist der Alkoholiker selbt.
Hinzukommend funktionieren die Mechnismen der Sucht viel zu perfekt, um noch eine andere Sichtweise zuzulassen. |
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| Emma2010 hat zum Thema: Re: Erkrankung oder Willensschwäche geschrieben
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Poster neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.12.2010 Beiträge: 158
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Verfasst am: 17.11.2011, 00:33 Titel: Re: Erkrankung oder Willensschwäche |
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Hallo
Ich gehe täglich in mein Stammlokal zum Essen.
Ich habe aufgehört zu trinken ohne Willenskraft,allerdings mit dem
Verstehen und der Erkenntnis dass weiterer Verzehr von Alkohol
mich vorzeitig tötet.
Dies reicht mir.
lg
der Poster |
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| Poster hat zum Thema: Re: Erkrankung oder Willensschwäche geschrieben
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Leopold79 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.09.2011 Beiträge: 106 Alter: 32
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Verfasst am: 17.11.2011, 20:01 Titel: Re: Erkrankung oder Willensschwäche |
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Hallo Karsten!
Willenskraft ist eine Energie, die mich zur Zielerreichung begleitet und Ablenkungen
oder Unwohlsein mit einem Gefühl überdeckt, welches mich auf dem Weg hällt.
Willenskraft als Charaktereigenschaft ist allerdings nicht jeden Tag gleich stabil.
Man kann das am sogenannten "Inneren Schweinehund" sehen. Dieser stellt eigenntlich
genau das Gegenteil dar. Also das Unwohlsein. Wer zum Beispiel sehr Willensstark
ist, bewegt sich auch im Winter vom Sofa, um sein geplantes Lauftrainig zu
absolvieren. Das Problem dabei ist, dass diese Stärke aber sich von einem Tag
auf den anderen ändern kann. Wenn ich wirklich schlecht drauf bin und das
Unwohlsein größer ist, als meine Willenskraft, dann entscheide ich mich für den
Inneren Schweinehund.
Dieser Innere Schweinehund ist das Ergebnis seiner von Kindheit an beginnenden
Einstellung. Wer noch nie Sport gemacht hat, wird gegen Bewegung eine Abneigung
entwickeln und möchte lieber auf dem Sofa bleiben. Der Sportler, der von Klein
auf schon immer aktiv war, muss seinen inneren Schweinehund überwinden,
mal ein Wochenende überhaupt gar nichts zu machen!
Mann muss also dieser inneren Überzeugung beibringen, was richtig und was
falsch ist. Und das geht in meinen Augen am Besten, in dem man sich deutlich
macht, dass man gegen eine Krankheit nicht kämpfen kann. Es würde ja auch
keiner versuchen gegen eine Krebserkrankung nur durch reine Willenskraft
anzugehen. Genauso ist es mit der Alkoholabhängigkeit. Ich muss verstehen,
was diese Krankheit ist, um zu verstehen, dass ich gar keine andere Option habe,
als mich in Behandlung zu geben. Dass ich gleichzeitig der behandelnde Arzt bin
ist die glücklichste Fügung dieser Krankheit. Denn andere müssen stänig in eine
Klinik um ihrer Krankheit einhalt zu gebieten. Wir dürfen jeden Tag selber an uns
arbeiten! Willenskraft ist wichtig und erleichtert vor allem unseren Weg in die
Zufriedenheit... Aber sie ist nicht unser "Heilmittel"!
Eins noch, was mich stört!
| Emma2010 hat Folgendes geschrieben: | | Ist mir im Stadtpark mal jemand begegnet, schon das Aussehen eines Alkoholikers ist beängstigend, habe ich nur zu leicht hinweg gesehen und mir sonst drum keine Gedanken mehr gemacht. |
Ich glaube nicht, dass du einen Alkoholiker erkennen kannst... außer er trägt ein
Schild auf dem steht, "ich bin Alkoholiker!"
Erkennst du andere Krankheiten auch nur beim ansehen des Menschen? Dann
solltest du diese Fähigkeit zu Geld machen! |
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| Leopold79 hat zum Thema: Re: Erkrankung oder Willensschwäche geschrieben
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