Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden!

 
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum -> Seite 44
ich steuer drauf zu und finde die Bremse nicht   •    Alkohol und gesundeheitlich Schäden  
Autor Nachricht
Eugenix
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 06.06.2006
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 06.06.2006, 20:53    Titel: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Mitleidensgenossen!Ich bin 30 jahre jung und trank seid meinem 22 lebensjahr als ich zur Bundeswehr(1998) ging regelmäßig Bier,vorher nur am Wochenende mit Freunden in der Disco oder auf Feiern(wie es eigentlich normal ist).Die Bunderswehr war hart,ich war bei der Marieneinfrantrie.Zum entspannen nach einem harten Tag tranken wir mit den Kameraden jeden tag Bier zusammen.Nach 10 Monaten Bund war ich wieder zu Hause und in meinem alten Beruf(Die Firma hat mich nach der Bundeswehr fest übernommen,da hab ich vorher auch gelernt).Aus gewohnheit habe ich nach dem Feierabend jeden tag Bier getrunken(Ich war praktisch Enspannungstrinker,ist mir jetzt erst bewusst geworden),HARTE SPIRITUOSEN HAB ICH NIE KONSUMIERT!!!Aus respekt,hatte angst Alkoholiker zu werden,und ich dachte immer was ist schon Bier?Leichtes Alkoholisches Getränk,praktisch"Lebensmittel",trinkt doch jeder.Mit der zeit wurde die Menge aber immer größer,erst waren das 3 0,5 l Flaschen,dann 4,5,6 und dann 8,als ich 8 Flaschen trank hatte ich nächsten tag auf der Arbeit immer ein leichten Kater,kam schlecht in gang Morgens,und hab mich schon auf den Feierabend gefreut mich wieder zu "Entspannen".Als mich Kollegen darauf anprachen(Morgens) das ich eine Fahne habe(vom Vortag),hab ich dann morgens immer Bongbongs und Kaugummis genommen.In dieser zeit(2003)hab ich zum ersten mal bemerkt das mit meinem Bierkonsum etwas nicht stimmt.Meine Freunde machten mich auch darauf aufmerksam,dass ich nicht jeden tag Bier trinken solle.Aber ich konnte es einfach nicht lassen.Anfang des jahres 2004 bin ich zu meinem Hausartzt gegangen zur routineuntersuchung und habe mir Blut abnehmen lassen,mein Hausartzt war erschrocken als er meine Leberwerte sah.Gamma GT 961,GPT 354,GOT 253.Er fragte mich ob ich ein Alkoholproblem hätte,ich habe es natürlich runtergespielt.Er hat mir geraten 6 Wochen nichts zu trinken,und nochmal zur kontrolle zu kommen.Nun hörte ich auf Bier zu trinken,und merkte jeden tag das mir was fehlt,da hab ich zum ersten mal festgestellt dass ich Psychisch Abhängig geworden bin,körperliche Entzugserscheinungen hatte ich nicht,also war das für mich kein Problem.Nach 2 Wochen Bierabstinenz fiel es mir dann leichter ohne Bier auszukommen. 6 Wochen habe ich durchgehalten,und siehe da,die Leberwerte haben sich komplett normalisiert.Und so dachte ich das musst du erstmal Feiern und hab es mir wieder am wochenende richtig besorgt.Und so fing es an, dass ich wieder in der Woche Bier getrunken habe und am Wochenende dann gern ein bischen mehr.Nach der Silvesterparty 2006 nach einem langen schlaf bemerkte ich zum ersten mal die richtigen Entzugserscheinungen,Händezittern,Unruhe,unbegründete Angst,Niedergeschlagenheit.Da hab ich es mit der Angst zu tun bekommen.Um es zu unterdrücken habe ich wieder zu Bierflasche gegriffen,und es ging mir natürlich wieder besser.Und so fing ich an Morgens auf der Arbeit heimlich Bier zu trinken um ruhiger zu werden.Anfang März ging ich zu meinem Hausartzt wegen Bauchschmerzen,er tastete mein Bauch ab und stellte fest dass meine Leber stark vergrösert war,und meine Augäpfel leicht Gelb waren.Er wies mich ins Krankenhaus ein auf verdacht wegen Virushepatitis.Im Krankenhaus nach der Blutuntersuchung ,Ultraschall, Gastroskopie und Leberpunktion stellte sich heraus das ich mäsig entzundete starke Fettleber habe.Mein Gamma GT lag bei 1380 !!!Im Krankenhaus hatte ich natürlich kein Bier getrunken und hatte nur leichte Körperliche Entzugserscheinungen,mehr hatte ich sie Psychischer Art in form einer Depression und Unruhe und habe vom Neurologen dort Saroten(Antidepressivum) bekommen,die Depression kam natürlich von mehreren Faktoren wie Entzug,Diagnose schwere Fettleber und der endlich eingesehenen eigenen Niederlage das ich süchtiger Alkoholiker bin.Mein älterer Bruder ist Krankenpfleger auf der Intensivstation und hatte mich immer davor gewarnt ,dass wenn ich nicht aufhöre mit meiner Biersauferei, wird es irgendwann böse enden.Und es ging bei mir da rein ,da raus.Nun ist es eingetreten.Er hat schon viele Patienten in seiner Berufszeit gesehen die unter starken Entzugserscheinungen gelitten haben,dass die kaum gehen konnten weil ihre Beine sie nicht tragen wollten wegen heftigem zittern,noch schlimmer die Patienten mit Delirium Tremens die Teufel vor sich tanzen sahen und durchgedreht sind und fixiert werden mussten.Gottseidank ist es bei mir nicht so weit gekommen,irgendwie bin ich auch mittlerweile froh das es bei mir so eine art Warnung von "Oben"war,mit Krankenhaus,Fettleber und dem ganzen ärger mit meinen Eltern die mich auch immer davor gewarnt haben(Mein Vater war Notartzt,jetzt Rentner,meine Mutter ist Hebame).Fettleber ist reversibel(bildet sich nach ca 12Wochen vollständig zurück),mein Führerschein war ich los(1.33 Promille),hab den jetzt auch wieder und natürlich die Arbeitsstelle die ich vielleicht verloren hätte wenn ich so weitergemacht hätte.UND ICH HABE "NUR" BIER GETRUNKEN,dieses anscheinend so harmloses Getränk.Doch so harmlos ist es nicht,das ist Wolf im Schafspelz!!!Da ist genau solches Ethanol drin,wie in Wodka und Co, nur die trinkmenge ist anders,aber das wissen glaub ich alle selbst hier.Ich bin nun seid dem 03 März Trocken,meine Leberwerte haben sich normalisiert und die Fettleber zu 70% zuruckgegangen.Vor 2 Wochen bin ich Rückfällig geworden und 2 tage Bier getrunken,und fast wieder die kontrolle verloren,aber mein segen dass mein Bruder mich erwischt hat und mich richtig rundgemacht hat.Das hat mir nochmal die Augen geöffnet und ich will und muss jetzt stark sein,meiner Gesundheit , und meiner Familie zuliebe die sich furchtbare sorgen um mich macht.Und ich habe ein Ziel,eine neue Beziehung und selbst eine eigene Familie gründen.Ich wollte mir das mal alles von der Seele schreiben und manchen Leuten auch vor Augen führen dass Bier doch nicht so harmlos ist wie es manche Leute behaupten(hab ich ja auch mal behaptet).In diesem Sinne bleibt Trocken Winken
Nach oben
Eugenix hat zum Thema: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! geschrieben
angara
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 18.04.2006
Beiträge: 52
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 06.06.2006, 21:32    Titel: Re: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Eugenix

ich hab auch "nur" Bier getrunken.....
täglich drei Liter, selten vier, und das über Jahre.

Dachte auch immer, das macht nichts, ist ja kein Schnaps,hat Vitamine und Mineralien etc. drin, ist ja sogar gesund!!!

Es ist egal, was, wann, wo und wieviel man trinkt, wenn die Kontrolle darüber weg ist, dann ist es krank.

Du hast sechs Wochen durchgehalten und dich dann mit Alkohol dafür belohnt??? Sorry, aber das kann ich überhaupt nicht verstehen!

Ich wünsche dir viel Kraft zum Durchhalten, es lohnt sich,
ohne Alkohol ist einfach alles viel schöner.

Lieben Gruss

angara
Nach oben
angara hat zum Thema: Re: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! geschrieben
Kraehe
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 06.06.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 06.06.2006, 21:52    Titel: Re: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

ähnliches erlebe ich gerade mit weißwein...getarnt als schorle.

es wurde immer mehr und mehr.

trank ich bis vor einem jahr nur am freitag und am samstag (und zu feiern natürlich), so hat sich dieses in eben diesem letzten jahr verändert.

inzwischen ist es so das ich fast täglich trinke/getrunken habe...mein letzter rausch war sonntag...meine vergiftungserscheinungen waren derart massiv das ich mich gestern und heute hingesetzt habe um mich mit dieser thematik auseinanderzusetzen.

und was ich hier alles gelesen habe wirft ein anderes licht auf die sogenannten weichen sachen wie bier und wein.

manchmal habe ich 2 flaschen wein an einem abend gekippt und war am nächsten morgen wenn auch träge doch noch fit genug um meinem job nachgehen zu können. sicher aber waren es min. 1 flasche wein an sicher 4 abenden werktags - hinzu kommen die wochenenden...das ich im letzten jahr meine beziehung (10 jahre inzwischen) massiv aufs spiel gesetzt habe war mir nicht bewußt. meine freundin trinkt auch regelmäßig am wochenende und wird es sicher auch nicht lassen. aber im gegensatz zu mir hat sie es unter kontrolle und weiß wann sie trinken kann und wann nicht. mir ist diese kontrolle abhanden gekommen und ich fürchte ich muß mir eingestehen das alkohol und meine wenigkeit nicht zusammenpassen.
meine freundin sagt seit wochen das ich ein alkoholproblem habe und ich doch bitte kürzertreten solle weil sich das auf unser familienleben auswirkt...und das tut es leider auch.

sorry, wenn ich das hier reinposte aber wie bei vielen hier möchte ich mich mit meinem problem auseinandersetzen und nutze jede gelegenheit dieses auch zu tun...ok, erst 2 tage und auch erst heute hier angemeldet...dieser thread ist aber solcherlei gestaltet das man ihn durchaus auch für selbsthilfe "mißbrauchen" könnte.

also nimm es mir nicht übel wenn ich deinen thread mit teilen meiner geschichte zukleistere.

ich glaube es ist für viele hier wichtig sich immer wieder ins bewußtsein das da ein problem im hinterkopf lauert...und durch totschweigen, dass zeigen mir meine eigenen erfahrungen wird es größer und größer indem man es bagatellisiert (also kleinmacht).

ich werde noch viele dieser geschichten lesen...täglich wenn möglich um mir der tragweite in welcher gefahr ich schwebe bewußt zu werden...und irgendwann mach ich vllt. auch mal einen eigenen thread auf...wenn ein mod. diesen hier verschiebt^^

nach den ersten stunden stöbern hier halte ich diese seite für sehr aktiv und hilfreich.

dank an alle die sich einbringen und sicher viel zeit darauf verwenden anderen "neuen" zu helfen.

lg
kraehe
Nach oben
Kraehe hat zum Thema: Re: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! geschrieben
Freund
Gast






BeitragVerfasst am: 06.06.2006, 23:00    Titel: Re: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin Eugenix, moin Kraehe !

Eure Berichte sind wirklich aus dem Leben ... live !
Eure Entscheidung, sich vom Alkohol für immer zu verabschieden, ist klug.

Ich habe bis vor 5 Jahren auch gesoffen wie ein Loch, das hat mit den Jahren immer mehr zugenommen und ich hatte zuletzt wirklich keinerlei Kontrolle mehr, sobald ich das 1. Bier angefasst hatte.

Meine Einsicht zu dieser Lebensveränderung resultierte zum einen aus exzessivem Saufen, extremen Entzugserscheinungen und zum anderen aus der "Pistole", die mir meine Partnerin auf die Brust gesetzt hatte.

Ich habe auch vorher zeitweise, wenn es mir nach mehrtägigen Sauftouren richtig beschi***n ging, manchmal Auszeiten von 1-4 Wochen geschafft ... bis irgendwann am falschen Ort zur falschen Zeit ein Glas vor mir stand, dem ich nicht widerstehen konnte. Was haben mir also diese 1-4 Wochen geholfen? Etwas Stolz vielleicht, für diesen Moment.
Es war aber eigentlich Kampf, in dem ich vor dem Alkohol weg gelaufen bin, weil ich ihn nicht wollte.
Ich habe in dieser Zeit nicht gelernt, nicht verinnerlicht, dass es nichts unwichtigeres gibt, als den Alkohol.
Ich habe dann auf Rat meines Hausarztes an einer Therapiegruppe teilgenommen, 1x wöchentlich, in einem Klinikum. Arzt und Psych. auch dabei. Es war super und lehrreich. Ich war ca. 3 Jahre dabei. Aus diesen Gesprächen und meiner täglichen Arbeit selbst an mir habe ich den Gedanken an Alkohol gänzlich verloren. Es gibt nichts Unwichtigeres !
Ich rate euch daher keine Selbsthilfe, sondern packt es wirklich professionell an, so oder über SHG`s, ... für den Erfolg !
Allein hätte ich es wohl nicht geschafft, zumindest nicht so.

Gruß, Freund.
Nach oben
Freund hat zum Thema: Re: Nur Bier konsumiert und Alkoholiker geworden! geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Suche Erfahrung mit Heimen für Alkoho... Erwachsene Kinder von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Kurzzeittherapie
Kurzzeittherapie
Zwangsstörungen
Zwangsstörungen
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit
Alkohol
Alkohol
Wenn Eltern....
Wenn Eltern....


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de