| Was kann ich im www über mich und andere schreiben? • Was wolltet ihr schon immer von uns Alkoholikern wissen. |
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Californiagirl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.10.2011 Beiträge: 9 Alter: 31
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Verfasst am: 29.10.2011, 15:09 Titel: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Hallo zusammen,
nach längerem Zögern habe ich mich nun dazu entschlossen hier in diesem Forum über das Problem mit meinem Mann zu schreiben und dabei fühle ich mich richtig schlecht und hinterhältig, denn mein Mann weiß nichts davon. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob er tatsächlich ein Alkoholproblem hat oder ob ich vielleicht doch überreagiere. Ich gehe davon aus, dass mein Beitrag hier vielen anderen Beiträgen ähnelt, aber ich würde mich trotzdem sehr über Feedback und ein paar Tipps von Euch freuen.
Mein Mann und ich sind seit fast 13 Jahren zusammen. Er war 20 und ich 18. Seit 2 Jahren sind wir verheiratet und seit diesem Jahr bin ich schwanger.
Mein Mann trinkt seit einigen Jahren eigentlich regelmäßig jedes Wochenende. Manchmal denke ich auch dass er mit dem Trinken angefangen hat, weil sich unserer Beziehung in den letzten Jahren durch mein neu gewonnenes Selbstbewusstsein für ihn zum negativen geändert hat. ( Es würde jetzt zu lange dauern hierbei ins Detail zu gehen)
Er trinkt ca. 1- 1,5 Liter Wodka am Wochenende. Es läuft so ab, dass er Freitags meistens direkt nach der Arbeit mit meinem Einverständnis zu seinen zwei Saufkumpels geht, und er am Samstag Mittag wieder nachhause kommt. Bis jetzt habe ich das immer geduldet. Denn seine Begründung war, dass er das Wochenende einfach zum abschalten braucht und er mal raus muss. Allerdings mache ich mir mittlerweile Sorgen, weil unser Hausarzt ihm gesagt hat, dass seine Leber überfettet ist.
Seit März diesen Jahres bin ich schwanger mit unserem ersten Wunschkind. Ich hätte mir von ihm mehr emotionale Unterstützung erhofft. Mir ging es die ersten 3 Monate extrem schlecht. An einigen Tagen konnte ich weder Nahrung noch Flüssigkeit bei mir behalten und musste den ganzen Tag im Bett bleiben. Das hat ihn allerdings nicht davon abgehalten weiterhin jedes Wochenende weg zu gehen. Wir hatten deshalb am Anfang der Schwangerschaft oft Streit, weil ich ihn gebeten habe zuhause zu bleiben. Dann ist er entweder heimlich zu seinen Kumpels wenn ich schon im Bett lag oder er hat dann alleine zuhause vorm Fernseher eine halbe Flasche Wodka oder Tequilla getrunken. Er wird auch nicht aggressiv wenn er trinkt im Gegenteil, dann ist er sogar richtig anhänglich und lieb.
Da er vorletzte Woche Antibiotika nehmen musste hat er letztes Wochenende nichts getrunken. Gestern wollte er wie jeden Freitag zu seinen Saufkumpels, obwohl wir uns darauf geeinigt hatten, dass er bis zur Entbindung, wo er wie er sagt dabei sein will, in ca. 4 Wochen, zuhause bleibt. Nach einem Streit am Telefon und meinem Heulanfall, ist er dann gestern nach der Arbeit nachhause gekommen, hat sich entschuldigt und hat wieder nichts getrunken. Ich bin gespannt wie der heutige Abend abläuft, ob er wieder nach der Arbeit zu seinen Saufkumpels gehen will.
Ich weiß nicht ob es ihm wirklich nur darum geht am Wochenende mal rauszugehen und abzuschalten, denn wenn er wirklich ein Alkoholproblem hätte, hätte er ja gar nicht auf den Alkohol seit fast 2 Wochen verzichten können?!
Ich frage mich ob unser Problem wirklich der Alkohol ist. Ich habe die ganze Zeit die Hoffnung dass er sich ändert wenn unser Kind erstmal auf der Welt ist. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht die ein positives Ende genommen haben?
Ich freue mich über jede Antwort!
Vielen Dank & LG Californiagirl  |
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| Californiagirl hat zum Thema: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Speranza aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.09.2011 Beiträge: 597 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 29.10.2011, 16:59 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Hallo Californiagirl!
| Zitat: | | Mein Mann trinkt seit einigen Jahren eigentlich regelmäßig jedes Wochenende. Manchmal denke ich auch dass er mit dem Trinken angefangen hat, weil sich unserer Beziehung in den letzten Jahren durch mein neu gewonnenes Selbstbewusstsein für ihn zum negativen geändert hat. |
Erstens mal Du bist bestimmt nicht schuld an seinem Alkoholkonsum weil du dich geändert hast. Wenn es du nicht gewesen wärst hätte ein anderer Grund herhalten müssen.
Es ist dein gutes Recht dich zu ändern oder willst du ihm zuliebe immer so sein wie er es sich vorstellt und bist dabei unglücklich?
Dein Mann gehört für mich zu den Quartalstrinkern, die anfangs nicht täglich trinken sondern in Abständen aber dann sehr viel. Das ist die Erklärung warum er auch mal ein Wochenende ohne Alkohol auskommen kann.
Mein Partner hat anfangs auch nur in Abständen getrunken oft lagen sogar Monate dazwischen. Erfahrungsgemäss wird es aber im Laufe der Jahre nicht besser sondern immer schlimmer wenn keine Therapie erfolgt.
Das Trügerische daran ist dass der Alkoholiker und die Angehörigen oft anfangs denken so schlimm ist es nicht weil ja diese Trinkpausen dazwischen liegen.
| Zitat: | | Denn seine Begründung war, dass er das Wochenende einfach zum abschalten braucht und er mal raus muss. |
Abschalten und Stress abbauen kann man ohne Alkohol viel besser im Gegenteil der Stress ist oft vorprogrammiert denn wie du schreibst leidest du unter der Situation. Ganz offen wenn es dir schlecht geht und du bittest ihn zuhause zu bleiben und er schleicht sich heimlich weg oder trinkt zuhause ist ein deutlichen Zeichen seiner Sucht.
| Zitat: | Ich habe die ganze Zeit die Hoffnung dass er sich ändert wenn unser Kind erstmal auf der Welt ist. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht die ein positives Ende genommen haben?
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Es könnte ein positives Ende nehmen wenn er mit einer Therapie rigoros auf den Alkohol verzichtet, sonst sieht es eher schlecht aus. Warum sollte er aufhören wenn das Kind da ist? Alkoholiker sind kranke Menschen sie wollen vieles aber häufig ist die Sucht einfach stärker - leider.
| Zitat: | | Ich frage mich ob unser Problem wirklich der Alkohol ist. |
Wenn ich so richtig lese empfindest du es als Problem er aber (noch) nicht). Solange er dieses Problem nicht erkennt stehst du auf verlorenem Posten.
Alles Gute
Speranza |
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| Speranza hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Lindi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.04.2011 Beiträge: 184 Alter: 47
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Verfasst am: 29.10.2011, 17:25 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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1-1,5 Liter Wodka ist aber deutlich ueber der Grenze, die man noch mit viel Wohlwollen unter "abschalten am WE" durchlassen gehen koennte! Fettleber mit unter dreissig ?
Leider scheinst Du seinen Konsum immer noch schoenzureden, um es Dir selbst nicht eingestehen zu muessen, dass eure kleine Familie von Anfang an auf toenernen (oder glaesernen) Fuessen steht!
Und Du kannst schon mal darueber nachzudenken, was Du machst, wenn die Geburt unvorhergesehen Freitag Nachmittags einsetzt.....dann kannst Du naemlich zusehen, wie Du allein ins Krankenhaus kommst und dabei wird er auch nicht sein. Vielleicht waere das ja ein Moment, wo Du drueber nachdenkst, ob Du dieses kleine Wesen, was noch nicht mal auf der Welt ist bisher, in einem Saeuferumfeld grossziehen moechtest. Dann hat es eigentlich wenig Aussicht, gesund, froehlich und Selbstbewusst heranzuwachsen. Und das sollte als zukuenftige Mutter Deine allererste Sorge sein!
Lindi |
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| Lindi hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Lisa83 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.08.2011 Beiträge: 208 Alter: 29
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Verfasst am: 29.10.2011, 18:15 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Hallo Californiagirl,
ich kann verstehen, dass es gerade sehr schwer für Dich ist. Du stehst kurz vor der Entbindung und wünschst Dir sicher nichts mehr als eine harmonische Familie, ein schönes zu Hause für Euer Baby.
Leider muss ich meinen Vorrednerinnen zustimmen.
Mein Ex-Freund ist auch Alkoholiker (ebenfalls Quartalstrinker) und hat bereits eine Tochter. Ihre Mami hatte die gleiche Hoffnung wie Du. Aber es ändert sich nichts. Als die Wehen einsetzten war er betrunken und hat gelacht.
Ich denke Lindi hat einen wichtigen Punkt angesprochen: Was machst Du, wenn Du am Wochende gebärst? Hast Du einen Plan B? Eine Freundin, die mitkommen kann?
Glaube mir, wir alle wissen, wie schwer es ist sich einzugestehen, dass es keine Hoffnung gibt. Wir kennen auch alle "die andere, gute, nüchterne Seite". Tu Dir und Deinem Kind einen Gefallen und lass es nicht mit einem nassen Alkoholiker aufwachsen...
liebe Grüße
Lisa |
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| Lisa83 hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Californiagirl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.10.2011 Beiträge: 9 Alter: 31
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Verfasst am: 30.10.2011, 09:16 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Hallo zusammen,
Danke erstmal für Eure Beiträge.
@ Speranza
Auf eine Therapie würde er sich nie im Leben einlassen. Ich denke auch, dass wenn er sich von sich aus wirklich ändern möchte, er das auch ohne eine Therapie schafft. Aber er nimmt die gesundheitliche Gefahr einfach nicht ernst, da es ihm ja gut geht. Es ist ja nicht so, dass er nach so einer Sauftour erstmal den ganzen nächsten Tag über der Kloschüssel hängt oder sonstwie körperlich darunter leidet. Ich denke erst wenn das der Fall wäre, würde er aufwachen und den Alkoholkonsum drastisch einschränken. Bei ihm rede ich gegen eine Wand.
@ Lindi
Bis vor ein paar Wochen war ich leider wie immer so naiv und habe geglaubt dass er von sich aus bis zur Entbindung am WE zuhause zu bleiben will. Ich hatte das Thema bis vor 3 Wochen gar nicht angesprochen. Erst als er dann wieder Freitag und Samstag extrem viel getrunken hat, habe ich zu ihm gesagt, dass damit jetzt jawohl bald Schluss sein muss, wenn er zur Entbindung mitkommen möchte und diese am We sein sollte. Daraufhin meinte er,er hätte ja das Handy immer dabei und ich könnte ihn bei seinen Kumpels erreichen. Ich war völlig geschockt und meinte, dass ich keine Lust habe, dass er mit einer Alkoholfahne und lallend mit im Kreißsaal sitzt. Ab da hatten wir eigentlich eine Absprache.
Das schlimme für mich ist einfach, dass ich ihn zwar zwingen kann zuhause zu bleiben,indem ich auch die ganze Nacht wach bleibe und ihn kontrolliere dass er auch ja zuhause bleibt, ich aber weiß dass er gar nicht zuhause bleiben will. Er sagt zwar immer dass er dabei sein will, aber er tut genau das Gegenteil.
Gestern habe ich extra ein paar Gesellschaftspiele eingekauft, in der Hoffnung ihn abzulenken und dass wir ein bisschen Spaß zusammen haben. Allerdings kam dann um 0:00 uhr sein Kumpel spontan vorbei, um uns ein paar Babysachen vorbei zu bringen, natürlich als Vorwand um meinen Mann hier abzuholen. Mein Mann hat sich dann mit seinem Kumpel in die Küche gesetzt und dort einige Gläser Wodka getrunken und als ich im Bett war, sind die zwei wieder aus gegangen. Heute morgen kam mein Mann dann mit Wodkafahne ins Bett. Es interessiert ihn nicht mal, ob ich das mitbekomme. Ich finde das so schockierend und respektlos.
@ Lisa
Ja, die gute nüchterne Seite... Aber eine negative betrunkene Seite hat er eigentlich auch nicht, was die Sache so schwer für mich macht.
Meine Schwester wird dann mit zur Entbindung kommen, sollte der Fall wirklich so eintreten.
Und noch immer habe ich die Hoffnung, dass er aufwacht, wenn unser Kleiner endlich da ist. Für Männer ist das ja eh etwas anderes. Wir Frauen haben ja das Baby rund um die Uhr bei uns und wachsen schon während der Schwangerschaft in die Mutterrolle rein. Für Männer wird das ganze ja erst real wenn das Baby tatsächlich da ist und sie es sehen. |
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| Californiagirl hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Spedi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2010 Beiträge: 1089
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Verfasst am: 30.10.2011, 11:04 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Servus Californiagirl,
wenn Dein Mann Alkoholiker sein sollte, dann ist er suchtkrank.
Wie soll ein Baby eine Krankheit "heilen", noch dazu, wo unsere Krankheit Alkoholismus nicht heilbar ist, sondern nur zum Stillstand (durch dauerhafte Abstinenz) gebracht werden kann?
Dein Kind ist Dein Kind. Fange erst gar nicht an, Dein Kind als Mittel zum Zweck einzusetzen - das haben Kinder nicht verdient. Löse Dich von der Vorstellung, Dein Kind würde etwas bewegen.
Ermögliche ihm statt dessen lieber ein Leben in einem Umfeld, das frei von den Sorgen einer dysfunktionalen Familie ist.
Das hast Du in der Hand, indem Du mit Deinem Mann ganz klare Absprachen triffst, und für den Fall der Nichteinhaltung, Deine Konsequenzen daraus ziehst.
Aber Vorsicht: drohe nie mit Dingen, die Du nicht bereit und in der Lage bist, auch konsequent so umzusetzen. Du wirst sonst unglaubwürdig und nicht mehr ernst genommen!
LG & viel Glück für Dein Baby
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Speranza aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.09.2011 Beiträge: 597 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 30.10.2011, 11:19 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Hallo Californiagirl!
| Zitat: | @ Speranza
Auf eine Therapie würde er sich nie im Leben einlassen. Ich denke auch, dass wenn er sich von sich aus wirklich ändern möchte, er das auch ohne eine Therapie schafft. Aber er nimmt die gesundheitliche Gefahr einfach nicht ernst, da es ihm ja gut geht. Es ist ja nicht so, dass er nach so einer Sauftour erstmal den ganzen nächsten Tag über der Kloschüssel hängt oder sonstwie körperlich darunter leidet. Ich denke erst wenn das der Fall wäre, würde er aufwachen und den Alkoholkonsum drastisch einschränken. Bei ihm rede ich gegen eine Wand.
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Alkoholiker sind sehr kranke Menschen die es ohne Therapie nicht schaffen aufzuhören. Einfach aufhören klappt ohne Unterstützung nicht. Dann handelt es sich um eine Trinkpause und sie werden schnell wieder rückfällig.
Wenn er sagt dass er zuhause bleibt weil seine Frau bald ein Baby bekommt meint er das in dem Moment auch so aber wenn dann der Kumpel vorbeikommt wird er schwach das ist die Sucht.
| Zitat: | | Aber er nimmt die gesundheitliche Gefahr einfach nicht ernst, da es ihm ja gut geht. |
Eben - aber dass er bereits einen Leberschaden hat bringt ihn nicht zum Nachdenken. Meinem Partner war es auch nie schlecht, er treibt immer noch Sport und trinkt immer noch. Er landete bereits auf der Intensivstation und wäre fast an seinem Konsum gestorben. Aber er trinkt immer noch obwohl er schon hunderte Male gesagt hat er hört auf oder schränkt den Konsum ein.
Einschränken klappt aber beim Alkoholiker nicht er darf keinen Tropfen mehr trinken. Das hängt mit dem Suchtgedächtnis zusammen.
Gegen die Wand reden kenne ich zu gut - entweder kommt eine gereizte Reaktion oder es wird bagatellisiert.
| Zitat: | Es interessiert ihn nicht mal, ob ich das mitbekomme. Ich finde das so schockierend und respektlos.
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Beim nassen Alkoholiker sinkt die Hemmschwelle und es ist ihm egal was andere denken, Haiuptsache er bekommt seinen Stoff. Deswegen denke ich wird er auch trinken wenn das Baby da ist.
Einen Alkoholiker kann man mit gutem Zureden nicht helfen auch nicht mit Drohungen oder Erklärungen. Er sieht es zwar momentan ein aber seine Sucht ist stärker.
Liebe Grüsse
Speranza |
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| Speranza hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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Californiagirl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.10.2011 Beiträge: 9 Alter: 31
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Verfasst am: 30.10.2011, 12:00 Titel: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! |
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Ja, ich verstehe das auch alles was ihr mir sagt. Aber er ist nicht körperlich süchtig, das ist bei ihm nur eine Kopfsache.
Unsere Beziehung hat sich sehr verändert in den letzten Jahren, weil ich mich verändert habe. Mir ging es früher sehr schlecht, ich litt unter starken Angstzuständen, hinzu kam noch dass meine Mutter selber Alkoholikerin war/ist (trocken seit 5 Jahren) und ich deshalb zuhause noch Probleme hatte. Ich bin deshalb mit meinem Mann praktisch von dem ganzen Stress geflüchtet und er war meine einzige Bezugsperson über Jahre hinweg. In dieser Zeit habe ich mir vieles von ihm bieten lassen und vieles gegen meinen Willen mit mir machen lassen, aus Angst ihn zu verlieren und dann alleine mit meinen Ängsten da zustehen.
Seit 2007 ging es bergauf mit meiner Psyche und meinen Selbstbewusstsein, weil ich eine Therapie gemacht habe und auch wieder arbeiten gehen konnte. Plötzlich wurde mir klar, dass die Beziehung mir so wie sie damals lief nicht gut tut und ich an seinem Verhalten kaputt gehe. Nach mehreren Monaten Beziehungskrise hatten wir einen riesigen Streit und wollten uns trennen. Wir haben uns aber wieder zusammen geraufft und später geheiratet. Allerdings läuft die Beziehung jetzt nicht mehr nur "zu seinen Gunsten" und seitdem wird es Jahr für Jahr schlimmer mit dem Alkohol. Für ihn war es eine große Umstellung, denn er sagt, dass er nicht wusste dass es mir mit ihm so schlecht ging. (gehe jetzt nicht weiter ins Detail, sprengt sonst den Rahmen) Vorher musste er nicht so viele Kompromisse eingehen.
Ich will mein Kind bestimmt nicht als Mittel zum Zweck einsetzen. Aber ich denke dass er dann auch wieder "einen Sinn im Leben" und eine Aufgabe im Leben hätte. Und er kann toll mit Kindern umgehen. Ich bin mir sicher dass er ein toller Vater ist.
Hinzu kommt dass wir nach jahrelangen Diskussionen endlich hier aus dieser Stadt wegziehen und wieder in meine Heimatstadt ziehen. Dann kann er gar nicht mehr jedes WE zu seinen Kumpels fahren.
Ich sind zwar so viele Dinge vorgefallen, aber ich will mich nicht von ihm trennen. Er ist ehrlich, loyal, treu und wir haben auch viel Spaß mit einandern. Erst jetzt in der Schwangerschaft läuft es wieder so schlecht, aber das wird sich bestimmt legen. Für mich steht die Familie an erster Stelle und eine Ehe ist nunmal Arbeit und nicht nur Vergnügen. Zu Großmutters Zeiten haben sich die Leute auch nicht scheiden lassen, sondern sind zusammen geblieben. Ich will einfach nicht glauben, dass das alle nur eine Illusion ist. Ich wollte immer eine richtige Familie haben, und die habe ich jetzt und das will ich nicht aufgeben. |
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| Californiagirl hat zum Thema: Re: Wenn Baby da wird alles anders?! geschrieben
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