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Was soll ich tun? Stiefvater beleidigt Mama.   •    Negative Gedankengänge  
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anima
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Anmeldungsdatum: 15.03.2011
Beiträge: 140
Alter: 25

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 20:22    Titel: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr Lieben,

vor einer Weile habe ich das letzte mal hier geschrieben und erzählt, dass ich bald wieder für ein halbes Jahr bei meinen Eltern wohne. Selbiges tu ich jetzt seit 2 1/2 Monaten.
Zu Beginn sah alles ganz toll aus, bin ich doch mit dem festen Vorhaben, alte, schlechte Erfahrung mithilfe meiner durch das Älter werden gewonnenen Reife mit neuen, guten zu ersetzen. Das gelang mir zunächst auch und gelingt mir immernoch.
Leider funktioniert das nicht für die Dinge, die wirklich belastend sind.

Meine Großmutter mütterlicherseits war/ist tablettenabhängig. Mein Vater trinkt jeden Abend "heimlich" allein in seinem Zimmer, obwohl er weiß das mich das belastet. Das bedeutet doch, dass er süchtig ist, oder? Mein Kopf sagt mir hartnäckig "nein, du übertreibst. Das stimmt nicht."

Meine Mutter verhält sich, so weit ich das beurteilen kann, co-abhängig gegenüber meiner Oma, die im Haushalt lebt und gepflegt werden muss, und gegenüber meinem Vater.

Ich stehe irgendwo dazwischen und muss meiner Mutter in den Kram passen wann immer wir uns gegenüberstehen. Wenn nicht, gibt es Streit, in dem ich zu hören bekomme,wie überheblich ich bin - sobald ich die Bedürfnisse ausdrücke, die meiner Mutter wiedersprechen. Das sind immer Bedürfnisse nach Ruhe und Abgrenzung. Diese bringen mit sich, dass meine Mutter ihre Last allein tragen muss, und das macht sie wütend. Dann redet sie mir ein schlechtes Gewissen ein, von dem ich nicht loskomme. Ich glaube dann, der schlechteste Mensch der Welt zu sein.

Wenn meine Oma stirbt, wird meine Mutter niemanden mehr haben, auf den sie sich konzentrieren kann, niemanden mehr zum reden, weil sie keine Freunde hat. Dann muss ich ganz schnell ganz weit weg gehen.

Ich verstehe nicht - sind das Suchtstrukturen in meiner Familie? Bilde ich mir das nur ein und bin zu empfindlich? Wie komm ich da durch? Ich muss noch bis Januar weiter hierbleiben. Meine Kraft geht mir langsam aus. Was kann ich tun?
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anima hat zum Thema: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
Mia
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2011
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Alter: 31

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 21:16    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Anima

Lass dich erstmal drücken Smilie.
Ich kann dir sehr gut nachempfinden, da ich zurzeit ähnliches erlebe. Als ich vor Jahren den Absprung schaffte, war ich mir zu hundertprozent und mehr sicher, dass ich mich nie wieder in dieses Suchtgedöns begebe. Aber kaum ist man wieder näher am Geschehen, nimmt man irgendwie wieder fast automatisch den alten Platz ein, zumindest in gewissen Situationen. Es ist wie ein Strudel, der einen erfasst und man muss wie verrückt schwimmen, dass man nicht (wieder) hineingeratet. So fühlt es sich für mich an.

Das Wichtigste in deiner Situation, so denke ich darüber, ist so oft es geht, dich um dich selbst zu kümmern. So oft es geht ablenken. Deine Sachen machen. Dir gutes tun. Dich abgrenzen so gut es geht. Auch wenn dann Kritik von deiner Mutter kommt. Du hast dich entschieden, die Last nicht mehr länger zu tragen - und das ist gut so. Das ist sogar super! Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Es ist nicht deine Aufgabe die Last der Familie zu tragen. Wenn deine Mutter das tun möchte, ist es ihre Entscheidung. Aber Du bist Du!

Und diese Gedanken die du hast, wie "ist das so oder bilde ich mir das nur ein?", "bin ich zu sensibel?", oder "du übertreibst doch völlig!", auch das kenne ich gut. Ich glaube das kommt von früher und ist eine Art Überlebensstrategie. Vielleicht haben wir uns früher oft einreden wollen, dass es nicht so schlimm ist. Vertraue darauf was dein Herz fühlt. Ich denke du durchschaust die Sache sehr klar.

Und bitte sei dir eines bewusst: Du bist alles andere als schlecht!!!

Ich drück dich nochmal (wenn ich darf?!)
Mia
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Mia hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
Immergrün
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 145
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 14:02    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe anima,

oh ich kann mir vorstellen, wie schwer deine Situation im Moment ist. Du hast das Problem erkannt und willst dich ändern. Aber für deine Familie funktioniert das Leben so wie es ist. Nur weil du dich änderst, heißt es nicht, dass sich alle ändern.

Für mich war es schwer zu ertragen, dass mein Vater weitertrinkt. Ihm scheinen die Gefühle seiner Familie egal zu sein. Aber er ist süchtig und er kann nicht anders. Uns wurde zwar immer eingeredet, dass es nicht so schlimm ist. Aber wenn du so fühlst, dann ist es schlimm. Warum sollten die eigenen Gefühle falsch sein?

Was würde passieren, wenn du einfach das machst, was du willst? Wenn du einfach nicht mehr in den Kram passt. Meine Mutter sagt auch immer gern, ich muss alles allein machen. Früher habe ich darauf nicht reagiert, hatte natürlich auch ein schlechtes Gewissen. Irgendwann hat es mir gereicht, und ich habe ihr gesagt was ich denke. Sie versucht nun weniger zu jaulen, aber ein angelerntes Verhalten kann man nicht von heute auf morgen ändern.

Du schreibst ja richtig, dass es die Last deiner Mutter ist. Nicht deine. Es ist ihre Mutter die sie pflegt, und wenn sie es alleine nicht schafft, gibt es genug Hilfe die man bekommen kann. Sie tut es vermutlich aus Pflichtbewusstsein und das will sie dir nun als ihre Tochter auch einreden. Lass das nicht zu, mach nur das was du willst. Bis Januar ist zwar noch eine Weile, aber du weißt, dass du wieder ausziehst. Sowas hilft mir immer. Und vielleicht gibt es doch irgendwo WGs, die für kurze Zeit jemanden aufnehmen, falls es gar nicht mehr gibt.

Liebe Grüße, Laura
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Immergrün hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
Spedi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 1089

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 19:17    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus anima,

was ermöglicht denn in sehr vielen Fällen erst das Abrutschen vom Alkoholmissbrauch in die Sucht?

Richtig, eine dysfunktionale Familie. Die ist immer noch "der" klassische Ort des Gedeihens.

Verbunden mit allem, was dazu gehört: verschweigen, lügen, schönreden, ignorieren, sich-seine-eigene-Wahrheit-bsteln... auf allen Seiten: der des Suchtkranken, und der des Comorbiden.

Du hast für Dich erkannt, dass dies kein Ort ist, an dem Du Dich wohl fühlst. Du wirst einen Weg finden, für Dich an anderen Orten leben zu dürfen, um aus diesem Teufelskreis aussteigen zu können.

Führe Dir nur immer wieder vor Augen, ob es sich für Dich "gut" anfühlt - und Du kommst auf den richtigen Weg.

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
anima
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 15.03.2011
Beiträge: 140
Alter: 25

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 20:07    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Dank ihr alle!!!!

Ja Mia, du darfst mich gerne drücken. Selbst wenns "von Weitem" ist merk ich was davon und freu mich sehr! Smilie Drück dich zurück! *drück*

Es beruhigt mich sehr, von euch unterstützt zu werden. Ich habe Anfangs getan was für mich gut war, aber mit der Zeit hab ich immer weniger darauf geachtet und mich immer ausgelaugter gefühlt...jetzt fang ich wieder an auf mich zu achten. Immer wieder, egal wie oft ich wieder ins alte Muster verfalle, möchte und werde ich mich aufraffen.

Gestern habe ich meiner Mutter das alles gesagt. Sie versteht das Meiste und versucht mir zu helfen und sich zu ändern, aber manchmal steckt auch sie in der Falle und ist plötzlich wieder ganz anders und fängt an das an mir auszulassen, und ich kriegs nicht jedes Mal hin mich doch anders zu verhalten als früher... Das ist glaube ich das Anstrengende. Es fühlt sich wirklich an, als ob man dagegen anschwimmen müsste. Oder strampeln oder so irgendwas!

Gestern habe ich meinem Dad gesagt, dass ich nicht mit ihm reden möchte, wenn er getrunken hat. Das hat ihn sehr traurig gemacht und mich auch. Aber ich musste das tun. Ich fang an mich und meine Bedürfnisse wahrzunehmen und sie zu verteidigen. Der Widerstand, den ich dafür von überall bekomme, ensteht glaub ich daraus, dass man mich so nicht kennt. Sondern als das Mädchen, dass sich überall diszipliniert einfügt und macht was man ihr sagt und verschwindet.

Ich hör auf mein Gefühl und versuch dem zu vertrauen. Habt ihr damit auch Schwierigkeiten? Darauf zu vertrauen, dass das eigene Gefühl richtig ist? Woher weiß man das?
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anima hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
Mia
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2011
Beiträge: 52
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 26.10.2011, 20:46    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Anima

Ja, ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn du schreibst, dass mit der Zeit die Achtsamkeit nachlässt. Man kann ja nicht dauerhaft voll konzentriert und achtsam sein. Und dann irgendwann merkt man wieder, wie sehr man schon wieder in diesem ganzen Suchtnetz eingewoben ist. Deshalb ist es glaube ich auch so wichtig, mehr für sich zu schauen, Distanz zu suchen, auch wenn man das ja eigentlich gar nicht möchte, weil man die Familie ja liebt. Aber wenn das beisammen sein mehr Schaden anrichtet, dann ist es halt doch besser. Natürlich ist so was viel einfacher, wenn man auch räumlichen Abstand haben kann. Aber so lange dauert es ja bei dir auch nicht mehr!

Ich finde es gut, dass du mit deiner Mutter das Gespräch gesucht hast. Und es hat bestimmt gut getan, dass sie dir offen zugehört hat. Sich zu ändern ist denke ich sehr schwer, wenn man noch im alltäglichen Zusammenleben drinsteckt. Aber es ist ja schlussendlich ganz allein die Entscheidung unserer Eltern wie sie leben möchten.

Ja, gegen anschwimmen und strampeln oder nach Luft schnappen, als ob zuwenig da ist. So fühle ich es auch. Ich bewundere dich, deinen Mut, dass du so offen mit deinem Vater gesprochen hat. Mein Vater trinkt täglich um seinen Pegel zu halten. So hat er immer ein gewisses Mass an Alkohol intus. Ich suche extrem Abstand. Manchmal denke ich, ich sollte mit ihm reden. Aber das gabs alles schon in der Vergangenheit und gebracht hat es nichts. Also lass ich es. Suche so viel Abstand wie nur möglich. Interesse seinerseits ist eh nicht wirklich da.

Und auch in dem Punkt sind wir uns sehr ähnlich. Ich war und bin es zum Teil immer noch. Die Gute, die Fleissige, die Liebe, die Pflichtbewusste, die Verantwortungsbewusste, die Vorzeigetochter. Und wenn wir mal ausflippen und laut werden, kommt eine ganz neue und für die anderen unbekannte Seite zum Vorschein. Und logisch, wenn jemand immer alles macht, was er gesagt bekommt, dann ist das eh viel bequemer und einfacher für das Gegenüber. Wenn mal ein Nein kommt, dann wirds unbequem. Bloss geht es nicht von heute auf morgen, zu lernen, nein zu sagen. Das geht Schritt für Schritt. Da bin ich manchmal zu ungeduldig. Klingt krass, aber es geht drum sich selber vertrauen zu lernen. Das Vertrauen ging zumindest bei mir auf voller Ebene flöten. Ich frag mich grad warum das Vertrauen verloren ging? Aber wenn das da ist, dann können wir wieder unseren Gefühlen vertrauen. Woher weiss man, dass das eigene Gefühl richtig ist? Gute Frage. Kann das eigene Gefühl denn falsch sein? Fühlt man nicht so wie man fühlt! Kann man denn falsch fühlen???

Anima, danke für deine Zeilen. Ich merke, darüber nachzudenken, tut mir gut und bringt wieder einiges in mir in Bewegung.

Ich drück dich! Sehr glücklich Sehr glücklich

Mia
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Mia hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
Immergrün
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 145
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 27.10.2011, 10:03    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe anima,

ich glaube, ich habe meine Gefühle noch nie in Frage gestellt. Liegt aber auch daran, dass ich sie gelernt habe zu unterdrücken. Gefühle können eigentlich nicht falsch sein. Sowie Mia schon geschrieben hat. Aus unseren Gefühlen resultieren aber Taten, und diese könnten falsch sein. Aber das entscheiden auch nur wir selber. Du hast das Recht, deine eigenen Werte für dich aufzustellen. Für mich ist es richtig kein Fleisch zu essen, für meinen Vater undenkbar. Aber nur weil er es nicht gutheißt, esse ich weiterhin Fleisch.

In der Vergangenheit konnte ich meine Gefühle nicht zu lassen, weil ich wusste, dass ich eigentlich was anderes will, als alle anderen von mir wollten. In den Augen der anderen waren meine Ziele im Leben falsch. Dadurch bin ich zu einem Kopfmensch geworden, wobei ich glaube, dass ich eigentlich mehr der Gefühlsmensch bin. Aber ich finde es auch sehr schwer, Vertrauen in mir selber zu haben. Vertrauen in das, was ich mir vorgenommen habe. Ich wünsche mir immer noch, dass meine Eltern sagen, ja das schaffst du. Aber das werden sie nicht, weil sie an ihrem alten Leben festhalten. Also muss ich lernen, mir das selber zu sagen. Dabei sage ich es ständig zu meinen Geschwistern…

Ich habe in den letzten Monaten viel mit meinen Eltern geredet, mehr mit meiner Mutter. Bei meinem Vater kommt nichts an, deshalb lasse ich mich auf keine tiefen Gespräche mehr mit ihm ein. Dadurch ist mir klar geworden, dass ich auf keine Unterstützung hoffen kann. Natürlich rede ich noch mit meiner Mutter, weil sie mir auch ohne ihren Zuspruch, hilft. Zudem will ich nicht wieder ins Schweigen verfallen. Ich will endlich lernen, wie man Probleme löst und nicht wie früher totschweigt…

Bei den ersten Gesprächen mit meinem Vater war ich auch immer traurig, dass ich meinem Vater sowas sagen wollte. Wurde mir doch immer eingetrichtert, dass man seinen Vater respektieren muss. Zudem tat er mir auch leid, der arme Vater, alle seine Kinder stellen sich gegen ihn. Ich habe ihm Tipps gegeben, wie er mit wem reden soll. Und habe dabei gar nicht gemerkt, dass es wieder nur um ihn ging. Das will ich nicht mehr, und immer, wenn ich Mitleid für ihn empfinde, muss ich daran denken. Es ist mein Vater, die Gefühle die ich für ihn habe, sind nicht abzustellen. Dennoch weiß ich, wie oft er meine Gefühle verletzt hat, und das ihm meine Gefühle nicht wichtig sind.

Liebe Grüße, Laura
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Immergrün hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben
anima
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 15.03.2011
Beiträge: 140
Alter: 25

BeitragVerfasst am: 28.10.2011, 23:48    Titel: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr,

mein Vater trinkt jeden Abend. Aber er macht das so geschickt "heimlich", dass ich nicht weiß wie viel das ist. Gehört das auch schon zum Pegeltrinken?

Ich mag meinen Vater sehr, wir haben viele Gemeinsamkeiten und viele Interessen über die wir sprechen können bzw könnten. Das macht es mir sehr schwer, Abstand zu halten.
Bis jetzt habe ich, denke ich, sehr gut gelernt, nein zu sagen und für meine Bedürfnisse einzustehen. Was mir aber sehr große Schwierigkeiten macht, sind die Reaktionen darauf. Von den Menschen die mich anders kennen, aber auch von Menschen, die mich jetzt erst kennenlernen. Ständig meine ich, mich wehren zu müssen, weil ich auf einmal nicht mehr nur freundliche Antworten bekomme. Und ich meine dann, alles falsch gemacht zu haben, sobald ich etwas sage, was anderen Leuten vielleicht nicht in den Kram passt. Dann find ich mich selbst voll schlimm und will gar nicht mehr mit anderen in Kontakt treten.

Das Vertrauen in mich selbst ist bei mir genauso flöten gegangen wie bei dir, Mia. Die haben bestimmt schon ne Band aufgemacht Sehr glücklich

Dazu denke ich, dass zumindest ich einfach nie gelernt habe, wie das geht. Mir war nie klar, ob ich mich gerade richtig, normal oder schlecht verhalte. Grundsätzlich war mein Verhalten unangebracht, sobald es Schwierigkeiten verursachte, egal wie klein die waren. Entweder es wurde als Nervosität abgetan, wenn ich nicht gut drauf war, oder ich hab nen Anschiss kassiert. Das hat mir gezeigt, dass ich entweder in den Kram passe oder wertlos bin. Und dass ich meinen Gefühlen nicht vertrauen kann, die mir sagen "Ich möchte jetzt nicht in den Kram passen" oder "es geht mir grade nicht gut". Die waren nämlich eben immer falsch und unangebracht.

Ob man falsch fühlen kann...ich denke nicht. Man hat ein Gefühl eben und darauf kann man keinen Einfluss nehmen. Mit falsch meine ich, glaube ich, unangebracht. Ich finde meine Gefühle fast immer unangebracht, bzw glaube dass sie es sind. Und ich kann nicht richtig beurteilen, ob das was ich sage oder tu jetzt irgendwie seltsam wirkt oder ist oder ob die Leute das als völlig normal ansehen. Damit komm ich absolut nicht klar. Und das verwirrt mich und verunsichert mich und schmälert mein Selbstvertrauen sehr.

Mia, ich freue mich sehr darüber, dass es dir hilft, was ich aufschreibe! Ich drück dich auch!!! Sehr glücklich

Und Laura, ja, ein Kopfmensch bin ich auch. Ich analysiere meine Situation ständig und ununterbrochen, kann das nicht abschalten. Ständig weiß ich genau, was andere Menschen um mich herum tun und denke darüber nach warum, finde Zusammenhänge, Lösungen für deren Probleme, weiß aber auch zu jeder Zeit wer gerade schlecht drauf ist und was man demjenigen dann nicht sagen sollte bzw sagen muss, damit sich dessen Stimmung sich wieder aufhellt. Und ich verwende darauf den größten Teil meiner Energie.

Meine Eltern sagen mir auch nie "Das schaffst du", die lassen mich schon mein ganzes Leben machen und sagen mir höchstens mal, wann ich etwas besser machen könnte. Ich bin ja "schon immer sooo selbstständig gewesen."


Wie ich mit meinem Vater umgehen soll weiß ich absolut nicht. Er geht mir jetzt total aus dem Weg. Verschwindet viel früher in seinem Zimmer als bevor ich ihm sagte, ich will nicht mit ihm reden wenn er betrunken ist.

Im Moment habe ich genug von mir selber. Ob ich wohl irgendwann mal ein ruhiges Leben führen kann, dass sich nicht mehr nach rohem "Überleben" anfühlt?
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anima hat zum Thema: Re: ..Zurück im alten Zuhause-wie komm ich da durch? geschrieben

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