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Verändert Alkohol unser Wesen?

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uwe.rothaemel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 26.05.2010
Beiträge: 392
Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 23:19    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leo
Für mich stellt Suchtverhalten das Krankheitsbild eines „kranken“ Geistes/Seele und der daraus resultierenden Verhaltensweisen dar.
Ich habe denn Alkohol (seine psychotropen [wesensbeinflussenden] Eigenschaften) also eingesetzt, um zu „funktionieren“. Natürlich löste er nur kurzfristig meine inneren Konflikte. Er hat nicht meine Person, sondern mein Wesen verändert. Ich habe mir unter Alkoholeinfluss Dinge gestattet, die ich ohne, nicht zugelassen hätte (z.B. Gefühle, wie Wut und Ärger, Trauer und auch Freude zeigen). Der Alkohol war das Ventil, das mich gewissermaßen enthemmt hat, um zu überleben und um nicht zu „platzen“.
Heute lerne ich mich meinen inneren Bedürfnissen zu stellen und angemessen mit ihnen umzugehen. Gewissermaßen will ich nunmehr nüchtern erreichen so zu sein, wie ich zwischen der achten und neunten Weinschorle sein wollte, aber es nie erwirkt habe.
Das mag eine etwas unkonventionelle Art und Weise sein, die Dinge zu sehen, doch sie genehmigt mir einen besseren Zugang zu mir selbst.
Gruß Uwe.
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uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
s.z.
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.09.2011
Beiträge: 710
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 06:01    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi uwe!

Eine Frage hätte ich wieso unkonventionelle Art und Weise?

Greets zimbo...
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s.z. hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
Leopold79
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 09.09.2011
Beiträge: 106
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 06:40    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen und vielen Dank für die vielen Meinungen!

Mit dem Einen oder Anderen kann ich mich anfreunden...
Ich habe mich in meiner letzten Ausbildung etwas mit der Soziologie beschäftigt.
Ich bin auch der Meinung, dass jeder Mensch mit einer gewissen genetischen
Veranlagung auf die Welt kommt. Jeder bringt also von Geburt an eine Palette
an Fähigkeiten mit sich. Jedoch erst durch die Umwelt werde ich als soziales Wesen
geformt. Dabei übernehmen verschiedene Gruppierungen Schlüsselrollen. Zum
Anfang ist es ganz klar die Familie... später dann die Schule... und dann irgendwann
mein restliches soziales Umfeld. In diesen Phasen der sozialisierung werde ich zu
dem, was ich heute darstelle. Wenn in mir ein Talent "schlummert"... es jedoch nie
gefördert und gefordert wird... dann werde ich diese Fertigkeit nich entwickeln.
Ab einen gewissen Alter wird sich der Mensch nicht mehr oder nur noch sehr schwer
prägen lassen. Wir sind in unserem Wesen zu stark gefestigt. Das ist ja auch gut so.
Denn das stellt unseren Charakter dar. Und jetzt kommt der Alkohol ins Spiel.
Alkohol vermindert die Hemmschwelle...wenn ich also im normalen Alltag mich über
sagen wir meinen Chef aufrege und ihm am liebsten ins Gesicht sagen würde,
was ich von halte.. hällt ich meine erlernte Selbstbeherrschung davon ab.
Im alkoholisierten Zustand... auf zum Beispiel einer Weihnachtsfeier kann es sein,
dass ich ihm sage, was für ein Ars...och er doch ist.
In diesem Fall war die Eigenschaft es ihm zu sagen auch im nüchternen Zustand
bereits vorhanden. Der Alkohol hat zugelassen, dass ich "aus mir raus komme".

Nun habe ich aber Dinge im Suff erlebt (oder auch nicht, weil ich mich nicht erinnern kann)
Wo ich zu einem völlig anderen Menschen wurde.

Ein ppar frei erfundenen Beispiele, welches das verdeutlichen soll...

Jemand, der absolut antirassistisch ist beschimpft einen Afroamerikaner im Suff
als Kanacke...

Ein Mann, der aus tiefster innerer Überzeugung gegenüber Frauen ein Beschützerverhalten
hat, schlägt seine eigene Ehefrau... obwohl er sie über alles liebt

Ein heterosexueller, welcher absolut keine Neigung zum eigenen Geschlecht hat,
wacht mit genau dem zusammen im Bett auf

Es gibt da noch so manche Beispiele... meine Frage ist.. wie kann das sein?
Ist der antirassit doch rassistisch?
Schlägt der Mann seine Frau, weil er im doch nicht so überzeugt ist?
Hat der Hetero eine homosexuelle Neigung von der er nichts wusste?
Oder hat der Alkohol einen völlig anderen Menschen.. ein anderes Wesen aus denen gemacht

LG Leo
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Leopold79 hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
Jürgen
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.02.2007
Beiträge: 8076
Alter: 48
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 08:38    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leo,
Alkohol verändert dein Wesen auf der seelischen Ebene immens und das über Jahre schleichend.Es ist und bleibt ein Gift.
Das merkst du selber wen du dich über längere Zeit der Trockenheit reflektierst, das dauert, gib dir Geduld.Lass dich überraschen was in deinem Wesen so drinsteckt.Du hast erst die Chance trocken überhaupt irgendwas klares über dein Wesen zu sagen, was du willst, wie du bist. Alles andere ist doch in all den Jahren weggesoffen worden.
Und hier sind soviele die mit 40, 50, 60, 70 egal, trocken werden, und dann ihre Talente wiederentdecken und das was in ihnen schlummert, und was so noch geht, das zeigt die Erfahrung ist Alterunabhänigig, lass dir da nix erzählen.
LG
Jürgen
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Jürgen hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 08:58    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo leo,

Zitat:
Ein ppar frei erfundenen Beispiele, welches das verdeutlichen soll...

Jemand, der absolut antirassistisch ist beschimpft einen Afroamerikaner im Suff
als Kanacke...

Ein Mann, der aus tiefster innerer Überzeugung gegenüber Frauen ein Beschützerverhalten
hat, schlägt seine eigene Ehefrau... obwohl er sie über alles liebt

Ein heterosexueller, welcher absolut keine Neigung zum eigenen Geschlecht hat,
wacht mit genau dem zusammen im Bett auf

Es gibt da noch so manche Beispiele... meine Frage ist.. wie kann das sein?
Ist der antirassit doch rassistisch?
Schlägt der Mann seine Frau, weil er im doch nicht so überzeugt ist?
Hat der Hetero eine homosexuelle Neigung von der er nichts wusste?
Oder hat der Alkohol einen völlig anderen Menschen.. ein anderes Wesen aus denen gemacht


mich spricht das nun an, weil ich als aussenstehende mir darüber eben auch schon meine gedanken machte, warum bei mir meiner mutter eben so ist, sich so entwickelt. fazit für mich. erstens wirkt alkohol eben im gehirn. es ist ein nervengift und zerstört dort nervenzellen. das ist bewiesen. mit der zerstörung dieser nervenzellen beginnt ein prozess des abbaus, schneller wie beim normalen alterns und wenn du dir mal alte manschen anschaust, dich mit diesen ausseinandersetzt, ein demenzkranker verändert auch seine persönlichkeit. das ist so.das ist genau ds gleiche weil die ursache zwar eine andere ist aber die auswirkungen die gleichen sind.

zu dem was du hier aufschreibst meine beobachtungen. meine mutter eine früher sehr aktive frau mit eine extrem sozialen einstellung. kämpfte um die rechte eben von minderheiten auch offizielle durch ehrenamtliche tätigkeiten. im laufe der zeit un zunehmendem alkoholkonsum wurde diese einstellung dazu immer weniger, meine beobachtung. irgendwann sass diese frau nur noch vor dem fernsehapparat und liess sich berieseln. sie isolierte, hatte keine freunde, keinen sozialen kontakt mehr nach aussen, wo sie begann sich ihre welt aufzubauen. eventuell spielt da auch der gehirnabbau eine rolle, doch geprägt von selbstmitleid und depression über diese furtbare welt in der sie lebt begann sie die parolen zu äussern die ihr gerade recht waren und in den medien eben die meisste aufmerksamkeit brachten. was ich noch beobachtete ,zu der zeit eben die rechte szene und plötzlich fing sie an diese parolen nach zu sagen, um wenigstens irgendwo noch dazu zu gehören zu einer gemeinschaft, ich war erschrocken konnt das allerdings eben so mir erklähren. wenn du dir dann noch diese szene anschaust, die ja bekannt ist dafür eben menschen zu mobilisieren deren selbstbewusstsein im keller ist, die sich wenigstens noch irgendwo zugehörig fühlen wollen ist das auch für mich zuerklären warum das so bei ihr wirkte. es hätte in dem fall jede andere gruppierung sein können, das war ihr strohhalm und ist es heute noch um irgendwo dazu zu gehören.die hemmschwelle ist eben bei ihr inzwischen so niedrig, das sie sich da in der hinsicht schon nicht mehr selbst wahrnimmt.nun diese frau ist alkoholikerein im fortgeschrittenen stadium, endstadium und ihr wille ist so weiter zu leben. ein beispiel mehr nicht.

du für dich kannst dich zufrieden schätzen das du ausgestiegen bist, vieleicht hilft es dir das zu lesen was hätte kommen können um dir bewusst zu werden was du so nicht erleben willst.

das gehirn ist ein ganz kompiziertes komplexes organ. es hat viele gehirnzellen die als ersatznervenzellen einspringen. wenn du aufhörst zu trinken, erholt sich dieses organ wieder und die ersatzzellen fangen an zu lernen. jeh mehr du übst um so mehr mobilisieren die sich wieder und es erholt sich der organismus auch wieder. jeh früher man damit aufhört mit der zerstöhrung durch deine trockenheit um so mehr die chance sich zu normalisieren.ich schreibs extra in meinen worten auf, weils echt ziemlich medizinisch und unverständlich erklährt werden kann, muss allerdings nicht sein um das wichtigste zu verstehen.das wird alles wieder möglich sein, da ist dann wieder die willensbereitschaft gefragt. aufhören mit lernen tun wir nie, da ist genug kapazität da und leistungsfähigkeit, selbst im hohen alter lernen menschen noch dazu, obwohl da auch schon eher ein abbau stadtfindet. was eben bewiesen ist das nerven im gehirn eben die grundlagen unserer wahrnehmung, körper geist und seele sind und wir da echt drauf aufpassen sollten, was wir ihnen an schaden zufügen und dem eher eine positive aufmerksamkeit schenken.

lieben gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
uwe.rothaemel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 26.05.2010
Beiträge: 392
Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 09:00    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leo
Ich denke nicht, dass es so einfach ist (auch wenn dann eine „Schuldfrage“ galant gelöst wäre: Der „Alkoholteufel“ ist schuld! Er hat mich verwandelt!).
Alle Neigungen sind schon vorhanden. Ich habe sie lediglich durch meine moralischen Überzeugungen, meine Prägungen und erlernten Einstellungen, auf bewusster Ebene nicht ausgelebt. Doch tief verwurzelt, unbewusst, versuchen genau diese Wünsche und Regungen einen Weg, an die Oberfläche zu kommen. Der Alkohol hat den gedeckelten Anlagen die Gelegenheit gegeben, dass sie mich nicht „auffressen“. Wie soll es auch denkbar sein, meine Person auszutauschen, ein ganz anderer zu werden?
Es sind die Eigenschaften, Triebe und Bedürfnisse, welche mir auch heute gelegentlich Angst machen, die das „schlechte“ Gewissen verursachen, die so gar nicht kontrollierbar sind, wenn ich sie nicht beachte – mir nicht die Gelegenheit gebe, mich damit auseinanderzusetzen.
Wenn ich meinen Ärger und meinen Zorn nicht die Möglichkeit gestatte, ab und an regulierend einzugreifen, werden meine Gefühle irgendwann eskalieren. Die Reaktion auf eine vermeintliche Kleinigkeit ist dann, wenn ich es lange genug aufgestaut habe, der Situation nicht mehr gerecht. Das gilt genauso für Freude, Liebe, Hass und andere Emotionen. Es entsteht der Eindruck, „nicht mehr ich selbst zu sein“ - stimmt nicht; ich handel nur unter Überdruck, also unangemessen.
Ich brauche mich nüchtern nicht „neu zu erfinden“ – wie auch? Ich versuche heute nicht mehr, die Rolle auszufüllen, welche mir „zugeteilt“ wurde, sondern die Talente zu leben, die meiner Natur entsprechen. Das braucht Zeit, ist ein Prozess und wird bis zum Lebensende andauern – ist aber spannend und macht mir Freude, weil alles anscheinend neu ist.
Alles, was ich für ein erfülltes Leben brauche, ist bereits in mir angelegt. In diesem Sinne –
Gute Zeit – Uwe.
P.S. Sven, wer lebt schon seinen „Ruf“? Daher unkonventionell – mutig und unbeschwert.
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uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
Gela10
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.05.2011
Beiträge: 330
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 09:18    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr,

ich beschreib es mal so, wie ich es erlebt habe: Meine Mutter ist ein toller Mensch. Als nasse Alkoholikerin war sie ne verbale Furie. Mein Schwager hat das mal treffend beschrieben. Es war, als würde ein Schalter umgelegt. Zwei völlig verschiedene Menschen.
Sie war halt auf ihren Stoff angewiesen, davon abhängig und wenn ihr da einer in die Quere kam, sei es indem gefundene Flaschen entsorgt wurden oder weil wir uns ihrer Sucht nicht unterordneten oder oder oder, dann war ihr jedes (verbale) Mittel recht. Dazu gehörten sich selbst und andere zu belügen, andere zu beschimpfen, andere zu manipulieren...Dieses Wesen hatte mit meiner Mutter nix mehr zu tun.

Alkohol verändert definitiv das Wesen.

Gruß Gela
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Gela10 hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben
pueblo
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 31.10.2010
Beiträge: 124
Alter: 49
Wohnort: bei bielefeld

BeitragVerfasst am: 25.10.2011, 09:27    Titel: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

als ich zum ersten mal einen gichtanfall hatte,
(1997)war bei meinem hausarzt,
ein junger assistensarzt mit in der praxis.

der machte praktikum da oder was auch immer.
der sprach mich auch schon damals auf ,
mein trinken an.
(aber da hatte ich ja kein alkoholproblem)

wörtlich sagte er:
sie wissen noch gar nicht ,
was der alkohol alles anrichtet .
und glauben sie mir:
wer trinkt entwickelt sich zu einem A....

recht hat er behalten,
brauch nur ans lügen denken(also den partner belügen)
nur damals dachte ich:
was hat der den für probleme
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pueblo hat zum Thema: Re: Verändert Alkohol unser Wesen? geschrieben

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