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So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert!

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mineralo
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.10.2011
Beiträge: 18
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 11:12    Titel: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nun ja, in fast keinem Forum werden die "Neuvorstellungen" gelesen, daher hier ein Text, den ich an anderer Stelle schon ähnlich schrieb! Wer also auch die Neuvorstellung liest: Sorry für den Doppelpost.


Meine Frau trinkt seit 15 Jahren (seit 10 Jahren kenne ich sie, ich bin also nicht der Grund), hat zudem noch Bullemie und einigen "Psychokack" nebenbei, der hier aber den Rahmen sprengen würde.
So richtig klar wurde mir das erst nach 2-3 Jahren. Blauäugig habe ich die Sache immer mit einem "wird schon wieder" betrachtet, habe mir selbst was vorgemacht, habe sehr oft mit ihr "versucht", darüber zu reden, und habe natürlich auch immer gerne ihren Versprechungen und Ausreden geglaubt.
Im Laufe der Jahre wurde es natürlich immer schlimmer, auch in Hinsicht auf den "allgemeinen Geisteszustand", Launen, geistige Leistung.... Meine Forderungen nach einer Therapie waren alle übertrieben - bla bla!
Vor einem Jahr dann endlich ihr kompletter Zusammenbruch: Krankenhaus - Entzug - Langzeittherapie. Fast 9 Monate, in denen ich hoffte, dass alles nun besser wird. Aber weit gefeht!
Schon eine Stunde nach ihrer Entlassung (eigentlich schon zwischendurch) war schon wieder die erste Flasche Sekt geleert, und das steigt nun wieder stetig an.
Es ist nicht so, dass ich ständig die Wohnung nach leeren Flaschen durchsuche, aber sie ist schon wieder so "abgedreht", dass sie ständig die gleichen Verstecke benutzt, sich immer gleich verhält, einem die Flaschen aus den Schränken entgegenfallen und sie immer gleich stinkt - egal, wieviel Kaugummis oder Parfum sie benutzt.

Momentan bin ich noch auf dem Trip, ihr alles offen ins Gesicht zu sagen, jede leere Flasche unter die Nase reibe etc., aber jedesmal diese Beschimpfungen, ach nee, diese dummdreisten Lügen sind das Schlimmste.

Die Reaktion ist jedesmal ähnlich: Geht dich nix an, Dir sag ich gar nix, Du glaubst mir ja sowieso nix, ich habe alles im Griff, ich brauch keinen Sekt-will ihn aber, die Flaschen sind noch früher, DU hast die mir untergeschoben.... wie habe ich dieses Gelaber satt!

Jetzt hat sie gerade einen neuen tollen Job - alles wird wieder drauf gehen!

Tja, und nun bin ich in diesem Forum gelandet. Wir sind beide bis vor kurzem wöchentlich beim "Blauen Kreuz" gewesen, sie ist noch einmal wöchentlich bei einer karritativen Einrichtung (was wohl im Rahmen des Entzugprogramm zwangsweise ist), aber einen Therapeuten braucht sie schon nicht mehr und seit ein paar Wochen hat sie auch kein Blaues Kreuz mehr nötig ("Nee, mach ich nicht")

Tja, und nun lese ich mich quer durch Netz und suche nach einem weisen Ratschlag. Denn nach so vielen Jahren bin ich irgendwie ausgebrannt, es gibt nur noch ein Thema im Leben: ALK

Frank
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mineralo hat zum Thema: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
Grazia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2007
Beiträge: 767
Alter: 46
Wohnort: By

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 12:04    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Frank

Willkommen hier.
Nun, ich bin hier seit 4 Jahren und mir hat diese ähnlichkeit der Beiträge eher geholfen.
Es hiess für mich: Nein, ich bin nicht verrückt. Ja, es ist richtig was ich fühle.

Muss noch dazu sagen, dass ich EKA und CO bin, also mein ganzes Leben Abhängig vom Alk, obwohl nichttrinkend.

Wenn Du hier schon gelesen hast, dann weisst Du dass Du nichts ändern kannst. Nichts bei Deiner Frau.
Frage jetzt: was machst Du in dieser Situation?
Was ist Deine Konsequenz?. Deine Frau will nicht aufhören, was heisst es jetzt für Dich? Mitmachen? wenn ja wie lange. Trennen?

LG Grazia
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Grazia hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 12:26    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo frank,
willkommen hier im forum.

nun deine frau will nicht. kannst du das akzeptieren?

gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
mineralo
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.10.2011
Beiträge: 18
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 12:35    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Tja, genau diese Frage stelle ich mir seit einigen Monaten jeden Tag.
Ich habe idealerweise einen Psychotherapeuten als einen meiner besten Freunde, der hat mir schon von Anfang an klar gemacht, dass ICH da nichts ändern kann. Mit dieser Erkenntnis konnte ich das auch die ganzen Jahre irgendwie "aussitzen".
Daher war es ja so absolut oberklasse, dass irgendwann ihr Zusammenbruch kam und sie selbst erstmalig entschied, das sie eine Therapie machen will.
Nur jetzt sehe ich da keine Perspektive mehr. Um es etwas theatralisch auszudrücken: bin am Boden zerstört.
Nun widerstrebt es aber meiner innersten Einstellung, jemanden in einer Art Notsituation zurück zu lassen, auf meinen ganzen Afrikareisen sicher eine löbliche Einstellung, aber in dieser Situation wohl eher selbstzerstörerisch.
Ob noch irgendeine Art von Liebe da ist oder nur die Gewohnheit, jeden Tag um irgendwas kämpfen zu müssen, sich jeden Tag mit den gleichen Themen zu beschäftigen - ich weis es nicht.

Ein anderer Freund bezeichnet sie immer als Strudel, der alles beim Untergang mit sich reist....

Frank
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mineralo hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 12:42    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo frank,

Zitat:
Nun widerstrebt es aber meiner innersten Einstellung, jemanden in einer Art Notsituation zurück zu lassen, auf meinen ganzen Afrikareisen sicher eine löbliche Einstellung, aber in dieser Situation wohl eher selbstzerstörerisch.


das ist ja das schlimme an dieser sucht. das wir dastehen, zusachen müssen, nicht helfen können obwohl wir gelernt haben menschen in not zu unterstützen. hilft aber nichts. diese einstellung ist bei einem alkoholiker notwendigerweise zu hinterfragen. sie will nicht, die therapie nimmt sie nicht an, braucht es wohl nicht. also heissts in liebe loslassen, wenn DU nicht mehr willst
Zitat:
Ein anderer Freund bezeichnet sie immer als Strudel, der alles beim Untergang mit sich reist....
so ist die situation bildlich sehr gut beschrieben.

pass auf dich auf, denn gewohnheit ist eine ganz schwierige baustelle. vieles wird zur selbstverständlichkeit aus dieser gewohnheit heraus. was einfach nicht gut tut.

gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
Lindi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.04.2011
Beiträge: 184
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 14:06    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mineralo,
wenn ich das richtig verstehe, KANN Dich im Vorstellungsbereich nur ein kleiner Kreis lesen, naemlich die Moderatoren und glaub auch die, die als "Vollmitglied" hier sind... alle Anderen nicht, und das ist die Mehrzahl der User....
das Du nun doch wahrgenommen wirst, siehst Du ja schon.
Inhaltlich kann ich Dir leider nicht so viel sagen, stecke gerade selbst noch drin....
Aber diese Aehnlichkeiten, die Dich so mutlos machen, koennen auch positiv sein. Es ist nicht Deine Schuld, was da grad abgeht, es ist der "normale" Werdegang. Du spinnst nicht (auch das wollen einem die lieben Suechtigen ja gerne mit mehr oder weniger Erfolg einreden), es BESTEHT def. ein Problem
Und: auch der Weg heraus ist (fast) immer der Gleiche, auch wenns am Anfang nicht schmeckt, dieses Brot!

Da Deine Frau es offensichtlich immer noch irgendwie schafft, den Schein aufrechtzuerhalten, arbeiten geht (mehr oder weniger lang, spielt jetzt erst mal nicht so die Rolle), ihr offensichtlich "Gut gestellt" seid (entnehme ich der Art, wie Du Dich artikulierst, der Freundeskreis von "studierten, ect.) kann es noch ein Weilchen so gehen. Mit oder ohne Dir... das ist der Punkt, an dem Du ansetzen kannst.

Tja, was machst Du in Afrika, wenn Du einem Kind am Strassenrand ein Stueck Brot aus Deinem Vesperbeutelt anbietest, (es sieht so hungrig aus, denkst Du) und siehst dann, wie es das Brot hinter Deinem Ruecken in den Strassengraben wirft....weil es lieber Cola/Marshmallows/oder Deine Kamera gehabt haette....
Gruesse, Lindi
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Lindi hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
perla54
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.07.2011
Beiträge: 1563
Alter: 55
Wohnort: hannover

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 15:01    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo

meine tochter, heute 24, ist mit 19 ausgezogen und hat genau das was du beschreibst, mitgemacht
verleugnen,verstecken,lügen....mutter out of order
dann hat sie angefangen zu studieren und kam nur noch selten
immer unter druck.....wütend ohne ende
sie hat mir stets den spiegel vorgehalten und mir ins gesicht gesagt "mama, auch wenn du sagst es geht dir gut,auch wenn du sagst, du trinkst nicht, auch wenn du sagst, du hast alles im griff.....ich glaub dir kein wort....
ich liebe dich sehr aber ich mach mir grosse sorgen"
immer wieder hab ich ihr ins gesicht gelogen, ihre tränen der wut und hilflosigkeit, in den dreck gezogen, hab ihr zuviel zugemutet
und dann, eines tages, wusste ich
petra, hier ist ende, gelände, schluss mit lustig
ich rief sie am 26.6.11, an und sagte ihr, ich werde mich meinem problem stellen, ich geh morgen zum arzt
wir haben die ganze nacht geweint, geredet
ihre tonnenschwere last ist nun abgefallen.....meine auch
und nun hat sie grossen respekt vor mir und kommt fröhlich und unbeschwert nach hause

grüsse, petra
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perla54 hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben
Speranza
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.09.2011
Beiträge: 597
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 16:17    Titel: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo mineralo!

Zitat:
Nun widerstrebt es aber meiner innersten Einstellung, jemanden in einer Art Notsituation zurück zu lassen, auf meinen ganzen Afrikareisen sicher eine löbliche Einstellung, aber in dieser Situation wohl eher selbstzerstörerisch.


Du musst bedenken dass sie zwar nicht Schuld an ihrer Erkrankung trägt aber dass sie durchaus etwas dagegen tun kann. In diese Notsituation hat sie sich selber gebracht, leider fehlt ihr die Einsicht dazu, es muss erst "Klick" machen.

Die Frage ist ob du so lange darauf warten willst, das kann morgen sein aber auch erst in 10 Jahren - schlimmstenfalls nie. Du hast dein Möglichstes getan um ihr zu helfen ausser ihr ein Ultimatum gestellt.

Ich trenne mich von meinem Partner denn ich will endlich wieder leben. Für mich ist das der einzig richtige Weg das heisst aber nicht dass es grundsätzlich so enden muss.

Letztendlich musst du entscheiden was das Richtige für dich ist.

Liebe Grüsse
Speranza
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Speranza hat zum Thema: Re: So viele Berichte und alle doch ähnlich - sowas frustriert! geschrieben

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