| Was mache ich mit dieser Angst.... • trinkender Sohn |
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Rhein neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.07.2011 Beiträge: 139
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Verfasst am: 04.10.2011, 20:04 Titel: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo zusammen,
ja, ich gehöre wohl auch mit zum weiten Feld der Co Abhängigen, hätt ichs gedacht?
Bis vor zwei Monaten war ich zwei Jahre in einer Partnerschaft mit einem anderen, gleichaltrigen, ein paar KM entfernt wohnenden Mann. Dann habe ich mich aus reinem Überlebenstrieb aus der Partnerschaft gelöst. Der letzte Tropfen, der das mit vielen anderen Tropfen bereits gefüllte Faß zum Überlaufen brachte, war der Werktagsabend, an dem ich spontan (da gerade in der Nähe) jedoch mit telefonischer Ankündigung beim ihm auftauchte. Er war betrunken, ein Gespräch war nicht möglich obwohl er sich bemüht zeigte, das Gespräch mit mir zu führen.
Ich wollte ihm nämlich erzählen, daß ich vorher einen Freund getrofffen hatte, da ich nicht mehr ein und aus mit meinen negativen Gedanken zu meinem Leben, der Partnerschaft usw. wußte. Der Freund sagte einen Schlüsselsatz, nämlich daß er nicht glaube, daß ich depressiv sei (was ich nicht mehr ausschließen konnte) sondern daß ich vielleicht sehr unzufrieden sei. Ja, da konnte ich zustimmen, ich war sehr unzufrieden da ich in den vielen Tropfen Unzufriedenheit, die der Partnerschaft mit meinem Partner entsprangen, zu ertrinken drohte. Leider war mein (Ex?) Partner an Abend zu betrunken, ob das zu verstehen. Am nächsten Morgen sagte ich ihm, daß es nicht normal ist, Werktags betrunken zu sein und wiederholte, was ich schon einige Male zuvor gesagte hatte: ich will keinen Partner mit Alkoholproblem.
Mit der Möglichkeit, daß ich vielleicht "nur" total unzufrieden war kam die Erkenntnis, daß ich dann doch etwas ändern können muß um die Unzufriedenheit hinter mir zu lassen. Ich ging am übernachsten Tag zur offen Beratungsstelle der Caritas, um mich dort als Co Abhängiger vorzustellen und um Rat zu bitten. Am wichtigsten war mir: ich beschrieb der dortigen Psychologin, welches Trink und Sozialverhalten ich bei meinem Partner beobachtet hatte und bat um eine Einschätzung, ob man daraus schließen könne, daß mein Partner ein Alkoholproblem habe. Die Antwort war eindeutig positiv. Das war für mich eine große, große Erleichterung, mit einer Fachkraft zu sprechen, offen, anonym, auch weinen zu dürfen, und Gewißheit zu erhalten, die mir sonst keiner geben konnte. Am selben Tag habe ich per SMS eine 8-tägige Kontaktsperre zum Freund ausgerufen, dich ich danach noch um 14 Tage verlängert habe und die bis heute anhält..... Eine gute Entscheidung. Endlich kam ich wieder etwas zu mir und konnte mich etwas befreiter einer wichtigen, mich betreffenden Berufsentscheidung widmen, die einen Ortswechsel bedeuten wird und in den mein Partner beidseitig irgendwie ....mit eingeplant war (wenn die Einplanung seinerseits aus meiner Sicht mit Flucht aus seinem derzeitigen Lebensumständen zu tun hatte).
Ich bin noch zwei weitere Male zur Caritas gegangen, das war für mich sehr sehr wichtig, Himmel sei Dank für diese Einrichtung und diese tolle Psychologin. Meinen Partner habe ich seitdem zwei Mal gesehen, technische Treffen, wir sind jetzt wohl getrennt. Er hat sein Alkoholproblem zugegeben, wenn zwischenzeitlich auch mal widerrufen ("die Blutwerte sind doch ok"). Er kann nicht über seine Gefühle sprechen, sehr konfliktscheu, inaktiv, noch verkopfter als ich, Schneckenhaus. Er will aber keinen kalten Entzug, hat sich bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung beraten lassen, Termin bei der Diakonie...aber das interessiert mich im Moment nicht wirklich.
Mir gehts um mich: wie konnte das passieren? Warum habe ich wiederholt einen Partner mit einem Alkoholproblem gehabt? (nebem dem einen manisch depressiven....)? Warum merke ich nicht rechtzeitig, wenn mir eine Beziehung nicht gut tut? Warum rede ich sie und meine Gefühle schön? warum setze ich meine eigenen Interessen zurück und warte oft auf die Zustimmung des Partners (der in diesem Fall selber kein "Macher" ist) und warte und warte und warte und werde darüberhinaus ganz passiv, gehe nicht mehr meinen früheren Freizeitaktivitäten nach, weil doch mit ihm zusammen alles viel schöner wäre - nur leider kam es so selten dazu. Ich wurde versetzt (weil er betrunken war), am WE mußte er immer irre lange schlafen wo ich früh etwas mit ihm unternehmen wollte. Jahrestage und Geburtstage und daß man da mit besonderer Aufmerksamkeit dem Partner gegenüber ist, das gabs für ihn nicht, obwohl ich es ihm gegenüber war. seine abendlichen Anrufe, bei denen er manches mal beschwippst war, er sich ständig wiederholte, er Sachverhalte nicht mehr begriff, sich daher bei ihm Mißverständnisse bildeten, über die er aber nicht sprach und er mir diese Wochen später vorhielt; wenn wir uns in meiner Stadt trafen ging es immer gleich in die Kneipe, schnell 3-4 Glas Wein; ich kann mich an keinen gemeinsamen Tag erinnern, an dem er nicht trank, schrecklich; bei Straßenfesten usw.; irgendwann schmeckte mir selber der Alkohol nicht mehr. Mittlerweile verstehe ich auch, warum er mich mal beschimpfte, er und seine Freunde würde mich als ---Fremdkörper--- empfinden - klar, weil ich den Alk zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so toll fand.
Aber was hat das mit mir zu tun? Um das besser zu verstehen bin ich jetzt hier und begebe mich auf die Reise der Erkenntnis. Habe vorhin wo angerufen, wo therapeutisches Tanzen angeboten wird (8 Abende), ich glaube das wäre jetzt genau das richtige für mich, um wieder besser meine Mitte zu finden. Eine Psychotherapie erwäge ich nicht wirklich, kenne mich damit auch nicht aus. Mir gehts erstmal darum, mich zu stabilisieren (da bin ich auf dem besten Weg, auch nachdem ich mir mehrere schöne Tage in der Therme mit Massage gegönnt hatte um wieder ein besseres Körpergefühl herzustellen) und zu erkennen, warum ich Co Abhängigkeitsstrukturen habe.....ich hätts nie gedacht...
liebe Grüße
Rhein |
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| Rhein hat zum Thema: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5776 Alter: 53 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 05.10.2011, 07:50 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo Rhein,
willkommen im Forum!
Du hast ja schon viele Schritte inzwischen unternommen. Du hast dich getrennt, weil die Situation mit deinem Partner nicht mehr erträglich für dich war. Das ist ein wichtiger Schritt, das ist toll, dass du den geschafft hast. Auch wenn es weh tut, irgendwie.
Ich finde es auch gut, dass du dir Hilfe geholt hast, dich hast beraten lassen. Und dass du hier bist. Denn hier sind sozusagen auch "Experten", damit meine ich, hier sind Menschen, die das nachvollziehen können, was dich so umtreibt. Denn wir waren oder sind ja in ähnlichen Lebenssituationen gewesen, der eine länger, der andere kürzer.
Ich wünsche dir einen guten Austausch
Liebe Grüße
Aurora |
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| Aurora hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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BinIchMachtlos neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.04.2010 Beiträge: 109 Alter: 40 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 05.10.2011, 10:22 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo Rhein,
whow, das ist ja toll was Du alles in der kurzen Zeit hingekriegt hast. Super
| Zitat: | | Warum merke ich nicht rechtzeitig, wenn mir eine Beziehung nicht gut tut? Warum rede ich sie und meine Gefühle schön? warum setze ich meine eigenen Interessen zurück |
Das selbe treibt mich auch um.
Wiederholte ungesunde Partnerschaften...
Als Single bin ich wahnsinnig agil, aktiv und ausgeglichen. In Partnerschaften ist das alles schon des Öfteren nach und nach eingeschlafen. Entweder weil mein Partner so viele Probleme hatte die uns ständig beschäftigt hatten oder weil mein Partner bewußt Kontakte und Aktivitäten mied und mit allen Mitteln unterbunten hat.
Jeder hat mal einen Durchhänger und es wäre doch so schön wenn sich beide abwechselnd motivieren. Das wäre dann ein Geben und Nehmen:
| Zitat: | | warte oft auf die Zustimmung des Partners (der in diesem Fall selber kein "Macher" ist) und warte und warte und warte und werde darüberhinaus ganz passiv |
ich habe auch immer gewartet daß ich mal was liebes zurück bekomme.
Es ist möglich das Muster zu durchbrechen. Du mußt Dich fragen woher das Muster bei Dir kommt.
Ich habe immer einen Mann gesucht der nicht oberflächlich ist. Also bin ich dann bei Männern mit vielen Problemen gelandet. Ich dachte jemand mit vergangenen Problemen müßte wissen was das Leben wert ist.
Diese MÄnner haben ihre Probleme aber auch mit aller Hilfe bis heute nicht gelöst.
Diese Woche hat jemand im Forum geschrieben: stelle Deinen Neuen sehr bald deinen Freunden vor.
Liebe Grüße
Martina |
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| BinIchMachtlos hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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Leonore_3124 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.09.2011 Beiträge: 185 Alter: 35
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Verfasst am: 05.10.2011, 10:48 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo Rhein,
willkommen im Forum
Ich würde dir empfehlen das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" zu lesen... Das war mein erstes und hat mir sehr sehr sehr viel klar gemacht... eben warum ich handle, wie ich handle, und immer und immer wieder auf die gleichen Männer hereinfalle.
Alles Gute
Verena |
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| Leonore_3124 hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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desperateS neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2009 Beiträge: 403
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Verfasst am: 05.10.2011, 20:22 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo Rhein!
| BinIchMachtlos hat Folgendes geschrieben: | Diese Woche hat jemand im Forum geschrieben: stelle Deinen Neuen sehr bald deinen Freunden vor.
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Das war ich, und der Gedanken, den Martina hatte, kam mir auch gleich beim Lesen Deines Threads.
Das ist ein wie ich finde sehr wirksames Mittel, um sich vor Partnern, die nicht guttun, zu schützen.
Allerdings ersetzt es nicht die Ursachenforschung.
Da bin ich auch noch mitten drin, aber Martinas Ansatz "Ich habe immer einen Mann gesucht der nicht oberflächlich ist." passt auch sehr gut auf mich.
Ich stand immer auf die Jungs, die sensibel waren, und mit denen man die ganze Nacht reden konnte.
Gespräche mit "Tiefgang".
Heute habe ich einen Partner, auf den das ganz und gar nicht zutrifft. Sensibel ist er vielleicht, aber wir diskutieren nicht nächtelang unsere Probleme, sondern - sofern es sie gibt - packen sie an und lösen sie.
Mein neuer Partner entspricht ganz und gar nicht meinem alten Muster, und das beruhigt mich, auch wenn ich zugeben muss, dass ich immer noch manchmal Angst habe, dass er sich am ende als "Reinfall" entpuppt.
Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deiner Suche nach dem Warum und einen tollen Austausch hier! |
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| desperateS hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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Rhein neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.07.2011 Beiträge: 139
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Verfasst am: 07.10.2011, 19:38 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo ihr Lieben,
vielen, herzlichen Dank für eure Rückmeldungen, das hat mir gut getan. Denn Zweifel sind mal mehr, mal weniger vorhanden. Zweifel an mir; warum es soweit kam; was an mir ist, daß es soweit kam; war es richtig mich zu trennen; habe ich genug gekämpft?
@ Aurora: ja, ich habe schon große Schritte unternommen und die Vornahme der Schritte war ein großes inneres Bedürfnis und somit richtig.
War sein Alkoholproblem nur mein Vorwand mich von ihm zu trennen? Nein! Mir war klar, nachdem ich das Alkoholproblem zu erkennen begann, daß ich einen Partner mit Alkoholproblem nicht möchte. Und mir war aus Fachliteratur bekannt, daß man als Angehöriger kaum helfen kann, wenn der Partner ein Suchtproblem hat - zumal wenn man selber schon so unzufrieden war wie ich es war.
Zu mangelnder Abgrenzung - vielleicht ein Muster bei Co Abhängigen: ich war immer am schwanken, wo die gesunde Kompromißlinie einer normalen Partnerschaft ist und wo diese durch mich zu meinen Lasten und zu gunsten seiner durch Alkoholkonsum stärker ausgeprägten, mich störenden Verhaltensweisen schon längst überschritten war und warum ich nicht erkannt und reagiert habe, wenn die normale Partnerschaftskompromißlinie überschritten war.
Ja, ich freue mich auf den Austausch mit den anderen Leidensgenossen. Auch wenn ich denke, daß nicht wenige drastischere Sache im Rahmen ihrer Co Abhängigkeit erlebt haben als ich, aber das Co Abhängigkeitsmuster habe ich dennoch, und hier Gemeinsamkeiten und Erklärungen zu finden verbindet. Die Psychologin bei der Caritas meinte, daß sie in meinem Fall nicht empfehlen würde, mich einer Al Anon Co Abhängigkeitsgruppe anzuschließen, weil die Co Abhängigen in diesen Gruppen schwerwiegendere Schicksale durchgemacht hätten. Das wird so sein. Ich bin ja dankbar, daß mein Leidensdruck schon so früh so groß war, daß ich mich für mich entschieden habe.
@BinichMachtlos:
interessant, was Du schreibst! Mein Partner gab mir öfter zu verstehen, daß er mich als den Starken in der Beziehung sähe, mein Leben würde in guten Bahnen verlaufen und ich müßte mich ja um nichts sorgen, während er aus seinen Arbeits, Finanziellen, Vermeidungs, Alkoholproblem nicht rauskäme; aus diesem seinen Verständnis war es dann auch nur folgerichtet, daß "meine persönlichen Themen" nicht in dem Umfang besprochen wurde wie seine. Ich gab aber immer wieder zu verstehen, daß ich nicht so stark bin wie ich vielleicht zu sein scheine. Ob er das verinnerlicht hat bezeifle ich.
Zum Geben und Nehmen im gleichen Verhältnis: hier werfe ich ein, daß man manchmal vielleicht nicht richtig erkennen kann, was der andere gibt, weil mit unterschiedlichen Maßtstäben gemessen wird. Man denkt sich dann, wie schön es wäre, wenn der Partner genauso wäre wie man selber, aber das ist er nie. Wir müssen dann aushalten, daß das so ist, nur wir müssen eine Grenze finden, bis zu der wir das Ungleichgewicht noch gesund ertragen können.
Woher das Muster kommt? heute dachte ich: in der Kindheit hieß es oft: " der klügere gibt nach" "paß Dich an, was sollen die Leute denken" "wir sind Familie soundso, wir haben einen Namen, uns kann keiner was, also siehe drüber hinweg, wenn jemand meint dir ans Bein pinkeln zu wollen - ignoriere und schweige". Der Versuch einer Teilerklärung.
Wenn Du schreibst, daß du dir oft Partner gesucht hast, die nicht oberflächlich sind: damit kann ich viel anfangen! hatte ich so aber noch nicht formuliert gesehen, danke dafür! Ja, anstatt oberflächlich einen Partner mit Geheimnissen und dem gewissen etwas. Vielleicht bin ich noch hängengeblieben vor 20 Jahren als wie in Öködiscos auf dem Land Party machten, alle auf der Suche nach Spaß, Selbsterkenntnis, Verneinung von Anpassung usw.
@ Atimnuvielle: danke für den Buchhinweis, dem werde ich mal nachgehen, auch wenn ich ein Mann bin . In der Phase meine großen Unzufriedenheit über die Beziehung kaufte ich mir das Buch "liebe Dich selber und es ist egal wen du heiratest". Das Buch hatte leider die fatale Wirkung, daß ich den Fehler bei mir suchte und durch das Buch davon ausgehen mußte, daß mein Partner grundsätzlich OK ist, egal mit welchem Problem. Und das ist er für mich mit Alkoholproblem eben nicht. Durch das Buch aber suchte ich die Schuld für meine Unzufriedenheit in der Beziehung vor allem bei mir.
@ desperateS: wie hast Du das denn geschafft, aus dem Muster auszubrechen und mit einem Partner zusammen zu kommen, der gar nicht den vorherigen Mustern entsprochen hat? Irgendwie hat man dann doch ständig das Gefühl (und Du hast es ja immer noch manchmal ), daß es vielleicht doch nicht "paßt"? Das ist ja wie handeln gegen die eigenen Gefühle, und gerade dann, wenn man authentisch bleiben will. Hast Du einen eigenen Thread hier irgendwo, ich würde gerne mehr über die Erkenntnisse Deiner Analyse erfahren.
So, zu mir: für das therapeutische Tanzen habe ich noch einen Platz bekommen, nächste 'Woche gehts los, sechs Abende in sechs Wochen, da freue ich mich schon drauf!
Schön, daß ich hier schreiben kann und ich will vielleicht auch bei anderen im Thread schreiben, denn ich merke wie gut es tut, selber Reaktionen zu bekommen.
Liebe Grüße
Rhein |
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| Rhein hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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desperateS neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2009 Beiträge: 403
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Verfasst am: 07.10.2011, 21:37 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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Hallo Rhein,
hier mein Thread:
http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic23284.html
Zu Deiner Frage:
Ich bin wohl aus dem Muster ausgebrochen, weil ich irgendwie gelernt habe, mich selbst zu schätzen.
Genau weiß ich es selber noch nicht.
Fakt ist, dass ich mich in dieser "gesunden" Beziehung auch erst zurechtfinden muss.
Manchmal spüre ich etwas Ähnliches wie Langeweile, weil eben die Probleme und die Angst fehlen. Aber daran gewöhne ich mich von Tag zu Tag mehr.
Es ist eben alles viel einfacher und ich habe viel Zeit für mich selbst. Daran muss ich mich noch gewöhnen.
Außerdem habe ich einen sehr verständnisvollen Partner, der mich immer wieder auf den Teppich holt, wenn mich die Situation verunsichert.
Fertig "austherapiert" bin ich allerdings noch lange nicht. |
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| desperateS hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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Rhein neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.07.2011 Beiträge: 139
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Verfasst am: 12.10.2011, 21:55 Titel: Re: hätt ich nie gedacht.... |
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einige Tage sind vergangen, war fast besessen von Sehnsucht nach ihm, seinem Gesicht, seiner körperlichen Wärme, bin jedoch "abstinent" geblieben, was - so finde ich - nicht die schlechteste Möglichkeit war.
Was ist mir in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen in Sachen Co Abhängigkeit? Teils Punkte, die ich von Freunden gehört habe, hier im Forum gelesen, auf Vorträgen gehört usw.:
- kann ich visualisieren, mit meinem Partner und seinen Eigenschaften und seinem Alkohoproblem auch in zehn Jahren zusammen zu sein? ODER ist diese Vorstellung eine Projektion meiner Wunschvorstellung von Liebe und Zugehörigkeit auf ihn (ohne das er es erfüllen kann, aber er ist nunmal gerade derjenige, der mir zur Projektion zur Verfügung steht)?
- nein, ich bin nicht schuld, wenn unsere Beziehung zuende ist. Geht es um Schuld? und wenn: wenn, dann habe nicht nur ICH Schuld, dann habe nicht nur ich nicht genug geschaut, gefragt, geprüft, war nicht nur ich nicht achtsam genug;
- es gibt Burnout nicht nur im beruflichen Zusammenhang sondern auch im privaten Kontext, z.B. in Beziehungen; ein Modell zu Burnout ist die Burnout Spirale. D.h.: es gibt ein Ereignis, daß verantwortlich ist für das Auslösen der Burnout Spirale, z.B. ein Moment des totalen Unverständnisses oder der Erniedrigung; man versucht dann diesen Moment zu klären damit er nicht wieder geschieht, dies Bemühen ist jedoch ohne Erfolg, man versucht sich zu beruhigen und wieder kommt der Moment in ähnlicher Ausformung, wieder versucht man dagegen etwas zu tun, seine Position klar zu machen, daß es nicht wieder passiert, wieder ohne Erfolg, wieder zieht man sich zurück und beruhigt sich und wieder kommt ein solcher Moment usw., diese Spirale setzt sich fort, bei dem einen mit "dünnerem Fell" kommt eher der Zusammenbruch, beim anderen später. Ich fühlte mich zu einem bestimmten Moment in der Beziehung in sonder Art Burnout (was ich zuerst als Depression verstand) weil in der Beziehung mit meinem alkoholabhängigen Ex Partner ich immer wieder auf Verhalten stieß, welches mich verunsicherte und die Spirale begann. Eine Depression wäre das Burnout geworden, hätte ich mir nicht Hilfe geholt, was ich getan habe; ich denke wir Co Abhängigen leben mit unseren Partner alle in solchen Spiralen und das halte ich für typisch und daran gehen wir zugrunde. Wir müssen den Moment erkennen, an dem wir bei unserem Partner immer wieder in diese Spirale reingeschleudert werden bzw. uns reinschleudern lassen;
- Angst zu haben (z.B. vor dem Ende einer Beziehung (mit einem Alkoholabhängigen)) ist gesund und normal, kann als Chance gesehen werden und dient auch zum Überleben denn durch die Angst fangen wir erst an uns überlegen, wo wir Schutz finden können den wir brauchen, den wir aber eben auch nicht mehr beim alkoholkranken Partner finden;
- wenn die Beziehung zum Alkoholkranken uns als Co-Abhängige anfängt krank zu machen lohnt sich zu überlegen, ob die Beziehungsprobleme "normale", alltägliche , B
beziehungsübliche Probleme sind oder ob die Probleme nicht in Alltagsproblemen begründet sind sondern in tieferliegenden strukturellen Problemen, die wiederum im jeweils Einzelnen liegen. Und da ist das Alkoholproblem (+ Vermeidungsverhalten + nicht über Gefühle sprechen können usw.) strukturelles Problem, da es in der Charakter/Verhaltensstruktur des Partners vorhanden ist. Dann lohnt sich zu überlegen, ob man als Partner meint, diese Strukturen des Partners wirklich ändern zu können und zu wollen. Elementare, strukturelle Probleme beim Partner - so behaupte ich - kann ich nicht ändern (mein Partner sagte auch, er wolle sich darin nicht ändern, also bitte...), aber die strukturellen Probleme waren mit verantwortlich für mein Burnout in der Beziehung und seine strukturellen Probleme wurden mit durch den Alkohol verstärkt, so meine ich;
- wir brauchen viel Zeit, um von den Beziehungen zu gesunden wie auch von unserer Co Abhängigkeit;
...und trotzdem, manchmal die Momente, in denen ich zerfließe vor Sehnsucht und bei dauert sowas länger als drei Monate. so sei es.
draußen plätschert der Regen an die Scheibe und ich habs schön gemütlich zu hause.
Gruß vom Rhein |
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| Rhein hat zum Thema: Re: hätt ich nie gedacht.... geschrieben
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