| stolz sein auf das erreichte • Ausstieg wie war das |
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Gela10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2011 Beiträge: 330 Alter: 33
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Verfasst am: 04.10.2011, 12:34 Titel: innere Abgrenzung |
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Hallo Ihr,
ist bestimmt ein Thema, was schon oft angesprochen wurde, doch es hat sich für mich aus dem Thread "Erwartungen an einen Alkoholiker" ergeben.
Ich frage mich gerade, wie innere Abgrenzung aussieht. Klar, Nein sagen zu lernen, ist eine Sache. Doch was bleibt bei mir nach einem Nein hängen?
Kann ich dann abhaken? Habe ich mich wirklich innerlich abgegrenzt? Oder sage ich Nein, behalte im Hinterkopf, dass ich das Bedürfnis eines anderen Menschen (welches ich nun mal wahrgenommen habe), der Regel mir in der Regel nicht egal ist, nicht erfüllen kann oder will und habe deshalb ein schlechtes Gewissen?
Kann ich gleichzeitig ja zu mir selbst sagen und geh mit gutem Gewissen da raus?
Mir ist aufgefallen, dass ich selbst zwar Nein sagen kann aber eben häufig dieses schlechte Gewissen behalte. Wird die Erwartung oder das Bedürfnis auf der anderen Seite wiederholt, führt das bei mir unter Umständen zum Kontaktabbruch.
Müsste es das aber, wenn ich selbst aufgrund des Neins kein schlechtes Gewissen hätte und das somit vollständig abhaken könnte?
Wie seht Ihr das und wie geht ihr damit um oder war das für Euch noch nie Thema? Läuft das automatisch ab?
Wenn es das nicht immer tat und ihr diese innere Abgrenzung gelernt habt: Wie habt ihr sie gelernt?
Gruß Gela |
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| Gela10 hat zum Thema: innere Abgrenzung geschrieben
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BlueCloud aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2011 Beiträge: 737
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Verfasst am: 04.10.2011, 18:24 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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Hallo Gela,
jetzt besuche ich Dich doch direkt mal in Deinem Thread. Schönes Thema!
Ich nenne es: Bei mir bleiben.
Für mich war es wichtig, erst einmal zu begreifen, dass ich mir etwas wert bin. Also Selbstwert stärken, als ich das konnte, habe ich mir überlegt, wofür ich mir zu schade bin.
Ich bin mir z. B. zu schade für:
- meinen Körper und Geist mit Alkohol zu zerstören
- mich von anderen Menschen ausnutzen zu lassen
- mich von anderen Menschen bevormunden zu lassen
- mich verbiegen zu müssen
Ich bin es mir z. B. wert geworden:
- mir Freunde zu suchen, die mit meiner Einstellung konform gehen
- mir selber Auszeiten und Pausen zu verschaffen
- nicht alles tun zu müssen
- nicht alles können zu müssen
- mir nicht alles reinziehen zu müssen
- nicht mit allen Menschen gut auskommen zu müssen
- mich nicht mehr rechtfertigen zu müssen
Zu Anfang mußte ich mir immer sehr bewußt o. g. Fragen stellen - dann klappte es mit dem "Bei mir bleiben und nach mir schauen" immer besser.
Gruß
BC |
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| BlueCloud hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 04.10.2011, 18:25 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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Hallo,
habs vorhin schon in dem andern Thread geschrieben: Ist für mich auch ein wichtiger Punkt: Abgrenzen ohne schlechtes Gewissen gelingt mir nur sehr schwer.
Zunächst einmal fällts mir schwer, überhaupt zu unterscheiden: Die Erwartungen anderer müssen nicht automatisch gerechtfertigt sein, müssen nicht automatisch für mich zum Gesetz werden.
Die zweite Hürde ist dann, zu entscheiden: Wie wichtig ist es mir, mich da abzugrenzen? Was will ich überhaupt selbst für mich? (Selbst das weiß ich manchmal gar nicht so genau.)
Dritte Hürde: Gegebenenfalls sich trauen, Nein zu sagen.
Vierte Hürde: Beim Nein bleiben, wenn Widerstand kommt.
Fünfte Hürde: Kein schlechtes Gewissen haben.
Ganz schön schwierig.
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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BlueCloud aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2011 Beiträge: 737
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Verfasst am: 05.10.2011, 08:41 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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Hallo Doro,
| Zitat: | | Die Erwartungen anderer müssen nicht automatisch gerechtfertigt sein, müssen nicht automatisch für mich zum Gesetz werden. |
Richtig! Denn was ist eine Erwartung denn eigentlich? Wenn ich eine Erwartung an jemanden habe, dann doch meist, weil ich in irgendeiner Hinsicht will, dass es MIR besser geht - der andere MIR mein Leben erleichtert, in dem er meine Erwartung erfüllt. Evtl. will er mir dann auch noch im gleichen Zuge seine Verantwortung mit aufdrücken. Ist doch auch einfach und nur zu menschlich - jeder versucht es sich doch so einfach wie möglich auf dieser Welt zu machen.
Ich habe mich lange mit der Ursache des Nicht-abgrenzen-können beschäftigt. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass von Kindheit an immer von mir verlangt wurde, über meine Grenzen zu gehen. Ich habe also nie gelernt, überhaupt meine Grenzen zu kennen - das Grenzüberschreiten, das kannte ich. Dementsprechend habe ich mich auch verhalten: grenzenloses Trinken, grenzenloses Arbeiten, grenzenloses Funktionieren. Mit dem Beginn meiner Trockenheit war ich aber gezwungen, Grenzen zu setzen - erst dem Alkohol, dann dem Arbeiten und dann irgendwann auch dem Funktionieren und es kommen immer neue Grenzen dazu, die ich vorher nie als Grenze gesehen habe.
Gruß
BC |
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| BlueCloud hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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Gela10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2011 Beiträge: 330 Alter: 33
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Verfasst am: 05.10.2011, 09:09 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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Hallo ihr zwei,
finde mich in allem, was ihr schreibt, zu 100% wieder.
@Doro: genau den Weg des lernens, den Du aufgezeichnet hast, kenn ich auch. Ich habe gelernt Nein zu sagen und auch dabei zu bleiben. Ich habe auch gelernt, Nein zu sagen, obwohl ich es im ersten Moment nicht begründen kann. Ich bin nun mal ein emotionaler Mensch und deshalb läuft bei mir sehr viel über Bauchgefühl und Intuition und auf die könnte ich mich eigentlich auch verdammt gut verlassen. Wenn ich das von Anfang an gelernt hätte....
(was mich gerade beschäftigt, ist die fünfte Hürde, die Du beschreibst. die hab ich auch noch nicht geknackt...und da setze ich genau bei dem an, was BC beschreibt)
@BC:...stattdessen habe ich gelernt, ständig über meine Grenzen zu gehen und nicht auf mich selbst zu hören, denn mir wurde ja die ganze Zeit vorgemacht, dass mich der Schein trügt. Das alles anders ist, als ich das sehe...Das gehört zum Alkoholismus in Familien dazu. Wie stark ich darauf reagiert habe, das ist glaub ich typabhängig. Wie stark nehme ich Reize wahr, wie stark nehme ich Stimmungen wahr...Nun, die nehme ich sehr stark wahr und ich schätze Euch geht das genauso? Eigentlich eine Begabung, mit der man, wenn man damit umgehen kann, einiges anfangen kann.
Damit umzugehen, das möchte ich jetzt lernen und der erste Schritt dazu ist, jetzt das nachzuholen, was andere als Kinder lernen. Meine Grenzen zu finden. Ich fang bei meinem eigenen Körper an: Wenn mir die Augen weh tun, lass ich den Rechner stehen und mach ne Pause. Wenn ich Durst habe, geh ich nicht drüber weg, sondern greife zum Wasser...Blöde Beispiele aber bei solchen Kleinigkeiten gehts bei mir los. Von irgendwelchen Arztbesuchen reden wir gar nicht erst, aber das wird als nächstes kommen.
Kommt Euch das bekannt vor?
Und dieses die eigenen Grenzen finden und respektieren und sich selbst nicht dafür zu verteufeln, dass sie da sind und man gerade nicht für den anderen da sein kann und seine Erwartungen erfüllen kann...das muss doch irgendwann auch mal dazu führen, dass ich beim nein sagen kein schlechtes Gewissen mehr habe und mir damit selbst den Druck nehmen, oder?
Und was mich jetzt natürlich vor allem interessiert (denn hier gehts ja nicht um Problemaustausch, sondern um Erfahrungsaustausch und das Lösungen suchen und finden ): Wie geht ihr da vor?
Gruß Gela |
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| Gela10 hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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gipfel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.06.2011 Beiträge: 129
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Verfasst am: 05.10.2011, 10:09 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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@Gela,
| Zitat: | | stattdessen habe ich gelernt, ständig über meine Grenzen zu gehen |
Das ist nicht möglich.
Du kannst nicht über Deine Grenzen gehen, weil es dann keine echte Grenze war.
Lediglich andere Menschen können die von Dir gesteckten Grenzen überschreiten, bewußt oder unbewußt
Die Grenze, die ich ziehe, darf mich selbst nicht einengen und andere ausschließen.
Grenzen muß ich für mich stets neu definieren, um mich selbst nicht zu begrenzen.
lg
gipfel |
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| gipfel hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 05.10.2011, 10:37 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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hallo gipfel,
ich bin ja auch co und kenne das gerenzen setzen, grenzen ziehen und gernzüberschreitungen nur zu gut. was mich interessieren würde wäre folgendes:
| Zitat: | Das ist nicht möglich.
Du kannst nicht über Deine Grenzen gehen, weil es dann keine echte Grenze war. |
WAS ist ne echte grenze? wenns ne echte grenze gibt gibts dann auch ne unechte grenze?
bitte erklähr mir das, vielleicht hilft mir das weiter.
gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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Gela10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2011 Beiträge: 330 Alter: 33
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Verfasst am: 05.10.2011, 10:54 Titel: Re: innere Abgrenzung |
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Hallo Gipfel,
| Zitat: |
Du kannst nicht über Deine Grenzen gehen, weil es dann keine echte Grenze war.
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doch kann ich. wenn ich meine eigenen Grenzen gar nicht kenne. Wenn ich nicht weiß, wieviel von etwas mir gut tut und wo es anfängt, mir zu schaden, weil ich nie drauf geguckt hab. Weil ich mit meinen Gedanken und meinem Empfinden immer bei anderen war. Warum tat ich das? Weil das sehr früh von mir gefordert wurde. (Das kann man jetzt als Grenzüberschreitung von aussen bezeichnen, aber ich bleib lieber bei mir. )
Was ist für mich eine Grenze? Ich möchte die Grenze nicht erst dort setzen, wo es mich umbringen würde, wenn ich sie überschreite. Ich möchte die Grenze dort setzen, wo das überschreiten mir selbst nicht mehr gut tut. Vorerst! Ich sagte ja bereits, dass ich jetzt Dinge lernen möchte, die andere als Kinder gelernt haben.
Dass ich generell, um meinen Horizont zu erweitern, auch mal "über meine Grenzen" hinausgehen muss, ja das weiß ich auch. Kenn ich aus dem Sport. Wenn ich mich weiterentwickeln will, dann in dem Moment, wo ich denke, da geht nix mehr, noch einen drauf. Aber das ist dann auf mich persönlich gerichtet. Das bringt mir was.
Wenn ich das für andere tue, bringt mir das nix. Ganz im Gegenteil.
Gruß Gela |
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| Gela10 hat zum Thema: Re: innere Abgrenzung geschrieben
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