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Zweifel an der Alkoholkrankheit

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Leopold79
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 09.09.2011
Beiträge: 106
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 12.10.2011, 16:54    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten!

Karsten hat Folgendes geschrieben:
..Kompromisse eingehen bedeutet ja auch, dass etwas riskantere Situationen, die man eingeht und die dann gutgegangen sind, vielleicht ein Test sind, wie weit man gehen kann und wann man dann die Grenzen überschreitet...

um einen Kompromiss einzugehen, bedarf es ja erst ein mal einen Konflikt.
Ich denke, wenn man es gar nicht erst zu Konfliktsituationen kommen lässt, kann ich auch keine Kompromisse eingehen.
Wichtig Ausrufezeichen ist in meinen Augen dabei, dass ich für mich ganz klar Grenzen abgesteckt habe!

Wenn ich ernsthaft trocken bleiben möchte und daran auch arbeiten will, ist es in meinen Augen selbstredent, dass ich zum Beispiel
*keinen Alkohol zu Hause habe... auch nicht für den lieben Nachbarn, der ab und wann mal rüberkommt...

*ich gehe auch nicht in eine Kneipe... was soll ich da auch Frage die existiert ja nur, damit man dort Alkohol konsumiert.

*Bei dem Thema Alkohol in Lebensmittel sehe ich immer den Vergleich zu Vegetariern und Veganern. Man kann darüber streiten, was man nun isst oder nicht. Wichtig ist doch, dass man sich für eine klare Linie entscheidet und diese auch konsequent umsetzt.

Wenn ich aber bewusst etwas konsumiere, weil Alkohol drin ist...
ich in Kneipen gehe, um dort einen Kaffe zu trinken Geschockt
oder mir das Gift, was mich bei weiterem Konsum elendig verrecken lässt in die Hausbar stelle ...
na dann bin ich doch kein Stück weiter.. ich teste keine Grenzen aus..
ich gehe auch keine Kompromisse ein... ich belüge mich selber..
und damit verhalte ich mich genauso wie ein nasser Alkoholiker..
nein... eigentlich ist man damit ein nasser Alkoholiker...zumindest ist das sehr nasses Gedankengut

Das waren meine Gedanken zu dem Thema..

LG Leo
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Leopold79 hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 12.10.2011, 17:01    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leo,

sehr guter Beitrag.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
s.z.
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.09.2011
Beiträge: 710
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 12.10.2011, 18:45    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hei leo,
Applaus!!!

Greets Zimbo...
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s.z. hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
gipfel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 17.06.2011
Beiträge: 129

BeitragVerfasst am: 12.10.2011, 21:47    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,


damit ist über die "Alkoholkrankheit" so ziemlich alles gesagt.
Meine Erkrankung heißt jedoch nicht "Alkoholkrankheit" sondern SUCHT

Die Tatsache, daß ich vom Alkohol abhängig wurde, ist wohl eher reiner Zufall - es hätte auch jeder andere Stoff und etliche Verhaltensweisen sein sein können.

Ich muß bei allem aufpassen, was mich übermäßig beschäftigt.
Sei es Arbeit, Spiel, Sport, Partnerschaft etc. etc.

Es nützt mir wenig, wenn ich trockener Alkoholiker aber "nasser Spieler" bin.

gipfel
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gipfel hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
uwe.rothaemel
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 26.05.2010
Beiträge: 392
Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 00:30    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo gipfel
Es ist recht unangebracht, das Haus ohne Fundament zu bauen. Erst eine solide Basis, gibt mir die Aussichten auf spätere Erfolge.
Die Ursächlichkeiten meiner Sucht, die Fragen der Schuld, der Umgang mit der Scham und schließlich die Verhaltensweisen, sind für mich nicht in den ersten Monaten Thema gewesen.
Da ich zu Beginn meiner Trockenheit, nicht die geringste Ahnung hatte, wie ich nun mit mir und den bleibenden Konflikten fertig werde, war es wichtig, alles gewesene in Frage zu stellen.
So wie es Leo schreibt! – kompromisslose, enge Grenzen – schafften mir (und das ist keines Wegs Paradox) erst den Freiraum für die abstinente Zukunft.
LG Uwe
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uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
gipfel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 17.06.2011
Beiträge: 129

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 08:35    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Uwe,

die Kapitulation vor dem Suchtstoff Alkohol ist die Vorraussetzung jeder Trockenheit oder Abstinenz.
Das muß ich nicht gesondert erwähnen.

Zitat:
die Fragen der Schuld, der Umgang mit der Scham


Hat mich nie interessiert - auch nicht in den ersten Monaten der Abstinenz.

lg
gipfel
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gipfel hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
wille2011
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 07.06.2011
Beiträge: 469
Alter: 43

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 08:56    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

was mir in den Sinn kam bezogen auf die Zweifel an der Alkoholkrankheit ist, dass diese Zweifel ja in meinen Gedanken entstehen. Zweifel bedeutet -nach meinem Verständnis- die eigene Unentschiedenheit zwischen zwei (oder mehreren) Möglichkeiten.

Wenn ich nicht unentschieden bin, sondern es für mich nur eine richtige Annahme gibt ("Ich bin Alkoholiker") dann handele ich danach. Und im besten Falle handele ich so konsequent, wie Leo es so treffend beschrieben hat.

Ändert sich aber meine Einstellung und beginne ich, dazu zu tendieren, eine andere Annahme zuzulassen (z.B. "Vielleicht bin ich gar kein richtiger Alkoholiker", "vielleicht ist diese Situation nicht gefährlich"), dann ändert sich möglicherweise auch mein Verhalten und ich begebe mich in risikobehaftete Situationen.

Ich meine damit, dass das Handeln ja der Einstellung folgt. Denn in der Regel denke ich ja nach, bevor ich handele (wenn auch oft unbewusst). Ich halte es für mich daher für sehr wichtig, auf meine Einstellung zu achten und es nicht zuzulassen, dass eine andere Annahme in meinem Kopf entsteht als die, dass ich Alkoholiker bin. Und danach richte ich mein Handeln aus.

Liebe Grüße

Dagmar
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wille2011 hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 09:26    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

mir ging oder geht es bei dem Thema um die Frage, ob im nachhinein Zweifel aufkommen, weil kein Rückfall eingetreten ist, wenn man riskante Situationen eingegangen ist, weil man vielleicht ausversehen alkoholhaltige Lebensmitteln zu sich genommen hat oder weil man sich im alkoholgeschwängerten Umfeld aufhalten konnte.

Wenn dann Zweifel aufkommen, kommt man dann vielleicht auf die Idee, die Grenzen noch weiter zu stecken, bis es dann letztendlich zum Rückfall kommen muss.

Im Bereich der Risikominimierung versucht man ja solche Situationen zu vermeiden, wo dann solche Gedanken ja gar nicht erst aufkommen können.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben

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