Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Zweifel an der Alkoholkrankheit - entzug: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Zweifel an der Alkoholkrankheit

Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Sonstiges zu Alkoholsucht und Selbsthilfe im Alkoholiker Forum
wut   •    Was versteht Ihr unter Trockenheitsarbeit?  
Autor Nachricht
wille2011
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.06.2011
Beiträge: 469
Alter: 43

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 09:54    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Karsten,

ja genau ! Mal abgesehen von den versehentlichen Einnahmen von Alkohol begebe ich mich aber doch z.B. bewusst in ein alkoholgeschwängertes Umfeld. Das heißt ich muss doch vorher darüber nachgedacht haben, ob das geht oder nicht. Ich meine, dass in dem Moment, in dem ich das mache oder zulasse ja möglicherweise schon das Stadium des Zweifelns beginnt. Und nicht erst hinterher, wenn ich merke, dass ich es unbeschadet überstanden habe.

Als extrem Beispiel passte für mich die Wies`n: wenn ich mir die Option eingeräumt hätte, da hinzugehen, wäre doch in diesem Moment schon der "Zweifel" in meinem Kopf gewesen.
Wenn natürlich dann noch dazu gekommen wäre, dass nichts passiert ist, könnte dies dazu führen, dass meine Einstellung (nämlich die Einräumung der Handlungsalternative) bestätigt wird - frei nach dem Motto "na, geht doch. Ist ja gar nicht so schlimm." Und aufgrund dieser Bestätigung kann es natürlich passieren, dass ich dies weiterbetreibe und der anderen Option (= Risiko) immer mehr Raum gebe.

Wobei ich natürlich zugestehen muss, dass ich vom Idealfall ausgehe. Nämlich, dass ich wirklich eine bestimmte Situation vorher checken kann und auch bewusst darüber nachdenke. Ich will mir nur klar machen, dass für mich die Risikoeinräumung und damit die Zweifel eigentlich bereits in einem früheren Stadium beginnen. Nicht erst dann, wenn ich Situationen unbeschadet überstanden habe, sondern dann, wenn ich sie mir bewusst zugestehe. Anders ausgedrückt: wenn ich mich in Risikosituationen begebe, zweifle ich bereits an der Ernsthaftigkeit und/oder Gefahr der Krankheit und nicht erst nachdem die Situation vorbei ist.

Wahrscheinlich liegt es bei mir daran, dass meine Entscheidung trocken zu werden, weniger von äußeren Enflüssen getragen war und es mir daher sehr darauf ankommt mir zu vergegenwärtigen, dass mein Trockenwerden im höchstem Maße von meiner Einstellung getragen wird.

Liebe Grüße

Dagmar
Nach oben
wille2011 hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
uwe.rothaemel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 26.05.2010
Beiträge: 392
Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 11:55    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dagmar, hallo Karsten
Ich glaube es ist schon die vorhergefasste Meinung, die dafür verantwortlich ist, ob nach einem Grenzfall Zweifel aufkommen oder eben nicht. Ich könnte wohl kaum jeden Tag an meinen Arbeitsplatz im Hotel, wenn ich mit dem Bewusstsein zum Gast gehe: „Wenn jetzt Alkohol bestellt wird, bin ich wieder in einer Gefahrensituation.“ – Das wäre emotional nicht zu schultern.
Ich habe im Sommer 2008, nachdem ich sehr genau überprüft habe: „Will ich meinen Beruf ausüben und warum?“, mich bewusst dieser Grenze gestellt. Aber eben auch mit der Gewissheit: „Ich bin Alkoholiker.“ Es sind seit dem weder Zweifel an meiner Tätigkeit noch an meiner Sucht entstanden.
Möglich, dass der offene Umgang, den ich mit meiner Sucht pflege, ein weiterer Sicherheitsfaktor bei der Geschichte ist. Grenzen zu erweitern (nicht aufweichen), sind auch ein Stück Freiheit, die ich mir erobern kann – immer mit der Intention, dass Alkoholkonsum keine Option darstellt.
Eine Empfehlung für Alkoholiker, die ihre ersten Schritte in die Abstinenz gehen, ist das nicht. Da ist es sinnvoll, die Prioritäten und die Energie, in die Stabilisierung der persönlichen Position zum Alkohol, zu legen.
LG - Uwe
Nach oben
uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 12:04    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Uwe,

ich sag mal so.
Du hast du für deinen Beruf entschieden.
Jeder kann und sollte sich auch entscheiden, was er oder sie macht.

Ich kann ja nur von mir sprechen und mein Weg ist der Weg der Risikovermeidung.

Ich hatte zwar einen anderen Grund, aber ich habe mit 40 Jahren auch noch mal eine Berufsausbildung gemacht.

Ich finde es aber gut, dass du die letzten zwei Sätze dazugeschrieben hast.

Viele suchen halt nach solchen Ausnahmewegen und wollen die dann nacheifern, weil es auf den ersten Blick der leichtere Weg zu sein scheint.

Gruß
Karsten
Nach oben
Karsten hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
klabund
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 18.08.2011
Beiträge: 694
Alter: 36
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 13:31    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

das:
Zitat:
wenn ich mich in Risikosituationen begebe, zweifle ich bereits an der Ernsthaftigkeit und/oder Gefahr der Krankheit und nicht erst nachdem die Situation vorbei ist.

seh ich genauso. Denn dann nehme ich ja eine individuelle Bewertung des Risikos vor. Ich kann für mich nur sagen, dass ich da meinem Urteil einfach nicht trauen würde. Woher auch, ich habe ja keine eigene Erfahrung abstinent zu sein. Ich habe nur Erfahrungen, die mich immer wieder zum Trinken gebracht haben.

Diese Risikovermeidung ist neu für mich, ich lerne noch. Mir helfen Erfahrungen aus anderen Bereichen des Lebens bei dem Weg, zu begreifen, dass Freiheit auch immer Entscheidungen braucht. Es ist paradox- aber letztlich machen Grenzen, die ich bejahen kann, frei, denn ich muß nicht jedesmal neu entscheiden und abwägen. Für dieses Entscheiden und Abwägen muß ich immer hellwach und klar im Kopf sein und da wäre die Gefahr sehr groß, dass ich mir etwas vormache.

Durch meine Geschichte sehe ich bei mir die größte Gefahr darin, meine Krankheit nicht ernst zu nehmen oder daran zu zweifeln. Die Grenzen, mit denen ich jetzt leben lerne, sind wichtig für mich, das immer wach zu halten.

Diese Gedanken sind bei mir momentan Stand der Dinge. Beweisen müssen sie sich immer wieder durch mein Handlen.

LG,

Mark
Nach oben
klabund hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
Penta
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2010
Beiträge: 3106
Alter: 41

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 18:14    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

ich hab hier oft gelesen, dass bestimmte Situationen im Rahmen der Risikominimierung "am Anfang" gemieden werden sollten. Damals kam sogar die Zeitspanne 12 Monate ins Spiel. Ich fragte schon vor ner Weile, was denn den Unterschied zwischen dem 12. und dem 13. Monat so ausmacht.
Inzwischen weiß ich, dass die Frist eine Richtung ist und natürlich für jeden anders sein kann. Allerdings macht mich etwas stutzig, dass ich hier eher selten davon lese, dass gerade dieses Risiko länger gemieden wird.
Eher lese ich hier von "Abweichungen" schon ziemlich am Anfang.
Mein Risiko kann ich nur allein einschätzen und mein Risiko ist etwas ganz Individuelles.
Es unterliegt nur meiner heutigen Bewertung, ob und in welchem Maße ich mich einem Risiko aussetze.
Für mich ist klar, dass ich die Risikominimierung, die die Grundbausteine vorgeben, für mich an keine Frist binde. Damit würde ich für mich davon ausgehen, dass ich ab Vollendendung des ersten Jahres fast stabil wäre.
Bisher bin ich mit meiner Risikominimierung noch genau auf dem Stand wie zu Beginn meiner Abstinenz.
Wenn es da etwas zu "verschärfen" gäbe, würde ich es sofort tun, wenn ich mich in einer Krise oder einer besonderen Situation befände, die meine Stabilität, die ohnehin nicht allzu gefestigt ist, gefährden würde.
Ich bin immer noch genauso Alkoholikerin wie am Anfang oder vor meiner Abstinenz. Nur mein Trinkverhalten ist heute anders.

Gruß Penta
Nach oben
Penta hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 18:30    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Penta,

ich lese viel über Risikominierung über Jahre hinweg. Viele Mitglieder, die über Jahre hier schon schreiben, leben nach der Risikominimierung auch nach vielen Jahren der TRockenheit.

Das ist mehr oder weniger auch der Sinn der ca. 12 Monatsgrenze.
Das bedeutet ja nicht, dass man nach den 12 Monaten sich dem Risiko aussetzen sollte, sondern dass man gedanklich sich einen Weg angewöhnt hat, solche Risiken gar nicht mehr eingehen zu wollen.
Am Anfang versteht man vielleicht den Sinn nicht und sollte einfach bewußt solche Risiken meiden.
Nachher macht man es einfach, weil sich das eigene Leben an ein alkoholreies Leben ausrichtet.

Bei manchen dauert es länger, aber am Anfang ist es aus meiner Sicht einfach, die Chance nicht zu nehmen und bewußt keine Risiken einzugehen.

Es geht also absolut nicht darum, dass man im 13 Monat in einer Kneipe weniger gefährdet ist.

Gruß
Karsten
Nach oben
Karsten hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
Penta
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2010
Beiträge: 3106
Alter: 41

BeitragVerfasst am: 13.10.2011, 18:39    Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

ja stimmt. Verlegen Mir fielen nun auch einige von hier ein, bei denen ich las, dass sie für sich auch nach Jahren noch an der Riskominimierung festhalten.

Gruß Penta
Nach oben
Penta hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Sonstiges zu Alkoholsucht und Selbsthilfe im Alkoholiker Forum Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Seite 3 von 3


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Die Alkoholkrankheit meiner Mutter - ... Erwachsene Kinder von Alkoholikern
Keine neuen Beiträge Altenpflege bei Alkoholkrankheit Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern
Keine neuen Beiträge Diese Zweifel... ich will gehen Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern
Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten. Trennung Zweifel Trauer Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkoholkonsum - Jugend
Alkoholkonsum - Jugend
Kurzzeittherapie
Kurzzeittherapie
Alkohol
Alkohol
Nichtraucher werden
Nichtraucher werden
Umgang mit Abhängigen
Umgang mit Abhängigen


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de