| wut • Was versteht Ihr unter Trockenheitsarbeit? |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 04.10.2011, 06:31 Titel: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Guten Morgen,
auch wenn hier im Forum alle ein alkoholfreies Leben führen, möchte ich mal ein Thema aufgreifen, was sicherlich auch in einigen Köpfen vorhanden ist.
Zweifel an der Alkoholkrankheit können ja verschiedene Ursachen haben.
Wir versuchen ja hier den Weg der Risikominimierung zu vermitteln, dessen Notwendigkeit ja auch manchmal bezweifelt wird.
Aus meiner Erfahrung ist es aber sehr wichtig, dessen bewusst zu sein. Kompromisse eingehen bedeutet ja auch, dass etwas riskantere Situationen, die man eingeht und die dann gutgegangen sind, vielleicht ein Test sind, wie weit man gehen kann und wann man dann die Grenzen überschreitet.
Gerade wenn riskante Situationen oder der Konsum von leicht alkoholhaltigen Lebensmitteln, nicht sofort zum Rückfall geführt haben, können Zweifel an der eigenen Alkoholkrankheit aufkommen. Das kann wiederum dazu führen, dass man sich die eigenen Grenzen noch weiter steckt.
Das nur mal so zum nachdenken und natürlich auch zum diskutieren.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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kossi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.01.2010 Beiträge: 325 Alter: 48 Wohnort: südlich von münchen
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Verfasst am: 04.10.2011, 09:21 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hallo,
in meiner Entwöhnungsbehandlung habe ich gelernt, nie sicher zu sein, dass ich nicht rückfällig werden kann.
Mir hilft es eine reale Shg. regelmäßig zu besuchen oder zu leiten. Auch die Gruppen im Krankenhaus zu leiten hilft mir sehr an die gefahren erinnert zu werden.
Dieses Forum ist mir auch wichtig, denn hier kann ich sehr viel lernen, dass mir im Alltag hilft.
Ich vermeide Lebensmittel mit Alkohol, ist auch nicht schwierig. Ich weiss in welche Supermärkte ich gehen kann, ohne das ich gleich beim Regal mit Alkohol vorbeilaufe. Vielleicht etwas übertrieben, aber warum nicht? Ich vermeide Tankstellen, wo ich weiss das an der kasse der Schnaps steht. Ich werde meine Nüchternheit nicht aufs Spiel setzen nur um auszutesten wie weit ich gehen kann.
Wenn es mir nicht gut geht und ich Saufdruck habe, gehe ich dem Alk. ganz aus den Weg.
Am Anfang meiner Abstinenz habe ich gedacht, ein Leben ohne Alkohol, wie soll das gehen? Jetzt weiss ich , es gibt genug Lebensmittel ohne Alkohol, wenn der Wille das ist, kann ich ohne Alkohol leben.
LG Wolfgang |
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| kossi hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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uwe.rothaemel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.05.2010 Beiträge: 392 Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz
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Verfasst am: 04.10.2011, 09:23 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hallo Karsten
Zweifel?
Ich erlebe mich ab und an ganz intensiv als Suchtkranken Menschen. Und in diesen Situationen spielt Alkohol überhaupt keine Rolle (mehr). Es mögen für Menschen ohne Abhängigkeiten einfach natürliche, harmlose und ungefährliche Denkweisen und Launen sein, für mich zeigen mir diese Verhaltensweisen dann immer sehr deutlich, wie vernetzt – wie „eingebrannt“ – die Handlungsweisen aus dem „alter Ego“ in mir sind.
Bei mir häng es mit „treiben lassen“, Inaktivität zusammen. Ich bin dann lethargisch, faul und Langweile macht sich breit die nach geraumer Zeit in eine Niedergeschlagenheit mündet, ab da ich erst gegensteuern kann (vorher fehlt mir noch die nötige Aufmerksamkeit). Nach außen werde ich in diesen Zustand fahrig, unkonzentriert, ungeduldig und weil ich mich so selbst nicht leiden kann, auch ungerecht zu meinem Umfeld.
Es ist schon vorgekommen, dass ich mich in solchen Situationen dann in anderen Dingen verloren habe – Produktivität als Ausgleich (zu viel Arbeit, zu viel „die Anderen“, mehr von Irgendwas - Hauptsache nicht zu mir). Und das dann bis zur Erschöpfung.
Zweifel an meiner Abstinenz hatte ich dabei keine. Es war aber eher ein eben „nicht Alkohol trinken“ mit Zweifel an der Sinnhaftigkeit fürs Dasein.
Diese Geschichten haben mir gezeigt, dass ich ein großes Suchtpotential in mir trage und Alkoholkrank nur ein Symptom für meine Neurose darstellt. (Wenn ich nicht in einem Hotel arbeiten würde, sondern im Krankenhaus, wäre es statt Alkohol möglicherweise Tabletten gewesen, um mein Leben früher „erträglicher“ zu gestalten. In einer anderen Lebenswelt illegale Drogen, etc. – eine Frage der Erreichbarkeit.)
Ich stoße also immer wieder an persönliche Grenzen, die ich auch suche. Da ich mir über die eigenen Ursächlichkeiten meiner Sucht zu großen Teilen bewusst bin und auch die Zeichen bei Grenznähe nunmehr kenne, ist ein Stück Freiheit entstanden.
Suchtmittel, ob nun stoffliche oder verhaltensgesteuerte, nehmen mir diese Freiheit wieder, da sie mein Leben einschränken.
Ich will mich meiner Freiheit aber nicht mehr berauben. So entsteht auch kein Zweifeln an der Sucht.
Gruß Uwe |
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| uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 04.10.2011, 09:28 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hallo Wolfgang,
ich wollte eigentlich auf die Gefahr hinaus, die Betroffenen an iher Alkoholkrankheit zweifeln lassen, weil sie Kompromisse eingehen.
Solche Kompromisse sind ja zum Beispiel, nicht auf die Inhaltsstoffe von Lebensmittel zu achten, bewusst oder unbewusst.
In beiden Fällen, wenn dann nicht gleich ein Rückfall erfolgt, können ja Zweifel aufkommen, wo die Grenzen dann vielleicht weiter hinausgeschoben werden.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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s.z. aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2011 Beiträge: 710 Alter: 31
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Verfasst am: 04.10.2011, 10:20 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hi!
Ich denkedie Alarmglocken sollten schrillen sobald ich mich dabei ertappe irgendwelche Kompromisse einzugehen, konsequente Risikominimierung ist Grundvoraussetzung um trocken zu bleiben...
Jeder Kompromiss der gut geht wird im Hirn als Erfolg bewertet, wenn auf alk. verzichtet wird, somit biete ich dem Suchtgedächniß angriffsfläche, führt im Endeffekt zu Zweifeln an der alk. Krankheit....
Aus diesem Grund ist es ja das a und o ständig im Kontakt zu sich selber zu stehen, die Alarmglocken zu kennen u zu wissen wie zu handeln ist (Notfallkoffer), SELBSTBEOBACHTUNG ist das Stichwort...
Greets zimbo.... |
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| s.z. hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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klabund aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.08.2011 Beiträge: 694 Alter: 36 Wohnort: Kiel
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Verfasst am: 05.10.2011, 11:25 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hallo Karsten,
Danke für diesen Gedankenanstoß. Da ich am Anfang steh und ständig abwäge, was ich machen kann und wo Risiken für mich liegen, ist der Gedanke, dass das Aufweichen von selbstgesteckten Grenzen mir auch suggerieren könnte, naja, siehst du, ist ja doch nicht so schlimm, für mich sehr hilfreich.
Ich würde es interessant finden, wenn andere über ihre Erfahrungen berichten würden, wie sie das sehen, bzw. ihre Risikominimierung leben und ob sie es geschafft haben, sich damit sozusagen auszusöhnen. Mir fehlen manchmal die konkreten Lebens-Beispiele, theoretisieren hilft mir nicht weiter.
LG,
Mark |
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| klabund hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 05.10.2011, 11:52 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hallo Mark,
ich habe ja früher einige Beispiele in meinen Tagebuch darüber geschrieben.
Für mich ist das alkoholfreie Umfeld eines der wichtigsten Dinge der Minimierung von Risiken.
Gepart mit der Offenheit, denn nichttrinkende Menschen können meist auch akzeptieren, dass ich nicht trinke, gibt mir das alkoholfreie Umfeld zusätzlichen Schutz.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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klabund aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.08.2011 Beiträge: 694 Alter: 36 Wohnort: Kiel
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Verfasst am: 05.10.2011, 12:02 Titel: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit |
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Hallo Karsten,
hast Recht, die TB sind ja voll mit diesen konkreten Beispielen. Ich les ja ne Menge, aber bei Dir hab ich noch nicht reingeschaut. Werd ich mal machen.
LG,
Mark |
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| klabund hat zum Thema: Re: Zweifel an der Alkoholkrankheit geschrieben
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