Mia neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2011 Beiträge: 52 Alter: 31
|
Verfasst am: 24.09.2011, 14:51 Titel: Gute Miene machen... |
|
|
Hallo ihr Lieben
Wo soll ich bloss anfangen? Durch die momentanen Lebensumstände bin ich im Moment sehr nah am Geschehen. Das heisst ich sehe dem täglichen Schaupiel in einem Alkoholikerhaushalt wieder zu. Dem täglichen Alkoholkonsum meines Vaters, der Bier, Wein und Schnaps konsumiert als wäre es Milch. Und der Co-Abhängigen Mutter, die einfach nur mitmacht. Auch wenn ich weiss, dass ich wohl hoffentlich sehr bald mehr Abstand haben werde, halte es fast nicht mehr aus. Wie selbstverständlich bin ich wieder in dieses Netz hereingewoben worden. Fungiere als Partnerersatz, als Heldin, die für Ordnung und Harmonie sorgt. Es ist ehrlich gesagt, schon sehr interessant, dass man so schnell wieder in diesem Netz gefangen ist. Ich habe mich schon einmal daraus befreit und werde es bestimmt auch dieses mal wieder schaffen. Damals hätte ich aber nie und nimmer gedacht, dass es mich nochmals so deftig erwischt. Vielleicht hab ich diese Situation nochmals herbeigerufen um ein paar Sachen anders zu gestalten. Die momentane Situation nimmt mir die Luft zum Atmen. Ich fühle mich extrem in die Ecke gedrängt. Das war früher nicht anders, aber damals habe ich das nicht so bewusst wahrgenommen, oder vermutlich besser verdrängen können.
Ich bin mir bewusst, dass ich einfach gehen muss, wenn ich nicht mit anschauen kann, wie der Alkohol meine Eltern (weiterhin) kaputt macht. Das was mich zurzeit so sehr belastet ist, dass für meinen Vater alles tiptop in Ordnung ist. Er hat kein Problem, bei ihm läuft alles wie am Schnürchen. DAS Problem, DAS Thema wird von seiner Seite so sehr verdrängt, dass er es gar nicht sehen kann. Er sieht nicht, was er mit seiner Sucht anstellt. Und eine ganz starke Seite in mir, möchte ihn einfach mal vor all diese Tatsachen stellen. Ich habe immer funktioniert in diesem System. Das kann ich nicht mehr. Wäre es denn nicht einfach nur fair, wenn er mal einsehen würde, dass er krank ist und sein Problem auch mich belastet? Eine leise Stimme mahnt mich aber auch vor den Konsequenzen, was sein wird, wenn ich ihm mal eine Szene machen würde. Er ist so blind. Und übernett. Das ist nicht mehr er, sondern der Alkohol, der mich grüsst. Überfreundlich. Ich bin so traurig. Er hat mich nie richtig gesehen. Er sieht mich auch jetzt nicht.
Ich hab einfach keine Energie mehr, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Auch was meine Verwandtschaft betrifft, die bei Familienfesten alle gemeinsam fleissig mit viel Flüssigem feiert, während ich mir im falschen Film vorkomme. Ich mag nicht mehr mitspielen, in diesem Theater. Ich habe meine Rolle satt, denn mein eigenes Leben kommt viel zu kurz. Ich bin einfach nur so wütend. Ich würde mir nur wünschen, dass mich mein Vater mal richtig sieht. Und das alle Beteiligten mal der Wahrheit wahrhaftig in die Augen schauen würden.
Das musste jetzt einfach mal raus. Danke.
Habt einen schönen Nachmittag.
Liebe Grüsse
Mia |
|