| "Ich bin frei" -Mein Weg aus der Sucht- • 40. Tage ohne Alkohol |
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Frank71 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.09.2011 Beiträge: 24
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Verfasst am: 24.09.2011, 10:43 Titel: Leere |
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Inzwischen sind um die drei Wochen ohne Alk vergangen. Nachdem die erste Zeit relativ einfach war, merke ich jetzt immer mehr die Gefahr ungeplanter Freizeit.
Das Wochenende ist angekommen und ich weiss nicht so recht was zu tun. Heute steht wenigstens noch eine Einkaufstour und eine kleine Wanderung mit meiner Frau an. Aber die Abende sind immer seltsam, so nüchtern. Dinge die vorher Spaß gemacht haben, beispielsweise mal ein Computerspiel spielen, machen jetzt weniger Spaß.
Nun ich denke der Spaß resultierte einfach aus einer besseren Verdrängung dank Alk. Ich komme mir schon etwas seltsam vor mit über 40 Jahren noch zu zocken. Aber was ist die Alternative? Fernseh schauen? Nein Danke! Beim Spielen ist wenigstens der Geist beschäftigt.
Obwohl ich genug zu tun hätte ist immer aktiv sein auch schlecht möglich. Hätte auch etwas von den Problemen davonrennen. Ich weiss das aus einer ziemlich aktiven Phase meines Lebens, um die 20 hatte ich immer was zu tun und habe viel Trainiert, hervorragende Schulnoten, dann vielversprechendes Studium. Früh mit der (damaligen) Freundin zusammengezogen. Immer aktiv, immer vorbildlich.
Von außen betrachtet führte ich ein tolles, erfolgreiches Leben welches jede Schwiegermutter glücklich gemacht hätte! Drogen waren zu der Zeit auch (noch) kein Thema.
Nun mag es überraschen das diese Zeit zu den beschissensten Jahren meines Lebens gehört hat! Niemals wieder habe ich mich innerlich so leer gefühlt.
Dann ging es mit Kiffen los, Jahre später musste ich auf Alk 'ausweichen'
So. Nun sitze ich seit paar Wochen wieder hier. Keine Drogen, regelmäßige Arbeit, sportliche Aktivitäten werden wieder aufgenommen.
Und die Leere kommt wieder.
Kommt das jemandem bekannt vor? |
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| Frank71 hat zum Thema: Leere geschrieben
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Frank71 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.09.2011 Beiträge: 24
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Verfasst am: 24.09.2011, 10:45 Titel: Re: Leere |
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Ich habe wohl versehentlich auf 'neues Thema' geklickt anstatt auf 'Antwort erstellen' sorry dafür!
Kann vielleicht jemand den vorigen Post an meinen Thread 'Notbremse gezogen' anhängen?
Danke! |
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| Frank71 hat zum Thema: Re: Leere geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 24.09.2011, 10:55 Titel: Re: Leere |
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Hallo Frank,
ich finde das Thema sollte ruhig alleine stehenbleiben.
Es bringt ja nichts, alles immer in einem Thema abzuarbeiten, wodurch der Titel dann ja keinen Bezug mehr hat, wenn sich das Thema innerhalb eines Threads ständig ändert.
Zum Thema.
Wenn man mit dem Alkohol aufhört, ensteht ein Zeitgewinn, der sinnvoll genutzt werden muss.
Langeweile ist ein sehr hohes Risiko.
Wenn man sich noch kein neues Umfeld aufbauen konnte, was ja in den ersten Monaten und Jahren normal ist, sollte man vielleicht die gebotenen Möglichkeiten nutzen.
Ich kann ja nur von dem Angebot reden, was hier angeboten wird.
Hier gibt es ja die Möglichkeit, sich ständig mit Gleichgesinnten auszutauschen oder auch im Chat zu "quatschen".
Um in der realen Welt zu bleiben, kann ich aus Berlin sagen ( war jedenfalls damals vor ca. 10 Jahren so ), dass es auch Freizeitaktivitäten gab, die von verschiedenen Selbsthilfegruppen angeboten wurden.
In Berlin Britz zum Beispiel wurde jeden Sonntag so eine Art Brunch verantstaltet, wo es auch Gesellschaftsspiele und Sprtmöglichkeiten gab.
Sinnvoll nutzen ist wichtig, damit man eben nicht wieder an die gewohnten Möglichkeiten denkt und vielleicht alte trinkende Bekannte aufsucht, damit man nicht alleine ist.
Gruß
Karsten
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| Karsten hat zum Thema: Re: Leere geschrieben
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Frank71 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.09.2011 Beiträge: 24
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Verfasst am: 24.09.2011, 11:12 Titel: Liquiditäten |
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Hallo Karsten,
ok dann lassen wir das hier als eigenen Thread stehen. Es könnte sich ohnehin zu einem größeren Thema entwickeln.
Also ich habe schon viele Dinge auf meiner Liste mit denen ich mich den ganzen Tag beschäftigen könnte. Viele davon haben auch mit anderen Menschen und keinem Alkohol zu tun.
Mein Problem hiermit ist das ich mich nicht, wie vor 20 Jahren, wieder in ein Hamsterrad begeben möchte. Von Aktivität zu Aktivität hechelnd, nur um mich von trinken abzulenken.
Das hätte für mich etwas von 'inversem Alkoholismus', keine Ahnung ob es diesen Begriff schon gibt. Damit meine ich jemanden der sich die ganze Zeit damit beschäftigt etwas zu tun um nicht ans trinken zu denken. Also ist man wieder die ganze Zeit mit Alkohol beschäftigt - diesmal nicht mit dem trinken und dem Umgang mit den Nebenwirkungen selber - sondern damit sich mit dem 'nicht trinken' zu beschäftigen. Also dem Alkohol wieder einen großen Platz im Leben einzuräumen.
Meine Hoffnung auf ein Ziel ist es einen Zustand, ein Leben zu erreichen in dem Alkohol einfach egal ist. So wie mir beispielsweise Heroin egal ist, das habe ich glücklicherweise nie probiert.
Letztendlich ist es nur eine Flüssigkeit. Ich möchte nicht das mein Leben um die anwesenheit oder eben abwesenheit einer Flüssigkeit kreist. |
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| Frank71 hat zum Thema: Liquiditäten geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 24.09.2011, 11:18 Titel: Re: Leere |
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Hallo Frank,
das wird auch kommen.
Es dauert eben nur seine Zeit.
Viele glauben, ein Jahr nicht zu trinken und dann ist alles schön und Sonnenschein.
Wenn ich von mir ausgehe, war mein Leben damals zu 99% auf den Alkohol ausgerichtet.
Aufgewacht=wo ist die Flasche?
Sich eine geistige und Distanz zum Alkohol aufzubauen, dauert Jahre, denn das Leben muss neu erlernt werden.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Leere geschrieben
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uwe.rothaemel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.05.2010 Beiträge: 392 Wohnort: Lauf a.d. Pegnitz
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Verfasst am: 24.09.2011, 12:40 Titel: Re: Leere |
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Hallo Frank
Deine Angst ist nicht ganz unbegründet, doch sehe ich aus eigener Erfahrung, die Gefahr erst weit später. Alles was ich tue, anstatt Alkohol zu trinken, ist zu Beginn erst einmal richtig. Sich dabei genau Gedanken zu machen, aus welchen Motiven ich handle, verringert die Gefahr, einer neuen Konditionierung oder wie du schreibst einer „umgekehrten Alkoholsucht“.
Ich habe mich zu Anfang meiner Abstinenz gezielt auf das konzentriert, was mir in der Jugend und als Kind viel Spaß und Erfüllung gegeben hat. Ich zeichnete gern und las sehr viel. Das mache ich auch heute wieder mit derselben Intensität. Ich habe auch andere Dinge probiert – mehr Sport, mehr Arbeit, mehr Selbsthilfe, mehr irgendwas… - da entstanden dann „Löcher“ oder Leere, wenn die Aufgaben beendet waren.
Ich denke, wo ich aufgehört habe, meine Freizeit zu organisieren, um etwas zu tun - des Tuns willen, ist erst etwas wie Ruhe entstanden. Keine Leere, sondern Pausen die ich brauche. Wird die Ruhe lästig, versuche ich mich an dem Thema Spontanität. So wird das vermutlich noch eine geraume Zeit weitergehen – und sich irgendwann einpendeln. Alkohol ist nicht mehr der Indikator für die Suche nach Balance, sondern das Erreichen einer möglichen, gelassenen Lebensqualität. Ungeduld und Eitelkeit sind dabei meine Lieblingsstolpersteine. Da ich sie kenne und weiß wo sie liegen, ist es in der Rückschau meines Weges nunmehr ganz drollig, wenn ich ihnen nicht aus dem Weg gegangen bin.
Der Alkoholiker und seine Verhaltensweise bleibt Teil meiner Persönlichkeit – sein prozentueller Anteil verringert sich jedoch stetig durch die Auseinandersetzung.
Schönes Wochenende -Uwe |
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klabund aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.08.2011 Beiträge: 694 Alter: 36 Wohnort: Kiel
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Verfasst am: 24.09.2011, 12:42 Titel: Re: Leere |
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Hallo Frank,
ich kenne diese Frage der "leeren" Freizeit auch. Ich habe eine Liste mit Vorhaben und Sachen, die ich gerne erledigen möchte, die ich aber während meiner Trinkzeiten nie angehen konnte. Das füllt schon mal ne Menge Zeit und wenn ich etwas davon angehe- Papiere z.B. macht mich das im Nachhinein auch zufrieden. Für mich ist aber wichtig, dass diese Liste kein Muss darstellt, sondern quasi ein Angebot an mich selber. Sonst würde ich mich wieder unter Druck setzen und an alte Vermeidungsstrategien, sprich Alk, denken.
Dann hab ich mir einfach mal aufgeschrieben, was ich schon immer mal machen wollte. Da stehen dann ganz verrückte Sachen- Italienisch lernen, Gedichte auswendig lernen, an einem Sonntagnachmittag ins Museum, alles was mir so in den Sinn gekommen ist und was ich schön finden würde. Da hat ja bestimmt jeder so seine kleinen Träume. Auch diese Liste ist ein Angebot an mich, sozusagen ein Pool, aus dem ich wählen kann. Ich finde es schon legitim, sich Aktivitäten zu suchen, um den Gedanken an Alkohol zu meiden und habe die Hoffnung, dass diese neuen Aktivitäten irgendwann mal ganz normal für mich sind, ich mich in ein Leben ohne Alk quasi hineinlebe.
Als es mir letztes Wochenende nicht gut ging (Leere, Selbstmitleid), ich in altes Fahrwasser kam, hab ich fast zwei Tage am Stück hier im Forum zugebracht und gelesen. Für mich ist es beruhigend, diesen Anlaufpunkt hier zu haben, da solche Momente ja immer kommen können. Hier gibt es ja einen großen Schatz an Erfahrungen und soviel zu lesen, dass man Tage damit zubrinen kann.
Ich wünsch Dir ein schönes, ausgefülltes Wochenende,
Mark
Mark |
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| klabund hat zum Thema: Re: Leere geschrieben
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K.U.D.68 Gast
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Verfasst am: 24.09.2011, 19:58 Titel: Re: Leere |
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Hallo Frank
das Gefühl der Leere kennt wohl jeder Süchtige.Vorher hat das Suchtmittel diesen Zustand ausgefüllt.Da gibt es bloß die Möglichkeit aus eigener Kraft dafür etwas zu tun und mit Hilfe professioneller Therapeuten Strategien zu entwickeln,um diesen Zuständen entgegenzuwirken.Angebote gibt es zur genüge.
Das Forum hast du ja schon entdeckt für dich.
Gruß Kay |
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| K.U.D.68 hat zum Thema: Re: Leere geschrieben
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