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Altenpflege bei Alkoholkrankheit

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uwe.rothaemel
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BeitragVerfasst am: 22.09.2011, 16:34    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten
Sucht im Alter ist in weiten Bereichen ein Tabu-Thema. Die oft zitierte Alterspyramide in unserer Gesellschaft wird dieses Thema aber immer häufiger in den Fokus der Betrachtung rücken. Nicht nur in Alten- und Pflegeheimen, sondern auch in der Selbsthilfe ist ein gesonderter Umgang mit der Thematik erforderlich.
In Seniorenheimen werden von der DHS (Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen) Seminare und Fortbildungen angeboten, die dem Personal einen angemessenen Umgang mit solchen Klientel ermöglichen sollen. Dazu müssen die Einrichtungen aber erst einmal bereit sein zuzugeben, dass ein solches Problem besteht. Betreute Wohngemeinschaften, die schon im Profil die Suchtkrankheit ihrer Einwohner im Blick haben, haben wohl noch die besten Voraussetzungen, um auf die Notwendigkeiten der Alten Menschen mit Alkoholhintergrund einzugehen.
Wer also Alkoholkranke Angehörige hat (Trocken oder Nass), kann also gezielt danach fragen, ob in den Institutionen auf die Bedürfnisse der Familienmitglieder eingegangen werden kann.
Selbstverständlich ist es leider nicht.
Gruß Uwe
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uwe.rothaemel hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 22.09.2011, 17:29    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo zusammen,

Zitat:
Wer also Alkoholkranke Angehörige hat (Trocken oder Nass), kann also gezielt danach fragen, ob in den Institutionen auf die Bedürfnisse der Familienmitglieder eingegangen werden kann.


auch mir ist bekannt das es solche einrichtungen gibt. allerdings noch viel zu wenige, weil diese thematik sehr neu ist und daher noch wenig lobby hat. das kann sich ändern, wenn angehörige eben auf dieses speziellle hinweisen. wer schweigt, auch hier, der erreicht nichts. die heime reagieren weniger auf die mitarbeiter , mehr auf die angehörigen und deren bedürfnisse. die haben die möglichkeit was zu verändern, denn schlussendlich sind angehörige ja diejenigen die dafür zahlen.(geld ist macht)

bei uns gibt es demnach inzwischen anläufe für geistig behinderte menschen mit demenz und alsheimer, weil diese menschen spezielle vorraussetzungen brauchen. in altenheimen sind sie nicht genug betreut durch ihre behinderung also dort nicht genügend versorgt. also wird da inzwischen umgedacht. das nur als beispiel dafür, das es möglich ist was zu bewegen, wenn alle an einem strang ziehen und miteinander reden.

gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Spedi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 1089

BeitragVerfasst am: 22.09.2011, 18:04    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Karsten,

ich habe im Rahmen der damaligen Suchtkrankenhelferausbildung kurzzeitig Hilfsdienste in einem privaten Pflegeheim in Oberbayern verrichtet, in dem ausschließlich nasse "alte" (+65 Jahre) Alkoholiker untergebracht gewesen sind.
Teilweise sind auch Korsakow-Patienten darunter gewesen.
Das Heim ist mit maximal 20 Patienten zu belegen gewesen.
Eine Entwöhnung und anschließende Stabilisierung der Patienten war gar nicht vorgesehen, da laut ärztlichen Aussagen kein Wunsch seitens der Patienten bestand.
Somit war der Aufenthalt der Patienten dort als ein Rückzugsort zu sehen, in dem sie ohne den Druck der Beschaffung ihrer Sucht in einem ärztlich kontrollierten Rahmen nachgehen konnten.
Die Patienten, die ich dort erlebt habe, hatten alle für sich mir dem Leben "draussen" abgeschlossen und wollten nach eigener Aussage nur "in Ruhe trinken" können.

Ich fand es abschreckend, aber habe damals erlebt, dass es einfach auch für Menschen, die nicht mehr von der Sucht lassen wollen, einen Platz geben muss, an dem sie in Würde leben und sterben dürfen.


Ist es das, was Du meinst?

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32810
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 22.09.2011, 18:19    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

danke für die zahlreichen Antworten.
Mir ging es eher um die Frage, ob es speziell für ältere Menschen Altenheime gibt, wo es natürlich auch eine Alkoholfreiheit gibt.

Das ist wohl nicht der Fall.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 22.09.2011, 19:01    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

lieber karsten

mir deckt sich das mit dem was ich gelernt habe. denn keinem menschen ist es verboten, (wenn er nicht etwa entmündigt worden ist), zu trinken wenn er trinken will. da gibts in den heimen auch keine kontrolle, ausser in den speziellen suchtstationen der psychiatrien, die du wohl eher nicht meintest.

gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Emma2010
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 06.10.2010
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 23.09.2011, 14:56    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo miteinander,

puh, ist für mich ein sehr bewegendes Thema, wobei es mir richtig flau
um die Magengegend ist. Einerseit weil ich viele alte Menschen aus der
beruflichen Erfahrung kenne und persönlich, durch die Lebenskrise meines Partners.

Ich stelle mir jemand Alkoholabhängigen im Pflegeheim so vor, als jemand Fremdes in einem fremden Land. Aller Gewohnheiten entwurzelt, umgeben von Menschen mit wenig Erfahrung und Anerkennung
für eine Peron, die neu in ein systematisches Miteinander aufzunehmen ist.

Wenn man bedenkt, dass die meisten Pflegeanstalten ihre Schützlinge ab der ca. 5 Pflegestufe aufnehmen, das zu einen Zeitpunkt, wo jede Eigenverantwortung beireits vor der Türschwelle abzugeben,
erwartet wird.
Kann sein, dass mitlerweile der Alkoholkonsum für einen Betroffenen zweitrangig wurde. Es herrscht derweil ein anderer Wind, .... wie Vergesslichkeit, Gicht, Bandscheibenschmerzen, Gastritis, Knie, Anämie uvm.

Eher aber sehe ich den alten Leuten an, dass sich diese den vielen Verängerungen und der Aufforderung zur Anpassung längst nicht mehr gewachsen fühlen und umgeben sind von Leuten, die ebenso in sich
befremdet, orientierungslos und ziellos sind.

Wie bitte schön, soll sich dann der verirrte Bewohner überhaupt zurechtfinden.
Wieder sind der soziale Rückzug und Suchtsymptome seine einzigen Boten, die ihr/ihm vertraut sind und noch halt geben.

Ein entgültiges Umdenken halte zu diesen Zeitpunkt für fast unmöglich.
Ich wünsche deshalb jeden einzelnen, sich rechtzeitig um die eigene Suchtsituation zu kümmern, noch bevor es andere tun.
Die Selbstliebe zu stärken, den Halt in Gott und sich suchend, das Selbstwertgefühl und die Wertschätzung und die Anerkennung für bestimmt viele erbrachte Leistungen schon rechtzeitig zu würdigen, und in der Verbundenheit mit unserer inne wohnenden sozialen Kompetenz.

Ich glaube fest daran, das dies noch immer der beste Schutz ist, vor Krankheit, Veraltern und die mögliche Ausgrenzung.


Das nur mal als Denkanstoss, um für das Thema Pflegeheim zu sensibilieren. Es kann immerhin jeden mal treffen, doch zumindest die Prognosen für die Zukunft sind alamierend!


Liebe Grüsse
Emma
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Emma2010 hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 23.09.2011, 15:57    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

liebe emma,

nun ja, so rosig sieht es in den altenheimen nicht aus. stimmt was du schreibst, allgemein haben diese menschen die ihr leben lang gearbeitet haben und ihr zuhause aufgrund ihres gesundheitlichen oder geisigen zustands nicht mehr zu hause leben können alles aufzugeben was vertrauen schafft. es heisst nicht um sonnst einen alten baum verpflanzt man schlecht. viele alte menschen gehen dann ins altenheim und leben aufgrund dessen auch nicht mehr lange. die aussage gilt schon, alte menschen haben ihr leben lang geschuftet jetzt sollen sie den rest des lebens noch geniessen und daher kommen ja auch diese regelungen auch dort mal was alkoholisches trinken zu dürfen her.das allerdings kommt meisst von der einstellung der gesellschaft, die bier und wein trinken als genuss ansehen und sich nicht wie wir, die damit sich ausseinander setzen da in der hinsicht sensibler sind. da scheiden sich halt auch die geister.

was mich betrifft, ich seh die entwicklung ja, durch meine arbeit. ich seh auch, arbeitstechnisch gesehen durch die alterspyramiede einen anstieg der erwartungen und den druck auf die altenheime die standarts neu festzulegen. doch wie immer liegt es nicht unbedingt an den heimen oder mitarbeitern sondern an den geldern die fliessen. wenn pflegesätze nicht erhöht werden können weil die pflegeversicherung nicht mehr geld in der kasse hat und auch sozialämter inzwischen schnaufen müssen den bedaft zu decken wird es eben schwierig diesen standarts gerecht zu werden.das ist dann schwierig mit wenig geld einen hohen standart zu schaffen, der dann den menschen individuell gerecht werden kann. so hat uns das mal die heimleitung erklährt.

gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben
Sonnenblümchen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.12.2010
Beiträge: 124

BeitragVerfasst am: 16.10.2011, 04:31    Titel: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Es ist ja zunächst so, daß jemand, der beschließt, in ein Alten- oder Seniorenheim zu gehen, dieses als eben alter Mensch oder Senior tut. Ein generelles Alkohol- oder auch Rauchverbot besteht dort nicht. In einem Seniorenheim sollst Du ja auch nicht "gesundet" werden, sondern eben MIT Deinen Einschränkungen leben. Es ist zwar prinzipiell pflegerisch versorgt, aber weder ein Krankenhaus und erst recht keine Entgiftungsstation.

Wie wir alle hier wissen, entsteht Alkoholfreiheit aus dem freien Willen eines Menschen. Wenn dieses nicht gegeben ist, kannst Du gar nichts machen. Du kannst einem Menschen, egal, wie alt er ist, nicht diesen Willen absprechen. Schlußendlich, wenn es entsprechend festgelegt ist, nicht einmal einem Demenzkranken.

Wenn Du beim Einzug mitteilst, daß Du trockener Alkoholiker bist, wird Dir, zumindest in einem "guten" Heim, niemand ein Schnäpschen zu Silvester anbieten. Wenn Du nass bist, wird Dir keiner, ohne Aufforderung eines Arztes, zum selben Termin ein entsprechendes Medikament (ich erspare uns hier den Namen und ein konsekutives Editieren) anbieten.

Du bist FREIWILLIG dort und hast Dich an die Hausordnung zu halten, das ist alles. Es findet dort keine körperliche noch mentale Entziehung statt. Du bist dort (in einem regulären Heim), weil Du alt und in vielen Bereichen eingeschränkt bist, nicht, weil Du ein nasser Alki bist. Von daher ist der Anspruch, konsequent bei jedem Bewohner ein Alkoholverbot durchzusetzen, schlichtweg falsch aufgehoben. Entsprechende Einrichtungen für Korsakow-Patienten oder Menschen mit vergleichbaren Einschränkungen handhaben das anders.
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Sonnenblümchen hat zum Thema: Re: Altenpflege bei Alkoholkrankheit geschrieben

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