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Lea_Cologne
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BeitragVerfasst am: 14.09.2011, 10:29    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen und Hallo Meleinak,
vielen Dank zuerst einmal für Deine klaren Worte, du hast völlig Recht Winken

Ich habe (selbstverständlich) mein Fachwissen nicht zur Verfügung gestellt, ich habe gar nicht erst auf die email geantwortet;.... ich habe innerlich gebrodelt und meine Entäuschung darüber hier zum Ausdruck gebracht.
Als er abends anrief ,wie jeden Abend ,und seine Frage wiederholte hab ich ihm deutlich mitgeteilt, das er dafür aktuell zum Greifen nah Personal an der Hand habe, er druckste dann rum er "hätte gerne vorab ein paar Infos um nicht als Depp dazustehen" und " er möchte nicht bei der Eröffnung seiner Laborparameter durch den Arzt angelogen werden" - da ist mir echt die Hutschnurr geplatzt und ich habe ihn gefragt welche einen Vorteil ein Arzt habe ihn "anzulügen" und zu dem "Depp" könne ich nur sagen, dass er seine 1ste Engiftung macht, es seie also angebracht manche Dinge hinterfragen zu müßen/dürfen.
Mir hat dieser Ausbruch ziemlich gut getan- ich merke das ich nach langsam abklingender Entäuschung , Wut und Traurigkeit langsam beginne wieder zu "denken" und mich auch zunehmendst besser distanzieren kann und IHM die Verantwortung für seine Handeln überlassen möchte....um Zeit, Raum und Kraft zu haben für ein Handeln, das mir gut tut.
Er hat zu meiner Reaktion gesagt, das ich völlig im Recht sei, und das wir am Samstag eigentlich ja auch schon geklärt hätten das ich seine Partnerin sein soll, und nicht seine "Therapeutin" .
Wir konnten anschl. noch das Telefonat weiterführen und er hat mich nochmal ausdrücklich darum gebeten ihn zu besuchen- es hätte noch das Anliegen bezüglich der verg. 3 Wochen mit mir persönlich zu sprechen- aber das wolle er nicht telefonisch, und wenn ich nicht käme seie er auch bereit dies erst nach seiner Enlassung zu tuen.
Ich bin mir diesbezüglich aber nicht sicher wie ich entscheide- im Moment merke ich das ich gerade erst einen Schritt weit zurück weiche aus dem Geschehen und möchte mich selber darin noch etwas stabilisieren.

Rückblickend auf die letzten Tage habe ich - so empfinde ich das im Moment- tatsächlich "jammern" wollen. Da ich in meinem Freundeskreis nur auf Unverständiss stieß , warum ich die Beziehung nicht schon beende, immer mit dem Hinweis das ich es doch "besser wissen müßte" und "ob ich nicht schon 40std/Woche genug davon um die Ohren hätte" ....habe ich, kommt mir der Verdacht dieses Forum (auch) nutzen wollen um "Gleichgesinnte" zu finden, die ebenfalls "einstecken" mußten und ...ja, ich muß sagen, ich wollte wahrscheinlich mal "auf den Schoß und bedauert werden" Winken
Heute gehts mir viel besser als die Tage zuvor, und auch besser als gestern- das gestrige Telefonat hat für eine gewisse Klarheit in mir gesorgt und ich bin froh das ich einen großen Schritt aus der "Umklammerung an ihm" zurück gegangen bin- so können wir uns auch beide wieder besser bewegen und im Laufe der Zeit lernen nebeneinander zu gehen Winken

Liebe Melinak,
ich nehme mir deine Worte sehr zu Herzen und werde versuchen weiter Abstand zu bekommen "um nicht sofort auf alles anzuspringen was ER von mir einfordert" und vor allem "Entschleunigung" gegenüber meinem eigenen Handeln um mich selber nicht aus den Augen zu verlieren Winken

Ich habe heute wieder einen Sporttermin- und habe mir schon meine Musik eingepackt.
Heute gehe ich mit einem Gedanken zum Sport der mich mit Sicherheit gut bei Laune halten wird: nämlich jener, das ich froh bin hier Kontakte habe finden können, zu Menschen die mich mit klaren Worten und Tipps in die richtige Richtung lenken , und nicht "nur" auf den Schoß nehmen und kraulen Winken

Liebe Grüße ; Lea
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Lea_Cologne hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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BeitragVerfasst am: 14.09.2011, 10:55    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo lea,

Zitat:
Liebe Melinak,
ich nehme mir deine Worte sehr zu Herzen und werde versuchen weiter Abstand zu bekommen "um nicht sofort auf alles anzuspringen was ER von mir einfordert" und vor allem "Entschleunigung" gegenüber meinem eigenen Handeln um mich selber nicht aus den Augen zu verlieren
das kostet auch energie mut und braucht kraft. alerdings ist es ja für dich , du wendest kraft und energie für dich auf. du hast für dich den mut dazustehen und klare worte zu sprechen. das ist dann wieder für dich und da gehörts auch hin.

gruß melanie

viel spass beim sportln. Winken
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Melinak hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben
Lea_Cologne
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 16.09.2011, 09:34    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen allen Lesenden Smilie

Inzwischen sind wieder 2 Tage vergangen - und ich habe wieder angefangen zu arbeiten.... mein langer Sommerurlaub ist zuende.
Grundsätzlich tut es mir unheimlich gut wieder zu arbeiten- auch wenn das nach "Flucht" klingt, ich merke das mein Kopf klarer funktioniert (ich heule zumindest nicht mehr unkontrolliert los) und es tut mir gut "in meine Rolle zu schlüpfen" . Meine erste Unsicherheit ob man mir (vor allem die Patienten) anmerken das ich eine ungewollte (!!) Distanz an den Tag lege, oder mich ungewohnt verhalte habe ich innerhalb weniger Stunden gänzlich verloren.
Eher finde ich durch all die (mich persönlich emotional nicht berührender , wenn auch bewegender) Lebensinhalte meiner Patienten einen plötzlich guten Abstand zu der Problematik meines eigenen Partners.

Wobei, ich möchte anmerken, das ich mir immer schon darüber im Klaren war das es "seine Sucht" ist, und ich "nur" in die CoAbhängigen -Schiene geraten kann. Viel mehr bewegte und berührte mich die emotionale Verletzung und Kränkung meiner Person- die Bereitschaft meines Partners (wenn auch betrunken) mir 3 Wochen lang übelst beizusetzen und mich mit Aussagen anzugreifen, die mich in Frage stellen, Verachtung ausdrücken und bewusst darauf angelegt waren mir weh zu tun- sehr weh zu tun.

Ich habe seit Mittwoch abend den Kontakt zu ihm vorerst eingestellt, nachdem er bester Stimmung anrief um mir den neusten (Frauenfeindlichsten) Witz , den ich je hörte zu erzählen. Ich habe ihn gefragt ob er bei dem Niveau schon wieder angekommen sei *was ich tatsächlich bezeichnend finde welch eine Wendung er darin schon wieder vollübte* und er sich dazu mal Gedanken machen sollte.
Es fällt mir nicht schwer seine mails nicht zu lesen und mich mal "mir" zu widmen, wenngleich ich nicht sagen kann, das es mich nicht kränkt, das er einen so oberflächliches Bewusstsein nur dafür hat, wie er mit "anderen" (in dem Falle mir) umgeht.
Nein, es fällt mir gar nicht schwer, und ich merke das ich mir immer häufiger die Frage stelle ob diese Beziehung für mich Sinn macht?
Meine Wünsche und Bedürfnisse scheinen unwichtig oder nebensächlich zu sein- für ihn; und ich frage mich, ob ich mir DAS echt antuen möchte auf Dauer, und ob es mir reicht "wenn immer nur ich an mich denke" .....

Neue Grenzen , und ich merke das neue Fragen aufkommen.....
Entscheidungen zu treffen sind, die mir (sollte ich soe so treffen) unheimlich schwer fallen würden , selbst wenn ich mir noch so vor Augen halte das ich auf mich schauen muß , das es mir gut geht.
Ich muß langsam schauen *immer schön das Tempo raus lassen* sonst treffe ich zu impulsive Entscheidungen .....

Es ist nicht leicht im Moment Kopf und Bauch zueinander finden zu lassen....aber es ist schon mal gut das im Moment eher der Kopf dominiert Winken

Liebe Grüße von Lea
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Lea_Cologne hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben
Lea_Cologne
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.09.2011
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BeitragVerfasst am: 30.09.2011, 15:15    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lesende,

da bin wieder.
Inzwischen sind 2 Wochen vergangen und es scheint sich vieles geklärt zu haben- wenngleich auch so, wie es nicht mein Wunsch war.

Vor 2 Wochen begann alles neu in Ordnung zu kommen.
Ich habe mir viel Zeit für mich genommen, war täglich beim Sport und habe die Geschehnisse der vorigen 3 Wochen Hölle hinter mir gelassen, Freunde getroffen und auch eine Entscheidung zu meiner Partnerschaft getroffen.
Mein Partner hat seine Entgiftung durchgezogen und die Entscheidung einer Langzeittherapie getroffen und direkt den Antrag dafür in der Klinik vorbereitet.
Es gab - nachdem ich vorerst den Kontakt für ein paar Tage eingestellt hatte - seinerseits Bemühen mit mir in Kontakt zu treten, und als ich nach einigen Tagen zustimmte, gabs auch einige gute Telefonate (Rückschau & Vorausschau) .

Am Donnerstag, gestern, stand dann seine Entlassung an und wir waren in der Planung das er vorerst (auf ausdrücklichen Wunsch seiner Eltern) bei ihnen verbleibt, in den kommenden Tagen habe er noch Ämtergänge zu erledigen,dann seie sein Kommen zu mir geplant und von hier aus auch in die Langzeittherapie zu gehen und anschließend nicht mehr in seine 400 km weite Heimat zurück zu gehen sondern in meine Nähe zu ziehen.
Ende der Fernbeziehung Überrascht)


Seit Anfang der Woche dann änderte er sich raptusartig. Beklagte sich, das das Kontrollverhalten seiner Eltern ihn nerve, er sich nur noch bevormundet fühle... er wolle ja in Therapie, aber unser aller "therapeutisches Gequatsche" nerve ihn. Es kam zu einem Streit - indem er sowie ich eigentlich einer Meinung waren, das ich nicht seine Therapeutin bin... aber sich darin unterschied das er gar nicht mehr Stellung zu weiteren Plänen und Therapien mir gegenüber Stellunhg nehmen wolle. Dann seinerseits die Einschränkung "höchstens suchtgefährdet zu sein" , auf keinen Fall abhängig; er habe keine Lust "in diese Alki -Schiene von allen gedrückt zu werden , und wenn ich damit nicht aufhöre, mache alles keinen Sinn" .
Ich habe nicht mal "gedrückt" ...ich habe nicht mal gefragt, .... die Umstände zu seinen Eltern zu sollen , das diese ein Arztgespräch "verlangten und durchsetzten" , das seine Eltern ihn so kontrollieren und er finanziell von ihnen abhängig sei , nervte ihn derart, das er mich dafür abends am Telefon anging.

Streit- Ende des Telefonats- Ende der Beziehung durch ihn via mail (ich bräuchte nicht mehr wie geplant am WE nach der Entlassung aus der Klinik zu seinen Eltern kommen) .
Nun hat er seinen Frust an mir ausgelebt und ist seit gestern bei seinen Eltern Überrascht(


Herjee,...ich kenne all das so gut aus beruflicher Sicht.
Das "Hadern und Ablehnen der Erkenntniss abhängig zu sein" , und fachlich betrachtet müßte ich sagen "es steht ihm zu und er braucht noch ein paar Runden" .
Er ist wiedermal dabei "Schuldige zu suchen" und ich gebe ihm in der engen Obhut seiner Eltern nicht lange um auszubrechen und wahrscheinlich rückfällig zu werden- lieber früher als später, dann kann er sich nochmal neu mit dem Thema "süchtig oder nicht?" beschäftigen und geht vielleicht dann FÜR SICH in die Langzeit.
Nein, ich habe nicht das Bedürfniss ihn zu retten, ihm zu helfen, und mache mir auch keine Vorwürfe.
Da muß er alleine durch, und er muß es/sich auch einfach ausprobieren, solange er nicht annehmen möchte suchtkrank zu sein.


Ich vermisse ihn als der Mensch der er war, wenn er über 2 Jahre regelmäßig hier und so anders war. Bis auf die letzten 3 Wochen vor der Klinik habe ich ihn ja nicht trinkend erlebt, und stets wenn er hier war war er "der Richtige" für mich.
All das...dieses "mir alles in die Schuhe schieben" kannte ich 2 Jahre lang nicht.
Im Moment bin ich sein Sündenbock.
Fachlich gesehen hieße das ich bin sein Co ?
Irgendwie ja doch nicht, er hat sich ja getrennt von mir..... etwas was ich ebenfalls - wenn es gar nicht anders gegangen wäre - in Betracht gezogen hätte...
aber ich hatte mich in den vergangen 2 Wochen für ihn entschieden....
es schien alles als könnte es gut werden....

Ich habe den Satz im Kopf, selber entscheiden zu können was mir gut täte und demnach handeln.
Nun, das sehe ich jetzt anders.
Er hat entschieden (zu gehen) .... und so oder so, muß ich mich dem beugen.

~~~Lea~~~
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Lea_Cologne hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben
Sonnenblümchen
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.12.2010
Beiträge: 124

BeitragVerfasst am: 30.09.2011, 18:20    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lea_Cologne hat Folgendes geschrieben:


Ich stehe erst am Anfang Kopf und Bauch zusammen regieren zu lassen, und hoffe ich finde hier Menschen die wie ich , einen Süchtigen Menschen lieben und mich verstehen / mir den Kopf waschen/ mich korrigieren und mir Tipps geben..aber auch die verstehen (was mein Freundeskreis nicht tut) das ich entgegen meines Verstandes noch immer auf mein Herz höre und mich nicht trenne ....



Hallo Lea,

beim Lesen Deiner Beiträge mußte ich fast schmunzeln, nicht, weil es so lustig ist, sondern, weil es mir sooooo bekannt vorkommt!

Ich für mich versuche hinsichtlich Deiner obigen Aussage zu unterscheiden, ob es sich um neue, aktuelle, gerade gefühlte Gefühle handelt oder um alte, verborgene, die immer wieder aufkommen, so lange, bis man sich mit ihnen auseinandergesetzt hat. Kopf und Bauch, ich glaube eher, es ist alt und neu oder andersrum.

Wenn Du in eine solche Situation kommst, was ist Dein aktuelles Gefühl? Ich denke, bei mir waren es Fassungslosigkeit, ein klares "Nein", vielleicht auch Wut... Und was sind die Gefühle, die sozusagen aus dem Verborgenen hochkommen? "Nimm es hin, Du liebst ihn doch, er braucht Dich doch, mach es nicht kaputt..." sowas in die Richtung vielleicht.

Ich versuche, auf das zu hören, was JETZT und GERADE in mir passiert und nicht auf das, was da von unten hochkommt und mit ganz viel Angst behaftet ist. Vielleicht kannst Du damit was anfangen und es geht Dir ähnlich.

LG
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Sonnenblümchen hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben
Lea_Cologne
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.09.2011
Beiträge: 14
Alter: 41
Wohnort: Cologne

BeitragVerfasst am: 20.05.2012, 12:25    Titel: 8 Monate später Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo allen Lesenden und Interessierten,

inzwischen sind 8 Monate vergangen und es ist viel geschehen.
Nach der Trennung voriges Jahr habe ich mich sehr darum bemüht wieder Normalität in mein Leben zu bringen und vor allem Abstand zu meinem Ex zu gewinnen - wenngleich ich nicht leugnen möchte dass ich in den den Wochen ausschließlich "rational" gehandelt habe, mich sowenig wie möglich mit der Trennung auseinander gesetzt habe , sondern sie verdrängt und mich mit Arbeit, Freizeit und ständigen Unternehmungen versucht habe permanent in Beschäftigung zu halten. Beschäftigung ist der Feind der Gedanken, und mir war er nur allzu willkommen Smilie

Mein Ex hat währendessen Mitte Januar eine LZT angetreten- und Ende April nach 14 Wochen beendet. Bereits im letzten Drittel der Zeit hat er begonnen mit mir in Kontakt zu treten- zwecks organisatorischer Belange, da er noch viele Sachen / u.a. Möbel hier hat.
Wir haben beide ziemlich schnell gewußt, dass wir beide nicht daran interessiert sind die Trennung aufrecht zu halten.

Nach der Entlassung aus der Einrichtung kam er also unmittelbar wieder zu mir / uns *mir und meiner Tochter* mit dem Vorsatz sich hier Arbeit zu suchen und endlich vollends in Köln zu bleiben. Er hatte sich tatsächlich völlig verändert, lachte wieder, war offen und erzählte unheimlich viel von den Dingen die er in der Therapie für sich erkannt habe, die seine Lebensgeschichte beeinflusst haben und dass er im "hier und jetzt" lebe und endlich vergangenes / belastendes aufgearbeitet habe, er habe seine Baustellen angegangen.

Er blieb eine Woche- dann mußte er aus terminlichen Gründen in seine Heimatstadt und es dauerte genau 4 Tage, dann kam die erste SMS der Vorwürfe an mich, ...er ging nicht ans Telefon und wurde unsachlich in mails und sms. Raptusartig war alles / war er wieder genauso wie "immer" . Ich kann mir denken warum, ... ich kenne seine Denkmuster wenn er getrunken hat inzwischen.

Ich habe unterschätzt, dass nach so vielen Wochen des Abstandes, der Selbstfürsorge und der Erholung meinerseits sein haltloses Vorwürfe machen und mich in Frage stellen erneut so verletzend ist.
Ich habe den Kontakt erneut abgebrochen, ich ertrage seine permanenten Vorwürfe und Beleidigungen und Demütigungen nicht.
Und wieder einmal ist alles "wie immer" - kein Kontakt und sein Abholen der Sachen steht aus, eine Situation zu der ich nichts beigetragen habe, sondern mir anders gewünscht hätte . Verdammt, schon wider bin ich nur in der Rolle der "Reagierenden" ! Genau das wollte ich nicht mehr!

In mir regieren wie immer Kopf und Bauch- Vernunft und Sachverstand und Gefühle der Kränkung und Verletztheit.
Mir gehts nicht gut und ich bin verunsichert des schnellen (offensichtlichen) Rückfalls und des selben Verhaltens wie vor der LZT- wieder und wieder die klassischen Muster des süchtigen Verhaltens, sagt mir der Kopf- "Halte Abstand , lass ihn los - er muß sich alleine um sich kümmern" .
*Chronisch* - das Wort muß ich mir immer wieder auf der Zunge zergehen lassen. Ist das ein Garant dafür dass es nie anders wird?



Ich habe mich entschieden - neben Sport und Arbeit, neben Kind und Freizeit - eine SHG für Angehörige zu besuchen. Keine so einfache Übung für mich. Ich muß schauen wo ich diese besuchen kann , auch wenn das vielleicht manchem wie ein Vorwand erscheint, aber ich habe bedingt durch die Tatsache dass ich in einer Entgiftungsklinik arbeite den Aspekt des Persönlichkeitsschutzes mir selbst gegenüber Unsicherheiten.
Es ist schon eins, mit dem Beruflichen zuhause in Berührung zu kommen und einen abhängigen Partner zu haben - andersrum (in der Klinik auf mein Privatleben angesprochen zu werden oder ggf. von intoxikierten Pat. Sprüche gedrückt zu bekommen) muß ich das tunlichst vermeiden.
Ist dies eine übertriebene Sorge?


Machen sich all diese Gedanken nur immer die Angehörigen?
Oder nur (co-) Angehörige die "schlecht beraten sind" ? Winken

Lea
[/b]
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Lea_Cologne hat zum Thema: 8 Monate später geschrieben
Rhein
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 28.07.2011
Beiträge: 139

BeitragVerfasst am: 20.05.2012, 14:36    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo leacologne,

ich war auch so wie du zwei Jahre mit meinem Partner, der ein Alkoholproblem hat, zusammen. Ebenso führten wir eine Art Wochenendbeziehung.

im forum scheints mir sind fälle eher so, daß die Partner zusammenleben und der Co Abhängige unter dem Alkoholkonsum des Partners in ganz praktischen Alltagsfragen leidet. Du und ich haben unter diesen alltagsbedingten Problemen des Alkoholabhängigen nicht so sehr zu leiden gehabt, eher unter Beleidigungen, unsachlichen Telefonaten/SMS, Schuldzuschreibungen, Herabwertungen.

Dennoch: auch wenn man nicht zusammenlebt kann ich sehr wohl co abhängig sein.

Ich war damals bei einer Alkoholberatungsstelle und habe mich dort als Angehöriger beraten lassen und sprach dort an mich für die Teilnahme an einer Co Abhängigengruppe zu interessieren. Die Beraterin sagte mir, daß man in Co Abhängigenselbsthilfegruppen insbesonderen Co Abhängige antreffen würde, die eben mit ihren Partnern zusammengelebt hätten bzw noch würden und im Rahmen dieses Zusammenlebens mit dem Co Abhängigen Dinge erlebt hätten, die wir als in einer Entfernungsbeziehung lebenden Co Abhängigen so in der Regel nicht erlebt hätten. Die Beraterin gab daher zu bedenken, daß ich in einer "klassischen" Co Abhängigen Selbsthilfegruppe vielleicht nicht ganz richtig sein. Ich glaube, damit könnte sie recht haben. Dennoch habe ich nach wie vor das Bedürfnis mich auszutauschen und finde daher interessant von Dir zu lesen, da Du eben auch zwei Jahre eine Entfernungsbeziehung mit dem Alkoholpartner hattest.

Schätze Dich glücklich, daß Du seine Art zu kommunizieren mittlerweile besser einschätzen kannst; daß Du erkennst wenn er unsachlich wird (und daß das dann nichts mit Dir zu tun hat), daß du erkennst daß die SMS mit großer Wahrscheinlich keit unter Alkoholeinfluß geschrieben wurde, daß Du seine Denkmuster kennst (und somit nicht mehr so schnell darauf hinfälltst und Du somit den ersten Schritt tust nicht in co abhängiges Verhaltensmuster zu verfallen.

Du hattest in einem früheren Post geschrieben, daß Du seine 'Entschuldigung nicht annehmen wolltest. Das ging mir auch mal so, die Entschuldigungen schienen mir nur noch leer, ohne jede Erlärung.

Du schreibst du hast den Kontakt erneut abgebrochen. In einem früheren Post schreibst du, daß ausgerechnet er sich von dir getrennt hat und nicht du dicih von ihm.
Du hast natrülich jetzt die Chance das auszugleichen und Dich, nachdem ihr jetzt zwischendurch wieder irgendwie zusammenkamt von ihm zu trennen. letztlich denke ich aber ist es nicht wirklich wichtig wer sich zuerst trennt.

vielleicht findest du eine Co Abhängigengruppe in einer Nachbarstadt wenn Dir das an Deinem eigenen Wohnort zu eng wird und Du Überschneidungen befürchtest (was ich nachvollziehen kann).

und überhaupt: ich kann das verstehen, daß Du mit ihm wieder zusammengekommen bist. Man kann es als Rückfall Deinerseits sehen. Die äußeren Bedingungen (LZT) schienen ja auch nicht allzuschlecht. Ich kann nicht ausschließen, daß ich mit meinem Partner auch nochmal zusammenkäme wenn sich dafür eine Gelegenheit bieten würde...

Ich wünsch Dir Alles Gute
Rhein
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Rhein hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben
MaryLou
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.05.2012
Beiträge: 70
Alter: 43

BeitragVerfasst am: 20.05.2012, 16:09    Titel: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lea, ich bin ziemlich neu hier im Forum weil ich Alkoholiker bin und trocken bleiben möchte.

Zusätzlich zu meinem Alkoholismus und meiner 30-Jahre alten Essstörung leide ich auch noch an co-Abhängigkeit.

Irgendwie ist es für mich ein Wunder, dass ich heute da bin wo ich bin, in einer funktionierenden, glücklichen Familie aufgehoben.

Es ist ein Geschenk.

Trotzdem dass ich auf dem Weg der Genesung bin, vom Alkoholismus, ich esse inzwischen fast normal, meine co-abhängige Beziehung ist auch in den Hintergrund gerückt, leide ich noch.

Das erste was ich innerhalb meines Heilungsprozesses angegangen bin war die co-Abhängigkeit, auf Grund dieser habe ich mit dem Alkohol aufgehört und meine Essstörung ist fast ganz verschwunden.

Was mit als "Überrest" geblieben ist, ist immer noch die co-Abhängigkeit, sobald ich wieder mehr in Kontakt gehe, weil es mir gut geht, ich denke ich sei über dem Berg, kommen garantiert wieder dieses zwanghaften, kranken Gedanken hoch, die diese Beziehung unangenehm und ehrlich gesagt quasi unmöglich machen.

Gerade bin ich wieder dabei zu fasten, von diesem Kontakt, aber so bald es mir wieder richtig gut geht, schwups.....geht es wieder los.

Wahrscheinlich werde ich irgendwann anerkennen müssen, dass es keine halbe Trockenheit gibt, genau wie beim Alkohol.

Aber es ist verteufelt schwer, weil ein anderer Mensch dahinter steckt und keine Glasflasche mit zweifelhaftem Inhalt, die garantiert nix gutes bringt.

Ein Mensch hat neben allem was er an Ballast für unsere Heilung bedeutet auch liebenswerte und wohltuende Seiten und das macht es für mich so schwer.

Mein großer Gewinn aus den drei Jahren in denen ich mich mit meiner co-Abhängigkkeit auseinander setzte, ist der, dass ich zu einem neuen Menschen geworden bin.

Selbstbewusst, stark, fröhlich, reflektierend, Menschen liebend, ruhig, verständnisvoll........

Und in den letzten Wochen war es endlich so weit, dass ich diesem Menschen keine Wut mehr entgegen bringe.

Darüber bin ich sehr dankbar.

Dieser Friede folgte aus einer wochenlangen Wut- und Hasszeit.

Ich habe alles ausgesprochen, geschrieen, geschrieben was mir auf dem Herzen lag.
Er hat es sich angehört, gelesen, aber nie kommentiert, so wie es mein Wunsch war.

Ich konnte all meine Gefühle akzeptieren auch diesen bohrenden, hässlichen HASS.

Nun bin ich durch ihn durch.
Konnte ihn loslassen.

Es ist eine andere Situation, der Mensch ist und war nie mein Partner, aber er hat alte Gefühle aus der Kindheit hervorgeholt, die nie bewältigt wurden.

Langsam kann ich sie an die Oberfläche kommen sehen und muss sie nicht mehr betäuben.

Dafür bin ich diesem Menschen und auch der co-abhängigen Gruppe in der ich war dankbar.

Ebenso meiner Therapeutin.

Ich denke man kann nicht genug Hilfe bekommen.

Alles zusammen kann den Weg ebnen, den man dann aber doch irgendwie mutig alleine gehen muss.

Auch Familie und Freunde können helfen aber tief im Inneren bin ich auf mich gestellt und muss mir jeden Tag so gestalten, dass es gut für MICH ist.
Das ist gar nicht so einfach, wenn man anders geprägt ist.
Es geht um mein Leben.
Das muss für mich die Priorität haben.

Jetzt mach´ich mal weiter im "Text".......

.......bissle im Garten werkeln.

Alles Gute

MaryLou
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MaryLou hat zum Thema: Re: Ich steh erst am Anfang des Weges geschrieben

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