juergenbausf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.04.2011 Beiträge: 323 Alter: 47
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Verfasst am: 10.09.2011, 09:53 Titel: Re: Hürden der Trockenheit |
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@iGude,
seit ich nicht mehr trinken möchte, steht Abstinenz in meinem Leben mit höchster Priorität ganz oben auf der Liste.
Insoweit ergibt sich automatisch, daß ein Job, eine Beziehung, alle Dinge, die meine Abstinenz gefährden langfristig hintenan stehen und verändert werden müssen.
Was dies nicht gefährdet, kann so bleiben.
Daß Dein Job Deine Abstinenz gefährdet, hast Du recht anschaulich erfahren und beschrieben. So kam es jedenfalls bei mir an.
Insoweit besteht akuter Handlungsbedarf, damit die beschriebene Situation nicht wieder eintritt.
Du kannst und wirst eine Lösung finden.
LG Jürgen |
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Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5582
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Verfasst am: 10.09.2011, 09:57 Titel: Re: Hürden der Trockenheit |
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Hallo iGude,
| Zitat: | | was ergo ja darauf hinausläuft meinen Beruf zu wechseln |
Deinen Chef ins Vertrauen zu ziehen und mit ihm gemeinsam Möglichkeiten zu erarbeiten, die dich nicht gefährden, ziehst du nicht in Betracht... weil du dich ja nicht jedem mitteilen willst. Nun gut. Du entscheidest.
Ich lese heraus es genauso raus wie Bruce:
| Zitat: | | Du bestehst anscheinend darauf, dass es an deiner Situation nichts zu rütteln gibt. |
Solange du dir selbst im Wege stehst - werden es Hürden bleiben.
Mich würde interessieren (das meine ich ganz im Ernst):
Warum hast du aufgehört zu trinken? Und was verknüpfst du mit einem trockenen Leben?
Maria |
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Spedi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2010 Beiträge: 1089
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Verfasst am: 10.09.2011, 10:50 Titel: Re: Hürden der Trockenheit |
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Servus iGude,
| Zitat: | | Ehrlich gesagt habe ich so direkt gefragt weil als Vorschlag in diesem Thread immer nur kam "würd ich nicht hingehen, entziehe Dich der Situation, etc" was ergo ja darauf hinausläuft meinen Beruf zu wechseln. |
Was hat ein kurzfristiges Entziehen von bestimmten Situationen (für ca. 1 Jahr) mit dem Wechsel des Berufs zu tun, wenn diese Situationen nach Deinem eigenen bekunden nur ein paar mal im Jahr vorkommen? Du hast noch wieviel Jahre Berufsleben bis zum Rentenalter vor Dir?
| Zitat: | | ein alternativer Vorschlag des Theras war noch, in der Gesellschaft meinen Alkoholismus mitzuteilen und die Erwartung zu fordern in meiner Gegenwart auf Alkohol zu verzichten. |
Falsch. Der Vorschlag hier lautete, dich den Menschen mitzuteilen, bei denen es notwendig ist. Das wäre z.B. Dein Chef gewesen, der Dir dann für solche Gelegenheiten mit Sicherheit "Dispens erteilt". Es wurde nie gesagt, dass Du Dich jedem ungefragt mitteilen und offenbaren sollst. Wir laufen auch nicht unbedingt mit dem Schild "Vorsicht, Alkoholiker" um den Hals rum.
| Zitat: | | Im Grunde würde dann folgendes Eintreten. Ich entziehe mich Situationen, mit denen ich im Moment meinen Kampf habe. |
Falsch. Du gibst Dir in der Anfangsphase Deiner Abstinenz die Gelegenheit, Dich nicht mit womöglich triggernden Situationen zusätzlich zu belasten. Dass Dich die Situationen sehr wohl triggern, hast Du ja gerade selbst festgestellt und berichtet.
| Zitat: | | Isoliere mich, was wiederum zu Situationen führt wo ich als geselliger Mensch alleine bin und gerade in diesen Situationen vermisse ich den Alkohol am meisten. Eben wenn ich alleine bin. Auch dies habe ich hier geschrieben lieg aber offensichtlich ungelesen im Thread. |
Auch falsch. Es liegt an Dir, für solche "Sorgenzeiten" echte Alternativen zu erarbeiten. Ob das nun Sport ist, oder ein Hobby, oder der bewusste Umgang mit Menschen, die eben auch bewusst keinen Alkohol in Deiner Gegenwart konsumieren.
| Zitat: | | Karsten, das ich nun Deine Aussage "der Verantwortung abgeben" nichts anfangen kann, diese sogar evtl. gar nicht in den Kontext passen könnte, wirst Du vielleicht aus meiner Sicht erkennen können. |
Nun, jemand, der mich fragt, ob ich ihm den Wechsel der Arbeitsstelle empfehle, gibt damit sehr wohl einen Teil seiner Eigenverantwortung ab. Denke doch mal selbst darüber nach, ob denn ein Wechsel sinnvoll wäre. Und selbst wenn Du zu der Erkenntnis kämest, dass ein Wechsel sinnvoll wäre: was ist so schlimm daran? Wenn es mein Leben rettet, bin ich zu allem bereit.
| Zitat: | | Zusammenfassend; ich möchte mein Leben dahingehend ändern das ich so viel als möglich "normal" all meinen Verpflichtungen nachkommen kann die an mich gestellt werden, oder die mir einfach Freude bereiten. |
Was Du hier vermittelst, ist der hinreichend bekannte Typ Alkoholiker, der einfach nur den Alkohol weglässt, aber sonst ohne jede Veränderung sein Leben weiter so führen will, wie in der Vergangenheit.
Das ist ein sehr bekanntes Muster der Verdrängung. Darauf hin entstand in den 1950er Jahren die ebenfalls hinreichend bekannte Aussage der Selbsthilfe: "Nur nicht trinken reicht nicht". Sie will sageb, dass es zur Führung eines zufriedenen und trockenen Lebens eben nicht ausreichend ist, nur den Alkohol wegzulassen. Es müssen mehr Veränderungen im eigenen Leben erfolgen, um das zu erreichen und kein Suchtmittel als "Kompensation" mehr zu benötigen.
| Zitat: | | Des Weiteren möchte ich nie mehr Alkohol trinken müssen, daran arbeite ich ebenfalls. |
Nein. Du arbeitest daran, nur den Alkohol wegzulassen. Das ist etwas grundätzlich anderes, als nie mehr Alkohol trinken zu müssen.
| Zitat: | | Ob ich evtl. in einigen Wochen Monaten merke das solche "Veranstaltungen" nichts für mich sind, oder es mir unmöglich wird dort Umgang zu pflegen ohne an den Alkohol zu denken steht auf einem anderen Blatt. |
Wieder falsch, umgekehr wird ein Schuh daraus. Wenn Du nach ein oder zwei Jahren Pause von solchen Veranstaltungen der Meinung bist, du musst diese Veranstaltungen unbedingt doch wieder besuchen, dann hast du Dir bis dahin wenigstens schon mal eine stabile Abstinenz erarbeiten können.
| Zitat: | | Abschotten oder mein ganzen zufriedenes Arbeitsleben ändern werde ich ganz bestimmt nicht und ich halte solche "Ratschläge" auch für äußerst Fragwürdig. |
So, da sind wir am Punkt: so lange Du nicht Dein Leben ändern möchtest, sondern meinst, mit dem Nichttrinken von Alkohol wäre "alles in Butter", so lange wirst Du Dir kein zufrieden trockenes Leben aufbauen. Das haben zigtausende vor Dir probiert, und sie sind alle gescheitert. In der Fachsprache nennen wir das auch die "mit der Faust in der Tasche trockenen", die meinen, mit Willensstärke könnten Sie ihre Abhängigkeit besiegen. Das kostet sehr viel Kraft, führt zu Unzufriedenheit nach der Anfangseuphorie der Abstinenz, und endet regelmäßig im ende der Trinkpause.
Ist das Dein Ziel?
LG
Spedi |
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