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Hürden der Trockenheit

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iGude
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2011
Beiträge: 13
Alter: 43
Wohnort: seit 12.07.2011 trocken

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 07:19    Titel: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen,

Es gibt einige "Hürden" die sich in meinem trockenen Leben ergeben, wo es mir ein Anliegen ist, diese hier zu besprechen/berichten.

Ich selbst bin ja noch ein "Küken" was die Trockenheit betrifft. Nun stellen sich Situationen im Alltag heraus über die ich "stolpere". Mit stolpern meine ich, ich bin unsicher im Umgang damit.

Letztes WE war wieder einmal eine solche Situation. Mein Arbeitgeber lud mich übers Wochenende mit einigen Kunden ein.
Weinprobe im Firmeneigenen Weinkeller den schon der Herr Vater unseres Cheffes vor vielen, vielen Karen gründete und pflegte. Ich glaube ich muss nicht mehr sagen. Eine echt vertrackte Situation.

Nun kam die Situation der Getränkeausgabe. Eine nette Dame stellte den Drogenkelch direkt vor meine Nase, so allen anderen auch. Ich stoppte die Dame und fragte ganz nett ob ich dies denn schon bestellt habe, ich könne mich nicht daran erinnern, weil ich so hier im Gespräch versunken war (was auch stimmte, ich hatte Großes Glück mit meinen Tischnachbarn, da quasselt man gerne). Die Bedienung verneinte meine Frage und meinte das dies ein Begrüßungsdrink, der Wein des Hauses sei.

Ich sagte, dass ich unheimlich gerne Wasser trinken würde. Das Ich mich auch tierisch auf einen Schluck frischen Wassers gefreut hätte und ob sie denn xy - edit, bitte keine Markennamen, danke, Linde - hätte, das wäre mein Lieblingswasser.
Die Frau kam so ins schleudern dadurch, verschwand und kam mit der Nachricht man hätte nur das normale Mineralwasser was man immer hätte.

Ich teilte ihr meine Enttäuschung mit und fragte ob sie mir aber einen gefallen tun könnte und einen Liter Wasser in eine Glaskaraffe füllen könne mit vielen Eiswürfeln und 2 Scheiben Zitrone.

Gesagt getan. Nun hatten wir schwüle 28 Grad und vor mir die Glaskaraffe mit dem Eis und der Zitrone. Nach ein paar Minuten fiel mir auf, dass alle auf die Karaffe schielten. Smilie Also schenke ich den Damen und Herren von meinem Wasser ein. Nach weiteren Minuten bestellen einigen auch an den Nachbartischen das Gleiche.

Nach Wein hat mich keiner mehr gefragt, an diesem Abend.

Nun, jetzt wo ich das schreibe bin ich wirklich stolz darauf, wie es gelaufen ist. Aber die Tage davor waren mehr als zermürbend.

In meinem Kopf drehte sich nur die Frage, was tust Du wenn einer fragt wieso ich keinen Wein trinken würde. Diese Situation konnte ich meistern. Nun hoffe ich, das mir weiterhin etwas einfällt, wenn es brenzlig wird.

Tja, da sind aber die Abende, die sind nicht so leicht zu ertragen. Aber das ist ein anderes Thema und für einen späteren Thread besser geeignet.

LG

iGude
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iGude hat zum Thema: Hürden der Trockenheit geschrieben
judecca
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 16.06.2010
Beiträge: 261
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 07:51    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten morgen iGude,

und wilkommen hier im Forum!

- edit, bitte keine Markennamen, danke, Linde - kenne ich noch aus meiner Zeit in Italien, und ich kenne auch solche Situationen, man will ja nicht jeden auf die Nase binden das man ein Alkoholproblem hat.Ich sage dann meist, das ich aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol trinke, und die Menschen die mir nahe stehen wissen es ey, das ich Alkoholiker bin.

LG
Sascha
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judecca hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2009
Beiträge: 4502
Alter: 60
Wohnort: Wilkau-Haßlau

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 08:25    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

glück auf iGude

erstmal ne gratulation zu fast 2 monaten trockenheit
dann gleich paar fragen.
iGude hat Folgendes geschrieben:
Letztes WE war wieder einmal eine solche Situation.
wieder mal? das passiert also öfter?
iGude hat Folgendes geschrieben:
Mein Arbeitgeber lud mich übers Wochenende mit einigen Kunden ein.
weiß dein ag, dass du n trockener alkoholiker bist?
iGude hat Folgendes geschrieben:
Weinprobe im Firmeneigenen Weinkeller ... Eine echt vertrackte Situation.
warum bist du überhaupt hingegangen?
iGude hat Folgendes geschrieben:
... einen Liter Wasser in eine Glaskaraffe ...
ich bestell immer nur soviel wasser wie ich in einem zug austrinken kann. 1. s bleibt frisch. 2. kann nischt reinkommen (absichtlich oder zufällig) was ich nich drinn haben will.

schöne zeit

Sehr glücklich
matthias
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silberkralle hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben
Bruce
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2009
Beiträge: 220
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 08:33    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo iGude, und herzlich Willkommen!

Zitat:
Letztes WE war wieder einmal eine solche Situation. Mein Arbeitgeber lud mich übers Wochenende mit einigen Kunden ein.
Weinprobe im Firmeneigenen Weinkeller den schon der Herr Vater unseres Cheffes vor vielen, vielen Karen gründete und pflegte. Ich glaube ich muss nicht mehr sagen. Eine echt vertrackte Situation.


Ich stell mich jetzt einfach mal ein wenig naiv, aber was genau ist denn an dieser Situation so vertrackt? Verlierst Du deine Stelle, wenn Du an der Weinprobe nicht teilnimmst? Oder ist das Verhältnis zwischen Dir und dem Chef dann einfach nur etwas angespannt? Das wäre schlimm, wenn es so wäre, und ich würde mich fragen, ob dies so alles seine Ordnung hätte.

Ansonsten hört sich das alles was Du beschrieben hast, für mich wie der absolute Horror an. Wenn ich den Abend über einen solchen Kampf um mein Wasser führen müsste, wäre ich am Ende nicht stolz, sondern eher niedergeschlagen.

Ich bin zwar wie Du auch noch recht frisch, aber meine Trockenheit steht immer an erster Stelle, und ich lerne täglich, alles andere in Relation dazu zu sehen. Diese Weinprobe käme für mich auf keinen Fall in Frage.
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Bruce hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben
Spedi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 1089

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 10:08    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus iGude,


ich habe mich sehr schnell zu Beginn meiner Trockenheit als Alkoholiker geoutet. Ich wollte dieses ganze Lügen, Vertuschen und Verheimlichen nicht mehr.

Mein offener Umgang mit meiner Krankheit hat es mir ermöglicht, mein Leben ohne solche Beeinträchtigungen leben zu dürfen.

Die Einhaltung der Grundbausteine -auch wenn ich sie damals nicht in dieser kompakten Form kannte- tat ein Übriges.

Wenn ich nicht von mir aus zum Alkohol gehe: er kommt nicht von alleine zu mir...

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben
Paulina
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 27.01.2011
Beiträge: 260
Alter: 51
Wohnort: Austria

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 13:37    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Grüß Dich!

Ich versuche solche Situationen nach Möglichkeit zu vermeiden. Insbesondere für Firmenfeiern habe ich so gut wie immer plausible Erklärungen dafür bereit, warum ich nicht kommen werde. Das ist Einstellungssache. Ich gebe in der Firma gerne 100 % oder auch mehr, aber mein Privatleben gehört mir.

Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, bei manchen Veranstaltungen ist die Teilnahme vielleicht sogar zwingend erforderlich.
Mir ist aufgefallen, dass die persönliche Einstellung, die man zu seinem Wasserkrug hat, wirklich maßgeblich ist.
Ich trinke mein kaltes, klares, erfrischendes Wasser total gerne, es ist mittlerweilen mein Lieblingsgetränk geworden. Sehr glücklich . Dementsprechend selbstbewusst stehe ich dazu und ja - ich bin auch stolz darauf, Wasser zu trinken, während andere Leute gierig in ihre Weingläser schauen. Oft werde ich dafür sogar bewundert ....
Mir bereitet eine solche Situation absolut kein Problem.

Das Gefährliche daran ist nur, dass uns das Betrachten bzw. Riechen von Wein im Nachhinein triggern - als vllt. einen oder zwei Tage später - in unserem Suchtgedächtnis etwas auslösen kann. Da musst Du gut auf Dich aufpassen!

Alles Liebe und Grüße von Paula
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Paulina hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2009
Beiträge: 4502
Alter: 60
Wohnort: Wilkau-Haßlau

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 13:43    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

glück auf nochmal

Paulina hat Folgendes geschrieben:
Das Gefährliche daran ist nur, dass uns das Betrachten bzw. Riechen von Wein im Nachhinein triggern - als vllt. einen oder zwei Tage später - in unserem Suchtgedächtnis etwas auslösen kann. Da musst Du gut auf Dich aufpassen!
das will ich nochmal unterstreichen.

schöne zeit

Sehr glücklich
matthias
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silberkralle hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben
iGude
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 03.09.2011
Beiträge: 13
Alter: 43
Wohnort: seit 12.07.2011 trocken

BeitragVerfasst am: 07.09.2011, 14:20    Titel: Re: Hürden der Trockenheit Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Wieso ich hin bin? Weil es zu meinem Job gehört unsere Kunden zu betreuen und die Firma zu repräsentieren.

Ehrlich gesagt hatte ich eine Woche davor richtig Angst. Angst, wie ich reagieren soll. Hab mir den Kopf zermartert ob ich etwas sagen soll oder nicht. Meine Angst war so schlimm, das ich 2 Nächte nicht schlafen konnte. Nun habe ich das erste mal in meiner Trockenheit eine solche Situation gemeistert und muss sagen das es sich gut anfühlt.

Ich möchte halt selbst bestimmen wem ich sagen das ich Alkoholiker bin oder eben nicht. Genau wie ich eben auch andere persönliche Dinge nicht jedem auf die Nase binden möchte.

In meiner Firma möchte ich es nicht zur "offenen Diskussion" frei geben. Deshalb fühle ich mich auch nicht aufgefordert mit meinem Chef darüber zu reden. Vielleicht werde ich dies irgendwann mal, wenn die Situation danach ist.

Auch liebe ich meinen Job und möchte ihn nicht mehr missen. Also werde ich lernen müssen in solchen Situationen eben gelassener und natürlicher damit umzugehen.



Die Trockenheit fällt mir ja auch wirklich nicht leicht. Sind es oft die Abende an denen ich manchmal noch immer nervös werde und mir der beschissene Sprit durchs Hirn wandert.

Das hatte ja auch zur Folge das ich oft die Hilfe von SHG in Anspruch nahm/nehme um eben dieses Suchverlangen in den Griff zu bekommen.

Jetzt so betrachtet war die erste Woche im Verlgeich zu jetzt einfacher. Klar, die Entzugserscheinungen waren alles andere als "schön". Aber die Sucht meldet sich jetzt irgendwie diffiziler und hinterhältiger. Auch in Momenten, völlig aus heiterem Himmel, in denen ich es nicht Erwarte.

Fühlen tue ich mich wie in der ersten Woche eines 8 jährigen Studiums.

Deshalb tippe ich auch einfach mal ein solches Erlebnis hier rein. Nicht weil ich denke ich bin so toll im Meistern von solchen Situationen, sondern eher im Austausch. Um andere Meinungen zu lesen. Denn vor eines habe ich richtig Angst, dass Situationen kommen in denen ich scheiteten könnte.

Und das will ich nicht. Mir ging es bis zu meinem letzten Glas dermaßen schlecht. Habe jetzt noch Leberwerte jenseits von gut und böse. Ich glaube ich wäre einfach irgendwann einmal umgefallen oder in der Klapse gelandet und das war nie das Leben was ich mir in frühen Jahren einmal gewünscht hatte.
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iGude hat zum Thema: Re: Hürden der Trockenheit geschrieben

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